Jaris Büchergebrabbel

31.05.2012 um 23:36 Uhr

[Abgebrochen] The Body

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Es steht zwar auf meiner Liste, aber ich hab das Buch von Hanif Kureishi nach nur 50 Seiten abgebrochen. Zuerst versuchte ich noch, es zur Seite zu legen. Vielleicht war die Zeit für dieses Buch noch nicht gekommen? Aber auch die Pause machte es nicht besser. Ich hatte keine Lust es zu lesen und dabei blieb es auch. Das Buch zur Seite zu legen war fast schon eine Erleichterung.
Die Geschichte "The Body" klingt zwar interessant, eine Ur-Utopie, in welcher man den Körper wechseln kann wie Klamotten. Doch eigentlich geht es bloss um das Gerede eines alten Mannes, der es nicht erträgt, alt zu sein. Zu viel Gerede, das mich nun wirklich nicht interessiert.
Auch die zweite Geschichte, an welcher ich mich versuchte, sagte mir nicht zu.  Kureishis Schreibstil ist mir zu distanziert und zu kalt. Ich fühlte mich wie hinter einem Glaskäfig, aus welchem ich das Geschehen beobachtete. Mich fror es beim Lesen und ich friere, wenn ich daran zurückdenke.
Anstatt mich durch ein Buch zu quälen, welches mir nicht liegt, lasse ich es lieber bleiben und greife zu Lektüre, die ich geniessen kann.

30.05.2012 um 18:07 Uhr

[Rezension] Alles in Fraktur!

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Hier fängt die Geschichte an: 200 Jahre sind vergangen, seit die Stadt der Träumenden Bücher von einem verheerenden Feuer heimgesucht wurde. 200 Jahre ist es her, seit Hildegunst von Mythenmetz die Stadt gesehen hat.
Doch Mythenmetz' ruhiges Leben als berühmter und geliebter Autor hat ein jehes Ende, als ihn ein Brief erreicht. Der Schattenkönig ist zurück.
Nun wagt es Mythenmetz, wieder in die Stadt der Träumenden Bücher zurückzukehren. Nur um festzustellen, dass die Stadt von damals nicht mehr existiert. Vieles hat sich verändert, Vieles wurde revolutioniert und Mythenmetz stellt fest, dass er sich noch nicht einmal mehr einen Kaffee bestellen kann. Aber schon bald erwacht eine neue Leidenschaft im Lindwurm: Der Puppetismus...

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, die brauchen keine Fortsetzung. "Die Stadt der Träumenden Bücher" ist so ein Buch. Trotzdem kam letzten Herbst die Fortsetzung "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" auf den Werk. Schon da war ich hin- und hergerissen zwischen "Super!" und "Wieso?".

Hätte ich mich nicht zuvor schon mit dem Buch beschäftigt und Rezensionen gelesen: Ich wäre genauso enttäuscht gewesen wie diese Stimmen damals. Zum Glück wusste ich worauf ich mich einliess und konnte mir so das Schlimmste ersparen.

"Das Labyrinth der Träumenden Bücher" kommt in keiner Weise an den Vorgänger heran. Inhaltlich hat das Buch nichts zu bieten. Es geschieht nichts Erwähnenswertes und endet, bevor die Geschichte überhaupt begonnen hat. Spannung fand ich keine, es wird bloss erzählt, was Mythenmetz in der Stadt so alles erlebt. Der Schluss des Buches lässt erahnen, dass es einen weiteren Teil geben wird. Wer weiss. Ich denke noch immer, dass es das Buch nicht gebraucht hätte.

Was man Moers lassen muss, ist, dass er eben Walter Moers ist. Es gibt einen Grund, weshalb ich das Buch einfach haben musste: Es ist schön. Ein wirklich schönes Buch, mit Illustrationen, die für die fehlende Handlung entschädigen. Eigentlich reicht es, sich die Bilder anzusehen. Dann hat man schon alles Wichtige.

Ich möchte Moers nicht schlecht machen, aber ich scheine ihm nicht wirklich verziehen zu haben, dass er eine Fortsetzung geschrieben hat und in dieser noch nicht einmal die Buchlinge hat auftreten lassen.
Ansonsten hat Moers hier wieder einige tolle und originelle Ideen verarbeitet. Auch einige Seitenhiebe auf unser Zeitalter hat er mit eingearbeitet. Vor allem Mythenmetz im zamonischen Starbucks fand ich zum Schmunzeln. Diesbezüglich lässt sich das Buch wirklich flott und sauber lesen, man darf einfach nicht zu viel erwarten. 

Fazit:

"Das Labyrinth der Träumenden Bücher" ist ein Buch, das nur für grosse Fans von Walter Moers etwas ist und auch die sollten sich bloss mit heruntergeschraubten Erwartungen daran heranwagen. Ist dies geschehen, kann man sich auf einen weiteren Besuch in der modernen Stadt der Träumenden Bücher freuen und sie gemeinsam mit Mythenmetz entdecken.

Walter Moers
Das Labyrinth der Träumenden Bücher
HC mit Schutzumschlag, 1. Auflage 2011
Knaus

978-3-8135-0393-7

Mit Illustrationen von Walter Moers
Aus dem Zamonischen von Walter Moers 

29.05.2012 um 09:25 Uhr

[Challenges] 52 Bücher - Woche 26 - 30

von: Jari   Kategorie: 52 Bücher

 
Unentschlossen: Das eine Buch - liebe ich es oder ist es doch Hass?
 
Da komme ich gleich mal zu meiner momentanen Lektüre, bei der ich wirklich nicht weiss, was ich davon halten soll. Einerseits liest es sich wirklich toll, der Autor hat tolle Ideen. Andererseits braucht es dieses Buch einfach nicht. Wieso hat er es geschrieben? Wieso?! ... ach ja, das Buch:
 
 
Walter Moers - Das Labyrinth der träumenden Bücher
 
Es gibt Bücher, die brauchen keine Fortsetzung. "Die Stadt der träumenden Bücher" ist so ein Buch. Und trotzdem gibt es jetzt eine Fortsetzung, in welcher Mythenmetz nach Buchhaim zurückkehrt. Das war's auch schon bezüglich der Inhaltsangabe. Trotzdem will ich weiterlesen. Mag ich das Buch jetzt oder doch nicht? Wo ist ein Seelenklempner, wenn man mal einen braucht?!
 
Nationalsozialismus
 
 
Markus Zusak - Die Bücherdiebin
 
Der Tod hat eine besondere Beziehung zur jungen Liesel und diese hat eine besondere Beziehung zu Büchern. Erzählt wird die Geschichte von Liesel, die während der Zeit des Nationalsozialismus aufwächst. Definitiv keine Zeit, um jung zu sein.
Muss ich noch einmal erwähnen, dass ich am Schluss des Buches Tränen geheult habe? Dass ich mich strikt weigerte, mit dem Lesen aufzuhören? Welch ergreifendes, berührendes Buch. Ganz grosse Lektüre zu einem ganz grossen Thema.
 
Bescheuerte Buchtitel
 
Ach, davon gibt es doch einige... Zum Beispiel "Kochen mit dem Römertopf". Wer braucht schon sowas? Wer kauft schon sowas? Oder bin ich die Einzige, die denkt, dass Römertöpfe und Bücher darüber überbewertet sind?
 
Biographien
 
Ich lese äusserst selten Biographien. Aber etwas habe ich dennoch im Angebot:
 
 
 
Respekt!
Tierschützer Dan Mathews: Sein Leben, seine Kampagnen, seine Stars
 
Über PETA kann man sagen was man will. Entweder schätzt man ihre radikale Art oder man verabscheut sie. Man kann sie für propagandageil halten, aber man kann nicht abstreiten, dass sie schon einiges erreicht haben. Dass sie es tatsächlich schaffen, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Dan Mathews war es, der PETA zu seinen nackten Stars und Sternchen gebracht hat. Oder umgekehrt. In "Respekt!" wird das Leben des Propagandameisters aufgezeigt. Und auch, was ihn dazu brachte, nackte Menschen für die Rechte der Tiere auf die Strassen zu schicken.
 
Es war eine dunkle und stürmische Nacht...
 
Ha! Das ist einfach:
 
  
 
Theodor Storm - Der Schimmelreiter
 
Das Cover ist einfach genial! Die Geschichte des Deichbauers Hauke Haien und wie er ins Verderben stürzte. Das Leben in Harmonie mit dem Meer, das gleichzeitig der schlimmste Feind ist. Der Sturm, der alles beenden soll... Hu, mich schaudert's schon wieder!

28.05.2012 um 20:38 Uhr

[Rezension] Für die Freiheit

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Wagen wir einen Blick in die Zukunft. Die Schweiz im Jahre 2050. Ignorieren wir die technologischen Veränderungen und schauen wir uns die Gesellschaft genauer an. In welcher Art von Gesellschaft leben die Schweizer im Jahre 2050? Nehmen wir an, dass das Grundeinkommen eingeführt wurde. Jeder Schweizer erhält jeden Monat genau 2'500 CHF ausbezahlt. Wie kann und wird das funktionieren? Liegt jeder faul in der Hängematte und geniesst das Nichtstun? Wer finanziert das Ganze?

Meine Meinung: 

In "Die Befreiung der Schweiz" gehen die Autoren Christian Müller und Daniel Straub auf die oben genannten Fragen ein. Beide sind sie Anhänger der Idee des Grundeinkommen und mit diesem Büchlein verschaffen sie jedem Leser einen Überblick darüber, was das Grundeinkommen eigentlich ist, weshalb es eine gute Idee ist und wie man es finanzieren könnte.

Zuerst wird die Idee des Grundeinkommens erklärt. Nämlich, dass jeder Schweizer jeden Monat 2'500 CHF erhält, ob er arbeitet oder nicht. Dann wir darauf eingegangen, wie man das Grundeinkommen finanzieren könnte und es wird erklärt, dass es gar nicht so viel kosten würde, wie die Gegner annehmen.

Vor allem gehen die Autoren jedoch darauf ein, dass der Mensch eben nicht, wie viele Menschen annehmen, aufhören würden zu arbeiten. Müller und Straub untermauern ihre Ansicht mit Umfragen die gemacht wurden (90% der Befragten würden weiterhin arbeiten, aber 80% denken, dass alle anderen Menschen damit aufhören würden) und fügen zu jedem Kapitel ein Interview mit einer Fachperson hinzu.

Das Autorenteam argumentiert ruhig und bedacht, treten jedoch vollumfänglich für ihre Idee ein. Das Grundeinkommen sei eine Befreiung vom Arbeitszwang. Niemand müsse mehr arbeiten, sondern jeder dürfe arbeiten. Deshalb auch der Titel "Die Befreiuung der Schweiz". Durch ein Grundeinkommen hätten die Menschen die Möglichkeit, sich mehr ihren wirklichen Interessen und Fähigkeiten zu widmen, was die Arbeitsmotivation fördern würde. Nicht jeder würde gleich Künstler werden.

Müller und Straub sagen, dass das Grundeinkommen keinesfalls die Abschaffung der Arbeit sei, sondern nur ein Umdenken. Ein Umdenken in ein flexibleres Arbeitsmodell, das mehr Möglichkeiten für den Einzelnen biete. Unsere Gesellschaft, wie sie heute besteht, hat keine Zukunft. Etwas Neues muss her: Das bedinungslose Grundeinkommen für alle.

Fazit:

Es ist ein kleines Büchlein, aber es beinhaltet alle wichtigen Informationen zum Thema Grundeinkommen bezogen auf die Schweiz. Alle Fragen werden beantwortet, wenn auch nicht alle gleich umfassend.

Wer sich für das Thema des Grundeinkommens interessiert, für denjenigen ist dieses Buch Pflichtlektüre. Vor allem aber eignet es sich für jene, die erst einmal wissen wollen, was das Grundeinkommen überhaupt ist und was sich die Initianten und Befürworter dabei denken.

Das Buch ist, obwohl ein Sachbuch, sehr leicht und flüssig zu lesen. Man muss also keine Angst vor ellenlangen Schlangensätzen haben. Die Autoren sind auf dem Boden geblieben, das merkt man auch während der Lektüre. Sie wollen den Leser nicht mit aller Kraft auf ihre Seite ziehen, sondern ihn mit ihren Argumenten überzeugen.

Ich persönlich bin schon lange Befürworter des Grundeinkommens und nach dieser Lektüre bin ich es erst recht!

Christian Müller, Daniel Straub
Die Befreiung der Schweiz
Über das bedinungslose Grundeinkommen
TB, 2012
Limmat Verlag

978-3-85791-673-1 

25.05.2012 um 08:08 Uhr

[Rezension] Ricdin-Ricdon

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Frankreich, 1765: Das Gebiet Gévaudan wird von einer Bestie heimgesucht, die junge Mädchen und Kinder brutal tötet. Der König schickt eine Delegation aus, um den Wolf, um den es sich angeblich handelt, ein für alle mal zu erlegen.

Der junge Zeichner Thomas schaffte es, Teil dieser Delegation zu werden. Er wird angetrieben von der wissenschaftlichen Neugierde. Laut der Bevölkerung kann die Bestie kein Wolf sein. Doch was ist es dann?

Diese Frage lässt Thomas keine Ruhe. Als er des nachts auch noch Isabelle D’Apcher trifft, ist es um ihn geschehen und die Suche nach der Bestie wird zu Thomas‘ Lebensinhalt…

Meine Meinung:

Nina Blazons „Wolfszeit“ ist ein Werwolfbuch ohne Werwolf. Fantasy ohne phantastische Elemente. Eher orientiert sich das Buch an der natürlichen Vorstellungskraft des Menschen. Der Mensch sucht nach Erklärungen, auch dann, wenn Dinge geschehen, die der Mensch sich eben nicht so leicht erklären kann. Dann findet man Antworten im Übernatürlichen. All dies kommt in „Wolfszeit“ zum Zuge.

Die Geschichte beruht auf realen Begebenheiten und gemeinsam mit der Hauptfigur Thomas sucht der Leser nach einer Antwort. Ist es wirklich ein Wolf, der die Mädchen getötet hat? Thomas stellt schon bald fest, dass es zu viele Ungereimtheiten gibt. Zu viel Unerklärliches. Doch an einen Werwolf, ein Wesen halb Mensch, halb Wolf mag der rationale Thomas auch nicht glauben. Was aber kann es denn dann sein?

Blazons Schreibstil zeigt eine klare Linienführung und schafft es trotz der schlichten Sprache, viel Spannung und viel Gefühl zu erzeugen. Vor allem am Schluss konnte ich das Buch nicht aus den Händen geben, da ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte endet. Die Autorin führt uns immer wieder auf falsche Fährten, leitet uns in die Irre und überrascht. Geheimnisse kommen ans Licht, die man nicht erwartet hätte. Über all dem steht natürlich die Frage nach dem Wesen der Bestie.

Geschickt verwebt Blazon ihre imaginären Charaktere Thomas und Belle in den realen Hintergrund der Bestienmorde im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die Kulisse stimmt, auch die sprachlichen Feinheiten sind vorhanden, sodass man sich trotz angepasster Sprache in der Zeit um 1765 wiederfindet.

Die Personen, die in der Geschichte auftauchen, sind vielschichtig und glaubhaft. Manche wirken auf den ersten Blick unsympathisch, doch erweisen sie sich als die treuesten Freunde, während manche vielleicht freundlich lächeln, aber nicht zögern würden, einen mit dem Messer an die Gurgel zu gehen. Sie alle haben ihren Charakter und so befindet man sich als Leser in einem ständigen Wechselbad der Gefühle: Einerseits ist einem die Figur sympathisch, andererseits könnte sie gut für die Morde verantwortlich sein.

All dies macht „Wolfszeit“ zu einem Lesevergnügen nicht nur für Jugendliche. Es sticht angenehm aus der Masse heraus, wenn auch nicht gleich von Anfang an. Zu Beginn dachte ich noch, ich hätte es mit einer normalen Werwolfsgeschichte zu tun. Doch rasch wurde ich eines Besseren belehrt und genoss die Lektüre umso mehr. Manchmal hielt ich es vor Spannung kaum noch aus und die letzten 200 Seiten las ich an einem Morgen weg.

Das Buch flutscht runter wie weiche Butter, da der Text und der Zeilenabstand relativ gross ist. Aber auch die angenehme Sprache Blazons und die Spannung sorgten dafür, dass ich die 550 Seiten schneller gelesen hatte, als ich angenommen habe.

„Wolfszeit“ war mein erstes Buch von Nina Blazon, doch damit hat sie mich dermassen überzeugt, dass ich sicher bin, dass ich schon bald noch mehr Bücher der Autorin lesen werde.

Fazit:

Ein Buch für alle, die mal etwas frischen Wind im „Junge Erwachsene“-Genre suchen. Es bietet Spannung bis zum Schluss und einen guten Einblick ins Frankreich des 18. Jahrhundert und natürlich eine anrührende Liebesgeschichte. Es gibt viel zu rätseln und mitzuraten, deshalb können auch Hobbydetektive und Krimileser zu diesem Buch greifen.

Mich hat „Wolfszeit“ restlos begeistert und kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

 

 

Nina Blazon
Wolfzeit
HC mit Schutzumschlag, 
Ravensburger, 2012

 

978-3-473-40070-6 

24.05.2012 um 16:24 Uhr

[Rezension] Stockholm-Syndrom

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Es ist ein wunderschöner, sonniger Tag. Während Bär und Hase noch dabei sind, aufzuwachen, ist der Fuchs jedoch schon aktiv. Er hat ein Auge auf das Hühnchen geworfen, das nichtsahnend den Sonnenschein geniesst.

Und schon ist es geschehen!

Der Fuchs hat sich das Hühnchen geschnappt und entführt es! Wutentbrannt verfolgen die Freunde des Hühnchens den Dieb. Eine rasante Verfolgungsjagd beginnt, deren Ausgang ungewiss ist…

Meine Meinung:

In „Der Hühnerdieb“ von Béatrice Rodriguez habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Es ist eines jener Büchlein, die man immer wieder aus dem Regal nimmt und sich anschaut. Eines jener Bücher, die man gerne verschenkt. Die man gerne verschenkt, weil man selber so viel Freude daran hat.

Das Besondere an der Geschichte ist, dass sie ohne Worte erzählt wird. Die Bilder erzählen die Geschichte und das reicht völlig aus. Auf diese Weise begann schliesslich auch die Geschichte des Buches, die antiken Völker schrieben ihre Geschichten in Bildern auf. Weshalb sollte dies also im 21. Jahrhundert nicht auch noch funktionieren?

Rodriguez‘ liebevolle Zeichnungen lassen das innere Kind in jedem von uns höher schlagen. Einfach, klar und dennoch entdeckt man immer noch irgendwo ein kleines Extra. Die Figuren entwickeln ihren eigenen Charakter und das alles ganz ohne Beschreibungen. Die klare Strichführung ist aufs Nötigste reduziert, vergisst aber nicht, worum es bei den Illustrationen geht.

Auf diese Weise entsteht eine anrührende Geschichte, die vielleicht schon oft erzählt wurde, aber noch nie auf diese Weise. „Der Hühnerdieb“ ist etwas fürs Auge und fürs Herz.

Fazit:

Für Freunde von Bildern, für Freunde von Liebesgeschichten, für Freunde von Tieren. Für all jene, die es gerne niedlich und putzig mögen.

Ich habe mich da wohl gerade selbst beschrieben.

Béatrice Rodriguez
Der Hühnerdieb
HC, 6. Auflage 2011
Peter Hammer Verlag

978-3-7795-0202-9

Originalausgabe: Le voleur de poule
Éditions Autrement, Paris 2005

21.05.2012 um 21:16 Uhr

[Rezension] Durch die Hintertür

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der junge Dämonologe Eric hat gerade seinen ersten Dämonen beschworen! Leider handelt es sich dabei nicht um einen herkömmlichen Dämonen, sondern bloss um Rincewind, den er aus der Zwischenwelt herausgefischt hat.
Dennoch besteht Eric darauf, dass  Rincewind ihm seine drei Wünsche erfüllt. Seltsamerweise finden sich die Beiden in Begleitung eines gerupften Papageien schon bald in einer antiken Zivilisation wieder, deren Bevölkerung Eric opfern will. Und dies ist er der Beginn der Odyssee von Eric und Rincewind…

Meine Meinung:

„Eric“ war mein zweiter Roman von Terry Pratchett nach „Die Farben der Magie“. Was soll ich über dieses Büchlein, das nur knapp 150 Seiten sagen, ausser dass es mich restlos begeistert hat?

Pratchett hat den Stoff von Goethes Faust gekonnt in die Scheibenwelt geschmuggelt und so verpackt, dass man ihn kaum mehr wieder erkennt. Dennoch gibt es eindeutige Zeichen dafür, dass es sich um eine Parodie des Klassikers handelt. Sogar die Reise in die Unterwelt ist dabei, die sogar etwas von Dantes Inferno hat.

Kurzer Rede, kurzer Sinn: Das Buch ist wirklich witzig, ab und zu konnte ich mich vor Lachen nicht mehr halten. „Eric“ hat mich um einiges mehr begeistert als „Die Farben der Magie“ und hat in mir die Lust geweckt, noch mehr Pratchett zu lesen.

Die Ideen des Autors sind durchgedreht und originell und so hat man das Buch einfach zu viel schnell durch. Pratchetts Interpretationen historischer Ereignisse sind skurril und man wünscht sich fast schon, dass es tatsächlich so gewesen ist. Dieser Einfallsreichtum ist herrlich und hinter jeder Ecke wartet etwas Neues. So wird das Buch zu einem wahren Page-Turner, der eine langweilige Zugfahrt rasch in ein rasantes Abenteuer verwandelt.
Aber Achtung: Die Sitznachbarn könnten komisch gucken, wenn man plötzlich loslacht.

Fazit:

Lesegenuss pur! Vor allem Rincewinds Truhe hat sich wieder in mein Herz getrampelt. Auf solche Ideen muss man erst einmal kommen.

Leider fehlten mir einige Details aus den vorherigen Bänden, doch dies störte mich nicht gross. „Eric“ überzeugte mich auf der ganzen Linie!

Wer eine kurze und leichte Lektüre für eine Reise oder die Mittagspause sucht, wird hier fündig. „Eric“ peppt noch jede Pause auf.

Terry Pratchett
Eric
Eine Scheibenwelt-Erzählung
TB, 2008
Piper

978-3-492-29177-4

 

Aus dem Amerikanischen von Andreas Brandhorst
Originalausgabe: Eric
Victor Gollancz Ltd., London 1990 

 

21.05.2012 um 08:29 Uhr

[LL] Jaris Liste

von: Jari   Kategorie: Leichen Lesen!

 
In der Seitenleiste habe ich nun eine kleine Abteilung für die Aktion eingerichtet. Sobald ich eure Listen erhalten habe, werdet ihr dort verlinkt. BlueNa war bisher die Schnellste, also muss ich ja auch mal anfangen, meinen SUB zu untersuchen ;)
 
Hier also meine Liste:
 
Chris Bojalian - Skeletons at the Feast
Auf dem SUB seit Frühjahr 2009
 Hanif Kureishi - The Body
Auf dem SUB seit Frühjahr 2009 
Petra Schächtele - Endlich Schlagfertig!
Auf dem SUB seit September 2009
Christian Kracht - Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Auf dem SUB seit Ende 2009
 
Das sind also meine ältesten Leichen. Zeit, dass sie ihre Zeit auf dem SUB beenden! Eigentlich wollte ich ursprünglich mehr Titel auf die Liste nehmen, aber da ich auch noch den SLW beenden möchte und durch meinen Job auch aktuelle Titel lesen "muss", beschränke ich mich auf diese vier. Die warten auch schon am längsten...
 
Übrigens habe ich eine gute Methode entwickelt, um Bücher am SUB vorbei zu schleusen:
 
Einige Titel lasse ich einfach in meiner Ablage auf der Arbeit. Bücher, die nicht zu Hause sind, sind auch nicht auf dem SUB.
Bücher, die ich für Leserunden bestelle, kommen seit jeher nicht auf den SUB, und neue Leseexemplare der Verlage sammle ich gesondert, da ich die eh wieder abliefern muss.
 
Ist das böse oder ist das böse? Jedenfalls wächst mir der SUB so nicht über den Kopf. Auch wenn er auf diese Weise natürlich auch nicht sinkt... 

20.05.2012 um 22:11 Uhr

Jari liest... Nina Blazon

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

In der französischen Provinz trauen sich die Leute im Dunkel nicht mehr aus dem Haus. Denn draussen lauert die Bestie. Aber die schöne Isabelle hat ihren Angriff überlebt. Thomas, Gesandter des Königs, will mit ihrer Hilfe das Untier finden. Doch er verliebt sich in Isabelle und muss bald um ihr Leben fürchten. 

 

20.05.2012 um 19:38 Uhr

[Rezension] Die netten Elfen von nebenan

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Arthur Spiderwick’s Buch ist verschwunden! Als Jared, Simon und Mallory ihre Grosstante Lucinda besuchen wollen, stellen die Kinder fest, dass jemand das Buch vertauscht haben muss. Was sollen sie jetzt tun? Und wieso hat Arthur Spiderwick seine Familie verlassen? Die Geschwister brechen auf, um ihren Onkel und das verschwundene Buch zu suchen. Dabei treffen sie auf die Elfen und nur mit Lis schaffen sie es, wieder frei zu kommen…

Meine Meinung:

„Im Bann der Elfen“ ist der dritte Band um die Geschwister Jared, Simon und Mallory und ihr geheimnisvolles Buch. Unterdessen stellt sich ihnen die Frage, ob es besser wäre, das Buch den Elfen zu überlassen oder es selbst zu behalten. Diese Entscheidung wird ihnen jedoch rasch abgenommen, da das Buch verschwindet. Dies ist der Auslöser zu einem weiteren Abenteuer in der geheimnisvollen Welt der Elfen.

Die ersten beiden Bände habe ich noch auf Dänisch gelesen, natürlich war ich also gespannt, wie sich die Geschichte auf Deutsch lesen lässt. Wie für ein Kinderbuch üblich, besteht die Geschichte aus kurzen und knappen Sätzen. Dennoch kann man auch als erwachsener Leser der Geschichte folgen, ohne sich unterfordert zu fühlen. Man hat das Buch einfach sehr schnell durch, auch der gute Lesefluss trägt dazu bei. Die Spiderwick-Chroniken sind auch auf Deutsch wirklich gut zu lesen.

Ich finde die Welt rund um das Spiderwick-Anwesen toll kreiert, es lässt auch die jüngsten Leser eine Welt entdecken, die direkt vor unseren Augen liegt und uns dennoch verborgen bleibt. So können die Kinder die Magie der Natur entdecken.
Ebenfalls wird in diesem Band erstmals auf die Zerstörung der Natur durch den Menschen aufmerksam gemacht. Anstelle bedrohter Tierarten tritt hier das Einhorn, das Mallory und Jared zeigt, wie es von den Menschen gejagt wird. Ausserdem weisen die Elfen darauf hin, dass es für sei keine Wälder mehr gibt, in denen sie leben können. Die Trolle dagegen würden sich in unserer Welt pudelwohl fühlen. Auf diese Weise werden die Kinder an ein schwieriges Thema herangeführt, ohne sie mit dem erhobenen Zeigefinger zu belehren. Das Team DiTerlizzi und Black haben das meiner Meinung nach gut hingekriegt.

Die Zeichnungen, die Holly Black für die Geschichte entworfen hat, sind wie immer hübsch und vor allem verträumt. Auf der ersten Seite begegnet uns gleich eine farbige Illustration von Mallory und dem Einhorn, das Lust auf die Geschichte macht.
Black zeigt uns die verwunschen Wälder und ihren Zauber in ganz einfacher Art und Weise auf. Ausserdem hilft sie den jungen Lesern dabei, sich die fremdartigen Wesen vorzustellen. Holly Black ist eine talentierte Illustratorin, die Spiderwick-Bände machen dies mehrfach deutlich.

Fazit:

Die Geschichte um Arthur Spiderwick, Jared und das Buch gehen weiter! In dieser Reihe ist es wichtig, bei Band eins anzufangen, ansonsten ist man verloren. „Im Bann der Elfen“ ist also nur zu lesen, wenn man die ersten zwei Bände ebenfalls gelesen hat.

Die Reihe kann ich Kindern empfehlen, die noch an die verborgenen Wunder glauben und gerne im Wald herumtollen. Denn der Wald hat hier eine besondere Rolle. „Die Spiderwick-Geheimnisse“ sind ein guter Einstieg in die Welt der fantastischen Literatur, hat die Reihe doch alles, was in Fantasy-Schmökern für ältere Leser auch vorkommt, kindgerecht verarbeitet.

Erwachsene Leser sollten sich nicht schämen, wenn sie zu dieser Reihe greifen. Es macht Spass, den Geschwistern beim Streiten zuzusehen, weiss man doch, dass sie sich eigentlich gerne haben. Die einzelnen Bände haben nicht mehr als 120 Seiten und lassen sich gut in einer halben Stunde weglesen. Ein Snack für Zwischendurch, sozusagen.

Ich hatte ein weiteres Mal grosse Freude an den „Spiderwick-Geheimnissen“ und freue mich schon darauf, den vierten Band zu lesen. Denn es sind noch viel zu viele Fragen offen. 

Tony DiTerlizzi
Die Spiderwick-Geheimnisse
Im Bann der Elfen
TB, 2. Auflage 2009
CBJ

978-3-570-22145-7

 

Aus dem Amerikanischen von Anne Brauner 
Originalausgabe: The Spiderwick Chronicles – Lucinda’s Secret
Simon & Schuster Books, 2003 

 

20.05.2012 um 14:57 Uhr

[Rezension] Gute Stimmung hausgemacht!

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

In Asien wurden Gebäude schon vor hunderten von Jahren nach dem Prinzip des Feng-Shui  gebaut und eingerichtet. Man möchte, dass die Lebensenergie so positiv wie möglich fliesst.
Dieses alte Wissen hat es unterdessen auch nach Europa und Amerika geschafft und wird immer öfter auch hierzulange angewendet. Meistens bleibt jedoch die Frage, was genau Feng-Shui bewirken soll und wie man aus einem Raum das Beste rausholt. Günther Sator zeigt uns, wie wir mit einfachen Handgriffen unser Leben positiv verändern können.

Meine Meinung:

Mich hat die Idee des Feng-Shui schon immer interessiert, doch das hochgestochene Gerede von irgendwelchen Himmelsrichtungen hat mich des Öfteren abgeschreckt. Zum Glück ist Günther Sator da anders.

In seinem Ratgeber „Feng-Shui – Die Kraft der Wohnung entdecken und nutzen“ beschreibt er einfach und nachvollziehbar, was Feng-Shui ist und was es bewirkt. Er beginnt mit den Grundprinzipien und leitet den Leser dann Schritt für Schritt weiter zur tieferen Materie.

Erst werden einige Grundbegriffe erklärt und auf die unterschiedlichen Hilfsmittel des Feng-Shui aufmerksam gemacht. Sator betont immer wieder, dass man trotz allem auch auf sein persönliches Gefühl achten soll, denn auch die positivste Wohnung bringt nichts, wenn man sich darin nicht wohl fühlt.

Der nächste Schritt ist die Aufteilung der Wohnung in einzelne Bereiche, woraufhin erklärt wird, wie man diese am besten nutzt und welche Symbole die positiven Schwingungen unterstützen und welche die negative Wirkung abschwächt. Überraschend ist, dass man dies meist schon mit einigen kleinen Handgriffen bewerkstelligen kann. Positive Energie muss nicht teuer sein.

Als nächstes gehen wir einen Schritt weiter und beschäftigen uns mit den unterschiedlichen Himmelsrichtungen. Abschliessend begeben wir uns auf einen Spaziergang durch die Wohnung und Sator erklärt wiederum, was schädlich und was nützlich ist.

Ich fand diese Einteilung sehr gut gelungen, sie überfordert auch Einsteiger nicht und man wird nicht gleich von zu vielen Informationen erdrückt. Die Tipps, die Sator gibt, sind, bis auf einige Wenige, tatsächlich umsetzbar und einfach zu handhaben.

Feng-Shui ist nicht etwas für Gelehrte, sondern uraltes Wissen, das jeder von uns im Kleinen oder Grossen anwenden kann. Dieser klar gegliederte Ratgeber von GU hilft dabei, einen groben Überblick über das Feng-Shui zu erhalten.

Fazit:

Ein handliches Buch, das zum Blättern und Schmökern ebenso einlädt wie zum gewissenhaften Durchlesen. Berührungsängste mit der fremdartigen Materie werden beseitigt und alles wohlformuliert erklärt, sodass jeder versteht, woraus Sator hinaus will.

Ich empfehle das Buch jedem Anfänger bezüglich Feng-Shui. Für Fortgeschrittene mag das Buch nichts Neues mehr bieten, aber für Neugierige ist es genau das Richtige.

Nicht, dass ich jetzt gleich meine Wohnung auseinander nehmen werde, aber einige Hinweise von Sator habe ich mir bereits zu Herzen genommen, denn der Gedanke, dass Energie überall ist und beeinflusst werden kann, finde ich gar nicht so abwegig. Ich bin froh, diese Sub-Leiche endlich gelesen zu haben und werde Sator bestimmt wieder konsultieren, wenn ich umziehen werde.

Günther Sator
Feng Shui - Die Kraft der Wohnung entdecken und nutzen
Gesundheit, Partnerschaft und Erfolg fördern
Broschiert, 2009
GU

978-3-7742-6671-1 

16.05.2012 um 14:39 Uhr

[Rezension] Schaf im Wolfspelz

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Ein etwas besseres Altenheim in Paris: Hier warten Nini, der Kapitän, Madame Alma und viele andere auf den Tod und darauf, dass ihre Familienmitglieder sie besuchen kommen. Man muss jedoch nur einmal genauer hinschauen, um zu sehen, dass die Herzen dieser Alten sich noch immer nach Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung sehen und noch immer, oder mehr denn je, mit ihren Geistern zu kämpfen haben. Denn diese werden im Alter immer greifbarer und realer...

Meine Meinung:

Während meines dreimonatigen Praktikums konnte ich selbst Erfahrung im Umgang mit alten und dementen Menschen sammeln, deshalb habe ich mich sofort dazu entschieden Camille de Perettis "Wir werden zusammen alt" zu lesen als ich von diesem Buch erfuhr.

Obwohl De Peretti noch eine sehr junge Autorin ist, merkt man sofort, dass sie ein Talent fürs Schreiben besitzt.Das Thema Alter und Demenz ist kein Einfaches. Wie schreibt man über den Verfall des Körpers und des Geistes ohne jemanden anzugreifen oder die Menschen ins Lächerliche zu ziehen? Ja, dieses Motiv braucht ein sicheres Händchen und De Peretti beweist mit "Wir werden zusammen alt" dass sie dieses hat.

Mit feiner Feder beschreibt sie einen Tag im Heim Les Bégonias, sie beleuchtet ihre Figuren und lässt sie zu Wort kommen. Jede Person hat ihre Geschichte und der Leser darf teilhaben an Glück und Unglück in ihrem Leben. Passend sind jene Dinge, die an jenem besagten Tag im Oktober passieren, im Präsens geschrieben, während Rückblicke im Präteritum präsentiert werden. So behält man auch als Leser den Überblick, wo er sich gerade befindet.

Die Geschichten, die zwischen den Buchdeckeln von "Wir werden zusammen alt" auf den Leser warten, gehen ans Herz. Man lächelt, wenn man die Annäherung von Thérèse und Robert beobachtet, lacht über den kurligen Kapitän und oft wird einem das Herz auch schwer, wenn man von der Einsamkeit dieser Menschen erfährt.

An diesen unterschiedlichen Stimmungen merkt man, dass De Peretti sich mit dem Thema beschäftigt hat. Sie nimmt sich Zeit für ihre Charaktere, für die Omas und Opas und auch für die Pfleger, nimmt sie, formt sie, macht sie für uns lebendig. Lässt uns wünschen, wir könnten diese Menschen besuchen gehen, ihnen helfen oder sie umarmen. Ein wahrlich zauberhaftes Buch über das wahre Leben.

Im Anhang befindet sich ein Zusatzteil, der beschreibt, wie die Autorin während des Schreibens vorgegangen ist. Eine Methode, die mich nur staunen liess. Es machte Spass, die kurzen Kapitel nach diesem Muster zu überfliegen und nach Spuren ihres Systemes zu suchen.

Aber vor allem hat es Spass gemacht, dieses Buch zu lesen. "Wir werden zusammen alt" ist ein Bildnis eines Tages im einem Altenheim, mit seinem Auf und Ab, mit seinen Bewohnern und seinen Angestellten. Mit seien Geschichten und Gesichtern.

Fazit:

Absolut lesenswert für alle mit Omas und Opas. Für alle, die einen Verwandten in einem Pflegeheim haben. Auch für alle, die ein Buch lesen möchten, das das Herz anspricht.

Ich bin noch immer mitten im Buch und während des Lesens mochte ich gar nicht damit aufhören, jeder Unterbruch war eine Qual, bis ich wieder zu "meinen" Alten zurückkehren konnte. Meiner Meinung nach ist "Wir werden zusammen alt" ein wunderbares und wunderschönes Buch.

Camille De Peretti
Wir werden zusammen alt
TB, 2011
Rororo

978-3-499-25892-3

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Originalausgabe: Nous vieillirons ensemble
Editions Stock, Paris 2008 

15.05.2012 um 20:00 Uhr

[LL] Leichen Lesen!

von: Jari   Kategorie: Leichen Lesen!

 
Nein, nein, keine satanischen Rituale an Vollmond. Wenn wir hier von "Leichen" reden, dann von den berühmt berüchtigten SUB-Leichen.
Jeder hat sie, jeder kennt sie: Bücher, die man sich einfach mal so kauft, Bücher, die man geschenkt kriegt, Bücher, auf dem SUB. Dort liegen sie dann. Und liegen und liegen und kriegen nie Chance, gelesen zu werden. So ziehen Jahre ins Land und nichts geschieht.
 
Damit ist genug! Wir haben ein Herz für SUB-Leichen und gehen ihnen mit dieser Aktion mal so richtig an den Kragen! Deshalb kommt hier des Jaris Aktion mit dem einfallsreichen Namen Leichen Lesen!
 
So funktioniert es:
 
  • Der Spass dauert vom 1.6.12 bis 31.12.12 - also genau ein halbes Jahr.
  • Ihr bestimmt selbst, wie viele Bücher ihr auf eure Liste setzen wollt. Bis Ende 2012 sollten sie gelesen sein. Wer also viel liest, kann 6 Bücher auf seine Liste setzen, wer vorsichtig ist, nimmt vielleicht 2 bis 3. Das bleibt euch überlassen.
  • Stellt euch vor euren SUB und ermittelt die ältesten SUB Leichen. Wenn ihr 4 Bücher gewählt habt, dann wären das also die 4 ältesten Bücher auf dem SUB.
  • Teilt mir eure Liste mit und auch, wie lange die Bücher schon subben. Wer bricht den Leichen-Rekord?!
  • Innerhalb der nächsten Monate werden wir dann versuchen, der Leichen Herr zu werden. Wann immer ihr ein Buch beendet habt, schreibt eine Rezi oder mir einen kurzen Kommentar, damit ich den Überblick behalten kann.
  • Am 31.12.2012 feiern wir dann zusammen Neujahr, falls die Welt bis dahin nicht untergegangen ist.
Seid ihr dabei?

13.05.2012 um 21:22 Uhr

[Lustiges] Ohne Worte

11.05.2012 um 20:51 Uhr

[Rezension] Die Hölle der Katzen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

 

Inhalt:

Schon als junge Kätzchen haben Traumjäger und Goldpfote miteinander gespielt und auch als sie älter wurden, gingen sie nicht auseinander. Sie waren sich sozusagen versprochen. Doch von einem Tag auf den anderen verschwindet Goldpfote und sie ist nicht die Einzige. Viele des Volkes verschwinden spurlos und kehren nicht zurück.

Traumjägers Gemeinde ist verunsichert und schickt eine Gruppe zum Hofe der Katzenkönigin. Der junge Traumjäger jedoch macht sich selber auf die Suche nach Goldpfote, er hat einen Eid geschworen, sie zu finden.

Mit dem kleinen Raschkralle an seiner Seite begibt Traumjäger sich auf eine Reise, die ihn direkt in die Hölle führt...

Meine Meinung:

Das Buch "Traumjäger und Goldpfote" habe ich mir gekauft, ohne überhaupt den Rückentext gelesen zu haben. Ich sah das Titelbild und dachte 'Dieses Buch muss ich haben!' und schon bald tauchte ich ein in Traumjägers kätzische Welt und wollte eigentlich gar nicht mehr auftauchen.

Die titelgebende Goldpfote taucht in der Geschichte jedoch erst zum Schluss auf und hat keine tragende Rolle. Jedoch ist sie der Stein, der alles ins Rollen bringt. Denn hätte Traumjäger Goldpfote nicht gekannt, hätte er sich niemals auf die Suche nach ihr begeben und wer weiss, was dann aus der Welt und dem Volk geworden wäre...!

Der erste Teil des Buches ist noch harmlos und verträumt. Man erfährt zwar, dass das Leben der wilden Katzen nicht leicht ist, doch im Vergleich zu dem, was Traumjäger später durchmachen wird, ist dieser Teil eitler Sonnenschein. Während des Lesens dieses Partes wäre mir nie in den Sinn gekommen, wie sich die Geschichte entwickeln wird.

Denn "Traumjäger und Goldpfote" ist bei Weitem kein kuscheliges Buch. Traumjäger gelangt nach Vastnir und muss sich dort einem vom Hass zerfressenen Erstgeborenen stellen. Ab dem zweiten Teil wird das Buch düster und blutig, Leid und Tod werden die Begleiter von Traumjäger und dem Leser.

Leider hatte ich während des zweiten Teiles einen kleinen Hänger. In diesen Kapiteln ist der Held eher passiv und lässt mich sich machen, was die überlegenen Katzen wollen. Ständig hoffte ich, dass sich endlich etwas tun würde. Im dritten Teil änderte sich dies zum Glück und die Spannung war beinahe nicht mehr auszuhalten. Den letzten Teil der Geschichte habe ich verschlungen.

Tad Williams hat mit "Traumjäger und Goldpfote" ein Buch geschrieben, das jeder, der die "Warrior Cats"-Reihe mag, gelesen haben sollte. Denn Williams Werk scheint definitv eine Urform dieser Serie zu sein, erschien das Buch doch bereits 1985 und man erkennt einige Dinge, an denen sich Hunter bedient zu haben scheinen. Dennoch können alle Bücher gut nebeinander bestehen und lassen das Herz eines Katzenliebhabers höher schlagen.

Die Welt von Traumjäger ist vom Autoren liebevoll gestaltet und man fühlt sich in den wilden Wäldern und weiten Feldern schnell zu Hause. Mir gefiel vor allem die eigene Sprache der Katzen und der anderen Tiere. Die Eichhörnchen haben es mir insbesondere angetan, Williams hat die kleinen Tierchen so gut charakterisiert, dass ich sie sofort in mein Herz schloss. Aber auch in die Psyche der Katzen hat sich Williams sehr feinfühlig eingearbeitet, da überrascht es, dass Williams mehr Erfahrung mit Hunden hat als mit Katzen.

Wie zu erwarten wird man jedoch über einige Namen stolpern, doch zum Glück hilft einem dabei das Glossar zum Schluss. Dort findet man übrigens auch ein kleines Wörterbuch zur Katzensprache. Crash-Kurs in Kätzisch gefällig?

"Traumjäger und Goldpfote" ist ein phantasievolles Katzenbuch, das einen in eine bekannte und trotzdem völlig neue Welt entführt. Vor dem Lesen sollte man sich jedoch im Klaren darüber sein, dass es sehr bald sehr grausig zu und her gehen wird. Gänsehaut garantiert. Aber auch das Happy End.

Fazit:

Welch ein tolles Buch! Auch wenn es einige Längen hat, bin ich auch jetzt noch traurig, dass ich mich von Traumjäger und vor allem vom flauschigen Raschkralle verabschieden musste.

Leser des Buches sollten mit den blutigen Szenen klar kommen können, jedoch ist es perfektes Futter für alle Liebhaber von "Warrior Cats". Pflichtlektüre würde ich sogar sagen. Natürlich werden auch Leser von "Felidae" hier viele kätzische Freunde finden.

"Traumjäger und Goldpfote" - Tierische Fantasy vom Feinsten!

 
Tad Williams
Traumjäger und Goldpfote
HC mit Schutzumschlag, Auflage 2012
Klett-Cotta
 
978-3-608-93831-9
 
Aus dem Englischen von Hans J. Schütz
Originalausgabe: Tailchaser's Song
DAW Books, New York 1985 

 

09.05.2012 um 19:31 Uhr

[Das Buch des Monats] April 2012

von: Jari   Kategorie: Das Buch des Monats

Das Buch für den Monat April zu kühren ist überhaupt nicht schwer. Diesen Monat gab es einen eindeutigen Favoriten:
 
Roald Dahl - Charlie and the Chocolate Factory
 
Dahls Geschichte überzeugte mich auf der ganzen Linie - sie ist lustig, hat einen Hintergrund und einen supertollen Hauptcharakter. Was will man mehr? Also wirklich. Herrlich, dieses Buch!

09.05.2012 um 19:29 Uhr

[Monatsstatistik] April 2012

von: Jari   Kategorie: Bücherlisten

Gelesen:

1. Laura Esquivel - Malinche           
2. Anne Cuneo - Stepan               
3. Mein erstes... was blüht denn da?          
4. Ildefonso Falcones - Die Kathedrale des Meeres             
5. Roald Dahl - Charlie and the Chocolate Factory            
6. Steve Mosby - Tote Stimmen              
7. Nury Vittachi - Der Fengshui-Detektiv und der Geistheiler       
  

Gesamt gelesen 2012:  35

07.05.2012 um 20:24 Uhr

[BücherMusik] Bis zum Schluss

von: Jari   Kategorie: BücherMusik

Nun folgt ein Lied, das ich nicht übersetzen muss, denn es stammt von Oomph! Wie man es von dieser Band kennt, geht es im Lied Bis zum Schluss sehr düster zu. Aber das tut es auch in einem Grossteil des Buches Traumjäger und Goldpfote.

Achtung: Dieser Eintrag enthält Spoiler!

Ich geb nicht auf, auch wenn du keine Hoffnung mehr hast
Auch wenn du keine Heilung mehr willst
Ich geb nicht auf, auch wenn du keinen Ausweg mehr siehst
Auch wenn du meine Hand nicht mehr fühlst

Ich halt dich fest
Ich lass nicht los
Ich halt dich fest
Ich lass nicht los

Das Lied erinnert mich an den zweiten und dritten Teil des Buches. War der erste Teil noch von Sorglosigkeit geprägt, so wird die Geschichte um Traumjägers Suche immer düsterer und blutiger. Als er schliesslich mit seinen Freunden in den Hügel Vastnir gebracht wird, bevölkern gequälte und blutende Seelen die Geschichte.

Die ersten Zeilen spiegeln den dritten Teil wider. Im zweiten ist Fritti Traumjäger sehr passiv und lässt alles über sich ergehen. Doch dann findet er seine alte Entschlossenheit wieder und riskiert den Tod, um seine Freunde aus der Hölle, in welcher sie gefangen sind, zu befreien. Er kehrt zurück in die Höhle des Löwen, um sie von dort zu befreien. War er zuvor noch ein schwächlicher Sklave, so kehrt er als gestärkter Kater dorthin zurück und beweist Mut und Gerissenheit, um sein Ziel zu erreichen.

Versprich mir
Wenn du mich heut Nacht berührst, entzünde mich nur heil mich nicht
Wenn du mich heut Nacht nach verlierst, dann trauer nicht mehr lang um mich

Dieser Teil des Refrains passt meiner Meinung nach zum grossen Wendepunkt vor dem finalen Kampf in den Höhlen. Vor allem das Wort "entzünden" passt sehr genau zur Begegnung mit dem Erstgeborenen Feuerpfote.

Komm und leck mir meine Wunden
Denn ich blute schon seit Stunden
Scheinbar willst du kämpfen bis zum Schluss

Ich geb nicht auf, auch wenn du das Bewusstsein verlierst
Wenn die Nacht deine Seele verschlingt
Ich geb nicht auf, wenn der Sturm deine Seele zerfetzt
Wenn kein Licht und kein Ton zu dir dringt

Der Text lässt mich auch an die Szene denken, in welcher der Höllenhund aufersteht und Prinz Zaungänger mit seinen Kriegern Vastnir stürmt. Das ist der blutige Endkampf gegen Kaltherz und seinen unendlichen Hass.

Schön finde ich auch das "Komm und leck mir meine Wunden/Denn ich blute schon seit Stunden", denn es lässt mich daran denken, wie sich die kätzischen Helden der Geschichte immer wieder Trost spenden, indem sie sich gegenseitig sauber lecken und sich auf diese Weise den Verletzungen des Anderen annehmen.

06.05.2012 um 19:47 Uhr

[Rezension] Das Leben ist keine Fernsehserie

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

In einer Zahnarztpraxis spukt es und ein Mädchen steht unter einem schlechten Stern. Der Fengshui-Meister Wong hat alle Hände voll zu tun. Dass dabei auch noch die Klimaanlage ihr Leben lassen muss, hätte nicht sein müssen. Dann ist da natürlich noch das lästige Personal, das sich lieber die Nägel lackiert, anstatt zu arbeiten oder in einer seltsamen Sprache daherredet, die man unmöglich Englisch nennen kann. Doch schlussendlich überlebt er sogar den Ort mit dem schlechtesten Feng-Shui der Welt: Das Sydney Opera House!

Meine Meinung:

Mit "Der Fengshui-Detektiv und der Geistheiler" habe ich nun alle bisherigen Bände der Reihe um Nury Vittachis extravaganten Ermittler Mister Wong gelesen und auch der Geistheiler reiht sich wunderbar passend in seine Vorgänger ein. Er sticht nicht daraus hervor, aber mich persönlich störte das nicht. Wer also die anderen Bände mag, wird sich auch mit dieser Geschichte gut amüsieren.

Im Gegensatz zu den anderen Teilen der Reihe, in welchen ein Fall nach dem anderen bearbeitet wird, fliessen hier die beiden Geschichten ineinander ein. Als Leser muss man also etwas darauf achten, die Fäden nicht zu verlieren, denn es geschieht mal hier etwas und dann wird dort wieder etwas erzählt. Zum Glück hat Vittachi nur zwei Fälle Wongs erzählt, wären es noch mehr gewesen, wäre man als Leser rasch überfordert gewesen. Doch auf diese Art und Weise lässt es sich gut miträtseln. Nur bei den einzelnen Namen hatte ich Probleme die Übersicht zu bewahren.

Auch sprachlich ändert sich in diesem Buch nichts. Die Geschichten sind witzig und flott erzählt. Wie immer erfährt man viel über das asiatische Leben, was mir wie immer sehr gut gefiel. Jedoch sollte man sich vor dem Lesen eine Karte Asiens anschauen, damit man weiss, wer wo wie wohin reist. 

Fazit: 

"Der Fengshui-Detektiv und der Geistheiler" ist für Einsteiger sowie Fans der Reihe gut geeignet. Man erlebt weitere skurrile Abenteuer mit denselben skurrilen Personen, die man einfach lieb haben muss.
Als Urlaubslektüre hilft das Buch, sich aus dem Alltag auszuklinken und in Gedanken an einen weit entfernten und für viele von uns unbekannten Ort zu reisen.

Auch dieses Mal habe ich mich mit Wong und Joyce gut unterhalten. Joyce ging mir in diesem Band zum Glück weniger auf die Nerven als im letzten Teil, den ich gelesen habe. Jetzt hoffe ich darauf, dass es vielleicht irgendwann weitergeht mit dem Fengshui-Ermittler und seiner hippen Assistentin! 

Nury Vittachi
Der Fengshui-Detektiv und der Geistheiler
TB, 2004
Unionsverlag

3-293-20294-2

Aus dem Englischen von Ursula Ballin
Originalausgabe: The Feng Shui Detective Goes South
Chameleon Press, Hongkong 2002 

03.05.2012 um 20:27 Uhr

[Rezension] Keine Sorge, es ist alles in Ordnung

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Dave zaubert seit seinem zwölften Lebensjahr. Jetzt ist es Teil seines Arbeitslebens. Doch kann er das verschwundene Kaninchen auch wieder herbei zaubern?

Es ist Dave, der realisiert, dass an Toris Textnachrichten etwas seltsam ist. Und schon bald stellt sich heraus: Tori wurde entführt und schwebt in Lebensgefahr!
Jetzt setzt Dave alles aufs Spiel, um seine enge Freundin zu rette. Denn der Entführer hat bereits Daves Ex-Freundin auf dem Gewissen...

Meine Meinung:

"Tote Stimmen" ist nach "Der 50/50-Killer" mein zweites Buch von Steve Mosby. Hat mich "Der 50/50-Killer" noch total gepackt, so war "Tote Stimmen" einfach nette Lektüre.

Die Geschichte ist in drei Erzählperspektiven aufgeteilt, die anfangs nur lose, im Verlauf der Geschehnisse jedoch immer enger miteinander verknüpft sind.
Während Dave als Ich-Erzähler definitiv der Hauptcharakter darstellt, kommen auch der Ermittler Currie, der sich in nichts von anderen heruntergekommenen Detektiven unterscheidet, und eine junge Frau namens Mary zu Wort.

Es ist interessant, zu erfahren, wie die einzelnen Tatsachen aus den unterschiedlichen Perspektiven zu erfahren. Auf diese Weise hat der Leser ab und zu mehr Informationen zur Hand als die agierende Person und kann sich seine eigenen Gedanken machen. Ich hatte schon rasch einen Verdacht und dieser bestätigte sich zum Schluss dann auch.

Aber leider schaffte es Mosby nicht, einen Draht zwischen Leser und Figur aufzubauen. Die Charaktere sind dafür zu flach, es war für mich zwar faszinierend, sie zu beobachten, aber dabei blieb es auch. Man betrachtet die Personen von weit weg, die zum Teil schrecklichen Dinge, die geschehen, berühren einen nur teilweise. Dies finde ich schade, da die Spannung und die Identifikation mit den Charakteren einen Grossteil der Lesefreude ausmachen.

Für einen Thriller hat das Buch leider etwas zu wenig "Thrill", ich würde es eher einen Krimi nennen.
Obwohl "Tote Stimmen" etwas an Spannung missen lässt, hat mich das Buch auch irgendwie fasziniert. Ich las gerne darin und fühlte mich trotz allem recht gut unterhalten. 

Ein starker Pluspunkt hat das Buch jedoch: Denn es regt dennoch zum Nachdenken an. Vielleicht sollte man mal all die alten Freunde wieder kontaktieren, die man aus den Augen verloren hat?
Dazu hat mich dieses Buch gebracht, was ich Mosby hoch anreche. Der Autor bringt hier zur Sprache, dass wir uns viel zu oft auf die unpersönlichen Kommunikationsmittel verlassen.
In "Tote Stimmen" werden Familie und Freunde mit allgemein formulierten Nachrichten vertröstet, die sagen, dass alles in Ordnung ist, während die Absenderin langsam und qualvoll stirbt. Diese Botschaft gab mir zu denken und nicht jeder Krimi bringt das fertig.

Fazit: 

"Tote Stimmen" von Steve Mosby begeisterte mich nicht derartig wie "Der 50/50-Killer", was vielleicht auch an meinen veränderten Ansprüchen an die Literatur liegen kann.

Das Buch mängelt etwas, ist aber dennoch eine angenehme Lektüre. Ich dachte keineswegs ans Abbrechen und werde auch weiterhin Romane von Steve Mosby lesen.

Für Thriller-Leser, die es blutig und mit viel Action mögen, ist dieses Werk eher ungeeignet.
Aber Leser von Krimis können sich damit gut bei einer Tasse Tee entspannen. 

Steve Mosby
Tote Stimmen
HC mit Schutzumschlag, 210
Droemer

978-3-426-19768-4

Aus dem Englischen von Doris Styron
Originalausgabe: Cry for Help
Orion, London 008