Jaris Büchergebrabbel

31.07.2012 um 18:49 Uhr

[BücherNews] Maeve Binchy verstorben

Die auch in deutschsprachigen Gefilden berühmte Autorin Maeve Binchy ist im Alter von 72 verstorben. Grund dafür ist eine Krankheit, der sie innerhalb kurzer Zeit erlag. 
Vor einigen Tagen schrieb sie einen Beitrag auf ihrer Website, auf welchem sie berichtete, dass sie sich momentan gesundheitlich etwas angeschlagen fühle.
Binchy ist für ihre romantischen Romane bekannt, in welchen sie Irland mit seinen Traditionen beschrieb.
 
Möge sie in Frieden ruhen.
 
 

31.07.2012 um 17:17 Uhr

[Rezension] Ohne Deckel backen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Aarons Frau ist tot. Erschlagen von einem Baum. Plötzlich ist alles anders. Doch dann taucht Dorothy ganz plötzlich wieder auf... 

Meine Meinung:

Gut, viel steht im Inhalt wirklich nicht. Aber ich wusste tatsächlich nicht, was ich zu Anne Tylers "Abschied für Anfänger" noch mehr schreiben soll. Ansonsten könnte ich eigentlich einfach das Buch nacherzählen.

Das Buch dreht sich um die Ehe von Aaron und Dorothy, die beide sehr spezielle Charaktere sind. Aaron ist fast zwei Meter lang und einseitig gelähmt, während Dorothy erfolgreiche Ärztin ist, aber nicht mehr als 1 Meter 55 misst. Aaron erzählt aus seinem Leben vor und nach Dorothy und die Zeit während Dorothys Besuchen.

Anfangs hätte ich dem Buch noch nicht einmal zwei Sterne gegeben. Aarons Tonfall ist zu entspannt, zu locker, als er von Dorothy erzählt, und ich fragte mich, ob er sie wirklich gerne mochte. Aber er hat sie tatsächlich geliebt, auf den letzten Seiten schimmert das dann allmählich durch. Erst dann wurde ich mit dem Buch etwas wärmer.

Durch Aarons lockeren Umgangston gibt es trotz des ernsten Themas immer wieder etwas zu Grinsen. Vor allem die Besprechungen im Verlag sind nett zu lesen und für jeden aufschlussreich, der sich für die Welt der Bücher interessiert. 

Aber vor allem ist "Abschied für Anfänger" eine spitzfindige Beschreibung von Männlen und Weiblein. Obwohl mir Tylers Stil nicht zusagt, muss ich ihr doch lassen, dass sie es schafft, die Feinheiten zwischen den Geschlechtern und den Menschen im Allgemeinen sehr genau zu beschreiben. Vor allem die Szene, in welcher Aaron mit seiner Kollegin Peggy diskutiert und sie plötzlich aufgebracht davonstürmt. Dies ist eine Situation aus dem Alltag vieler Männer und Frauen, wobei die einen keinen Blassen haben, was vor sich geht, während sich die anderen vor den Kopf gestossen fühlen.

Alles in Allem erzählt "Abschied für Anfänger" Aarons Weg zu sich selbst und zu einem selbstbestimmten Leben. Anstatt sich hinter seiner Frau zu verstecken, muss er nun sein Leben selbst in die Hand nehmen, aber das muss er erst noch lernen... 

Fazit: 

Kein Buch, das mich 100% überzeugen konnte, auch keines, von dem ich behaupte, dass man es gelesen haben muss, aber dennoch ganz nette Lektüre. Das ungleiche Duo Aaron/Dorothy macht einen grossen Teil des Charmes diese Buches aus und konnten die Bewertung dann noch in den positiven Bereich heben.

Fazit: Es gibt bestimmt eine Zielgruppe für solche Literatur, aber ich scheine nicht darin vertreten zu sein. Schade irgendwie. 

Anne Tyler
Abschied für Anfänger
HC, 2012
Kein & Aber

978-3-0369-5642-8

erscheint im August 2012

Aus dem Amerikanischen von Christine Frick-Gerke
Originalausgabe: The Beginner's Goodbye
Alfred A. Knopf, New York 2012 

30.07.2012 um 20:53 Uhr

[Rezension] "Tyrann, denk dran!"

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Die Post von Ankh-Morpok hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen. Feucht von Lipwig, seines Zeichens Hochstapler und Gauner, ist überhaupt nicht begeistert von der Idee, plötzlich Postmeister zu sein. Immerhin noch besser als tot zu sein.
Also macht sich Feucht an die Arbeit, schaufelt sich in Gesellschaft eines Golems durch stapelweise Briefe, versucht, die Heilmethoden des Junior-Postboten zu überleben und ein Fräulein zu beeindrucken.
Aber kann die altmodische Post wirklich wiederauferstehen? Kann sie neben den modernen und schnellen Klacker bestehen? Kann Feucht sich gegen den mächtigen Herrn Gilt beweisen?

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, mit denen kann man sich zudecken wie mit einer Kuscheldecke. Man kuschelt sich in die Geschichte und sie wärmt einem die kalten Füsse. Man möchte gar nicht mehr aufstehen, einfach nur weiter mit der Decke kuscheln. Tja, Terry Pratchetts "Ab die Post" ist so ein Buch und definitiv mein bisheriger Liebling der Scheibenwelt-Romane.

Gerade habe ich das Buch ausgelesen und ich vermisse Feucht, Herrn Pumpe und Stanley bereits. Ich möchte zurück in die Post, zurück in die Geschichte. Mehr davon bitte! Es war ein wirklich tolles Erlebnis, mitzuerleben, wie Feucht sich entwickelt und über sein altes Ich hinauswächst. Es war fast so als würde man seinem eigenen Kind beim Heranwachsen zusehen.

Dass das Buch mit witzigen Charakteren und Situationen gespickt ist muss man bei diesem Autoren natürlich nicht erwähnen. Aber wie immer findet man auch hier die Parallelen zu unserer Welt. Die altmodische Post gegen die modernen Klacker, die ein ganz eigenes Universum bilden. Worte wie "Overhead" und "Code" lassen einen spontan an das Internet denken. Aber ich finde Klacker viel spannender.

Warum musste dieses Buch enden? Viel zu schnell waren die ca. 400 Seiten um und jetzt sitze ich hier, schreibe eine Rezi, würde aber am liebsten mit der Geschichte noch einmal von vorne anfangen.
Ich ziehe meinen imaginären Hut vor Herrn Pratchett. 

Fazit: 

Toll! Super! Herrlich! Mehr davon! Sofort!

Terry Pratchett
Ab die Post
Ein Scheibenwelt-Roman
TB, 1. Auflage 2007
Goldmann

978-3-442-46422-7

Aus dem Englischen von Andreas Brandhorst
Originalausgabe: Going Postal
Doubleday, London 2005

Anmerkung zum Film: Einer der besten Literaturverfilmungen! Von echten Liebhabern gemacht. 

30.07.2012 um 16:55 Uhr

[Gewinnspiel] Die Bücher

von: Jari   Kategorie: Gewinnspiele

  

Damit ihr auch wisst, was es zu gewinnen gibt:

Rückentext:

Nacht für Nacht versetzt er die Einwohner von Bondingor in Angst und Schrecken: der Nachtfresser. Er macht sich über Lagerräume her, frisst alles leer und hinterlässt nichts als Chaos. Die drei Freunde Tomrin, Hanissa und Sando hecken einen Plan aus. Sie wollen den Nachtfresser finden und dem Spuk ein Ende bereiten. Dabei entdecken sie, was es mit ihm wirklich auf sich hat.
 
 
Rückentext:
Herzlich willkommen in Horse Island, Louisiana, wo Hühnerkompetenz der Schlüssel zur Beliebtheit ist und Eier wertvoller sind als Geld!

"Eine verrückte, wilde, völlig ausser Kontrolle geratene schwarze Komödie über einen Jungen, dessen Leben auf den Kopf gestellt wird, als er zum jüngsten Gewinner des Hühner-Wissens-Wettbewerbs in der Geschichte des Milch-und-Eier-Festivals von Horse Island, Louisiana, gekürt wird." - Der Autor.
 
 
Rückentext:
Lia Kahn ist tot.
Ich bin Lia Kahn.
Deshalb - denn das ist ja wohl ein logisches Problem, das sogar ein minderbemitteltes Kind lösen könnte - bin ich tot.
Da ist nur eine Sache: Ich bin es nicht. 
 
Ihr habt noch knapp zwei Wochen, um am Wettbewerb teilzunehmen. Regeln sind noch immer dieselben: Schreibt mir euer lustigstes Erlebnis in Bezug auf Bücher. Als Kommentar oder Nachricht, wie ihr wünscht.

 

29.07.2012 um 18:16 Uhr

[Rezension] Grosse Abenteuer mit kleinem Drachen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Ein Rittersohn, eine heimliche Magierin und ein Strassenjunge - können unter Umständen die besten Freunde werden. 
Als die Stadt Bondingor von einem unheimlichen Monster heimgesucht wird, treffen diese drei Kinder aufeinander. Gemeinsam entschliessen sie sich dazu, herauszufinden, was hinter dem finsteren "Nachtfresser" steckt. Dabei werden Tomrin, Nissa und Sando die besten Freunde und schlussendlich ist ihre Bande sogar vierköpfig. Gross genug, um sich in weitere spannende Abenteuer zu stürtzen!

Meine Meinung:

Die Reihe "Drachengasse 13" von Bernd Perplies und Christian Humberg umfasst derzeitig drei Bände, der vierte erscheint im August.

Im ersten Band "Schrecken über Bodingor" treffen die drei Kinder und der Nachtfresser aufeinander. Im zweiten Band geht die Reise tief unter die Erde und im dritten treffen wir auf die aussergewöhnlichen Xix.
Bei D13 sollte man mit dem ersten Band anfangen, die restlichen Teile kann man kreuz und quer lesen.

Die Reihe zeichnet sich durch sympathische Figuren aus, mit denen man sich identifizieren kann, egal ob man acht oder achtzehn ist. Die Abenteuer sind spannend, man trifft auf viele frische Ideen. Die Autoren erzählen ihre Geschichten rasant - klatsch! ist man mitten in der Geschichte drin. Langeweile kann man hier vergessen!

Ausserdem ist das Ganze mit einer guten Portion Humor ausgerüstet und ich konnte mir ein Grinsen oft nicht verkneifen. Sei es Sandos Ziehonkel, der Zwerg Gump, ein mürrischer Wasserspeier oder die zänkischen Kobolde - Perplies und Humberg haben in "Drachengasse 13" eine faszinierende Stadt geschaffen, die ich nur zu gerne abschreite. Schliesslich gibt es noch Vieles zu entdecken.

Was ich ebenfalls wirklich gut finde, ist die Wertevermittlung. Obwohl natürlich die Abenteuer und die Spannung im Vordergrund stehen, werden den kleinen (und grossen) Lesern auf einfache und unterschwellige Weise menschliche Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt und das Gefühl für Richtig und Falsch vermittelt. Nein, man muss nicht mit dem grossen Zeigefinger wackeln, um gute und inhaltlich feste Kinderbücher zu schreiben. Es geht auch anders. Die Drachengasse ist das beste Beispiel dafür. 

Nein, etwas Negatives will mir beim besten Willen nicht einfallen. Dafür noch etwas Gutes: Die Qualität der Bücher hält sich durchwegs. Wie oft war der erste Band einer Serie vielversprechend, man ersehnte sich den nächsten Teil, nur um diesen dann enttäuscht zur Seite zu legen. Dies geschieht hier nicht. Mir jedenfalls nicht. Der zweite Teil gefiel mir wie der erste und der dritte wie der erste und der zweite.

Es spricht definitiv alles für die Drachengasse! 

Fazit: 

Eine Reihe, spannend vom Anfang bis zum Schluss, frisch, rasant und lustig - was will man als Leser mehr? Vor allem möchte ich die Reihe Eltern ans Herz legen. Man kann die Bücher gut vorlesen und die Kiddies unterhalten sich mit den drei Freunden bestimmt sehr gut.

Ich zumindest habe mich köstlich unterhalten und kriege von dieser Reihe gar nicht genug. Den vierten Band habe ich bereits vorbestellt und kann es kaum erwarten, wieder nach Bondingor zu reisen!

Bernd Perplies & Christian Humberg
Drachengasse 13
Schrecken über Bondingor 
HC, 2011
SchneiderBuch

978-3-505-12892-9

Mit Illustrationen von Michael Bayer

Band zwei & drei:

  

HINWEIS: Den ersten Band dieser tollen Reihe gibt es bei meinem Gewinnspiel zu gewinnen! Lasst euch diese Chance nicht entgehen! 

24.07.2012 um 19:09 Uhr

[Rezension] Mit den Wölfen heulen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Einfach alles hinwerfen, noch einmal neu anfangen, sich einen Lebenstraum erfüllen - das hat Elli H. Radinger gemacht. Anstatt sich durch ein Leben als Anwältin zu quälen, beginnt sie noch einmal neu und widmet ihr Leben nun den Wölfen. Ein Leben, von welchem viele träumen, doch nur manche schaffen es, dieses Leben auch zu leben.

Meine Meinung:

Ganz sicher war ich mir nicht, welche Art von Buch ich in der Hand hielt als ich Elli H. Radingers "Wolfsküsse" erhielt. Ein Buch über Wölfe. Sicher. Biografie. Sicher. Was denn nun? Nun, eigentlich tut es gar nichts zur Sache, denn die einzige Kategorie, die Radingers Buch verdient ist "gutes Buch". Wenn nicht sogar sehr gutes Buch.

Radinger vermittelt in ihrem Buch "Wolfsküsse" sehr viel Wissen über Wölfe. Sie erzählt sehr viel von sicher selbst. Sie hinterfragt und stellt Dinge in Frage. Diese Mischung lässt das Buch zu einem berührenden Werk werden, das mich oft bis ganz nahe an die Tränen brachte. Andererseits war ich überrascht, wie viel ich über das Leben der Wölfe erfahren habe. Das hätte ich dem schmalen Buch gar nicht zugetraut.

Lesen lässt sich das Buch übrigens überaus leicht. Man mag denken, dass ein Buch über Wölfe mit vielen Fachausdrücken aufwarten wird. Man mag denken, dass eine Biografie anödet. Ganz im Gegenteil. Radinger hat einen Schreibstil, den man als angenehm beschreiben kann. Einfach und persönlich. Leicht, aber dennoch mit der Fähigkeit, Gefühle und Eindrücke zu vermitteln.

So hat die Autorin Bilder gezeichnet, die ich nicht mehr vergessen werde. Wölfe, die nur zum Spass einen Schneehügel runterrutschen, einen alten, verbitterten Veteran mit einer glühenden Wut auf Wölfe und eine zusammengewürfelte Gruppe, die sich bei Minus 30 Grad aus dem Haus wagt, um Wölfe zu beobachten. 

Fazit: 

Ein herrlich zu lesendes Buch, das sich niemand entgehen lassen sollte, der sich auch nur ein klein wenig für Wölfe interessiert. Das Buch lässt einen lächeln, weinen und regt zum Nachdenken an. "Wolfsküsse" bringt einen die Welt der Wölfe ein kleines bisschen näher. Einfach wunderbar!

Elli H. Radinger
Wolfsküsse
Mein Leben unter Wölfen
HC mit Schutzumschlag, 1. Auflage 2011
Rütten & Loening

978-3-352-00820-7 

23.07.2012 um 21:29 Uhr

[Neuerrungenschaften] Jugendliebe

von: Jari   Kategorie: Neuerrungenschaften

Heute habe ich im Bücher-Brocky etwas ganz Tolles gefunden:

Käthe Recheis - Wolfsaga

Ein Buch, das ich mit 12 oder 13 Jahren gelesen und geliebt habe. Da es aber aus der Schulbibliothek war, vergass ich den Titel rasch wieder und studierte jahrelang herum, wie es wohl geheissen hatte (ein weiterer Grund, weshalb ich Bücher BESITZEN muss - sowas prägt). Nun hab ich es wieder und ich freue mich so sehr!

Da ich mich noch sehr gut an die Geschichte erinnere (ja, so gut ist das Buch!), kommt das Buch natürlich direkt ins Regal. Ich hoffe, dass ich es irgendwann meinem Kind vorlesen kann. Darauf freue ich mich schon. 

23.07.2012 um 20:32 Uhr

[Kurzgebrabbel] Zwei Genies

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Schon lange treiben die Dämonen auf einer Insel ausserhalb der Zeit, sind jedoch noch immer mit unserer Welt verbunden. Artemis hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich diese Spezies mal etwas genauer anzusehen. Doch da ist er nicht der Einzige und plötzlich muss das irische Superhirn feststellen, dass er nicht das einzige jugendliche Genie auf Erden ist. Minerva ist mindestens so begabt wie Artemis und so schnappt sie Artemis den frisch eingetroffenen Dämonen einfach so vor der Nase weg. Das geht doch nicht!
Auch der fünfte Band von und über Artemis Fowl ist spannend, rasant und voller witziger Ideen. Man trifft auf alte Bekannte, die sich unterdessen mit zwielichten Mitteln durchschlagen, und auf neue Gesichter. Jedoch hätte das Ganze meiner Meinung nach eine Spur spannender und schneller beschrieben werden können. Colfer gibt sich grosse Mühe, die technischen Errungenschaften der Elfen zu beschreiben. Faszinierend, wirklich, aber leider litt der Spannungsbogen etwas darunter.
Ansonsten ein guter Nachfolger, auch wenn Artemis immer braver wird. Mir hat er ja als böses Genie um einiges besser gefallen...
 
 
Kaya Yanar ist Deutscher. Kaya Yanar ist Türke. Er ist irgendwie beides. Und seine besten Freunde stammen aus Indien, Italien und der Türkei. Aufgewachsen und zur Schule gegangen sind sie aber alle in Deutschland. Ist das eine gesunde Kombination? Kaya macht sich auf und sucht das typisch Deutsche und das typisch Türkische in unserem Alltag.
Zum Namen "Kaya Yanar" muss man nicht viel hinzufügen. "Made in Germany" ist ein Buch, das als kleiner Leckerbissen für Fans geeignet ist. Es liest sich wie eine Runde "Was guckst du?" und ab und zu gibt es tatsächlich ein paar Brüller. Etwas, das ich gar nicht erwartet hätte. Ab und an ist es etwas langatmig und Hakan und Francescos Kommentar sind auf Dauer etwas öde, aber trotzdem fand ich es wirklich lustig, das Buch zu lesen. Oft kringelte ich mich auf dem Bett vor lachen - Kaya Yanar halt.
 
 
 

23.07.2012 um 08:52 Uhr

[Rezension] Leckerschmecker!

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Ob Schlemmerkaninchen, Rindseintopf oder Geflügelmix - Barfen ist in, gesund und schmeckt. Zumindest der Katze. Doch wie funktiniert barfen? Worauf muss ich achten und ist barfen wirklich das Richtige für meine Katze? Diese Fragen und noch viele mehr beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung:

Wer sich mit seiner Ernährung befasst, fragt sich über kurz oder lang, was genau im Dosenfutter für die Katze drin ist. Zumindest war es bei mir so. Als der Tierarzt bei meiner Katze eine leichte Allergie auf die Zusatzstoffe im Nassfutter feststellte, war ich keineswegs überrascht. Aber ist Trockenfutter besser? Gibt es nichts Anderes, etwas Gesundes, das ich meiner Katze füttern kann?

Doch, das gibt es, sagt Nadine Leiendecker. In ihrem Buch "B.A.R.F für Katzen" beschäftigt sie sich mit dem Thema des Barfens. Barfen? Was ist das? Ganz einfach: Barfen ist Rohfütterung. Die Idee dahinter ist eine natürliche Ernährung wie sie in der Natur stattfindet.

Leiendecker erklärt sachlich, dass Rohfütterung für die Katze nicht gesundheitsgefährdend ist, wenn man einige kleine Punkte beachtet. Wer hat schon einmal eine Katze gesehen, die ihre Maus über einem Feuer röstet?

Die Autorin geht auf viele Fragen und Vorurteile ein und beantwortet diese. Auch wird aufgezeigt, wie genau wir füttern müssen, damit keine Mangelernährung auftritt. Selbstverständlich erwähnt Leiendecker auch die Methoden der Futtermittelindustrie, die bei Weitem nicht das hält, was sie verspricht. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit dem Barfen bei älteren oder trächtigen Tieren.

Somit ist dieses Buch ein rundes Werk, das auf einfache Art und Weise zeigt, dass es gar nicht so schwer ist, seine Katze natürlich und gesund zu ernähren. Essen, das frei ist von Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern.

Mich hat Leiendecker überzeugt und es hat Spass gemacht, das Buch zu lesen. Es ist mit vielen Fotos ausgestattet und aufgrund der kurzen Kapiteln eignet sich dieser Titel auch für Lesemuffel. Mein einziger Kritikpunkt ist eigentlich, dass ich gerne noch ein paar mehr Rezeptideen gehabt hätte. 

Fazit: 

"B.A.R.F für Katzen" ist ein Buch, das alle Fragen zum Thema "Barfen bei Katzen" beantwortet. Es ist ein Buch für Einsteiger, Fortgeschrittene werden hier wohl nur Dinge finden, die sie bereits wissen.

Bisher ist meine Katze eher skeptisch und frass den Fisch erst, als er menschenmässig gebraten wurde. Aber so leicht werde ich nicht aufgeben. 

Nadine Leiendecker
B.A.R.F für Katzen
Die Alternative zur Maus
TB, 2010
Cadmos

978-3-8404-4001-4 

22.07.2012 um 21:51 Uhr

[Büchergebrabbel] Jaris Büchergebrabbel #6

von: Jari   Kategorie: Jaris Büchergebrabbel

  Es gibt wieder einiges zu brabbeln. Das Kurze zu Beginn: Ich mache gerade einen kleinen Versuch, dass ich die Rubriken "Jari liest" und "Buch des Monats" ohne Beschriftung lasse. Je nachdem, wie es dann aussieht, lasse ich es so oder füge Titel und Autor wieder hinzu. Was denkt ihr darüber? Braucht es diese Angaben oder geht es auch ohne?
 
Dann möchte ich berichten, dass ich aus den "52 Bücher" und dem "TTT" ausgestiegen bin. Ich komme einfach nicht dazu, noch regelmässig Listen zu führen. Es mag nach etwas Kleinem erscheinen, aber eine Woche vergeht schnell und man muss plötzlich relativ viel aufholen. Aber was würdet ihr davon halten, wenn ihr mir Listenthemen geben würdet? Denn eigentlich mag ich es, Listen zu machen. So könnte ich mich euch anpassen und hätte nich so viel Stress. Ideen? Anregungen?
 
Dafür mache ich an zwei neuen Challenges mit:
 
 
&
 
 

Die erste Challenge ist so aufgebaut, dass es jeden Monat vier Aufgaben (inkl. Bonus-Aufgabe) gestellt werden, die es zu lösen gilt. Beispiel: Lest ein Buch, das 300 Seiten hat. Die Bonus-Aufgabe ist für jene, die schon alle Aufgaben erfüllt haben.
Das Gute ist, dass man nicht unbedingt alle vier Aufgaben erfüllen MUSS. So denke ich, lässt sich das Ganze gut mit meinem bisherigen Leseverhalten verknüpfen.
 
Die nächste Challenge erinnert etwas an das SUB-Losverfahren, denn es wird jeden Monat eine Nummer gezogen. Die Nummer wird dann aus dem vorher nummerierten SUB herausgefischt und gelesen.
 
Beide Challenges starten am 1.8., ihr könnt euch also auch noch anmelden.
 
Was ebenfalls am 1.8 startet ist wohl die erste Leserunde auf Blogigo
Angelmagia und ich lesen zusammen das Buch "Die Stadt der Blinden" von José Saramago.
 
 
Ich habe die Kapiteleinteilung bereits vorgenommen und darauf geachtet, dass es ca. 50 Seiten pro Abschnitt sind. Ist das okey? Mehr Infos gibt es dann natürlich noch. Hat noch jemand Lust, mitzumachen?
 
Funktionieren wird das so, dass man 1. das Buch in seinem Tempo liest, aber 2. zu jedem Abschnitt seine Meinung, Ansichten, Gedanken und Fragen postet. Die Mitleser, die diesen Teil ebenfalls lesen (oder je nach Tempo schon gelesen haben) können dann darauf eingehen. So entstehen sehr interessante und aufschlussreiche Diskussionen.
 
Wichtig: Die Einteilung in Abschnitte erfolgt deswegen, damit niemand gespoilert wird und darauf sollte man auch achten, wenn man Kommentare abgibt. Niemand möchte wissen, dass Charakter XY auf Seite 559 stirbt, wenn man erst auf Seite 213 ist.
Wer also nicht gespoilert werden will, sollte einen Post nicht lesen, der einen Abschnitt befast, den er selbst noch nicht gelesen hat. So kann man sich ohne grosse Einschnitte über Figuren aufregen und von Sachen schwärmen, die passiert sind.
 
Für alle Teilnehmer habe ich sogar noch einen Banner gebastelt, der auch in den nächsten Leserunden auftauchen wird (Sandsturm und ich planen im September eine LR zur Bären-Reihe von Erin Hunter):
 
 
Ist nicht ganz das Wahre, aber vielleicht hat jemand ja etwas Besseres? ;)
 
Ausserdem: Für Ideen, Gedanken und Verbesserungsvorschläge bin ich immer zu haben! 

22.07.2012 um 19:35 Uhr

Jari liest... Terry Pratchett

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Der Gauner Feucht von Lipwig wird dazu verdonnert, die heruntergekommene Post der Scheibenwelt wieder auf Vordermann zu bringen, denn im alten Postamt von Ankh-Morpork ruht die Arbeit seit vielen Jahren. Feucht ist dabei so erfolgreich, dass er sich den Zorn der Konkurrenz vom Grossen Strang der Klacker zuzieht. Ein öffentlicher Wettstreit soll die Entscheidung bringen: "Postkutsche gegen Klacker" - wer kann eine Nachricht schneller in das zweitausend Meilen entfernte Gennua bringen? 

18.07.2012 um 14:44 Uhr

[Gewinnspiel] Erinnerung!

von: Jari   Kategorie: Gewinnspiele

 
Nur eine kleine Erinnerung: Ihr habt noch etwas weniger als einen Monat Zeit, um mir eure lustigsten Erlebnisse mit Büchern zu schicken. Es können auch verwirrende oder skurrile Geschichten sein. Ich bin schon sehr auf eure Berichte gespannt!
 
PS: Sollten vier Leute teilnehmen, wird Nummer vier natürlich auch etwas gewinnen. Aktuell sind drei Bücher zu gewinnen.
 
Viel Spass! 

17.07.2012 um 21:35 Uhr

[Rezension] Es fühlte sich an wie Frieden

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Es herrscht Krieg in Europa. England hat sich mit den Deutschen verbunden und kämpfen gegen die Schweizerische Sowjetrepublik. Es ist ein Krieg, der seit 96 Jahren tobt, kein Ende in Sicht, der Anfang schon lange aus den Augen verloren.

Ein junger Kommissär auf der Suche nach einem Verdächtigen, sein Auftrag, ihn zu töten. Er reist von Neu-Bern bis in die Berge. Ausgehölt, mit Tunneln versehen, eine uneinnehmbare Festung. Sein Name: Réduit. 

Meine Meinung:

Man muss sich erst etwas an Krachts Weltordnung in "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" gewöhnen. Doch hat man die einzelnen Teile erst einmal aufgegriffen und zusammengefügt, ist das Buch leider auch schon wieder vorbei. Viel zu schnell, wie mir schien.

Was hatte dieses Buch so lange auf meinem SUB zu suchen?

Ich wusste, dass sein Inhalt speziell ist, abgefahren, etwas ganz Anderes. Vielleicht hat mich das auch ein wenig abgeschreckt? Doch als ich es dann aufschlug, hatte ich bloss 150 gross bedruckte Seiten vor mir. Und 100%-igen Lesespass.

Kracht entwirft eine Welt, wie wir sie nie kennengelernt haben. Aber vielleicht werden wir sie einmal kennenlernen? Der Krieg, der schon so lange tobt, erinnert an ein Mittelding zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Nur ist hier England mit Deutschland verbündet und die Schweiz ist ein Teil des kommunisitschen Russlands.

Das hervorstechendes Detail ist jedoch, dass Südafrika von den Schweizern eingenommen wurde. Man baute Schulen, Krankenhäuser und Infastrukturen. Junge Männer werden dort gut erzogen, ganz nach Schweizer Manier, und dann in die Schweiz in den Krieg geschickt. So stellt sich erst nach langem Lesen heraus, dass unser namenloser Held ein Schwarzer ist.

Der Autor lässt den Helden aus der Ich-Perspektive erzählen. Sein Bild der Schweiz, das irgendwann anfängt zu bröckeln, die trostlose Welt, in der er lebt. Seine Spaziergänge an der Aare in Neu-Bern. Seine Reise nach Réduit.

In diesem Buch werden so viele Themen aufgegriffen, über die man diskutieren möchte, und das ohne grosse Worte. Krachts Sprache ist nicht kalt oder abweisend, aber sie gibt die Stimmung des Kommissärs gut wieder. Wir fühlen uns selbst in diese kaputte Welt versetzt, mitten in den Winter hinein. Erst am Schluss bricht der Früling aus und langsam kommt der Sommer.

Dies ist eine Geschichte, wie ich sie noch nicht gekannt habe. Bin ich deshalb so fasziniert? So begeistert? Möchte ich deshalb, dass es noch weiter geht? Aber es geht nicht weiter. Könnte es sein, der Krieg ist vorbei? 

Fazit: 

Auf dieses Buch, auf dieses Lese-Experiment, muss man sich einlassen. Wer sich wagt, für den eröffnet sich eine ganz neue Welt. Eine andere Welt. Eine Welt, wie sie hätte sein können, oder wie sie vielleicht sein wird.

Ich habe schon während des Lesens bloss "WOW" gedacht und denke es auch jetzt immer noch. 

Christian Kracht
Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
HC mit Schutzumschlag, 4. Auflage 2008
KiWi

978-3-462-04041-8 

16.07.2012 um 13:47 Uhr

[Rezension] Dein echtes Herz

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Erstens: Rühr deine Zeiger nicht an!
Zweitens: Zügle deinen Zorn!
Drittens: Verschenke niemals dein Herz!

Am kältesten Tag des Jahres 1874 wird Jack geboren. ABer sein Herz ist zu schwach, als dass es den kleinen Jungen am Leben hätte halten können. Da repariert die Hebamme Madelaine das Herzchen und setzt Jack eine Kuckucksuhr ein. Diese hält den Kleinen von nun an am Leben. Aber das Leben mit einer Kuckucksuhr ist nicht einfach, wie Jack bald einsehen muss.

Doch dann trifft Jack auf Miss Acacia, die bezaubernde Tänzerin, und er bricht die dritte und wichtigste Regel Madelaines...

Meine Meinung:

Gleich vorne weg: Ich habe nichts gegen Liebesgeschichten. Ich liebe Sendkers "Das Herzenhören" oder "Wasser für die Elefanten" und finde auch an "klassischer" Frauenliteratur nichts auszusetzen. Jeder braucht das mal.

Aber bei "Die Mechanik des Herzen" von Mathias Malzieu war mir alles zu viel und zuwider.

Das Cover ist wunderschön gestaltet und auch der Rückentext liess mich neugierig werden. Ich freute mich wahnsinnig darauf, dieses Buch lesen zu können. Die positiven Rezensionen zum Buch machen mich nur noch aufgeregter.

Jedoch lief das Ganze darauf hinaus, dass ich nach der Hälfte die Lust auf das Buch verlor, nach 140 Seiten daran dachte, abzubrechen, und mich dann doch noch durch die letzten 50 Seiten quälte.

Verträumt und romantisch - ja, das ist das Buch durchwegs. So romantisch, dass ich davon Zahnschmerzen bekam. Aus "Die Mechanik des Herzens" wurde mir bei all dem Kitsch bald bloss noch "Die Mechanik des Schmerzens".

Die Figuren sind derart platt, dass man denkt, ein Bulldozer wäre darüber gefahren. Beide sind sie pubertär und ich konnte ihre Handlungen an praktisch keiner Stelle nachvollziehen. So sagt Miss Acacia auf der einen Seite, dass sie Jack noch immer liebt, dann blättert man um und sie sagt "Du bist für mich gestorben". So viel zum Thema Launenhaftigkeit bei Frauen.

Dabei hätte es im Buch tatsächlich Figuren gehabt, die Potential hätten. Aber die geraten bei Jacks komischen Beschreibungen seiner über alles geliebten Acacia in den Hintergrund und geraten leider bald in Vergessenheit. Dafür brilliert der Autor mit den komischsten und seltsamsten Metaphern bei der Beschreibung der kleinen Tänzerin. Regelmässig übertrifft er sich selbst und irgendwann war mir richtig übel von all den vogelähnlichen Körperteilen, die dieses Mädel aufweist. Unter anderem hat sie auch einen Vogelpopo...

Jugendlicher Leichtsinn wird in dieser Geschichte gross geschrieben und es wäre ja ganz lustig gewesen, Jack beim Duell mit seinem Rivalen in richtiger Western-Umgebung zu beobachten, wenn nicht alles so schmalzig und überdramatisiert gewesen wäre. 

Steampunkige Elemente trifft man übrigens auch nur ganz wenige. Eigentlich bloss die eingebaute Uhr. Vielleicht noch der Zirkus, in dem Jack arbeitet. Aber wenn man etwas mit einem Zirkus sucht, ist man mit dem "Nachtzirkus" wohl besser bedient. 

Ich habe wirklich nichts gegen Liebesgeschichten einzuwenden, aber bleibt mir bitte mit diesem Buch vom Leibe! 

Fazit: 

Für Leser französischer Autoren und vielleicht von Twilight. Auch für Leute geeignet, die ansonsten nicht viel lesen, da das Buch mit grosser Schrift und kurzen Kapiteln aufwartet.

Ich muss mir jetzt unbedingt die Zähne putzen...

Mathias Malzieu
Die Mechanik des Herzens
Broschiert, 1. Auflage 2012
Carl's books

978-3-570-58508-5

Aus dem Französischen von Sonja Finck
Originalausgabe: La Mécanique du Coeur
Flammarion, Paris 2007 

11.07.2012 um 11:09 Uhr

[Rezension] Martin Eden

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Norwegen in den 60er-Jahren: Audun hat es nicht leicht, doch er schlägt sich so durch. Er wohnt bei seiner Mutter, sein kleiner Bruder ist tot und sein Vater irgendwo draussen im Wald und dort sollte er Auduns Ansicht nach auch bleiben.

Meine Meinung:

Ich finde es gar nicht einfach Per Pettersons "Ist schon in Ordnung" zusammenzufassen, da das Buch eigentlich ein einfacher Auszug aus dem Leben eines jungen Mannes darstellt.

Wir lernen Audun kennen, der in den 60ern jung ist, den ersetn Rock&Roll erlebt und sich mit Vietnam beschäftigt. Er ist ein sehr feinfühliger und empfindsamer Mensch, was er aber durch selbsterzeugte Distanz zur Aussenwelt zu verbergen versucht. Dass er eben doch ein durch und durch anständiger Junge ist, zeigt sich darin, dass er sich sehr um seine Freunde und Familie sorgt. Dies machte Audun zu einem Charakter, den ich sofort ins Herz schloss und den ich gerne auf einem Teil seines Lebensweges begleitete.

Wie gesagt, es gibt vielleicht keinen eigentlichen Höhepunkt, wie man ihn vielleicht erwarten würde, aber dennoch entwickelt das Buch einen feinen Sog, den man während des Lesens nicht spürt. Doch sobald man das Buch zur Seite legt, merkt man, wie sehr einem das Buch beschäftigt. In meinen Gedanken fragte ich mich immer wieder, wie es Audun wohl ergehen wird und fragte mich nach den Gründen für sein Verhalten.

Petterson erzählt die Geschichte sehr feinfühlig, seine Sprache ist fast nackt, aber genau deshalb ist das Buch so berührend. Der Autor hat einen geschulten Blick für Momente und Situationen und dafür, was tief in uns verborgen ist. Obwohl die Sprache sehr klar ist, ist sie dennoch nicht kalt, was ansonsten oft der Fall ist. Es wird bloss nichts beschönigt, Audun hat es nicht leicht, aber es ist schon in Ordnung. 

Fazit: 

Nach den Pferden war dies der zweite Roman von Per Petterson, den ich gelesen habe und ich muss sagen, er hat mir um einiges besser gefallen.

Jedoch finde ich es schwierig, eine Zielgruppe auszumachen, am besten sollte einfach jeder, der neugierig ist oder sich angesprochen fühlt, mal einen Blick in das Buch werfen.
Für mich war es eine sehr berührende Lektüre, die mich auch jetzt noch nicht loslässt. Eine Lektüre vor allem, die ohne den SLW noch lange auf dem SUB gelegen hätte.

Per Petterson
Ist schon in Ordnung
HC mit Schutzumschlag, 2011
Hanser

978-3-446-23640-0

Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger
Originalausgabe: Det er greit for meg
Forlaget Oktober, Oslo 1992 

10.07.2012 um 21:09 Uhr

[AA - Alles Andere] Sommer-Lese-Empfehlungen

von: Jari   Kategorie: AA - Alles Andere

09.07.2012 um 22:05 Uhr

[Kurzgebrabbel] Drei Mal Drei

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Drei mal drei kurzgebrabbelt.

"Weihnachtskatzen" ist ein Buch, das Bilder und Sprüche zum Thema Katzen und Weihnachten versammelt. Was ihn von anderen Geschenkbüchern zum Thema unterscheidet, ist seine Realitätsnähe. Werden die Tiere normalerweise von Profifotografen in Stellung gebracht, damit sie ziemlich verkitscht aussehen, werden hier die Bilder von normalen Katzenbesitzern gemacht. Die Bilder, die der Verlag Schöffling hier versammelt, könnten direkt aus unserem eigenen Fotoalbum stammen.
Auch die Gedichte scheinen nicht alle von hohten Literaten zu stammen, sondern von Hobbydichtern. Dies alles macht "Weihnachtskatzen" zu einem Band, der aus der Masse heraussticht.
Für Katzenbesitzer, als Mitbringsel und als Stimmungsmacher für die Weihnachtszeit. Und ja, es war sehr lustig, ein solches Buch mitten im Sommer anzuschauen.

 

Wenn man den Titel des Buches "Wie man richtig an Sex denkt" liest, möchte man das Buch vielleicht in die Beziehungs- oder Ratgeberecke stellen, doch eigentlich ist es ein philosophisches Buch. Autor Alain de Botton ist kein Unbekannter und "Wie man richtig an Sex denkt" ist Teil seiner Reihe "Kleine Philosophie der Lebenskunst".
Ich bin kein Philosoph, dennoch war es eine interessante Lektüre. Vor allem jedoch hat sie mir eine Frage beantwortet, die ich mir seit Jahren stelle. Keiner konnte sie bisher beantworten. De Botton schon. Sie scheint sogar einleuchtend zu sein, für mich ist es stimmig.
Man muss nicht mit allem übereinstimmen, was de Botton von sich gibt, das ist auch nicht das Ziel der Sache. Sonst gäbe es wohl auch keine Philosophie. "Wie man richtig an Sex denkt" ist ein kleines Büchlein, das einem neue Ideen und Ansätze an die Hand gibt, um mit seiner Sexualität umzugehen.
Auch jene, die sich sonst nicht mit Philosophie beschäftigen, können zu der Reihe greifen. Hier werden keine ellenlangen Reden geschwungen und Worte benutzt, die nicht einmal der Duden kennt. Es ist ein einfacher, unaufgeregter Text, der offen und ehrlich mit dem Thema Sexualität umgeht.
Aufschlussreiche Lektüre für alle Interessierten und für jene, die seit Jahren die unterschiedlichsten Beziehungsratgeber lesen.

Soren, Gylfie, Digger und Morgengrau haben sich am Ende des ersten Bandes der "Die Legende der Wächter"-Reihe geschworen, nie mehr auseinander zugehen und den Anderen immer beizustehen. Nun sind sie unterwegs zum grossen Ga'Hoole-Baum. Doch der Weg dahin ist nicht einfach und beinahe droht die Gruppe auseinanderzufallen, und auch die Ausbildung zu Eulrenrittern ist kein Zuckerschlecken für die jungen Eulen..
"Die Wanderung" ist der zweite Teil der Reihe um die Eulenbande. War ich vom ersten Band noch begeistert, so fand ich diesen Teil... lesbar. Bereits zu Beginn wurde ich stutzig: Zu starke Schwarz-Weiss-Malerei und eine sinnlos blutige Szene liessen mich an der Serie zweifeln. Es ging nicht gar so schlimm weiter, aber gut wurde dieser Teil dadurch auch nicht. Ehrlich gesagt fand ich ihn sogar ziemlich sinnlos. Man hätte das ganze auch abkürzen können. 
Erst als die Ausbildung anläuft, begann mir die Geschichte wieder etwas besser zu gefallen. Aber die Freude aus dem ersten Teil stellte sich nicht wieder ein. So wie die Eulen über andere Vögel herziehen, müssen sie ganz schön eingebildet sein.
Ich gebe der Serie noch eine Chance und werde auch den dritten Teil irgendwann lesen, sollte dieser im Niveau aber weiter abfallen, ist für mich Schluss. Eulen hin oder her.

08.07.2012 um 17:09 Uhr

[Rezension] Explosionsgefahr!

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Wenn ein ruhiger und besonnener Archivar auf eine aufbrausende Agentin mit zu viel Munition trifft, dann kann das nicht gut gehen. Doch genau das geschieht hier: Seit ihrem etwas zu explosiven Verhalten verbringt Miss Eliza Braun, ihres Zeichen Agentin mit sehr unweibischem Verhalten, ihre Tage im Archiv. Gemeinsam mit Archivar Wellington Books.

Also die Beiden ihre Nasen jedoch zu tief in einen ad acta gelegten Fall stecken und sich mit einer geheimen Bruderschaft anlegen, entpuppen sie sich als hervorragendes Team. Doch erst einmal müssen sie heil aus diesem Schlamassel herauskommen...! 

Meine Meinung:

Was ich von Pip Ballantines "Books & Braun: Im Zeichen des Phönix" halte? Sicherlich genug, um gleich loszuziehen und mir den zweiten Band zu sichern! Und nein, in Bezug auf dieses Duo kann es einfach nicht genug Ausrufezeichen geben!

Books und Braun sind ein köstliches Duo, ich konnte von ihren Wortgefechten nicht genug kriegen und schon gar nicht, wie sie ständig versuchen, der Anziehungskraft des jeweils Anderen zu widerstehen. Ihre Beziehung zueinander ist widersprüchlich und irrational - und ungeheim erheiternd.

Ich mag beide sehr gerne. Eliza mit ihrem Verhalten, das so gar nich in das viktorianische England passen will, und Welly, der viel mehr drauf hat, als man ihm erst zugestehen will. Ja, ich glaube, ich habe mich sogar etwas in den Archivar verguckt. Aber wer könnte mir das schon übel nehmen?

Auch die Kriminalgeschichte ist spannend aufgebaut. Zuerst unscheinbar, entpuppt sich ihr Fall, der natürlich nicht vom Ministerium abgesegnet ist, zu einer grossen Sache. Auf dem Weg zu Lösung lernen wir unsere beiden Agenten immer besser kennen, obwohl auch am Schluss noch einige Fragen bezüglich ihrer Vergangenheit (und Zukunft) noch offen sind. Ballantine hat hier zwei glaubhafte und wirklich greifbare Figuren geschaffen, deren Charme offensichtlich in ihrer Gegensätzlichkeit liegt. Aber mehr und mehr entpuppen sie sich zu Figuren, die einem so nahe gehen, dass man sie als Freunde und Begleiter nicht mehr missen möchte.

Etwas vermisst habe ich die viktorianische Stimmung. In meinem Kopf spielte das Ganze irgendwie immer in der Zwischenkriegszeit. Das Buch ist mit einigen Steampunkelementen versehen, doch hätte das Ganze gut in den 20ern mit seinen wegweisenden Erfindungen passen können. Unsere Helden hätten sich bestimmt auch in diesem Setting wohl gefühlt und sich gut durchgeschlagen. 

Fazit: 

"Books & Braun" ist ein explosiver, prickelnder und unterhaltsamer Serienauftakt und ich setze grosse Hoffnungen in die Folgebände. Hier bin ich auf Figuren gestossen, die ich nicht mehr missen möchte und auf deren nächste Fälle ich schon gespannt bin wie ein Flitzebogen. Ausserdem fiel mir die Abwesenheit von Werwölfen und Vampiren positiv auf.

Das Buch zielt auf ein junges Publikum in den 20ern ab, es ist rasant, kurzweilig und mit einem zarten Hauch Erotik verziert, ohne dass es je zu näherem Kontakt zwischen den Hauptdarstellern kommt. Übrigens müssen auch neugierige Männer nicht davon zurückschrecken, dieses Buch zu lesen. Es ist definitiv nicht nur auf Frauen ausgerichtet.

Wie man gut merken kann, lässt mich das Buch absolut begeistert zurück und ich unterstreiche dies noch eindrücklich in der überhäuften Verwendung von Ausrufezeichen!

Pip Ballantine, Tee Morris
Books & Braun
Im Zeichen des Phönix
Broschiert, 1. Auflage 2012
LYX 

978-3-8025-8643-9 

Aus dem Englischen von Michaela Link
Originalausgabe: Phoenix Rising - A Ministry of Peculiar Occurences Novel
Harper Voyager, New York 2011

06.07.2012 um 20:47 Uhr

[Gewinnspiel] Aller guten Dinge sind Drei!

von: Jari   Kategorie: Gewinnspiele

Dank der lieben Sandsturm geht das Ganze hier eine Woche früher an den Start (was muss sie auch in Urlaub fahren ;)

Also, worum geht es denn nun? Na, darum:
 
 
Ja, ihr seht richtig: Ein Gewinnspiel. Und ja, es gibt auch was zu gewinnen.
 
Wieso?
 
Jaris Büchergebrabbel wird drei Jahre alt. Ist das nicht Grund genug?
 
Was?
 
Ich habe genau DREI Bücher für euch (wieso wohl?):
 
1 x Robin Wassermann - Skinned
1 x Jacques Couvillon - Chicken Dance
1 x Bernd Perplies - Drachengasse 13: Schrecken über Bondingor 
 
Wie?
 
Etwas müsst ihr aber auch dafür tun. Keine Sorge, nichts Schwieriges. Denke ich mal ;)
 
Eure Aufgabe: Erzählt mir von eurem lustigsten Ereignis in Bezug auf Bücher
 
Schickt mir euren Beitrag entweder als Kommentar oder als Nachricht hier auf Blogigo. Ich sage deshalb Kommentar, damit auch jene mitmachen können, die nicht bei Blogigo registriert sind :) 
 
Unter allen Teilnehmern werden dann die Gewinner ausgelost.
 
Wann?
 
Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, hat der Blog am 15.08 Geburtstag. Deshalb sollte das Gewinnspiel ursprünglich am 15.07 starten, damit ihr einen Monat Zeit zum Überlegen habt. Dank des oben genannten Grundes habt ihr nun etwas mehr Zeit.
 
Am Abend des 15.08, um 20.00 sollten alle Teilnehmer ihre Beiträge geschickt haben, denn dann wird ausgelost und veröffentlicht.
 
Auf die Plätze, fertig, LOS
 
Ich freue mich auf rege Teilnahme und gute Unterhaltung beim Lesen eurer Erlebnisse.
Natürlich habe ich auch nichts dagegen, wenn ihr euch den Banner schnappt und auf euren Blogs vom Gewinnspiel berichtet.

05.07.2012 um 22:40 Uhr

[Rezension] Energie und Ruhe

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Yoga ist Kult. Yoga ist gut für den Körper. Yoga ist gut für den Geist. Aber wer hat schon die Zeit und/oder das Geld, um einen geleiteten Kurs zu besuchen? Und wer kann schon den Überblick behalten über diese Stellungen mit all ihren seltsamen Namen?

Keine Angst, Yoga lässt sich auch schnell und einfach in der Mittagspause praktizieren. Dieses Buch zeigt, wie man Yoga ganz einfahc in den Alltag integrieren kann. 

Meine Meinung:

Ich habe mir dieses Buch gekauft, da mein Yoga-Kurs in die Sommerpause geht. Ehrlich gesagt, habe ich mir nicht viel davon erhofft, also war ich überaus positiv überrascht.

Der GU-Ratgeber mit dem einfachen Titel "Yoga" von Anna Trökes erklärt kurz und knapp. Man braucht weder Räucherstäbchen oder einen Vorkurs in Meditation, sondern bloss eine Yogamatte. Dann kann es auch schon losgehen.

Die Übungen sind so gewählt, dass auch Anfänger sie ohne weiteres ausführen können. Vorwissen muss man also keines mitbringen. Fotos erklären, wie das Ganze auszusehen hat. Infoboxen und Hinweisschilder machen auf Hintergrundinfos aufmerksam.

Das klingt banal, doch was mich wirklich überzeugte, war die Einteilung. Man trifft Übungen an, die speziell für den Morgen geeignet sind, damit man gut in den Tag startet oder einen steifen Nacken nach der Nachtruhe loswird. Ebenfalls finden wir einen Part, der uns Übungen und Stellungen präsentiert, die uns nach einem harten Arbeitstag zur Ruhe kommen lassen. Man findet also genau das, was man braucht.

Ausserdem wird eine CD mitgeliefert. Auf dieser CD sind die Stellungen noch einmal erklärt, sodass man während des Yogas nicht ständig unterbrechen und im Buch blättern muss. Nach genau so einem Buch habe ich gesucht und nun bin ich froh, dass ich es gefunden habe. 

Fazit: 

Ein Buch, das für jeden, der mal eine Prise Yoga schnuppern möchte, geeignet ist. Fortgeschritten würde ich es jedoch nicht empfehlen, da das Buch bloss Grundstellungen beinhaltet. 

Ich persönlich bin froh, dass ich ein handliches Buch gefunden habe, das mir in meiner kursfreien Zeit die Yogalehrerin ersetzt. Super!

Anna Trökes
Yoga
Mehr Energie und Ruhe
Broschiert, 4. Auflage 2011
GU

978-3-8338-1974-2