Jaris Büchergebrabbel

30.09.2012 um 20:35 Uhr

[Rezension] Wenn Raben Vodka trinken

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Anton ist ein ganz gewöhnlicher Anderer. Ein durchschnittlich begabter Magier der Nachtwache. Die Nacht- und die Tagwache achten darauf, dass der Grosse Vertrag eingehalten und die Kräfte im Gleichgewicht bleiben. 

Dennoch wacht Anton eines Tages auf und realisiert, dass er Teil von etwas Grossem, Höheren geworden ist und das, obwohl er das gar nicht wollte. Da ist die verfluchte Swetlana, in die Anton sich verliebt. Verlieben muss. Denn das Schicksal schreibt das so vor. Doch... kann man sein Schicksal ändern? 

Meine Meinung:

Sergej Lukianenkos "Wächter der Nacht" ist der erste Teil einer Reihe. Einer Reihe, die aus den Fantasy-Romanen, mit denen der Markt überflutet wird, herausragt. Das Buch, die Geschichte, die Charaktere - sie sind anders. Anders und unwahrscheinlich gut!

Es tut gut, mal ein Buch zu lesen, dessen Geschichte man nicht schon auf Seite 10 vorhersehen kann. Sich mit Charakteren vertraut zu machen, die nicht dem gängigen Klischee entsprechen. In eine Welt abzutauchen, die man so nicht kennt. Moskau, wie wir es nicht kennen.

Es ist nicht leicht, eine kurze Zusammenfassung zu "Die Wächter der Nacht" zu schreiben. Jedes Wort muss erklärt werden. Was ist ein Anderer? Tagwache? Nachtwache? Und schon hat man einen riesigen Text und nichts zur Geschichte gesagt.
Ich muss zugeben, dass ich viele Teile des Buches nicht verstanden habe. Vielleicht muss das so sein. Lukianenko hat eine Welt erschaffen, die man nicht so leicht durchschauen kann. Auch nicht leicht zu durchschauen sein soll. Noch nicht einmal Anton hat diese Welt voll im Griff. Und wenn der Ich-Erzähler noch nicht einmal alles durschaucht, wie soll dann der Leser alles verstehen?

Obwohl das eigentlich ein Kritikpunkt sein sollte, gehört genau das zu einem der grossen Pluspunkte von Lukianenkos Werk. Ich versteh nicht alles, aber ich will es verstehen! Verstehen lernen! Deswegen lese ich weiter. Deswegen WILL ich die nächsten Bände auch lesen!
Ich möchte noch ein weiteres Mal mit Anton durch sein Moskau streifen. Ein Moskau, wie wir es kennen, und doch anders. Bevölkert von Wesen, die anders sind. Die Anderen eben. Vampire. Gestaltwandler. Magier und Hexen. Ich möchte wieder mit Anton ins Zwielicht treten. Herausfinden, was aus Jegor wird. Und wie Antons Beziehung mit Sweta weiter geht.

Auch Lukianenkos Schreibstil ist anders. Da ich mit russischen Autoren der heutigen Zeit wenig Erfahrung habe, kann ich schlecht sagen, dass er "russisch" schreibt. Aber jedenfalls kommt viel Wodka in diesem Buch vor. Viele Besäufnisse und ein klein wenig Erotik. Deswegen sollten die Leser nicht zu jung sein. Überhaupt würden die vielen Fragen, die dem Leser mit der Zeit kommen, einen zu jungen Leser wahrscheinlich überfordern. 

"Wächter der Nacht" ist ein Buch, das wohl nie gelesen hätte, wäre es mir nicht geschenkt worden. Und ich bin froh, dass mir dieses Buch in die Hand gedrückt wurde! Wenn man viel liest, entdeckt man gewisse Stereo- und Rollentypen immer schneller, leider geht mir dadurch viel Lesegenuss verloren.
Lukianenkos dunkle und düstere Welt konnte ich von der ersten Seite bis zur letzten (und das sind doch einige) geniessen - weil alles einfach noch neu und unentdeckt ist. Wundervoll! 

Fazit: 

Sergej Lukianenkos Auftakt "Die Wächter der Nacht" macht definitiv Lust auf mehr! Empfehlen würde ich das Buch jedoch nur an erfahrene Leser und Leute, die sich schon im Fantasygelände auskennen. Zwar entwirft Lukianenko keine völlig neue Welt wie z.B. Tolkien, dennoch schreibt er hier anspruchsvolle Literatur, die beweist, dass Fantasy keineswegs ein zweitklassiges Unterhaltungsgenre ist!

Sergej Lukianenko
Wächter der Nacht
TB, 12. Auflage 2005
Piper

978-3-453-53080-5

Aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann
Originalausgabe: Nochnoi Dozor 

30.09.2012 um 16:46 Uhr

[Rezension] Wie geht... der Alltag?

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Das Leben ist nicht bei Weitem kein Zuckerschlecken, der Alltag steckt voller Tücken und ein Fettnäpfchen reiht sich an das nächste. Zum Glück gibt es Guy Browning! Er hat für jede Situation die passende Lösung parat. Egal ob es nun darum geht auf den Bus zu warten, Bücher zu lesen oder darum, weise zu sein - Browning weiss Rat. Oder vielleicht auch nicht...

Meine Meinung:

Guy Brownings "Never push when it says pull" ist nach "Never hit a jellyfish with a spade" das zweite Buch von Browning, das ich gelesen habe.

"Never push when it says pull" ist eigentlich genau dasselbe wie der Vorgänger: Kurze Kapitel über die banalsten Dinge. Und vor allem ist es: Kurzweilig, unterhaltend und man kann damit herrlich die kleinen Lücken des Alltags füllen. An der Bushaltestelle, im Flugzeug, auf dem Klo - Browning passt überall hinein.

Wer hier jedoch einen Brüller nach dem anderen erwartet, liegt falsch. Brownings Humor ist englisch. Very british, indeed. Und ich liege ihm zu Füssen. Kurz und knapp nennt der Autor die Dinge beim Namen und rückt die Dinge ins richtige Licht. Er durchschaut unseren Alltag, unsere Gewohnheiten mit einem Blick und zusammen mit Brownings dezentem Humor ergibt das ein Buch, das ich gar nicht mehr aus den Händen legen wollte.

Sätze wie:

Impressionism was the world seen through a couple of glasses of vin rouge. Expressionism was impressionism after the whole bottle.
Seite 67, "How to appreciate art"

lassen "Never push when it says pull" zu einer kleinen Fundgrube werden und ich war bei jedem neuen Kapitelchen aufs Neue gespannt, was Browning uns nun servieren wird.

Ich kann nur sagen: Bitte mehr davon! 

Fazit: 

Wer die Qualle mochte, kann auch zu diesem Werk Brownings greifen. Wer den ersten Titel noch nicht kennt - das macht nichts. Mit welchem Buch man anfängt ist eigentlich egal. Hat man jedoch erst einmal eines gelesen, möchte man das zweite gleich dazu haben. 

Durch die kurzen Kapitel, die selten länger als zwei Seiten sind, ist es auch für Schüler gut geeignet, die endlich einmal ein englisches Buch lesen wollen.

Guy Browning
Never push when it says pull
Small Rules for Little Problems
TB, 2005
Guardian Books

978-1-84887-376-6 

29.09.2012 um 13:34 Uhr

Jari liest... J.K. Rowling

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Klappentext:

A big novel about a small town...

When Barry Fairbrother dies in his early forties, the town of Pagford is left in shock. Pagford is, seemingly, an English idyll, with a cobbled market square and an ancient abbey, but what lies behind the pretty facade is a town at war.

Rich at war with poor, teenagers at war with their parents, wives at war with their husbands, teachers at war with their pupils... Pagford is not what it first seems.

And the empty seat left by Barry on the Parish Council soon becomes the catalyst for the biggest war the town has yet seen. Who will triumph in an election fraught with passion, duplicity and unexpected revelations?

29.09.2012 um 10:29 Uhr

[Rezension] Tea Time

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Obwohl die junge Fiona Finnegan arm ist, führt sie ein glückliches Leben im London des Jahres 1888. Sie hat ihre Familie, ihren geliebten Joe und vor allem hat sie ihren Traum: Einen eigenen Laden eröffnen. Zusammen mit Joe.

Aber von einem Moment auf den anderen zerbricht Fees Leben: Als Fionas Vater ums Leben kommt, verarmt die Familie noch mehr, Joe muss eine andere heiraten und Fees kleine Schwester erkrankt. Als Fiona vor dem Nichts steht, bleibt ihr nur noch die Flucht nach vorne. Die Flucht nach Amerika...

Meine Meinung:

Jennifer Donnelly hat mit "Die Teerose" ein ergreifendes Buch über eine starke junge Frau geschrieben. Angesiedelt im viktorianischen London erfährt der Leser viel über das Leben damals, die Autorin fädelt geschickt historische Fakten (u.a. auch Jack the Ripper) in ihre Geschichte ein, sodass man ganz und gar in diesem Buch versinken kann.

Fiona ist eine Heldin, die durch und durch überzeugt. Natürlich muss man erwähnen, dass es in diesem Buch sehr gefühlvoll und dramatisch zu und her geht, und ab und zu hat Fiona vielleicht sogar eine Spur zu viel Glück bzw. Unglück, aber die Figuren (nicht nur Fiona) wachsen einem so sehr ans Herz, dass man ihnen ihr unverhofftes Glück gönnen mag und mit ihnen leidet, wenn wieder einmal die Wogen des Unglücks über ihnen zusammen brechen.

Noch einmal muss ich erwähnen, dass Donnelly eine begabte Erzählerin ist, die es schafft, den Leser zu fesseln und Emotionen zu wecken. Das Buch ist erzählerisch so dicht, dass man meint, man könne jeden Moment selber in der Geschichte aufwachen.

Ein Buch, das ich nicht mehr zur Seite legen konnte und wollte. Obwohl, vor allem zum Schluss hin, vieles vorhersehbar war. Dennoch konnte mir das den Lesegenuss nicht verderben.

Fazit: 

"Die Teerose" möchte ich jeder Leserin ans Herz legen, die sich für historische Bücher interessiert. Ab und an überlegte ich, ob man das Buch auch Männern empfehlen kann, doch dafür ist es wahrscheinlich zu emotional. Die Gefühle, Liebe, Hass, Verzweiflung, stehen sehr stark im Vordergrund, was diesen Titel wohl zu einem Buch macht, das vor allem Frauen geniessen werden.

Also Mädels, ran an den Tee!

Jennifer Donnelly
Die Teerose
TB, 27. Auflage 2012
Piper

978-3-492-24258-5

Aus dem Amerikanischen von Angelika Felenda
Originalausgabe: The Tea Rose
St. Martin's Press, New York 2002 

28.09.2012 um 16:36 Uhr

[Leserunden] Erin Hunter - Seekers: Die Suche Beginnt Teil 4

von: Jari   Kategorie: Leserunden

Erin Hunter - Seekers: Die Suche beginnt
 Seite 183 bis 242
 
Nach Okas Angriff auf den Wärter wird sie wahrscheinlich eingeschläfert. Lusa verspricht ihr, Toklo zu finden und bricht aus. Sehr pubertär, ein Bärenkind, das sein ganzes Leben lang eingesperrt war, will also einfach mal mir nichts, dir nichts, das Wildleben entdecken. Das Bärenmädchen wird schon noch aufwachen.
 
Bei Toklo und Kallik geschieht nicht sehr viel. Toklo ist noch immer auf sich gestellt und Kallik hat die Bären gefunden.
 
Nun ja, immerhin lässt sich das Buch gut lesen. Aber wirklich packend finde ich es nicht. 

22.09.2012 um 11:48 Uhr

[Büchergebrabbel] Jaris Büchergebrabbel #7

von: Jari   Kategorie: Jaris Büchergebrabbel

  Ein weiteres Mal ein bisschen was gebrabbelt. Dieses Mal geht es vor allem um die aktuelle Umfrage, ob ihr eigentlich weitere Gewinnspiele haben wollt.

Die Umfrage rief ich deswegen ins Leben, weil die Resonanz auf das erste Gewinnspiel, sagen wir es mal so, nicht sonderlich gross war. Da ein Gewinnspiel jedoch mit ziemlich viel Aufwand verbunden ist (Preise auswählen, Thema, vor allem aber das Verschicken [ist auch in der Schweiz nicht gratis]), kam ich ins Grübeln, ob ich mir das noch einmal aufhalsen möchte.
 
Aktuell sieht es jedoch so aus:
 

Wollt ihr weitere Gewinnspiele?

15.08.2012

Antworten / Ergebnisse
 

Ja 6
Nein 1
Nur, wenn ich auch tatsächlich etwas gewinne! 2
Stimmen insgesamt: 9
 
Tatsächlich ist die Mehrheit dafür, dass es weitere Gewinnspiele geben soll. Also soll dem so sein. Noch weiss ich nicht, wann ich das nächste Mal ein Gewinnspiel machen werde. Weihnachten würde sich anbieten, aber da werde ich genug um die Ohren haben... Weihnachten ist immer die stressigste Zeit des Jahres... Momentan habe ich den Valentinstag im Kopf. Was meint ihr dazu?

Dann werde ich sehen, ob es etwas mehr Rückmeldung geben wird. Möchtet ihr denn wieder eine Aufgabe wie beim letzten Mal oder lieber eine Rätselfrage? Da richte ich mich ganz nach euch. Schreibt mir einfach einen Kommentar. Ihr könnt mir auch sagen, wie eurer Meinung nach so ein Gewinnspiel hier ablaufen soll. Ich bin offen für alles :)

20.09.2012 um 10:52 Uhr

[Kurzgebrabbel] Fliegen und Spiegel

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Bernd Perplies & Christian Humbergs Kinderbuchreihe "Drachengasse 13" geht in die nächste Runde! Wie gewohnt geht es auch in "Der dämonische Spiegel" so richtig zur Sache:
 
Die drei Kinder der Drachgengasse machen sich daran, ihr geheimes Versteck zur erkunden. Blöderweise entdecken sie dabei den dämonischen Spiegel und die bösen Spiegelbilder von Nissa, Sando und Tomrin stellen prompot die ganze Stadt auf den Kopf. Doch die Dämonen haben ihre Rechnung nicht mit dem waghalsigen Drachengasse-Team gemacht. Und schon gar niemand hat mit einem kleinen, klugen Drachen gerechnet... 
 
Auch Band vier ist ein spannender Abenteuerroman für Gross und Klein. Wahnwitzige Ereignisse, phantasievolle Wesen und spritzige Dialoge machen das Buch zu einem Lesegenuss nicht nur für Kinder. Das Buch hält die hohen Erwartungen der ersten Bände und steht ihnen in nichts nach. Oftmals fragte ich mich, woher die Autoren die Ideen nehmen und was wohl als nächstes passieren wird. Auch wer Kinderbücher ansonsten eher links liegen lässt, sollte der Drachengasse eine Chance geben, denn mit diesem Quartett erlebt man die erstaunlichsten Dinge!
 
 
Wie ging dieses Lied nochmal? "Air Hostess, I like the way you dress" Nun, ganz so punkig wie das Lied von Busted kommt das Buch "Fliegen und Liebe" nicht daher, dennoch sind die Tagebuchaufzeichnungen von Barbara Traber interessant zu lesen. Sie sind ein Dokument aus einer Zeit, die für uns schon längst um ist: Die 60er. 1967/68 ist Barbara Traber als Air Hostess tätig, ihre Erlebnisse hat sie in ihrem Tagebuch festgehalten und der Verlag MeaLittera hat die Aufzeichnungen veröffentlicht.
Wir erfahren, wie es ist, nirgends richtig zu Hause zu sein, immer unterwegs. Im Guten, wie im Schlechten. Traber berichtet von ihren eigenen (Liebes-)Sorgen, was ihren Freundinnen widerfährt und wie aufgeregt sie war, als sie die Pyramiden sehen konnte. Als Leser bekommt man so einen direkten Einblick in das Leben als Flugbegleiterin. Somit ist das Buch ein ideal für jene, die sich für diesen Beruf interessieren. Zwar mag sich seit den 60ern einiges verändert haben, dennoch scheinen die Grundzüge gleich geblieben zu sein: Man reist um die Welt, sieht viel, ist immer unterwegs.
Obwohl ich gerne reise, hat mir Barbara Trabers Buch gezeigt, dass ich diesen Beruf niemals ausüben könnte. Ich würde mich zu entwurzelt fühlen. Für Frau Traber war und ist es jedoch der Traumberuf, wie für viele andere Menschen auch.

20.09.2012 um 09:08 Uhr

[Leserunden] Erin Hunter - Seekers: Die Suche Beginnt Teil 3

von: Jari   Kategorie: Leserunden

Erin Hunter - Seekers: Die Suche beginnt
Seite 118 bis 182
 
Mal sehen, was hab ich von diesem Teil noch im Kopf? Eigentlich wollte ich ja schon gestern berichten, da ich den dritten Part ja auch gestern gelesen habe, aber ich kam leider nicht mehr dazu.
 
Was ist also passiert?
 
Genau, Oka hat Toklo verstossen und ist im Zoo gelandet. Jetzt quält sie ihr schlechtes Gewissen. Irgendwie werd ich aus Oka nicht schlau. Toklo meint, sie habe ihm nicht wirklich viel beigebracht und der männliche Bär sagte, dass Toklo schon viel zu alt sei, um mit seiner Mutter zu reisen. Da ist doch irgendetwas im Busch.
 
Des Weiteren hat mich eine Szene bei Kallik stutzig gemacht. Kallik ist ein Eisbär, Eisbären leben im Norden. Unterdessen ist sie auf dem Festland angekommen und trifft dort - einen Baum.
Nun weiss ich aber, dass es z.B. in Grönland keine Bäume gibt. Aber Eisbären. Wäre Kallik also auf Grönland gäbe es dort keine Bäume, die sie beschnuppern könnte. WO also befindet sich Kallik? Gibt es Eisbären auf Island, wo es Bäume gibt? Das Internet sagt mir gerade, dass Eisbären auf Island eine Seltenheit sind. Realitätsanspruch hier also eher niedrig...
 
Die Geschichten laufen immer noch parallel, unteredessen ist Lusa zwar auf Oka getroffen, mehr aber auch nicht. Das ganze Buch liest sich wie eine grosse Einleitung zu den nächsten Büchern.
 
Was mir jedoch gefällt, ist, dass es etwas ganz Anderes ist als WarriorCats. Immerhin etwas, auch wenn die Bären, was die Spannung und den roten Faden betrifft, nicht mit den Kätzchen mithalten kann.

19.09.2012 um 17:09 Uhr

[Leserunden] Erin Hunter - Seekers: Die Suche Beginnt Teil 2

von: Jari   Kategorie: Leserunden

Erin Hunter - Seekers: Die Suche beginnt
Seite 55 bis 117
 
Nun geschieht auch endlich mal was! Wenn auch nichts Schönes. Alle Bären verlieren gleichzeitig jemanden. Kallik verliert ihre Mutter und sogar ihren Bruder, obwohl die Chance besteht, dass der Kleine noch lebt. Lusas Mutter wird von den Menschen geholt und Toklos Bruder stirbt.
 
Die Paralellen sind ziemlich gross. Gewollt oder bloss Einfallslosigkeit? Momentan wird ziemlich auf die Tränendrüse gedrückt. Arme Bären.
 
Wobei ich Kallik für ihre Stärke bewundere, sie macht sich ganz alleine auf durchs Meer, um ihren Bruder zu suchen.
Bei Lusa besteht ja noch die Hoffnung, dass ihre Mutter wieder gesund wird. Was sie wohl für eine Krankheit haben mag? Irgendwie erinnerte mich ihr Verhalten an Demenz. Kriegen Bären auch sowas? Süss war ja auch, wie Mutter und Tochter zuvor noch zusammen Wildnis gespielt haben, das macht die Sache gleich noch trauriger...
Toklo wird von seiner Mutter ziemlich vernachlässigt. Es zählte nur sein Bruder. Ob darauf noch mehr eingegangen wird? Die Aussage der Mutter, dass ihr alle Kinder genommen werden, obwohl Toklo daneben steht, ist merkwürdig. Hat sie Toklo bloss aufgenommen? Machen das Bärinnen ab und an?
 
Ich hoffe ja, dass diese Fragen irgendwann noch beantwortet werden. Ausserdem frage ich mich auch, wann und wo diese drei Bären zusammentreffen sollen...
 
Bisher noch immer nicht ganz überzeugt. Die Spannung fehlt bisher, die Geschichte wird zu sehr in die Länge gezogen. Bleibt das so? Hoffentlich nicht...! 

19.09.2012 um 12:44 Uhr

[Rezension] Adams Family

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Was bringt einen Menschen dazu, sich umbringen zu wollen? Welches Schicksal und welche Verluste muss eine Seele hinnehmen, um nicht mehr leben zu wollen? Wie lange schafft man es, alleine zu überleben?

Ein Hochhaus in London. Es ist Neujahr und die Stadt feiert. Just in jener Nacht treffen sich vier Menschen auf dem Dach des besagten Hochhauses. Alle mit dem festen Entschluss, ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Hinunter springen. Sterben.

Doch diese Vier kommen sich gegenseitig in die Quere und plötzlich haben sie etwas anderes zu tun, als sich umzubringen. Also wird dieser Plan auf später verschoben. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... 

Meine Meinung:

Nick Hornby hat in seinem berühmten Werk "A long Way down" ein schwieriges Thema ausgewählt: Den Selbstmord. Kein Thema, über das man gerne spricht, ein Thema, das oft betroffenes Schweigen zur Folge hat. Doch weil Nick Hornby Nick Hornby ist, hat er es auf souveräne Weise geschafft, einen Roman zu schreiben, den man recht gerne liest.

Hornbys Figuren, Martin, Jess, Maureen und JJ, haben alle ihre eigenen mehr oder weniger glaubhaften Gründe, sich umbringen zu wollen. Mehr und mehr öffnen sie sich gegenüber den Anderen und dem Leser und wir erfahren von ihren Hintergründen und ihren enttäuschten Hoffnungen, verzwickten Familienbanden und entgangenen Chancen. Dabei sind die Charaktere alle speziell, durchgeknallt (manche mehr und manche weniger) und einfach skurril. Nicht alle sind sie gleich glaubhaft, Jess und Martin gingen mir zum Beispiel öfter auf die Nerven, aber alle entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter. Vor allem JJ und Maureen.

Wie man es von Hornby kennt, lässt der schwarze Humor nicht lange auf sich warten. Das Buch ist zügig geschrieben, plötzlich befindet man sich nicht mehr auf einem Hochhaus, sondern ist auf der Jagd nach Jess' ehemaligem Liebsten, schon steht der Termin für den nächsten Sprung und dann stehen plötzlich Reporter vor der Türe. So führt das Eine zum Anderen und es entspringt ein Buch, das man rasch durchgelesen hat. Jedoch muss ich für mich sagen, dass ich es, so wie alle Bücher von Hornby, wahrscheinlich genauso rasch wieder vergessen haben werde. Dieses Muster zeigt sich bei mir deutlich ab: Ich lese Hornbys Bücher gerne und fühle mich nicht schlecht unterhalten, doch sobald ich das Buch weglege, verblassen die Figuren und die Handlung bis nur noch grobe Gerüste stehen bleiben. Weshalb das so ist, vermag ich nicht zu sagen...

Wer sich "A long Way down" zulegt, sollte trotz des schwarzen Humors und der fixen Dialoge darauf gefasst sein, in ein grosses Jammertal einzutreten. Maureen war eigentlich die einzige Figur, für die ich Verständnis aufbringen konnte. Als Leser bekommt man jedoch die volle Menge menschlichen Elends, Selbstmitleid und Schuldgefühle ab. Die Figuren entwickeln sich zwar weiter, aber das Jammern hört so schnell nicht auf. Dies ist mein grosser Kritikpunkt an diesem Buch: Anstatt Mitgefühl mit Menschen, die so verzweifelt sind, dass sie sich umbringen wollen, zu entwickeln, kamen die Vier für mich eher wie ein Waschlappen-Quartett daher. Wären die Probleme der Figuren ernster gewesen, hätte Hornby wahrscheinlich kein humoristisches Buch daraus machen können. Somit sieht man wieder einmal, wie schwierig es ist, ernste Themen auf glaubhafte und doch lustige Weise verarbeiten zu können.

Es ist Hornby nicht misslungen, aber ganz geglückt leider auch nicht. 

Fazit: 

Für Leser von Nick Hornby ist "A long Way down" eine weitere Errungenschaft. Das Buch ist ganz im Hornby-Stil geschrieben und liest sich gut weg. 
Wer noch nichts von Hornby gelesen hat, sollte sich vielleicht erst einmal mit seinen anderen Büchern auseinander setzen, bevor er sich an dieses Buch macht.

Nick Hornby
A long way down
HC mit Schutzumschlag, 2005
Kiepenheur & Witsch

 

3-462-03455-3 

Aus dem Englischen von Clara Drechsler und Harald Hellmann
Originalausgabe: A Long Way Down, 2005 

18.09.2012 um 21:09 Uhr

[Rezension] Der Alkohol, der Alkohol

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Allan hat Geburtstag. Und nicht nur irgendeinen, sondern seinen hundertsten! Doch auf die Feier im Altenheim hat der rüstige Alte keine Lust. Viel lieber hätte er einen Schnaps. Also entschliesst Allan sich dazu, aus dem Fenster zu klettern und zu verschwinden. Wohin, das würde sich sehen lassen. Irgendetwas würde sich da schon ergeben.
Und das tut es auch. Es ergibt sich eine Reise, viel Geld, eine gewaltige Portion Chaos und dazu gibt es noch einen Elefanten. Aber das ist nichts, was Allan Karlsson neu wäre...

Meine Meinung:

Jonas Jonassons "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" ist eines der berühmtesten und erfolgreichsten Bücher der letzten Zeit. Es geht um einen Hundertjährigen, dessen Odysse im Jahr 2005 und sein gesamtes Leben. Klingt öde? Ist es aber nicht!

Viele Bücher fangen lustig an, nehmen gegen Mitte hin ab und zum Schluss schmunzelt man nicht einmal mehr. Eigentlich ist das das Schicksal der meisten humoristischen Titel. Jonasson ist anders. Selbst auf den letzten zehn Seiten lachte ich noch vor mich hin.

Jonassons Einfälle sind absurd, Allan Karlsson eine Figur, die ihresgleichen sucht. Es treibt Allan einmal quer durch die Weltgeschichte, mit dem sogenannten "Elefantenbuch", erhält man also auch einen etwas verdrehten Einblick ins Weltgeschehen. Ehrlich? Noch nie war Geschichte so unterhaltsam. Egal, ob russische Gulags, Mao oder die CIA - Allan Karlsson hat alles erlebt, überlebt und das dabei so souverän gemeistert, dass man einfach weiter lesen muss.

Man kann sagen, dass der Autor die Ereignisse etwas bei den Haaren herbeizieht und dass die Hauptfigur ziemlich viel Glück hat - aber mich hat das während des Lesens gar nicht interessiert. Ich wollte einfach wissen, was als nächstes geschieht. Denn ich wusste, IRGENDETWAS wird geschehen.

Das Buch ist so aufgebaut, dass man dem hundertjährigen Allan Karlsson bei seiner Flucht begleitet, erfährt, was die Polizei und die Zeitungen so anstellen und man erhält einen guten Einblick in Allan turbulentes Leben. Die einzelnen Kapitel sind mit Daten versehen, sodass man gleich weiss, in welchem Jahr oder Jahrzehnt man sich befindet.

Normalerweise sind Top Ten-Titel nicht mein Ding, aber dieses Buch bringt tatsächlich frischen Wind in die Literaturszene. Ab und an braucht man einfach ein Buch, das mal etwas Anderes, Neues bringt. Mit "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" hab ich ein solches Buch gefunden.

Fazit: 

Hält, was es verspricht. Kurzweilig, rasant, lustig - was will man eigentlich mehr? Ach ja, einen Schnaps. 

Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Broschiert, 33. Auflage 2009
Carl's Books 

978-3-570-58501-6

Aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
Originalausgabe: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann
Piratförlaget, Stockholm 2009 

14.09.2012 um 20:07 Uhr

[Rezension] Die Auferstehung

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Adolf Hitler wacht auf. Er ist etwas benommen und weiss nicht genau wo er ist. Irgendwie sieht alles plötzlich nicht mehr so aus wie es zuvor ausgesehen hat. Es dauert nicht lange, bis Adolf herausfindet, dass er sich im Jahre 2011 befindet. Mithilfe eines netten Kioskverkäufers, der ihn seltsamerweise für einen Komödianten hält, übersteht er die ersten Tage.

Diese ersten Tage, in denen Adolf zum Schluss gelangt, dass er wieder dort ist, wo er einst angefangen hat und dass er gerne wieder dorthin gelangen möchte, wo er einst war. Zwar hat Deutschland sich in den vergangenen Jahren verändert - doch lässt sich das vielleicht sogar dazu benutzen, den Plan von damals wieder aufleben zu lassen?

Meine Meinung:

Timur Vermes hat mit "Er ist wieder da" ein Buch geschrieben, das polarisiert. Man wird darüber sprechen, denn Vermes hat eine neue Art gefunden, sich mit dem Zweiten Weltkrieg und Adolf Hitler zu beschäftigen. Dies wird nicht jedem zusagen, das Thema ist heikel und man kann damit vieles falsch machen. Vielleicht ist es genau deshalb gut, dass Vermes, dessen Vater aus Ungarn stammt, dieses Buch geschrieben hat.

Adolf Hitler erzählt aus der Ich-Perspektive, als Leser befindet man sich also direkt im Kopf des Monsters. Was mag dort vor sich gehen? Wie reagiert Hitler auf das 21. Jahrhundert? Vermes hat die Figur des Hitler gut getroffen, seine Gedankengänge sind nachvollziehbar, sofern man das von dieser Person behaupten kann. Es ist bestimmt nicht einfach, eine Person wie Adolf Hitler zu beschreiben, sich dann auch noch auf die Ich-Perspektive zu verlegen mag waghalsig sein, aber dennoch ist es Vermes meiner Ansicht nach geglückt. Auch wenn ich mich fragen musste, ob jemand, der in den 30ern-40ern gelebt hat, sich wirklich so schnell im Jahr 2011 zurechtfinden würde.

Nein, der Autor möchte das Geschehene keinesfalls gut heissen.Bei "Er ist wieder da" handelt es sich definitiv nicht um eine Verherrlichung des Adolf Hitlers und des Holocausts. Bei mir war sogar das Gegenteil der Fall. War die Geschichte anfangs noch unterhaltsam zu lesen, etwas Neues und Interessantes, lief mir am Schluss oft ein kalter Schauer über den Rücken und ich war einmal mehr froh, dass ich die Zeiten unter Hitlers Regentschaft nicht miterleben musste.

Über die ganze Hitler-Thematik scheint jedoch ein anderer grosser Punkt des Buches in den Hintergrund zu schieben. Denn das Buch ist nicht bloss eine Art, mit den Geschehnissen des Zweiten Weltkrieges umzugehen, sondern auch eine knallharte und ungeschminckte Abrechnung mit unserer Mediengesellschaft.

Adolf Hitler gibt sich als Adolf Hitler aus bzw. wird dazu gebracht. Er tritt im berühmten Comedysendungen auf (eine Figur erinnert irgendwie stark an Kaya Yanar) und wird berühmt. Der Leser erhält eine massive Portion Realität vor die Augen. Genauso und nicht anders funktioniert die Mediengesellschaft. Und Adolf Hitler benutzt dies als Startrampe für seine neuen alten Pläne und hat Erfolg.

Was Vermes da schreibt ist also doppelt deftig. Und was es auch ist: unterhaltsam. Lustig. Man lacht mit und über Adolf Hitler. Langsam aber stetig nimmt die Anzahl derer zu, die sich auf diese Art und Weise mit dieser tragischen Zeit beschäftigen. Wahrscheinlich braucht es das. Nachdem das Thema "Zweiter Weltkrieg" lange starr behandelt wurde, sind wir nun in einer Zeit angekommen, die sich auch auf andere Weise damit beschäftigen kann und möchte.

Wer dieses Buch wie aufnimmt - wer weiss. Ich hatte es innert zweier Tagen gelesen, gelacht und zum Schluss auch den Kopf geschüttelt. Was auch immer es war, das Adolf Hitler aufwachen liess - lass es einfach nicht geschehen! Nein, eine Verherrlichung fand ich in diesem Buch eindeutig nicht. Nur das Gegenteil.

Auf weitere Beiträge zu diesem Buch bin ich gespannt. 

Fazit: 

"Er ist wieder da" ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Nicht jeder wird davon angetan sein. Ein heikles Thema auf eine abwegige Weise behandelt - das gibt Diskussionsstoff.

Ja, es hat mir gefallen. Ja, es mich wunderbar unterhalten. Ja, es hat mir Angst gemacht.

Timur Vermes
Er ist wieder da
HC, 2012
Eichborn

978-3-8479-0517-2 

13.09.2012 um 21:01 Uhr

[Leserunden] Erin Hunter - Seekers: Die Suche beginnt Teil 1

von: Jari   Kategorie: Leserunden

Erin Hunter - Seekers: Die Suche beginnt
Anfang bis Seite 54
 
Zu Beginn lernen wir die drei Hauptcharaktere kennen: Kallik, die Eisbärin. Lusa, die Schwarzbärin aus dem Zoo. Toklo, der Grizzly.
Wir erfahren, wie die unterschiedlichen Lebensbedinungen sind. Vor allem Lusa sticht dabei heraus, ihr Leben verläuft so ganz anders als das der Bären in der Wildnis. Sie ist viel sorgloser und verspielter, scheint es mir. Sie muss sich nicht damit quälen, Futter zu jagen oder als Nachspeise für ein Bärenmännchen zu enden.
 
Bisher finde ich die Geschichte etwas zäh. Man erfährt zwar einiges darüber, wie Bären leben oder leben könnten (wie sehr Erin Hunter für diese Reihe recherchiert haben, weiss ich nicht), aber bisher ist nicht sonderlich viel passiert.
 
Mal sehen, wie sich das Buch noch entwickelt. 

12.09.2012 um 22:12 Uhr

[Kurzgebrabbel] Vom Winde verweht

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Der kleine Prinz sucht zusammen mit dem Fuchs nach der Schlange, die dabei ist, viele Planeten zu zerstören. Auf einer seiner Reisen gelangt der kleine Prinz auf den Planet der Winde. Doch der Frieden dieser schönen Welt ist in Gefahr. Denn die einzige Energiequelle des Planeten, der Wind, droht zu versiegen! Kann der kleine Prinz den Platen retten?
 
Der Comic des kleinen Prinzen setzt nach dem Buch von Saint-Exupéry an und erzählt eine eigenständige Geschichte um den jungen Helden. Ihm zur Seite steht der Buchs, der ebenfalls im berühmten Buch auftaucht.
 
Die Aufmachung ist jung und modern, vor allem den Fuchs fand ich niedlich. Die Zeichnungen sind liebevoll gemacht und im Band wimmelt es von heiteren Ideen. Die Charaktere des Prinzen und des Fuchses wurden so verändert, dass sie in das Konzept passen. Ebenfalls wurde die Schlange zur Wurzel allen Bösen erklärt. Wer also die Buchvorlage liebt, sollte den Comic besser sein lassen. Andernfalls könnte der Comic Lust darauf machen, das Original zu lesen.
 
Das Lesen des ersten Bandes macht Spass und man gewinnt die Figuren rasch lieb. Leider ist die lustige Geschichte rasch zu Ende und scheint an manchen Stellen etwas zu rasch zu wechseln. So ist man im ersten Panel noch auf dem Planeten der Winde, im nächsten unterhält sich der kleine Prinz mit der Schlange. Dies störte den Lesefluss und ist etwas schade, stört aber nicht gross. Ansonsten ist dieser Comicband eine frische und neue Idee, die jedoch nicht mehr viel mit dem Original gemeinsam hat.
 

10.09.2012 um 20:43 Uhr

[Leserunden] Erin Hunter - Seekers: Die Suche beginnt

von: Jari   Kategorie: Leserunden

 
Schon ist die erste Leserunde sozusagen beendet, da geht auch schon die zweite los! Dieses mal mit Sandsturm, mir und ein paar Bären. Denn wir lesen zusammen folgendes Buch:
 
Das Buch:
 
 
Erin Hunter - Seekers: Die Suche beginnt
 
Die Teilnehmer:
 
Sandsturm & Jari
Wer möchte, kann noch immer teilnehmen
 
Und hier noch einmal die Regeln:
 
1. Lesen.
2. Gedanken, Fragen, Gefühle etc. zu jedem Abschnitt schriftlich äussern.
3. Gedanken, Fragen, Gefühle etc. der Mitleser kommentieren. 
 
Wichtig: Die Einteilung in Abschnitte erfolgt deswegen, damit niemand gespoilert wird und darauf sollte man auch achten, wenn man Kommentare abgibt. Niemand möchte wissen, dass Charakter XY auf Seite 559 stirbt, wenn man erst auf Seite 213 ist.
Wer also nicht gespoilert werden will, sollte einen Post nicht lesen, der einen Abschnitt befasst, den er selbst noch nicht gelesen hat. So kann man sich ohne grosse Einschnitte über Figuren aufregen und von Sachen schwärmen, die passiert sind. 
 
Und nun die Einteilung
 
1. Teil: Anfang bis Seite 54
2. Teil: Seite 55 bis 117
3. Teil: Seite 118 bis 182
4. Teil: Seite 183 bis 242
5. Teil: Seite 243 bis 277
6. Teil: Seite 278 bis Schluss
 
Und nun viel Spass mit den Bären! 

05.09.2012 um 22:19 Uhr

[Rezension] Minkus' Odyssee

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Minkus ist ein schöner und gesunder Kater. Jedoch lebt er nur noch, weil er als junges Kätzchen enorm viel Glück hatte. Enorm viel Glück hat der Kater immer noch. Bei Julia lebt er ein schönes und geruhsames Katzenleben, wird mit viel Liebe und Aufmerksamkeit verwöhnt und hat seinen angestammten Platz auf der Couch.

Doch eines Tages geht der Abenteurer mit ihm durch und Minkus macht sich auf eine lange Reise. Er weiss nicht, dass er seine geliebte Julia erst nach zwei Jahren wiedersehen wird... 

Meine Meinung:

Martina Magyaris "Auf Samtpfoten mitten ins Herz" ist genauso kitschig und süss wie es klingt.

Erzählt werden die Abenteuer von Kater Minkusch, den es bis nach Portugal und wieder zurück nach Deutschlang verschlägt. Unterwegs lernt er die unterschiedlichsten Menschen und Katzen kennen, erlebt das Gute und das Böse und erlebt die haarsträubendsten Abenteuer.

Manche dieser Szenen sind etwas an den Haaren herbei gezogen und, wie gesagt, das Ganze ist ziemlich kitschig und romantisch-süss. Dennoch merkt man, dass die Autorin sich Mühe gegeben hat, die Katze wirklich so darzustellen, wie sie ist. Das hat mir an diesem Buch am besten gefallen. Minkus nimmt man den Kater ab, er ist weder überzeichnet, noch romantisiert. Bloss die Situationen sind es ein wenig. Aber darüber kann man auch hinwegsehen.

Die grosse Schrift, das dicke Papier und die kurzen Kapitel machen das Buch auch für jene lesbar, die ansonsten weniger ein Buch zur Hand nehmen. Für geübte Leser ist die Geschichte ein Zwischensnack, den man rasch gekaut und rasch wieder verdaut hat.

Dennoch gehen einem Minkus' wilde Abenteuer und vor allem die einsamen Menschen, denen er begegnet, ans Herz. Also doch irgendwie "mitten ins Herz". 

Fazit: 

"Auf Samtpfoten mitten ins Herz" eignet sich gut als Mitbringsel für Katzenliebhaber, gerade wenn diese nicht sonderlich viel lesen. Alles in allem jedoch eher ein Buch, das man nicht gelesen haben muss und das man rasch wieder vergessen wird.

Martina Magyari
Auf Samtpfoten mitten ins Herz
Ein Katzenroman
HC mit Schutzumschlag, 2009
LangenMüller

978-3-7844-3177-2 

03.09.2012 um 21:17 Uhr

[Rezension] Der menschliche Körper hat Haut

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Sunset Park ist ein Park in Brooklyn, ist ein besetztes Haus, sind eine Gruppe von Menschen, die aus den verschiedensten Gründen dazu gekommen sind, in diesem Haus zu wohnen.

Miles Heller, gezwungen, seine geliebte Freundin zurückzulassen und mit einer Leiche im Keller. Nathan Bing, derjenige, der die Idee dazu hatte, das unbenutzte Haus zu seinem Heim zu machen. Die fleissige Alice, die nur für ihre Dissertation lebt. Ellen, die Einsame, ebenfalls mit einer Leiche im Keller.

Sie wissen, irgendwann müssen sie raus. Es ist bloss eine Frage der Zeit. 

Meine Meinung:

Hat Paul Auster ansonsten Romane geschrieben, die hart an der Grenze zur Traumwelt entlangschrammen, so ist "Sunset Park" reinste Realität. Das Buch beschreibt das Leben im Amerika der Wirtschaftskrise. Wir werden mit Leben konfrontiert, die besser sein könnten. Aber auch schlechter.

Hier schaut Auster hinter die schillernde Fassade, mit der sich Amerika gerne schmückt. Anstatt protziger Wagen und korrekt gemähten Rasen finden wir hier ein heruntergekommenes Haus und junge Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen, ihren Beziehungen und gebrochenen Herzen. Interessant fand ich hier jedoch vor allem die Figur von Miles' Vater, der ebenfalls seine Rolle in diesem Buch spielt,

Es ist ein ruhig und melancholisch erzähltes Werk, jedoch urteilt Auster nicht. Er hat sich zum Beobachter dieser Menschen erkoren und gibt uns ihre Geschichte weiter. Diese Geschichten hätten wir sein können. Ich. Du. Wir. Wir alle wurden von der Krise anders getroffen und hier ergab es sich, dass sich ein paar Verzweifelte in einem kleinen Häuschen trafen.

Ein weiteres Motiv, das Auster immer wieder verwendet, ist die Leere. Jede der Figuren vermisst etwas. Oder hat etwas verpasst. Ist auf der Suche. Unruhig. Alle versuchen sie, ihre innere Leere zu füllen. Akribisch und korrekt erzählt der Autor von dieser Suche und die Figuren werden real und ihr Schicksal geht uns nahe. Eben weil sie so menschlich und alltäglich sind. Du. Ich. Wir.

Ab und an dachte ich daran, das Buch abzubrechen, weil es keinen eigentlichen Handlungsstrang gibt, ausser die Geschichte von Miles und seinem Vater. Das Buch läuft darauf hinaus, dass die Leute irgendwann ihr einziges Heim verlassen müssen.
Doch trotz der Gedanken schaffte ich es nicht. Auster hatte mich gefangen. Gefangen mit seinen Figuren, die tiefgründig sind, nachdenklich und immer wieder entwickelte sich ein Gedanke, den ich mitverfolgen wollte. 'Später', dachte ich. 'Brech es später ab.'

Und plötzlich war es ausgelesen. Plötzlich kein Miles mehr, kein Bings, keine Alice und keine Ellen. Auch kein Morris mehr. Erst da begriff ich, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat. Trotz seiner Ausschweifungen über Filme, die ich  nicht kenne, und Baseballspieler, die mir unbekannt sind.

Typisch. Typisch Paul Auster. Er hat es mal wieder geschafft. Mal wieder geschafft, mich zu beeindrucken und mir zu imponieren. 

Fazit: 

"Sunset Park" ist ein hochaktuelles Buch zum Leben im 21. Jahrhundert, das von einer weltweiten Wirtschaftskrise geschüttelt ist. Eine Krise, die Spuren hinterlässt. So hinterlässt auch dieses Buch seine Spuren. Vielleicht so, dass man anfangs gar nicht merkt, dass sie da sind. Doch hat man "Sunset Park" ausgelesen, zeigen sie sich. Bravourös!

Paul Auster
Sunset Park
HC mit Schutzumschlag, 1. Auflage 2012
Rowohlt

 978-3-498-00082-0

Aus dem Englischen von Werner Schmitz
Originalausgabe: Sunset Park
Henry Holt, New York 2010 

01.09.2012 um 22:19 Uhr

[Das Buch des Monats] August 2012

von: Jari   Kategorie: Das Buch des Monats

Neben einigen schlechten Büchern hatte ich diesen Monat auch viel Leseglück. Das Buch des Monats wird:

Natasa Dragnix - Jeden Tag, jede Stunde

Einfach herrlich! Bezaubernd! Richtige Sommerlektüre. Vor allem, wenn der Sommer schon fast um ist. 

01.09.2012 um 17:13 Uhr

[Monatsstatistik] August 2012

von: Jari   Kategorie: Bücherlisten

Gelesen:

 

  1. Bibliomania               
  2. Cat Patrick - Die fünf Leben der Daisy West             
  3. Larry Winget - Menschen sind Idioten und ich kann's beweisen            
  4. E.L. James - Shades of Grey         
  5. Gauthier & Minikim - Couette             
  6. Dietmar Dath - Die Abschaffung der Arten        
  7. Natasa Dragnic - Jeden Tag, jede Stunde             
  8. Katie MacAlister - Steamed          
  9. Timur Vermes - Er ist wieder da               
  10. Polyglott - London           
  11. Amélie Nothomb - Kosmetik des Bösen             
  12. Eoin Colfer - Artemis Fowl: Das Zeitparadox             
  13. Jan-Philipp Sendker - Herzenstimmen          
  14. Paul Auster - Sunset Park          
  15. José Saramago - Die Stadt der Blinden        

 

Phu, was für ein anstrengender Lesemonat! Dath, Auster, Saramago... Ich bin fix und alle...

Gesamt gelesen 2012:  96

01.09.2012 um 10:09 Uhr

Jari liest... Jonas JonassonJari liest... Jonas Jonasson

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Allan Karlsson wird hundert Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch er steigt kurzerhand aus dem Fenster (im Erdgeschoss) und verschwindet (zum Bahnhof) - und schon bald steht das ganz Land wegen seiner Flucht auf dem Kopf.

Jonas Jonasson erzählt ein herrlich komisches "Road Movie" und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, in den letzten hundert Jahren aber trotzdem immer in die grossen historischen Ereignisse verwickelt war.