Jaris Büchergebrabbel

27.11.2012 um 19:50 Uhr

BücherQuotes #32

von: Jari   Kategorie: BücherQuotes

 

"Die Schwierigkeit besteht darin, dass ich es auf Hund erklären kann, ihr aber nur auf Mensch zuhören könnt."
Seite 156

 

 

"Weisst du, was auf dieser grossen weiten Welt am allertragischsten ist?", fragte Ginger (...). "Dass die allermeisten Leute nie herausfinden, was sie eigentlich wirklich wollen oder was sie richtig gut können. All die Söhne, die Hufschmiede werden, weil schon ihre Väter Hufschmiede waren. All die Leute, die wirklich fantastische Flötenspieler sein könnten, die aber alt werden und sterben, ohne dass sie je ein Musikinstrument in der Hand gehalten hätten, weil sie stattdessen schlechte Pflüger geworden sind. Die vielen Leute, die nicht einmal darauf kommen, dass sie Talent haben. Vielleicht sind sie nicht mal in der richtigen Zeit geboren, um es herauszufinden."
Seite 164 

 

"Natürlich stimmt was nicht. Sie ist ein Mensch", sagte Piepsi.
Seite 218

 

"Du bist mein eigen Fleisch und Blut", sagte Schnapper kopfschüttelnd. "Wie kannst du mir das antun?"
"Eben weil ich dein eigen Fleisch und Blut bin", sagte Soll.
Schnappers Miene hellte sich sofort wieder auf. Natürlich, wenn man es so betrachtete, war es gleich gar nicht mehr so schlimm.
Seite 249 

 

26.11.2012 um 13:21 Uhr

[Hörbücher] Blutdurst

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Seit Jamie vor zwei Jahren miterleben musste, wie sein Vater starb, ist das Leben für ihn nur noch eine reine Katastrophe. Er prügelt sich, muss ständig die Schule wechseln und streitet mit seiner Mutter. Doch als er Larissa kennen lernt, gerät Jamies Leben noch mehr aus den Fugen.

Plötzlich verschwindet seine Mutter spurlos, Jamie wird von Frankensteins Monster entführt und der Junge muss erfahren, dass es Wesen wie Vampire tatäschlich gibt. Und dass sie wahnsinnig gefährlich sind.

Dennoch hält nichts Jamie davon ab, seine Mutter aus den Fängen eines der ältesten Vampire der Welt retten zu wollen. Ihm zur Seite stehen Frankenstein, sein Freund Tom und Larissa, die Vampirin... 

Meine Meinung:

Mit "Department 19: Die Mission" von Will Hill erlebte ich eine wahre Achterbahnfahrt. Zuerst war ich skeptisch, dann begeistert und schlussendlich enttäuscht.

Die Geschichte entwickelt sich rasant, nur schon der Prolog ist spannend und düster. Düster geht es auch weiter, bald muss Jamie sich den ersten Vampiren stellen, die hinter ihm und seiner Mutter her sind. Es geht zügig voran. Fast schon zu zügig. Nach nur 24 Stunden Training scheint Jamie auf derselben Stufe zu stehen, wie die Soldaten von Department 19 nach mehreren Jahren.

Ausserdem war mir Jamie in manchen Szenen einfach zu unreif. Zwar ist es sehr edelmütig, dass er sein Leben für seine Mutter riskiert, aber eben riskiert er nicht nur seines, sondern auch noch das vieler anderen. Er handelt oft gedankenlos und rennt einfach drauflos. Lustigerweise geht immer alles glatt oder Frankenstein rettet unseren Helden aus den Fängen irgendwelcher Vampire.

Spoiler: Dass der 24-Stunden-Superheld Jamie gleich einen Uralt-Vampir erledigt, passt da wirklich in die Reihe, ist aber aufgrund purer Logik einfach purer Unsinn. Ebenfalls fand ich das Auftauchen von Kate eher sinn- und zwecklos. Dass Jamie sie dann auch noch gleich mit mit in die Höhle des Löwen, bzw. Vampires, schleppt ist doch einfach nur verantwortungslos.

Ein weiterer Kritikpunkt, der sich quer durch das Hörbuch zieht, sind die niemals enden wollenden Blutfontänen. Es spritzt und quetscht und sprudelt. Welch Freude! Das ganze Hörbuch ist ein wahrer Springbrunnen von Blut. 
Natürlich ist gegen Blut nichts einzuwenden. Vor allem dann nicht, wenn man es mit Vampiren zu tun hat. Aber Will Hill hat hier derart übertrieben, dass es schon fast wieder komisch ist. Ernst nehmen kann ich das Buch deswegen nicht.

Dass ich im Übrigen Kaugummi-Enden nicht mag, habe ich bereits in anderen Rezensionen erwähnt. Will Hills Kaugummi-Ende macht da keine Ausnahme. 

Aber wie gesagt, es gab auch ein paar Szenen, in welchen ich wirklich nicht aufhören wollte zu hören. Kurz vor dem eigentlichen Höhepunkt fand ich es am spannendsten. Hier hat der Autor wirklich Spannung aufgebaut und es kitzelt einem wirklich. Leider kippte die Stimmung dann ziemlich rasch wieder...

Ein weiterer Punkt, der mir gefiel, war Frankenstein. Er sticht derart aus der Meute der Vampire hervor, er ist für mich das eigentliche Highlight der Geschichte. Ohne ihn hätte ich das ganze Hörbuch wohl ziemlich rasch wieder abgebrochen.

An die rauchige, etwas kratzende Stimme von Dietmar Bär musste ich mich erst einmal gewöhnen, kann jedoch sagen, dass Bär eine gute Wahl war. Eben genau das Rauchige, Düstere seiner Stimme passt hervorragend in diese Geschichte und zu ihrer Stimmung. Bär habe ich gerne gelauscht und freue mich schon auf die nächste Begegnung mit ihm.  

Fazit: 

Kein Buch/Hörbuch für junge Leser/Hörer und Leute, die kein Blut sehen können. "Department 19: Die Mission" hat definitiv Spannung und auch seine guten Seiten, leider überwiegte für mich jedoch das Negative. Zu viel schlechte Splash-Szenen und zu viel Anti-Logik auf einmal verbard mir den Hörgenuss.

Spoiler: Dass ausgerechnet Frankenstein einen derart sinnlosen Tod stirbt, kann ich übrigens auch nicht nachvollziehen. 

Will Hill
Department 19: Die Mission

Gelesen von Diemar Bär
6 CDs (ungekürzt)

Bastei Lübbe
978-3-7857-4698-1 

25.11.2012 um 00:31 Uhr

[Gewinnspiel] Erinnerung

von: Jari   Kategorie: Gewinnspiele

 
Nur eine kleine Erinnerung: Ihr habt noch ca. eine Woche Zeit, um am 1001-Einträge-Gewinnspiel teilzunehmen!

20.11.2012 um 22:28 Uhr

[Rezension] Nichts ist perfekt

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Für die Welt mag Barry Fairbrother irgendjemand gewesen sein, für das Städtchen Pagford dagegen ist sein viel zu früher Tod eine Tragödie. Fairbrother war es, der die Kleinstadt zusammenhielt.
Nach dem ersten Schock stellt sich den Bewohnern von Pagford jedoch die Frage, wer Barrys Sitz im Gemeinderat übernimmt. Nun zeigt Pagford sein wahres Gesicht und es ist bei Weitem kein schönes...

Meine Meinung:

Man hat schon viele Rezensionen über J.K. Rowlings "The Casual Vacancy" geschrieben. Diejenigen, die in den Köpfen blieben, waren die negativen. Man scheint Rowling nicht zuzutrauen oder nicht zutrauen zu wollen, dass sie ausser Harry Potter etwas anderes schreiben kann.

Genau deshalb war ich von Anfang an sicher, dass ich das Buch lesen wollte. Ich wollte mich selbst überzeugen und mir meine eigene Meinung bin. Deshalb bin ich auch gleich am Erstverkaufstag in die nächstbeste Buchhandlung gerannt, um mir das Buch zu holen. Und den Nachmittag mit lesen zu verbringen.

Kurz gesagt: Ja, sie kann es. Ja, J.K. Rowling kann schreiben. Auch ohne Harry. "The Casual Vacancy" überzeugte mich bereits auf den ersten Seiten. Sie schafft es auf eine einfache, verzaubernde Weise, die Stimmung in Pagford wiederzugeben. Gleichzeitig ist sie wahnsinnig schonungslos. Hier beschreibt Rowling die gnadenlose Realität. Ohne mit der Wimper zu zucken und ohne zu werten. Das Wissen, dass es so oder so ähnlich auch bei uns, direkt in unserer Nachbarschaft, zu und her geht, lässt das alles nur noch eindrücklicher werden.

Hier tobt ein zum Teil unterschwelliger Krieg. Jeder gegen jeden. Jeder verfolgt seine eigenen Ziele. Jeder hat seine Gründe. Träume. Hoffnungen. Alte Rechnungen zu begleichen. "A Casual Vacancy" ist definitiv ein Buch, das einem Bilder in den Kopf setzt, die dann auch dort bleiben.


Es ist kein Geheimnis, dass Armut fürchterlich ist. J.K. Rowling jedoch führt uns vor Augen, wie es wirklich ist. Schliesslich weiss sie aus erster Hand, wie es ist. Doch vor allem brilliert sie durch die Beziehungsgeflechte, die sie webt. Wie eine Spinne webt sie hauchdünne Fäden, manche zeigen sich erst mit der Zeit, doch alle führen sie zum Desaster.

Eine wahre Fülle von Figuren treffen uns in diesem Buch. Doch Rowling schafft es, sie uns nahe zu bringen, sodass sie so greifbar und real werden, als ständen sie direkt vor uns. Aufgrund seines Umfangs konnte ich das Buch schlecht unterwegs lesen, was dazu führte, dass ich lange Zeit nicht im Buch weiterlas. Als ich dann wieder dazu kam, in dem Buch zu lesen, war ich überrascht, dass ich mich praktisch sofort wieder in der Geschichte zurecht fand. Auch die Personen erkannte ich wieder. All dies spricht für das schriftstellerische Können der Autorin. 

Fazit: 

Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben. Ein dichtes und ergreifendes Werk über eine ganz normale Kleinstadt. Ein Buch, das mich, trotz anfänglicher Skepsis, völlig überzeugt.
Vielleicht kein Buch, das jeder lesen sollte oder könnte, aber definitiv Literatur auf einer höheren Ebene.

J.K. Rowling
The Casual Vacancy
HC mit Schutzumschlag, 2012
Little Brown

978-1-4087-0420-2 

18.11.2012 um 18:48 Uhr

Jari liest... Robin Jarvis

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Dieses Buch ist böse...
Du solltest dich ihm nicht nähern.
Du solltest nicht darüber sprechen.
Was auch immer du tust, öffne es nicht!

17.11.2012 um 22:26 Uhr

[Hörbücher] Endlich still. Endlich still.

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Seit fast drei Jahren ist Vanessa Willard verschwunden. Spurlos. Niemand weiss, ob sie noch lebt oder nicht. Hat sie sich abgesetzt oder wurde sie Opfer eines Gewaltverbrechens? Diese Fragen quälen Vanessas Ehemann seit dem Tag ihres Verschwindens.

Unterdessen kommt Ryan Lee aus dem Gefängnis. Er war es, der damals Vanessa entführt und sie ihrem Schicksal überlassen hat. Doch kaum ist Ryan wieder draussen, geschehen seltsame Dinge und so sehr er auch versucht, sich ein ordentliches Leben aufzubauen - irgendetwas kommt immer dazwischen.

Und dann verschwindet plötzlich wieder eine Frau... 

Meine Meinung:

"Im Tal des Fuchses" ist eine Premiere: Meine erste Charlotte Link! Da ich jedoch kein 500-seitiges Werk mit mir rumschleppen möchte, lernte ich Frau Link als Hörbuch kennen. Mein Fazit schon im Voraus: Ich wollte die Kopfhörer meines Ipods gar nicht mehr abnehmen.

Da es, wie bereits gesagt, mein erster Roman von Charlotte Link war, kann ich dieses Buch nicht mit ihren anderen Büchern vergleichen, aber ihr Stil hat mich sehr neugierig gemacht. Leider haftet Link das Label "Frauenroman" an, was mich bisher immer abgeschreckt hat. Doch jetzt weiss ich mit Sicherheit, dass das gar nicht stimmt und dass zumindest "Im Tal des Fuchses" ein packender Thriller ist, bei dem man ständig miträtseln muss.

Man rätselt mit. Und das, obwohl man Opfer, Täter und etwas später auch den Grund für die Entführung kennt. Die Geschichte nimmt immer wieder unerwartete Wendungen und Frau Link schafft es, dass man jeder Spur folgt und unbedingt wissen will, wie es weitergeht. "Im Tal des Fuchses" ist ein geschickt aufgebautes Buch und mit gutem Gespür für Entwicklungen und Zwischenmenschliches. Charlotte Link hat ein Auge für die Gefühle und Wünsche ihrer Figuren. Nur ab und zu verhalten diese sich unrealistisch.

Die Gefühle der unterschiedlichen Protagonisten stehen im Zentrum, dadurch lernt man die Charaktere gut kennen. Mit ihren schlechten und ihren guten Seiten. Man versteht, weshalb sie in dieser Situation so gehandelt haben und in jener so. Ab und an tat mir sogar Ryan irgendwie Leid... 

Gudrun Landgrebe fungiert als Erzählerin des Hörbuches. Ich empfand ihre als sehr angenehm und hörte ihr gerne zu. Obwohl im Buch viele Charaktere vorkommen, schafft sie es doch gut, jeder Figur ihre eigene Stimme zu verleihen. Leider kam es trotzdem ab und zu zu Verwechslungen oder Szenen, in welchen ich nicht sicher war, wer nun was gesagt hatte.

Fazit: 

Meine erste Link und das erste längere Hörbuch, das ich gehört habe. Das spricht wohl für sich. Ich habe mit Ryan, Jenna und den Anderen einige spannende Stunden erlebt und habe das Hörbuch in vollen Zügen genossen. Das Miträtseln und Thesen entwickeln war eine kleine Zugabe und hat ebenso viel Spass gemacht.

Noch immer würde ich Charlotte Link eher Frauen empfehlen, jedoch könnte auch ein neugieriger Mann sich an ihr versuchen. Er muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass Link die Gefühle ins Zentrum stellt. Was aber nicht heisst, dass das Buch nicht spannend ist. Im Gegenteil!

Charlotte Link
Im Tal des Fuchses 

Gelesen von Gudrun Landgrebe
Spielzeit: 18 Stunden & 40 Minuten (ungekürzt)

Audible.de 

16.11.2012 um 21:34 Uhr

[Frag das Jari] Von Hörbüchern und Hörspielen

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Bücher lesen ist schön. Bücher vorgelesen zu bekommen ebenfalls. Und Hörbücher füllen die Lücken zwischen den Lesepausen wunderbar aus. Oder waren es die Hörspiele?
 
Angelmagia, als sehr aufmerksame Leserin, fragte: Was ist der Unterschied zwischen Hörbüchern und Hörspielen?
 
Eine sehr gute Frage, die man beantwortet haben sollte, bevor man losgeht und sich ein Hörbuch kauft. Oder eben ein Hörspiel.
 
Das Hörbuch
 
Als Kind hatten die meisten von uns ganz persönliche Hörbücher. Da waren Mama, Papa, Onkel, Tanten und natürlich Oma und Opa, die sich hingesetzt haben und uns aus einem Buch vorgelesen haben. Oft ist dies der erste Berührungspunkt eines Kindes mit der Welt der Bücher. Vorlesen tut Kindern und Eltern gut, fördert die Konzentration und das Interesse am Lesen, das wiederum die sprachlichen Fertigkeiten unterstützt.
 
Hiermit ist die Frage nach dem Hörbuch eigentlich schon beantwortet:
 
Das Hörbuch verfügt über einen einzelnen Leser, der in die Rolle des Erzählers schlüpft. Talentierte Leser schaffen es, jeder Figur eine eigene Stimme zu geben. Sie röcheln, sie husten, sie lachen, sie prusten. Der Sprecher muss dafür sorgen, dass der Zuhörer sich nicht langweilt und alle Figuren unterscheiden kann. 
 
Das Hörspiel
 
Doch was ist nun ein HörSPIEL?
Das Hörspiel erinnert an Theater. Im Gegensatz zum Hörbuch mit nur einem Sprecher, hat hier jede Figur ihren eigenen Sprecher. George Clooney spricht Romeo und Julia Roberts spricht Julia, so in der Art. Und für jeden weiteren Charakter braucht es einen weiteren Sprecher.
 
Dafür fällt oft (aber nicht immer) der erklärende Text weg. Die Sprecher sind also dazu aufgefordert, mit Hintergrundgeräuschen und dem einfachen Dialog dem Hörer den Text näher zu bringen.
 
Ich hoffe, dieser kleine Exkurs hat weitergeholfen und war nicht allzu wirr... :3 
 
 

15.11.2012 um 15:52 Uhr

[Rezension] Alles neu macht der Mai

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der fiese Räuber Hotzenplotz war so dreist und hat Omas Kaffemühle geklaut! Eine so schöne Kaffemühle, die auch noch das Lied "Alles neu macht der Mai" spielt. Die arme Oma!
Natürlich bleiben Kasperl und Seppel da nicht untätig sitzen, denn irgendwer muss den Räuber Hotzenplotz ja dingfest machen. Klug und gewitzt, wie die beiden Jungs sind, stellen sie dem Bösewicht eine Falle. Doch schon bald sitzen die Jungs selbst in der Falle! Ob sie es schaffen, aus dem Schlamassel herauszukommen und Omas Kaffeemühle zurückzubekommen?

Meine Meinung:

"Der Räuber Hotzenplotz" von Otfried Preussler ist nicht nur eines seiner bekanntesten Werke, sondern praktisch schon ein moderner Klassiker. Wer lag abends nicht in seinem Bett und hörte gespannt zu, wie Mutter oder Vater die Abenteuer von Kasperl und Seppel vorlasen? Doch es lohnt sich, die Geschichte auch als Erwachsener zu lesen - und sei es nur aus purem Spass an der Freude!

Selbst nach all diesen Jahren war es wieder herrlich, wie die Jungs dem Räuber ihre Falle stellen und Hotzenplotz mit ihren Mützen verwirren. Das Buch ist ein wahrer Geniestreich und zu keiner Zeit langweilig. Man hofft auch als Erwachsener noch mit, dass Kasperl dem Zauberer Zwackelmann entfliehen kann und lacht ab den Witzen im Buch, die noch immer genauso lustig sind.

Ich denke, es tut allen Erwachsenen gut, sich ab und zu ein Kinderbuch zu schnappen und eine Zeitreise anzutreten. Nicht selten entdeckt man Dinge, die man als Kind noch gar nicht wahrgenommen hat. Das wichtigste jedoch ist, dass man mit Büchern wie jenen von Preussler die Unbeschwertheit der Kinderzeit noch einmal erleben darf. Sich noch einmal mit Kasperln und Seppel identifizieren, mit ihnen Streiche aushecken und dem ollen Hotzenplotz eins auswischen.
Sowas tut doch einfach der Seele gut.

Mir jedenfalls erging es so als ich zum ersten Mal seit Jahren zu Preussler zurückkehrte. Dies war ein Projekt, das ich mir schon lange vorgenommen hatte und viel zu lange auf sich warten liess. Wie konnte ich nur! Bereits jetzt freue ich mich darauf, all die alten Bekannten wiederzusehen. Die kleine Hexe, das kleine Gespenst und natürlich ein weiteres Mal den Räuber Hotzenplotz.

Der ist es nämlich immer und immer wieder Wert gelesen zu werden! 

Fazit: 

Ein erstaunlicher Klassiker und ein wunderbares Buch für grosse und kleine Leser. Sogar für die kleinsten und die grössten. Jeder, der des Lesens mächtig ist, sollte vielleicht ab und an Hotzenplotz einen Besuch abstatten. Eigentlich sollte Preussler von den Krankenkassen finanziert werden. Der hat mir jedenfalls mehr geholfen als die moderne Chemie...

Otfried Preussler
Der Räuber Hotzenplotz
HC, 2012
Thienemann

978-3-522-18319-2 

14.11.2012 um 19:55 Uhr

[Rezension] Feuerblume

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Fire ist ein Monster, ihre Haare verraten sie: Feuerrot. Flammend. Brennend. Ihre besondere Fähigkeit: Sie kann in die Köpfe anderer Wesen eindringen. Doch sie hütet sich, ihre Kraft auszunutzen. Zu viel musste sie schon erleben. Zu viel hat sie schon gesehen.

Aber Fires Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie gebeten wird, ihre Fähigkeiten dazu einzusetzen, ihr Land zu retten, das in einen fürchterlichen Krieg gezogen zu werden droht... 

Meine Meinung:

Es ist schon lange her, dass ich Kristin Cashores "Die Beschenkte" gelesen habe, dennoch war ich neugierig auf "Die Flammende". 

Leider war der Start, bzw. sogar ein Grossteil des Buches, ziemlich steinig für mich. Lange konnte ich mich nicht mit Fire anfreunden. Ihr Wesen ging mir total gegen den Strich. Erst als sie sich gegen Ende der Geschichte zu einer selbstbewussteren und bodenständigeren Person weiterentwickelt, wurde sie mir sympathischer.

Was das Buch an und für sich betrifft, muss man Cashores Stil mögen. Sie ist eine sehr feinfühlige Erzählerin, die aus ihren Büchern etwas ganz Besonderes macht. Jedoch muss man auf Spannung fast ganz verzichten, nicht jeder hat einen Geduldsfaden von 500 Seiten. Ja, Cashore hat eine schöne Art zu erzählen, jedoch musste auch ich mich immer wieder am Ziemen reissen, weil einfach zu lange nichts geschieht.

Erst aufs Ende hin kommt ein eigentlicher Erzählstrang auf, was aber nicht heisst, dass nicht schon zuvor Dinge geschahen, die hinterher wichtig sind. Für Cashore steht eindeutig ihre Hauptfigur im Zentrum. Alles dreht sich um Fire. Neben ihr verblassen alle anderen Figuren. Keiner scheint es so richtig mit der Flammenden aufnehmen zu können, obwohl es an Figuren sicherlich nicht mangelt. 

Was die sogenannten "Monster" betrifft, entwirft die Autorin ein faszinierendes Bild, das jedoch über einige Lücken verfügt. Sie sind spezielle Wesen, von denen Fire jedoch das letzte menschliche ist. Die Grundidee überzeugt, ist aber nicht ganz bis zum Schluss gedacht worden. Natürlich könnte es sein, dass im nächsten Band noch einige Fragen beantwortet werden, dennoch ist dies hier ein weiterer Kritikpunkt meinerseits. 

Fazit: 

Ein Buch, das Durchhaltevermögen fordert. Eine schöne Geschichte, obwohl sie hinter "Die Beschenkte" herhinkt. Trotz meiner Startschwierigkeiten habe ich das Buch schlussendlich ganz gerne gelesen. Dennoch war ich dann doch irgendwie froh, dass ich es geschafft hatte. Ganz entscheiden, ob mir das Buch nun gefallen hat oder nicht, werde ich wohl nie können.

Kristin Cashore
Die Flammende
HC mit Schutzumschlag, 2011
Carlsen

978-3-551-58211-9

Aus dem Englischen von Katharina Diestelmeier
Originalausgabe: Fire
Dial Books, 2009 

13.11.2012 um 20:49 Uhr

[Rezension] Kosmetik des Bösen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Als die hübsche Christa der einsamen Blanche ihre Freundschaft anbietet, schwebt Blanche im siebten Himmel und ist überglücklich. Endlich hat sie eine Freundin! Die erste in ihrem Leben. Und dann auch noch Christa!

Doch dann schleicht Christa sich mehr und mehr in Blanches Leben. Bald schon besetzt sie Blanches Zimmer, ihre Eltern sind hin und weg und Blanche realisiert, Christa ist nicht ihre Freundin. Sie war es nie, denn sie ist die AntiChrista. Ihr einziges Ziel: Blanche zerstören. Aber Blanche wehrt sich zum ersten Mal in ihrem Leben... 

Meine Meinung:

"Böses Mädchen" heisst dieser Titel von Amélie Nothomb und der Titel ist Programm. Noch nicht einmal 140 Seiten ist das Buch lang, aber ich glaube, länger hätte ich es auch gar nicht durchgehalten. Zu viel Nothomb würde unserer Psyche wahrscheinlich drastischen Schaden zufügen...

Die eigentliche Geschichte ist rasch erzählt und klingt harmlos. Eine Freundin, die keine ist. Doch Christa ist schlimmer. Blanche durchläuft alles, was unter "Eifersucht" und "Neid" einzuordnen ist und doch liegen die Sympathien bei ihr. Christa mag nicht böse in diesem Sinne sein, verhält sie sich doch so wie sie es gewohnt ist, dennoch wünsche ich niemanden, an eine Person wie sie zu geraten.

Während des Lesens ergriff mich die wahre Empörung über Christas Verhalten. Sie ist wahrhaftig die AntiChrista. Dennoch verhilft sie Blanche zu einer Wandlung, die sie ohne Christa wohl nicht durchlebt hätte. Wie man sieht gibt es auch in "Böses Mädchen" wieder viele Themen zu diskutieren. Wieder ist es eine Geschichte, die sich einem in die Eingeweide bohrt.

Diese beiden Welten, die da aufeinander treffen, könnten unterschiedlicher nicht sein und obwohl Christa definitiv als Antiheld und, eben, als Böses Mädchen daherkommt, kann man sich bestimmt auch gut mit ihr identifizieren. Sie ist das Leben, Blanche das genaue Gegenteil.
Beängstigend ist jedoch, dass Blanche Christa bis zum Schluss nicht loslassen kann... Ihr Einfluss ist stärker als alle Vernunft und ich musste mich selbst fragen, wie oft wir in unserem privaten Alltag auf diese Art "vergiftet" werden.

"Böses Mädchen" ist eine Nothomb wie ich sie liebe. Nach "Winterreise", das eher mau war, war die Lektüre dieses Buches wahres Balsam fürs Herz. Wenn Nothomb je ein Balsam fürs Herz sein kann. 

Fazit: 

Eine wahre Nothomb, auch als "Einstieg" in die Welt der Nothomb geeignet. In "Böses Mädchen" wird mit Gegensätzen gespielt, unseren Grundeinstellungen und der Frage nach Gut und Böse.

Amélie Nothomb
Böses Mädchen
TB, 2005
Diogenes

978-3-257-23552-4

Aus dem Französischen von Brigitte Grosse
Originalausgabe: Antéchrista
Albin Michel, Paris 2003 

13.11.2012 um 13:56 Uhr

BücherQuotes #31

von: Jari   Kategorie: BücherQuotes

"Wer meint, Lesen sei eine Flucht, liegt völlig falsch. Lesen bedeutet, sich der Wirklichkeit in ihrer konzentriertesten Form auszusetzen (...).
SEite 132 - 133
 
 

12.11.2012 um 22:43 Uhr

[Rezension] Mütter sind heilig

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

 

Woraus besteht der Alltag? Woraus bestehen die Menschen? Was macht uns eigentlich aus?
Das Leben besteht aus Träumen, Hoffnungen, Enttäuschungen, der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. 
 
Den Ehemann. Liebt man ihn? Hasst man ihn? Die Kinder. Sind sie anstrengend, liebenswürdig oder einfach nur Kinder? Die Familie? Wie viel Platz braucht die Familie?
 
Was ist der Alltag? 

 

Meine Meinung:

In Fariba Vafis Buch "Kellervogel" erzählt uns eine namenlose Hausfrau von ihrem Alltag in irgendeinem Land. Es könnte jedes Land sein. Das Buch könnte in Europa spielen, Amerika oder doch... dem Nahen Osten. Doch Erwähnung findet es nicht. Wieso auch?

Der Kellervogel ist kurz und knapp. Vafi beschreibt die Dinge nüchtern und in seitenkurzen Kapiteln. Doch genau mit dieser Kürze schafft sie es, den Alltag zu durchschauen und liefert so ein detailliertes Bild des Innenlebens ihrer Protagonistin. Und vielleicht auch von uns selbst. Denn sind wir nicht auch sie?

Welch kräftiges und starkes Buch! Mich überzeugte es auf ganzer Linie, habe ich es doch an einem Nachmittag durchgelesen. Durchgelitten. Durchgestanden. Durchlebt.

Auf nur 150 Seiten bringt Vafi so viel Inhalt, wie manche auf 500. Nein, es braucht nicht viele Worte, um Eindruck zu schinden. Es braucht nicht viele Worte, um eine Geschichte zu schaffen.

Deshalb schreibe ich auch nichts mehr und hoffe, dass meine Rezension aussagekräftig genug ist, um auszudrücken, wie tief mich Fariba Vafi berührt hat. 

Fazit:

Kurz und knackig. Irgendwie erinnert Fariba Vafi an Nothomb. Irgendwie aber auch nicht und es tut auch nichts zur Sache. "Kellervogel" ist ein bildstarkes, aussagekräftiges Buch über etwas so Belangloses wie das Leben einer einfachen Hausfrau.

Fariba Vafi
Kellervogel
HC mit Schutzumschlag, 2012
Rotbuch

978-3-86789-167-7

Aus dem Persischen von Parwin Abkai
Mit einem Nachwort von SAID

Originalausgabe: Parande-ye man
Nashr-e-Markaz, Teheran 2002 

09.11.2012 um 14:51 Uhr

[Gewinnspiele] Teilnahmeschluss

von: Jari   Kategorie: Gewinnspiele

 
In meinem Eintrag zum Gewinnspiel hab ich alles Wichtige erwähnte. Bloss der Teilnahmeschluss ist mir entgegangen. Böse, böse. Deshalb noch ein Nachtrag: Ihr habt bis am 30.11 umd 24.00 Zeit, um beim Gewinnspiel mitzumachen!
 
Die Preise und die Fragen findet ihr hier: 1001-Einträge

07.11.2012 um 00:00 Uhr

[Rezension] Helden, über die niemand spricht

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Tagtäglich geben Hunde ihr Bestes, um uns Menschen zu helfen. Sei es als Freund und Tröster oder als Begleiter beim Sport. Doch es gibt auch Hunde, die einen richtigen Beruf ausüben. Lawinenhunde. Drogenspürhunde. Und die Militärhunde.

Militärhunde lernen das Leben jenseits des Alltags kennen. Sie folgen ihrem Partner in Krisengebiete, um dort wichtige Aufgaben zu erfüllen. Es gibt keine Zahlen dazu, wie viele Menschenleben schon durch Hundenasen gerettet wurden, doch sind es unzählige.

Militärhunde sind die Helden, über die niemand spricht... 

Meine Meinung:

"Hunde im Einsatz" ist ein aussergewöhnliches Buch zu einem eher unbekannten Thema: Die Militärhunde. 

Nein, nein, es ist kein Buch pro oder kontra Krieg, sondern eine Hommage, eine Ehrerweisung, die schon lange fällig ist. Schon seit ewigen Zeiten kämpfen Hund und Mensch Seite an Seite, und dieses Buch rückt die unbekannten Helden endlich in den Mittelpunkt.

Zuerst wird die Geschichte der Hunde im Einsatz beschrieben. Vom Ersten Weltkrieg über den Vietnamkrieg bis in den Irakkrieg. Die Hunde waren immer mit dabei, unter den unterschiedlichsten Umständen. Dann wird die Ausbildung in all ihren Facetten erklärt und noch vom aktuellen Leben an der Front berichtet. Abschliessend werden einige Hundehelden portraitiert. Sie stehen stellvertretend für alle vierbeinigen Einsatzkräfte, die an den unterschiedlichen Fronten gedient haben.

Die Informationen waren zwar interessant (wichtig vor allem, dass es heutzutage verboten ist, den Hund zu schlagen!), aber wenn man sich mit den militärischen Diensträngen und Einsatzgruppen nicht auskennt, für den ist das Lesen der Texte etwas erschwert. Dennoch habe ich viel Neues gelernt und erfahren.

Was für mich jedoch fast noch wichtiger war, waren die Bilder. Deretwegen habe ich das Buch eigentlich gekauft. Meiner Meinung nach hätte das Buch sogar noch über mehr Bilder verfügen können, sind sie doch so eindrücklich und vielsagend wie der Text an sich.

Die Bilder sprechen Bände. Da ist der Soldat, der seinem Hund ein Ständchen trällert. Der Hund, der aufmerksam wacht, während sein Partner schläft. Der Hundeführer, der den Hund streichelt, der gerade operiert wird - die Bilder sprechen von Vertrauen, Zuneigung und dem Gefühl, zusammen zu gehören. Sie sind eindrücklich und ergreifend.

"Hunde im Einsatz" wurde in erster Linie von Hundefreunden geschrieben, die in zweiter Instanz Soldaten sind. Quer durch das Buch hindurch merkt man den Respekt, den Autor Lance M. Bacon den Hunden entgegenbringt.

Zwar liest man von Todesopfern, Sprenungen und Hitzeschlägen, aber man liest auch von treuen Freunden, die alles dafür tun, damit ihr vierbeiniger Partner rechtzeitig operiert wird. Von Hunden, die mit ihrem Körper ihren Menschen vor dem Kugelhagel beschützen.

Das Thema der Militärhunde mag nicht jeden interessieren, aber es ist gut, dass es dieses Buch gibt, dass endlich jemand über die Helden berichtet, über die niemand spricht.

Fazit: 

Ein nicht leicht zu lesendes Buch, das es aber definitiv gebraucht hat. Intensiv, spannend und berührend. Man muss nicht unbedingt im Militär sein, um sich für das Thema der Militärhunde zu interessieren und das Buch zu lesen. Es reicht, wenn man unseren tierischen Begleitern etwas Respekt entgegen bringt.

Lance M. Bacon
Hunde im Einsatz
Helden auf vier Pfoten
HC mit Schutzumschlag, 2012
GeraMond

978-3-86245-713-7

Aus dem Englischen von Dr. Werner Kügler 

06.11.2012 um 16:09 Uhr

[Hörbücher] Mit Kind und Titten

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Als sich Vater Nikolai mit seinen über 80 Jahren noch einmal verliebt, sind seine Töchter Nadia und Vera nicht einmal begeistert. Als sich die Auserwählte als junge Mutter mit grossem Busen entpuppt werden sie nur noch skeptischer. 

Das Misstrauen ist berechtigt: Die Ukrainerin verhält sich anmassend und ist unersättlich. Nadia und Vera, eigentlich schon jahrelang zerstritten, tun sich zusammen, um das Busenwunder loszuwerden... 

Meine Meinung:

Man hat schon vieles über Marina Lewyckas "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" gehört, deswegen war ich neugierig und griff zu diesem Hörspiel, um damit das tägliche Haushalten etwas zu unterlegen.

Ich wurde durchaus gut unterhalten und musste feststellen, dass mir Hörspiele besser gefallen als Hörbücher. Durch die abwechselnden Stimmen weiss man genau, wer wann was tut, und man entkommt der Monotonie, die mich sonst überfällt, wenn ich ein Hörbuch höre.
So gefielen mir zum Beispiel die Telefonate zwischen den Figuren sehr gut. Man bekommt alles Wesentliche mit und erhält Einblick in die Beziehungen der Personen untereinander. 

Jedoch musste ich sagen, dass mich die Geschichte nicht überzeugen konnte. Es kamen mir zu viele Vorurteile drin vor und eigentlich ist das Ganze sehr vorhersehbar. Zum Glück erfuhr ich dann aus anderen Rezensionen, dass das Hörspiel dem Buch nicht gerecht werde. Zu viel wurde gekürzt.

Mit einer Laufzeit von nur etwas mehr als einer Stunde kann ich das nachvollziehen. Ein Buch, dessen Umfang ca. 300 Seiten sind, kann man nicht in einer knappen Stunde nachspielen. Schade, dass man nicht etwas mehr in das Hörspiel investiert hat und es dafür richt gemacht hätte. 

Fazit: 

"Ganz ok" - damit kann ich dieses Hörspiel ziemlich gut beschreiben. Vielleicht sollte man lieber das Buch lesen, aber um einen Einblick in die Geschichte zu bekommen, reicht es aus. Aber lieber nicht auf Weihnachten schenken!

Marina Lewycka
Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch

Hörspielbearbeitung: Claudia Kattanen
Regie: Oliver Sturm
1 CD

Der Hörverlag
978-3-86717-077-2 

04.11.2012 um 16:02 Uhr

[Gewinnspiel] 1001 Einträge

von: Jari   Kategorie: Gewinnspiele

Was musste ich feststellen, nachdem ich die Rezi zu "Winterreise" beendet hatte? Genau, es war mein tausendunderster Eintrag! Das ist doch ein Grund zum Feiern. Deshalb gibt es auch wieder ein Gewinnspiel. Ihr habt das ja so gewollt...
 
 
Folgende Bücher werden verlost:
 


Sibylle Berg - Vielen Dank für das Leben
 
Rückentext:

Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht, zu dick, zu gross, aber ein Mensch, der durch diese schlechteste aller Welten geht, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Brutal, provozierend und doch mit unendlicher Zärtlichkeit erzählt Sibylle Berg noch einmal die grosse Geschichte eines Menschen, der durch die Reinheit seines Wesens der Welt zeigt, wie weit es mit ihr gekommen ist. Ein wütender, schriller Roman über das einzige im Leben, was zählt. 
 
 

Suzanne Joinson - Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste
 
Rückentext:
 
Noch weiss Frieda nicht, wer Irene Guy war, warum sie ihr eine schlecht gelaunte Eule, ein paar alte Möbel und ein Notizbuch hinterlassen hat. Doch in den Aufzeichnungen dieser jungen Frau, die vor fast hundert Jahren aufgebrochen ist, um weit fort ein freies Leben zu führen, findet Frieda auch Antworten auf Fragen, die sie schon lange umtreiben.
 


Laura Buzo - Wunder wie diese
 
 Rückentext:
 
 Amelia hat immer das Gefühl, nirgendwo richtig dazuzugehören. In grösseren Gruppen scheint sie mit der Wand zu verschmelzen. Chris dagegen gehört überall dazu. Charmant, gut aussehend, chaotisch und selbstbewusst steht er - egal wo - im Mittelpunkt. Als Amelia und Chris einander begegnen, scheint die Welt einen Moment lang stillzustehen...
Und als sie sich weiterdreht, ist nichts mehr, wie es war.
 


Timothée de Fombelle - Vango 2: Prinz ohne Königreich
 
Rückentext:
 
New York, 1936: Verzweifelt versucht Vango den Mann zu finden, der seine Eltern auf dem Gewissen hat. Doch Cafarello, inzwischen eine Grösse in der New Yorker Unterwelt, ist ein Meister darin, seine Spuren zu verwischen. Und Vango ist nicht nur Jäger, sondern auch Gejagter - wer ist es, der ihn so gnadenlos über den halben Erdball verfolgt? Das Geheimnis, dem er schliesslich auf die Spur kommt, ist brisant... und scheint doch die Antwort auf alle seine Fragen zu enthalten.
 


John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter
 
Noch nie wurde so tiefgründig und zugleich komisch, hoch emotional, aber niemals rührselig über Krankheit, Liebe und Tod geschrieben. 
 
 
Ihr wollt eines dieser Bücher? Das geht ganz einfach. 
 
Das einzige, was ihr tun müsst, ist ein paar Fragen zu beantworten, so wie das bei der Umfrage bestimmt wurde. Da aller guten Dinge drei sind, wird es auch drei Fragen geben, um zu sehen, wie das denn funktioniert. Und keine Angst, ihr dürft Googlen und Wikipedia befragen.
 
Hier kommen die Fragen:
 
Frage eins:
 
Wann findet der Welttag des Buches statt?
 
Frage zwei:
 
Wie lautet der Name des Zeichners, der Preusslers "Hotzenplotz" illustriert?
 
Frage drei:
 
Wie viele Bücher sind aktuell von Erin Hunters "Warrior Cats"-Reihe auf deutsch erhältlich?
 
Nicht gleich aufgeben, sondern einfach mal in den eigenen Bücherregalen nachgucken oder Tante Google fragen ;)
 
Die Antworten könnt ihr mir per Nachricht zukommen lassen. Ebenfalls könnt ihr euch einen Favoriten auswählen, ich werde dann versuchen, dass ihr diesen bekommt. Jedoch ohne Garantie! Aber versuchen werd ich es!
 
Viel Glück und viel Erfolg :)
 
 

03.11.2012 um 17:56 Uhr

[Rezension] Das Grosse A

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Eigentlich war es nur ein gewöhnlicher Auftrag, den Zoïle ins abbruchreife Haus von Astrolabe und Aliénor führt. Es ist die Liebe, die ihn wieder zurückbringt. Verzweifelt versucht Zoïle, die Gunst der schönen Astrolabe zu ergattern, doch nicht nur ihr Haus ist kalt, ihr Verhalten ist es genauso.

Ihre Ablehnung bringt Zoïle dazu, zu drastischen Mitteln zu greifen. Als noch nicht einmal ein durch Pilze herbeigeführter Trip Astrolabe erweicht, sieht Zoïle nur noch einen einzigen Ausweg aus der Misere... 

Meine Meinung:

Ich liebe Amélie Nothomb nicht nur, ich verehre sie. Ihre Bücher haben mich bisher jedes Mal gepackt und begeistert. Gepackt, begeistert, fasziniert, irritiert und beängstigt. Deshalb stürtzte ich mich auch auf "Winterreise", doch muss ich sagen, dass dies das erste Buch der Autorin ist, das mir nicht zusagt.

Woran es liegt, kann ich nur schwer in Worte fassen. Es war mir zu wenig... "nothombsch". Bisher waren Nothombs Bücher für mich ausserhalb jeder Kategorisierung, jedes Buch ein Wunderwerk, ihre Sprache eisig, kurz und schmerzhaft. Ich wand mich in ihren Sätzen und genoss es.

Bei "Winterreise" geriet ich nicht in diese Extase, eher hatte ich das Gefühl, dass die Autorin das Buch niederschrieb, einfach um etwas von sich zu geben. Als hätte sie ihren Elan, oder vielleicht sogar sich selbst?, verloren oder ist sich ausser Sicht geraten.

Zoïles Werben um Astrolabe war mir relativ gleichgültig. Natürlich fiel mir auf, dass es ein Buch ist, dass zum Interpretieren, Nachdenken, Nachhaken einlädt. Aber das tun die anderen Geschichten auch. Hier wird es einem beinahe schon aufs Auge gedrückt. Heiss und kalt. A und Z. Dass so etwas nicht gut ausgehen kann, ist klar. Gepackt hat es mich aber trotzdem nicht.

Zum Glück habe ich längst noch nicht alle Bücher Nothombs gelesen, sodass ich mich auf weiteres Lesefutter freuen kann. Nur wegen eines schwachen Buches werde ich sie nicht von der Liste meiner Lieblingsautoren streichen. Meine Bewunderung für ihre Schreibe ist noch immer aufrecht. Es ist fast schon wie in der Liebe: In guten wie in schlechten Büchern...

Fazit: 

Nicht das stärkste Buch der Autorin, für eingefleischte Fans daher vielleicht keine absolute Empfehlung. Für Leser, die sich jedoch langsam aber sicher mit dieser aussergewöhnlichen Autorin bekannt machen wollen, ist "Winterreise" ein geeignetes Buch, um Amélie Nothomb kennenzulernen. Es ist weniger drastisch als ihre anderen Werke, ist somit also gut für den Einstieg geeignet.

Amélie Nothomb
Winterreise
HC mit Schutzumschlag, 2011
Diogenes

Aus dem Französischen von Brigitte Grosse
Originalausgabe: Le Voyage d'hiver
Éditions Albin Michel, Paris 2009 

02.11.2012 um 21:35 Uhr

[Rezension] Eisenhart

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Dass Donna beliebt ist, kann sie wirklich nicht behaupten, aber sie schlägt sich durch ihr Leben als Monster. Nicht einmal ihr bester Freund Navin weiss, dass ihre Hände und Arme mit Tattoos aus Eisen und Silber übersät sind. Auch weiss er nichts von den Dunkelelfen, die sich plötzlich vermehrt in der Stadt aufhalten. 

Als Navin von den Elfen entführt wird, liegt es an Donna, ihn zu retten. An ihrer Seite weiss sie Xan, aber dennoch wird es nicht einfach, die Forderung der Elfen zu erfüllen: Sie wollen das Elixier des Lebens... 

Meine Meinung:

Eigentlich stand "Iron Witch" von Karen Mahoney gar nicht auf meiner Leseliste, aber schliesslich fiel es mir doch in die Hände und das schöne Cover machte mich irgendwie neugierig.

Anfangs war ich nur halbwegs überzeugt von diesem Buch. Jugendfantasy ist schon länger nicht mehr so meins, zu viele Frauenköpfe auf den Covern. Hier sticht die Eisenhexe hervor, eben weil sie ihr Gesicht versteckt. Und nachdem ich mich mit Donna angefreundet und akzeptiert hatte, dass sich eine Siebzehnjährige eben wie eine solche benimmt, realisierte ich plötzlich, dass ich das Buch ganz gerne las.

Es mag vielleicht kein Highlight in meinem Lesemonat gewesen sein, aber irgendwie konnte ich mich mit Donna identifizieren, mit ihren Zweifeln an sich selbst, ihrem Dasei als Andersartige und dem Gefühl, nirgends wirklich dazu zu gehören.

Als sie beginnt, sich in Xan zu verlieben, schrillten bei mir die Alarmglocken, dass es bald schon mit ewigem Geturtel losgehe und die eigentliche Geschichte in den Hintergrund rückt - aber zum Glück war dem nicht so. Ein weiterer Pluspunkt für die Geschichte. Es ist sogar so, dass Xan die Geschichte vorantreibt und Donna dazu bringt, sich Stück für Stück mit sich selbst anzufreunden.

Natürlich geht so eine Entwicklung nicht von heute auf morgen, trotzdem hatte ich gehofft, endlich einen Jugendfantasyroman zu lesen, der nicht endlos fortgesetzt wird. Bis zum Schluss blieb dieses Gefühl. Doch leider sind am Ende noch zu viele Fragen offen, dass es keinen nächsten Teil geben wird.

Lesen lässt sich das Buch flüssig und ich hatte es dementsprechend rasch durch. Ein Kritikpunkt ist, dass die Besorgung des Elixiers etwas zu sehr flutscht. Zack zack - und Donna hält ein Fläschen in den Händen, das wertvoller ist als alles, was wir uns vorstellen können. Da hat Mahoney ihrer Heldin den Weg ganz schön vorgeseift.

Ansonsten war "Iron Witch" ein guter Snack für Zwischendurch, weder anspruchsvoll noch pubertär. Vielleicht eine Geschichte, die ich bald wieder vergessen habe, aber immerhin hat das Lesen Spass gemacht.

Fazit: 

"Iron Witch" ist ein Buch für Leser der allgemeinen Jugendfantasy. Es wird mit Bekanntem gespielt und so entstand eine Gesichte, die sich gut lesen lässt und sogar noch einen Hintergrund aufweist. Donna war mir eine sympathische Heldin, nur die vielen offenen Fragen trüben den Lesegenuss. So weiss man auch zum Schluss noch nicht genau, was es mit der "IronWich" eigentlich auf sich hat.

Karen Mahoney
Iron Witch
Das Mädchen mit den magischen Tattoos
TB, 2012
Baumhaus

978-3-8432-0119-3

Aus dem Englischen von Christina Pfeiffer
Originalausgabe: The Iron Witch
Flux, New York 2011 

02.11.2012 um 16:43 Uhr

[Monatsstatistik] Oktober 2012

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Um für mich den Aufwand etwas geringer zu halten, werden die gelesenen Bücher und das Buch des Monats von nun an unter der Rubrik "Monatsstatistik" erscheinen.
 
Gelesen: 
 
Alex Capus - Der König von Olten         
Valeria DoCampo - Die Wörterfabrik 
          
Mechthild Borrmann - Der Geiger 
        
Paul Wittwer - Giftnapf 
      
Günther Schumann - Abenteuer am Fuchsbau 
           
Jack London - Ruf der Wildnis 
           
Jamie Ford - Keiko 
          
Nikolai Gogol - Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen 
      
Carol Birch - Der Atem der Welt 
        
Eckart von Hirschhausen - Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist? 
      
Marc Fitten - Elsas Küche       
Karen Mahoney - Iron Witch 
        
Amélie Nothomb - Winterreise 
      
 
Gesamt gelesen 2012: 121 
 
Das Buch des Monats 
 
In diesem Monat ist es eindeutig:
 
 
Einfach herrlich!