Jaris Büchergebrabbel

30.12.2012 um 17:24 Uhr

Jari liest... Uwe Tellkamp

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor den Zumutungen des Systems in die Dresdner Nostalgie flüchten? Oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen beschreibt Uwe Tellkamp den Untergang eines Gesellschaftssystems. Ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben. Kein anderes Buch hat in den letzten Jahren gleichermaßen Kritiker und Publikum derart begeistert. 

29.12.2012 um 00:22 Uhr

[Hörbücher] Carlos Ruiz Zafon - Das Spiel des Engels

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Obwohl man David Martin schriftstellerisches Talent nicht absprechen kann, fristet er ein eher unglückliches Dasein. Als plötzlich ein geheimnisvoller Helfer auftritt, scheinen Davids Probleme gelöst. Doch er weiss nicht, dass sie mit dem Patron erst richtig losgehen.

Wer ist der rätselhafte Andreas Corelli? Was hat ein Buch namens "Lux Aeterna" damit zu tun?

Meine Meinung:

Aufgrund der vielen zweifelnden Stimmen zu Zafons "Das Spiel des Engels" entschied ich mich gegen das Buch und griff zum Hörbuch. Auch mich konnte die Geschichte nicht überzeugen, obwohl es viele gute Ansätze gibt.

Die Geschichte um David Martin hat mich zugegebenermassen sehr verwirrt. Ich konnte mir die Namen schlecht merken und vergass rasch, wer wer war und was weshalb getan hatte. Jedoch gefielen mir die mystischen Elemente der Erzählung: Die Bibliothek und auch das Ende fand ich sehr gelungen.

Leider konnte ich weder mit dem Protagonisten Martin, der mir zu sehr vom Schicksal gebeutelt ist, als dass es noch glaubhaft ist, noch mit dem Sprecher Gerd Wameling warm werden. Ich möchte Wameling nichts unterstellen, er ist einfach bloss kein Sprecher für mich. Seine Stimme konnte mich nicht packen, war mir zu eintönig. Und zu tuntig wenn er in Frauenrollen schlüpfte.

An Martin störte mich nicht nur der bereits erwähnte Fakt, sondern vor allem auch sein Umgang mit Isabelle. War ich anfangs noch unentschieden, ob ich ihn nun bemitleiden sollte oder nicht, war für mich nach Isabelles Auftritt klar, dass ich definitiv kein Mitleid mit dem Protagonisten haben werde. Das hat man davon, wenn man die einzige Figur, die nicht blass und unförmig ist, so mies behandelt...

Fazit: 

Zwar kein Griff ins Klo, aber auch kein berauschendes Hörerlebnis. Dennoch ist es noch immer unwahrscheinlich, dass ich das Buch noch lesen werde. Aber vielleicht gebe ich dem verfluchten David Martin irgendwann doch noch einmal eine Chance...

Carlos Ruiz Zafon
Das Spiel des Engels 

Gelesen von Gerd Wameling
9 CDs (autorisierte Fassung)

Argon
978-3-86610-606-2 

28.12.2012 um 19:26 Uhr

[Rezension] Stefan Bachmann - The Peculiar

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Bartholomew und seine Schwester Hettie sind anders, aussergewöhnlich. Halb Mensch, halb Elf sind sie Wesen, die niemand haben will. Weder die Menschen, noch die Elfen. Deshalb verbringen sie ihr Leben versteckt, werden sie entdeckt, droht ihnen der Tod.

Aber bald schon wird das Leben der Geschwister auf den Kopf gestellt. Bereits wurden neun Kinder tot aufgefunden und Bartholomew realisiert bald, dass der Mörder bereits nach dem zehnten Halbling sucht. Entsetzt stellt der Junge fest: Kind Nummer Zehn, das ist er - oder seine Schwester Hettie...

Meine Meinung:

Wenn plötzlich überall von einem angeblichen Wunderkind aus Zürich die Rede ist - dann, ja dann muss ich das Buch, das dieses Wunderkind geschrieben haben soll, ja wohl lesen. 

Stefan Bachmann ist gerade mal neunzehn Jahre alt und hat mit "The Peculiar" sein erstes Buch veröffentlicht. Da Englisch seine Muttersprache ist, schrieb er es auf englisch und ist in Amerika innert kurzer Zeit zum Starautoren avanciert. Das Buch wird in mehrere Sprachen übersetzt - bloss nicht auf Deutsch, obwohl der Junge in der Schweiz (Zürich) lebt und dort das Konservatorium besucht.
Leider ist es dazu noch nicht einmal leicht, das Buch hierzulande zu bekommen. Deshalb war ich umso glücklicher als ich das sagenumwobene Buch endlich in der Hand hielt.

Jedoch dauerte es eine Weile bis ich wirklich in der Geschichte drin war. Es dauert seine Zeit, bis die Geschichte wirklich an Fahrt aufnimmt. Erst ab der Mitte, als Bart auf Mr. Jelliby trifft, geht es richtig los. Ab diesem Moment machte das Lesen ziemlich Spass.

Man merkt jedoch, dass es sich um einen jungen Schriftsteller handelt, ab und an empfand die Sprache als etwas holperig, was jedoch auch daran liegen kann, dass ich das Buch auf Englisch gelesen habe.

Auch erzählt Bachmann vor allem anfangs etwas zu viel herum. Beschreibt Dinge, die für den Fortgang der Geschichte eigentlich nicht wichtig sind und zögert so die eigentliche Handlung hinaus. Die Figuren wirken noch etwas fahl, deshalb konnte ich einige von ihnen nicht auseinander halten und verwechselte sie immer wieder.

Doch mit der aufkommenden Freundschaft zwischen Bart und Mr. Jelliby rückt das alles etwas in den Hintergrund, nicht ganz und gar, aber doch genug, um endlich in die fantastische Steampunk-Welt des Stefan Bachmann abzutauchen.

Er hat tatsächlich einige neue Ideen in die Fantasywelt gebracht und das Talent, das er hat, will ich ihm definitiv nicht absprechen. Auf der Seite www.thepeculiarbook.com kann man sich ein Lied anhören, das Bachmann für "The Peculiar" geschrieben hat und das ich gerade in Dauerschleife höre.

Nach dem Ende, das so offen ist, dass es eigentlich gar kein Ende ist, bin ich gespannt, wie sich Bachmann weiterentwickelt hat, wenn nächsten Herbst Teil zwei der Reihe um Bart, Hetti und Arthur Jelliby erscheint. 

Fazit: 

Ein Buch mit einigen neuen Ideen, das noch ein paar Ecken und Kanten aufweist, jedoch Potential birgt. Jedoch sollte man nur mit fortgeschrittenen Englischkenntnissen an "The Peculiar" herangehen. 

Stefan Bachmann
The Peculiar
TB, 2012
Greenwillow Books

978-0-06-224501-4 

26.12.2012 um 21:26 Uhr

[Rezension] Nina Blazon - Laqua

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Eigentlich haben sich Kristina und Jan ihre Weihnachten anders vorgestellt. Doch jetzt sind sie nun einmal in Venedig in einem alten Palazzo mit ihrer miesepetrigen Nonna. Wenigstens ist auch ihre junge Tante Sara mit von der Partie.

Doch aus den öden Weihnachtsferien wird plötzlich pure Aufregung als sich seltsame Dinge zu ereignen beginnen. Dinge verschwinden, Jan sieht einen geheimen Garten und was hat es mit dem geheimnisvollen Jungen auf sich, der Katzenaugen zu haben scheint?

Bald schon begreifen Kristina und Jan, dass eine grosse Gefahr in den Wassern Venedigs lauert, die es auf ihre Tante abgesehen hat. Doch weswegen? Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Luca und Pippa machen sich die Kinder auf die Suche nach Antworten. 

Meine Meinung:

Nach "Wolfszeit" ist "Laqua" mein zweites Buch von Nina Blazon und obwohl es sich um ein Kinderbuch handelt, konnte mich die Autorin ein weiteres Mal in ihren Bann ziehen. 

Gleich zu Beginn lernt man Kristina, Jan und ihre Familie kennen, aber auch Luca und Pippas familiäre Verhältnisse werden dargelegt und man merkt, dass keiner von Beiden es jemals leicht hatte. Die aufkeimende Freundschaft der eigentlich verfeindeten Familien war für mich eines der Kernpunkte des Buches und hat mich sehr berührt.

Doch Blazon spricht in ihrem magischen Buch auch noch weitere reale Punkte an. Zum Beispiel die Verlustgefühle Jans oder das Unglück von Lucas Familie, die jedoch ständig zusammensteht. Auf diese Weise hat die Autorin sehr viel Wertvolles für den jungen Leser in die Geschichte gepackt. Und diesen Teil sehr angenehm in den eigentlichen Erzählstrang eingebettet.

Die vordergründige Geschichte ist zum Teil etwas verwirrend. Es werden viele Fragen aufgeworfen, die zwar zum Ende hin alle beantwortet werden, jedoch muss man beim Lesen doch sehr aufmerksam sein, damit man die einzelnen Punkte nicht aus den Augen verliert. Für jüngere, noch etwas ungeübte Leser, könnte dies durchaus anstrengend werden.

Blazon hat sehr viel von Venedigs Magie in ihre Geschichte gepackt. Von tanzenden Geistern bis hin zu Krokodilen in den Lagunen ist alles enthalten. Es gibt Geheimgänge, Wundermedizin und Flüche. Also alles, was man sich eigentlich wünschen kann.

Ich würde das Buch nicht als Fantasy beschreiben, aber "magisch" das trifft es sehr gut. Denn das ist da Buch durch und durch. Magisch und verzaubert. Jedoch sollte man als erwachsener Leser nicht ausser Acht lassen, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Wer das akzeptiert kann sich getrost mit Kristina und Jan auf Geistersuche begeben. 

Fazit:

Eine phantastische Reise durch ein unbekanntes Venedig. Ein Kinderbuch, das auch Erwachsene verzaubern kann. Zum Vorlesen ist es aufgrund der kurzen Kapitel sehr gut geeignet, ungeübte Leser werden jedoch gefordert.

Ein grosser Pluspunkt: Die wunderschöne Aufmachung! 

Nina Blazon
Laqua
Der Fluch der schwarzen Gondel
HC mit Schutzumschlag, 2012
CBJ

978-3-570-15475-5 

25.12.2012 um 23:40 Uhr

[Büchergebrabbel] Jaris Büchergebrabbel #10

von: Jari   Kategorie: Jaris Büchergebrabbel

  Nun, da die Weihnachtszeit vorbei ist und der gröbste Wahnsinn vorbei, komme ich hoffentlich auch wieder zum Bloggen und Rezensieren.
Für die Gewinner des Gewinnspieles heisst das: eure Pakete machen sich übermorgen zu euch auf den Weg! Entschuldigt, dass ihr so lange warten musstet.
 
Zudem hat sich der Titel der Rezensionen etwas verändert, wie ihr sicherlich schon bemerkt habt. Da sich die Menge meiner Rezis im Vergleich zum Anfang vervielfacht haben, ist es einfacher wenn ich mich an die gängige Methode Autor - Titel halte und mir nicht noch zu jedem Buch einen Übertitel einfallen lassen muss. Die gestellte Umfrage zeigte, dass auch die Leser damit einverstanden sind.
 
Nun möchte ich euch aber von einem Buch berichten, das ich heute gelesen habe. Da es nicht standartkonform ist, kann ich dazu leider auch keine Standartrezi veröffentlichen.

Das Buch heisst Die Abenteuer von Koe dem Zwergen 
 
Wie der Titel schon verlautet, geht es um Koe, der in seinem Reich mehrere Abenteuer bestehen muss. Doch man lernt auch die Strukturen des Landes kennen, sei es durch Gedichte oder Überlieferungen. Ebenfalls findet man Berichte über das Alltägliche im Lande Falandas (zum Beispiel über die "Schnellen Beduinen-Betriebe", kurz SBB). 
 
Das Beste an dem Buch überhaupt ist: Es ist meins und nicht im Handel erhältlich. Und das deswegen weil der Hexenmeister es speziell für mich geschrieben hat. Und eingebunden.
 
Ich bequatsch ihn schon, dass er einen zweiten Teil dazu schreibt. Die Abenteuer von Koe sind nämlich herrlich zu lesen!
 
Apropos Hexenmeister: Wir haben uns in letzter Zeit viele Filme angesehen, einige davon auch Buchverfilmungen. Zu "Zwei an einem Tag" schreibe ich baldmöglichst einen eigenen Eintrag. Ebenfalls haben wir uns "Eragon", "Der Teufel von Mailand" und "Der Wolkenatlas" angesehen, aber im Gegensatz zu den letzten beiden ist Eragon eine ziemlich miese Verfilmung und macht keinerlei Lust auf die Bücher...
 
 

25.12.2012 um 16:00 Uhr

[Rezension] Robin Jarvis - Dancing Jax: Auftakt

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Eine Kleinstadt in Aufregung: Plötzlich scheint ein neuer Trend unter den Schülern zu grassieren. Sie stecken sich Spielkarten an die Schuluniformen und benehmen sich als wären sie jemand anderes.
Was hat der Fund mehrerer alter Kisten damit zu tun? Und wer steckt tatäschlich hinter dieser Sache? Kann ein einfaches Kinderbuch Menschen derart verändern?

Lange glaubt Mathelehrer Martin nicht, was ihm sein Zögling Paul mitteilen will. Doch als Martin realisiert, wie verheerend die Seuche tatsächlich ist, ist es fast schon zu spät...

Meine Meinung:

Der Titel verränt bereits, dass "Auftakt" erst der Beginn der "Dancing Jax"-Trilogie von Robin Jarvis ist. Tatsächlich liest sich das Buch wie ein 500-seitiges Intro. Was aber nichts daran ändert, dass ich das Buch verschlang und die Seiten nur so dahin flogen.

Anfangs verwirrten mich die vielen auftregenden Figuren ein wenig und einige waren bald wieder vergessen. Doch bald kristallisieren sich die wirklich wichtigen Charaktere heraus und bei denen bleibt es dann auch. Viele Personen treten auf, jedoch ist ihnen ein baldiges Ende beschieden, sodass man sich nicht lange mit ihnen beschäftigen muss. Dies kann ein Kritikpunkt sein, für mich war es nur eine Veranschaulichung, wie rasch die Seuche die Kinder und Jugendlichen dahinrafft.

Ja, es handelt sich um ein Jugendbuch, nichtsdestotrotz fühlte ich mich beim Lesen bange und nicht selten standen mir die Haare zu Berge. Ich kam nicht umhin, mich zu fragen, wie lange ich mich der Macht des teuflischen Buches hätte entziehen können. Die nächste Frage lautete dann, welche Rolle ich am imaginären Hofe wohl eingenommen hätte. Ziemlich gruselig, das Ganze...

Genau das mochte ich auch an dem Buch. Ich war trotz einiger Längen, die wirklich nicht hätten sein müssen, mitten im Buch drin. Der Umfang des Buches sollte einem nicht abschrecken, es liest sich flüssig und rasch ist man am Ende, das gar kein Ende ist, angelangt. Als Warnung: Es gibt einen ziemlichen Cliffhanger! Deswegen habe ich auch bereits den zweiten Teil vorbestellt... 

Fazit: 

Ein wirklich schauerliches Buch, in das ich zwar erst etwas reinkommen musste, mich dann aber wirklich in seinen Bann gezogen hat. Willkommen am Hofe der Dancing Jacks!

Robin Jarvis
Dancing Jax
Auftakt
Broschiert, 2012
Script 5

978-3-8390-0134-9

Aus dem Englischen von Nadine Mannchen
Originalausgabe: Dancing Jax, 2011 

23.12.2012 um 15:19 Uhr

[Rezension] David Nicholls - Zwei an einem Tag

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Es ist der 15. Juli 1988: Dexter und Emma haben ihren Abschluss in der Tasche und noch ihr ganzes Leben vor sich. Da die Beiden die ganze Nacht miteinander verbracht haben, beschliessen sie, Freunde zu bleiben. Einfach nur Freunde. Dex und Em, Em und Dex.

Doch das Leben bleibt nicht stehen, Jahre ziehen ins Land. Was willst du sein, wenn du 40 bist?

Meine Meinung:

David Nicholls' "Zwei an einem Tag" ist ein viel besprochenes und viel gelobtes Buch, das ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte. Nun habe ich es endlich gelesen und schliesse mich den unzähligen guten Meinungen an.

Das Buch folgt seinen Protagonisten Dex und Em durch ihr Leben, beschreibt jedoch immer nur den 15. Juli eines jeden Jahres. Dennoch erfährt man durch Gefühle, Gedanken, Gespräche alles Wichtige, was im Leben eines jeden vor sich gegangen ist.

Enttäuschte Hoffnungen, zerplatze Träume, aber auch Höhepunkte und Liebesglück - Dex und Em machen eine Menge durch. Sie hängen an ihrem Entschluss, nur Freunde zu sein, doch selbst der Leser weiss von Beginn an, dass das nicht funktionieren wird und kann. Die Frage ist bloss, ob und wann? Werden sie sich jemals finden? Können sie das überhaupt?

Em war mir von Beginn an sympathisch und ich konnte mich im Verlaufe der Zeit mehr und mehr mit ihr identifizieren. Ihren Teil der Geschichte habe ich fast am liebsten gelesen. Sie schien mir abwechslungsreicher als Dex, der immer irgendwo zwischen Film und Flasche hing. Bei Em wusste man nie so genau, wo sie im nächsten Jahr sein wird. Das fand ich spannend und faszinierend.

Nicholls Schreibstil ist angenehm flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin, dass man gar nicht merkt, dass man gerade ein 500-Seiten starkes Buch gelesen hat.
Das Einzige, das mich etwas störte, waren die vielen Gespräche über Beziehungen und inhaltslose Diskussionen, die die Geschichte weder trugen, noch voran brachten. An solchen Stellen hoffte ich dann einfach, dass sich diese nicht durch das gesamte Buch ziehen würden. Das taten sie zum Glück nicht und ich konnte das Buch wieder geniessen.

Bloss das Ende liess mich ziemlich enttäuscht zurück. Doch dies ist Geschmacksache und man kann darüber diskutieren, ob Nicholls das nun gut hinbekommen hat oder eben nicht. Ich für meinen Teil sass für einen kurzen Moment sprachlos da und musste den einen Satz noch ein paar Mal lesen, bis ich ihn wirklich aufnehmen konnte. Aber wie gesagt, darüber kann man lange diskutieren. 

Fazit:

Eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art - also genauso, wie ich es mag. Die Beziehung zwischen Dex und Em, Em und Dex steht zwar oft nicht im Vordergrund, zieht sich aber durch das ganze Buch und ist die heimliche Triebfeder der Geschichte.

Aufgrund des obenständigen Stils würde ich sagen, dass sogar Männer das Buch lesen können. Es ist definitiv kein reines Frauenbuch, denn Nicholls spricht so viele Themen an, dass jeder etwas in dem Buch finden wird. 

David Nicholls
Zwei an einem Tag
TB, 04.2011
Heyne

978.3-453-81184-3

Aus dem Englischen von Simone Jakob
Originalausgabe: One Day
Hodder & Stoughton, London 2009 

15.12.2012 um 20:47 Uhr

[Rezension] Paul Wittwer - Widerwasser

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Alexander Goldmann ist tot - lang lebe Alexander Goldmann. Als Mauro Matter am Tiefpunkt seines Lebens angekommen scheint, fällt ihm im wahrsten Sinne des Wortes der Ausweg vor die Füsse. Ein neues Leben, ein neuer Name und ziemlich viel Geld.

Doch woher stammt dieses Geld? Was haben die Herzschrittmacher damit zu tun? Und überhaupt - was hat die Mafia in Bern zu suchen?

Bald schon stecken beide in der Klemme: Alexander Goldmann genauso wie Mauro Matter... 

Meine Meinung:

"Widerwasser" ist der zweite Krimi von Paul Wittwer, den ich gelesen habe. Wieder war es eine spannende Lektüre mit einigen Wendungen und interessanten Charakteren.

Schriftstellerisch befindet sich Wittwer auf einem ähnlichen Niveau wie bei "Giftnapf", was nichts Schlechtes heissen soll. Doch dieses Mal ist alles noch ein wenig subtiler, etwas geheimnisvoller und verwinkelter. Noch mehr als bei "Giftnapf" war ich hier dabei und fragte mich, was denn nun des Rätsels Lösung sei.

Jedoch muss man mit mehreren Fäden gemeinsam spielen. Man springt von Charakter zu Charakter und weiss zu Beginn eines Kapitels meist gar nicht so recht, wo man sich befindet. Für einige Leser könnte sich dies erschwerend auf den Lesefluss auswirken, während es für mich alles nur noch interessanter machen.

Jedoch gilt auch hier wieder: Wer rasante Action sucht, wird enttäuscht. Eher spielt das Buch dem Gedanken, ob ein neues Leben automatisch etwas Gutes zu bedeuten hat. Wer von uns wollte nicht schon einmal alles hinschmeissen und von vorne anfangen? Mauro Matter hat es gemacht. Doch wohin hat es ihn gebracht? Kann er wirklich seiner selbst entfliehen?

Des Weiteren spricht Wittwer ein weiteres Thema an, das hierzulande eher selten thematisiert wird: Der Organhandel. Ausserdem kommt auch die Mafia zum Zuge, die es bis ins idyllische Bern geschafft hat. Als ich einige Tage nach der Lektüre in der Zeitung einen Bericht über das organisierte Verbrechen in Bern las, wurde mir dann doch etwas mulmig zu Mute...

Fazit: 

Ein weiteres gelungenes Buch des Schriftstellers und Arztes Paul Wittwer. Wer bereits seine anderen Romane kennt, wird sich in diesem Buch ebenfalls heimisch fühlen. Wer Wittwer erst kennen lernt, findet einen gut aufgebauten, vielleicht etwas irreführenden, Krimi vor, dessen Seiten im Nu gelesen sind.

Paul Wittwer
Widerwasser
Kriminalroman
1. Auflage 2011
Nydegg Verlag

978-3-905961-02-7 

10.12.2012 um 09:52 Uhr

[Rezension] Michael Gerber - Blarnia

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Die vier Perversie-Kinder Pete, Sue, Ed und Loo werden von ihren Eltern an einen Professor verkauft, der seltsame Medikamente an ihnen ausprobieren will. Als sei das nicht schon genug, behauptet Loo plötzlich auch noch, dass sie im Kleiderschrank ein Land namens Blarnia entdeckt habe.

Zuerst glauben ihr ihre Geschwister natürlich nicht, doch bald gelangen auch sie auf der Flucht vor dem Professor nach Blarnia. Dort werden die Kinder Zeugen eines Kampfes von Gut gegen Böse und gemeinsam mit dem Kater Asthma machen sie sich auf, die Herrschaft der Feisten Hexe zu beenden... 

Meine Meinung:

Klingt bekannt? Ist bekannt. Mit "Blarnia" hat Michael Gerber eine Parodie auf die weltweit bekannte "Narnia"-Reihe von C.S Lewis geschrieben.

Zugegebenermassen, anfangs konnte ich mit dem Buch nicht sonderlich viel anfangen. Gerbers Humor schien mir nicht zu liegen und überhaupt kann ich mit Parodien meist nicht sonderlich viel anfangen. Zu Beginn kam auch der Fäkalhumor nicht zu kurz und sowas finde ich im Allgemeinen nicht sonderlich witzig.

Doch irgendwann schien das Buch die Kurve zu kriegen, denn plötzlich war es doch sehr unterhaltsam. Zumindest ab dem Moment, als alle Perversie-Kinder in Blarnia angekommen sind. Von da an war das Buch sehr unterhaltsam, wenn auch kein Knaller, aber man merkt, dass Gerber sich tatsächlich mit dem Original auseinandergestzt hat und nicht einfach nur eine Verarsche hinschmiert.

Was mir am meisten gefiel, war Gerbers Selbstironie. Mehr als einmal nimmt er sich selbst auf die Schippe oder lässt die Figuren über den Autoren herziehen. Gelungen fand ich auch die Kommentare, dass die Charaktere wissen, wie die Geschichte weitergeht, weil sie schon vorausgelesen haben.

Überhaupt konnte ich das Kichern dann oft nicht mehr unterdrücken, was mir ein paar seltsame Blicke im Zug eintrugen. Und wie bereits erwähnt, gibt Gerber, der bereits eine berühmte Harry Potter-Parodie veröffentlicht hat, sich alle Mühe, das Original nicht in den Dreck zu ziehen, sondern es einfach auf unterhaltsamere Art und Weise wiederzugeben.

Im Übrigen war mir der Blarnia-Ed um einiges sympathischer als der Original-Ed...

Fazit: 

Für Leser von Parodien ist Michael Gerber bestimmt kein unbeschriebenes Blatt. Doch auch wer sich mit Parodien schwer tut, könnte es wagen, einen Blick in das Buch zu werfen. Immerhin ist es ganz unterhaltsam und nicht so platt wie manch andere Bücher.

Ich hatte, nach dem eher zähen Einstieg, meinen Spass mit dem Buch und den durchgeknallten Perversie-Kindern.

Michael Gerber
Blarnia
Die ultimative Parodie
TB, 1. Auflage 2005
Goldmann

978-3-442-46211-7

Aus dem Englischen von Tina Hohl
Originalausgabe: The Chronicles of Blarnia
Gollancz, London 2005 

09.12.2012 um 10:33 Uhr

[Hörbücher] Dmitri Glukhovsky - Metro 2033

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Seit nun mehr 20 Jahren leben die Menschen in Moskau unter der Erde, in der Metro. Die Oberfläche ist verstrahlt, ein Leben auf ihr für die Menschheit nicht mehr möglich. Doch unterdessen haben die Überlebenden sich funktionierende Gesellschaften in der Metro aufgebaut.

Artjom kann sich nur noch wage an das Leben oberhalb erinnern, den Grossteil seines Lebens hat er in der Metro verbracht. In der Metro, mit ihren unheimlichen Gefahren, den kränkelnden Tieren und ihren Zelten.

Doch nun droht eine neue Gefahr, eine Gefahr, die die gesamte Metro auszulöschen droht. Da erhält Artjom einen Auftrag, der mithelfen könnte, diese Gefahr zu bannen. Also macht sich der junge Russe auf, um weiter ins Metro-Netz einzutauchen als er sich jemals hätte träumen können...

Meine Meinung:

In der Metro ist es dunkel und düster und genau das ist die Grundstimmung von Dmitry Glukhovskys Geschichte "Metro 2033". Der Sprecher Detlef Bierstedt bringt das als Sprecher des Hörbuches von Anfang an gekonnt rüber und liess mich so in das geheimnisvolle und gefährliche Netz der Metro hinabsteigen.

Wer hier jedoch brennende Action und turbulente Szenen erwartet, könnte enttäuscht werden. Zwar sind Maschinengewehre und deren Salven Artjoms ständige Begleiter, dennoch ist die Geschichte an und für sich sehr ruhig, bedächtig und vor allem nachdenklich. Vor allem der Schluss des Hörbuches liess mich für einige Zeit in Gedanken versinken.

Da ich, im Gegensatz zu manch anderen, keinerlei Erwartungen an das Hörbuch hatte, wurde ich von der fehlenden Action auch nicht enttäuscht. Ich konnte den ruhigen Ton der Geschichte annehmen und versank vollständig in Artjoms Welt. Tatsächlich hat das Hörbuch bei mir die Lust geweckt, das Buch zu lesen. Da es sich um eine gekürzte Hörbuchfassung handelt, bin ich gespannt, was sich sonst noch alles in der Metro tummelt.

Nur Artjom selbst fand ich ab und an zu naiv, zu kindlich, um ihn wirklich ernst nehmen zu können. Zum Glück trifft der Junge in dem weitreichenden Metronetz auf so viele interessante Figuren, dass ich mich einigermassen mit ihm versöhnen konnte und mich an den anderen Charakteren labte. Leider verschwinden die meisten nach kurzer Zeit schon wieder...

Mein einziger grösserer Kritikpunkt war eine Szene am Ende, die ich als zu gewollt und zu gefühlsduselig empfand, als dass ich sie hätte ernst nehmen können. Sie passte derart nicht in das Gedamtkonzept, dass ich sie am liebsten herausgeschnitten hätte, um den Hörgenuss nicht weiter zu stören.

Interessant und auffällig war übrigens die totale Abwesenheit von weiblichen Figuren. Was das wohl über den Autoren aussagt? 

Fazit: 

Für Leser und Hörer von Endzeitgeschichten ist das Metro-Universum eine Empfehlung wert, solange man nicht auf Blutfontänen und explodierende Sachen setzt.

Und ich muss gestehen, dass mich russische Autoren mehr und mehr faszinieren. Ausserdem habe ich ebenfalls das Metro 2033 Computerspiel gespielt und das Buch steht auf meiner Weihnachtswunschliste. Ich glaube, ich wurde infiziert...

Dmitry Glukhovsky
Metro 2033

Gelesen von Detlef Bierstedt
6 CDs (authorisierte Fassung)

DAV
978-3-3898-13852-9 

07.12.2012 um 19:25 Uhr

[Rezension] Günther Bloch & Nina Ruge - Was fühlt mein Hund? Was denkt mein Hund?

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Hat ein Tier eine Seele? Zum Beispiel des Menschen bester Freund, der Hund. Hat ein Hund eine Seele? Kann er Gefühle empfinden? Beide, Günther Bloch und Nina Ruga sind fest davon überzeugt, auch wenn es noch immer welche gibt, die ein hündisches Gefühlsleben dementieren.

Günther Bloch wurde deswegen zum Forscher und hat sich intensiv mit Wölfen und verwilderten Haushunden beschäftigt. Nina Ruge, Hundeliebhaber und Besitzerin zweier Vierbeiner, wandte sich mit ihren Fragen zum hündischen Seeleben an Günther Bloch um mit ihm eben diese Fragen und noch viele weitere zu diskutieren. 

Meine Meinung:

"Was fühlt mein Hund? Was denkt mein Hund?", welches die Gespräche von Günther Bloch und Nina Ruge versammelt, ist kein Buch, das dem Hundehalter erklärt, wie er seinem Vierbeiner am besten Sitz, Platz und Aus beibringt. Nein, dieses Buch beschäftigt sich mit mehr und ist deshalb wohl eher etwas für den erfahrenen Hundebesitzer, obwohl auch Anfänger von der Lektüre profitieren werden.

Thematisiert wird der Hund an sich. Was macht einen Hund aus? Hat er einen Charakter? Und wenn ja, was genau bestimmt, ob er nun ein Draufgänger wird oder ein Angsthase? Wie wirke ich als Besitzer auf das Seelenleben meines Hundes aus?

Nina Ruge stellt Günther Bloch grundlegende Fragen aus dem Hundealltag, oft auch Dinge, über dich bisher gar nicht nachgedacht hatte. Sie unterstreicht ihre Fragestellung mit Beobachtungen aus ihrem Alltag. Vor allem hier merkt man, dass sich Frau Ruge sehr intensiv mit ihren Tieren beschäftigt und sich wirklich für sie interessiert.

Aber auch die Antworten von Herrn Bloch sind aufschlussreich und bieten neben vielen "Ich habs doch gewusst"s auch sehr viele neue und wertvolle Informationen. Nebenbei kommen noch weitere Experten zu Wort, die sich über ihr Spezialgebiet auslassen. Auch diese Teile des Buches las ich mit grossem Interesse.

"Was fühlt mein Hund? Was denkt mein Hund?" geht einen Schritt weiter als bisherige Veröffentlichungen und bewegt sich auf einer fast schon philosophischen Ebene, jedoch ohne den Boden unter den Füssen zu verlieren. Günther Bloch belegt seine Aussagen mit den Beobachtungen, die er und seine Frau in jahrelanger Arbeit gemacht haben. Und Nina Ruge steuert ihre Abenteuer aus dem Hundealltag bei, die bestimmt jedem Hundehalter irgendwie bekannt vorkommen. 

Fazit: 

Dieses Buch würde ich jedem empfehlen, der einen Hund hat. Ich konnte viel Neues erfahren, hatte das eine oder andere Aha-Erlebnis und das Buch wirft Fragen auf, die ich mir selbst bisher noch nicht gestellt hatte.

Es ist ein mit schönen Fotos ausgestatteter Band, der zwar auch Erziehungstipps beinhaltet, sich jedoch mehr auf das Seelenleben des Hundes beschränkt. Dies ist ein Thema, das ich in vielen Ratgebern vermisst habe. In "Was fühlt mein Hund? Was denkt mein Hund?" wird vor allem auch das Zusammenspiel von Hund und Halter thematisiert und wie es sich auf das Verhalten und die Gefühle des Hundes auswirkt.

Ja, ein wirklich empfehlenswertes Buch, wie ich finde.

Nina Ruge & Günther Bloch
Was fühlt mein Hund? Was denkt mein Hund?
Hundeexperte antwortet Hundefreundin
HC, 2012
GU

978-3-8338-2645-0 

03.12.2012 um 21:44 Uhr

[Rezension] Terry Pratchett - Voll im Bilde

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Ein neues Phänomen sucht die Scheibenwelt heim: Die bewegten Bilder. Sie sind anders. Sie sind neu. Sie sind faszinierend. Die ganze Scheibenwelt ist in ihrem Bann. Egal ob als Produzent, Schauspieler oder als Zuschauer - jeder ist irgendwie mit dabei.

Victor ist eher aus Zufall zu den bewegten Bildern gekommen, doch scheint ihm die ganze Sache ziemlich gut zu liegen. Als dann jedoch der Wunderhund Gaspode in sein Leben tritt und sich Victors Partnerin Ginger seltsam zu benehmen beginnt, blickt er zum ersten Mal hinter die schillernde Fassade von Holy Wood... 

Meine Meinung:

Anfangs fiel es mir etwas schwer, mich in Pratchetts "Voll im Bilde" einzulesen. Die Geschichte springt zwischen den unterschiedlichsten Szenen hin und her und als Leser fragt man sich erst einmal, was all diese Szenen miteinander zu tun haben.

Erst im Verlauf der Geschichte ersieht man den Zusammenhang und von da an nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf und macht auch richtig Spass. Vor allem der Wunderhund Gaspode hat es mir angetan. Wie könnte er auch nicht, mit seiner trockenen Art wuchs er mir mehr und mehr ans Herz.

Wer aufmerksam ist, oder auch nicht, wird bestimmt den einen oder anderen Film wiedererkennen. Auch die Filmstudios zeiht Pratchett gekonnt durch den Kakao. Doch bei allem Witz bleibt dennoch ein deftiger Nachgeschmack. Denn wie sehr hat Hollywood unsere Welt im Griff? Realisieren wir wirklich, welche Macht es auf uns ausübt?

Es ist genau diese unterschwellige Kritik an unserem Alltag, unserem festgefahrenen Leben, die ich an Pratchett so mag. Man amüsiert sich prächtig, wenn man Pratchetts Art von Humor mag, und gleichzeitig wirft man einen ungekünstelten Blick hinter unsere eigenen Kulissen. Genau dies weist Terry Pratchett meiner Meinung nach als den talentierten Schriftsteller aus, den er auch ist. 

Den Schluss fand ich etwas übertrieben, aber wahrscheinlich musste er so sein. Schliesslich gibt es in jedem Film einen drastischen Showdown, also darf er hier natürlich nicht fehlen.

Bei dieser von mir gelesenen Ausgabe handelt es sich um die Neuübersetzung des Manhattan Verlages. Leider kann ich bezüglich der Qualität der neuen Übersetzung nicht viel sagen, da ich die ältere Ausgabe nicht gelesen habe. Was ich sagen kann, ist dass sich die Geschichte süffig lesen lässt, an der Übersetzung selbst konnte ich nichts aussetzen.

Nur das Cover der neuen Ausgaben entspricht weniger meinem Geschmack... 

Fazit: 

Ein Roman mit leichten Startschwierigkeiten, der aber stetig an Fahrt aufnimmt. Es mag nicht das Glanzstück in Pratchetts riesigem Werk sein, aber dennoch las ich es ab ca. der Hälfte sehr, sehr gerne und wollte es gar nicht mehr aus der Hand geben.

Terry Pratchett
Voll im Bilde
Ein Scheibenwelt-Roman
Broschiert, 1. Auflage 2011
Manhattan

978-3-442-54690-0

Aus dem Englischen neu übersetzt von Gerald Jung
Originalausgabe: Moving Pictures
Victor Gollancz Ltd., London 1990

03.12.2012 um 18:38 Uhr

[Monatsstatistik] November 2012

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Gelesen:

Hunde im Einsatz
Fariba Vafi - Kellervogel
Kristin Cashore - Die Flammende
Amélie Nothomb - Böses Mädchen
Otfried Preussler - Der Räuber Hotzenplotz
J.K. Rowling - The Casual Vacancy
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Gesamt gelesen 2012: 130

Das Buch des Monats

Das eindrücklichste und stärkste Buch dieses Monats! 

02.12.2012 um 21:59 Uhr

[Hörbücher] Ein ungebetener Gast

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Ein brutaler Serienmörder hat es auf die Frauen von Richmond, Virginia, abgesehen. Drei Frauen sind ihm bisher zum Opfer gefallen. Es scheint keinerlei Zusammenhang zwischen den Dreien zu geben und die Polizei tappt im Dunkeln.

Dr. Kay Scarpetta wird zum vierten Opfer gerufen, obwohl sie eigentlich lieber Zeit mit ihrer Nichte verbringen würde. Dann ist es Kay, die den ersten und bisher einzigen Hinweis auf den Mörder findet... 

Meine Meinung:

Patricia Cornwells Reihe um Dr. Kay Scarpetta ist weltberühmt, praktisch jeder neue Thriller aus ihrer Feder landet in den Bestenlisten. Höchste Zeit also, dass auch ich ihre Bekanntschaft schloss. Mit dem Hörbuch zu Dr. Scarpettas erstem Fall schloss ich die Wissenslücke.

Kay war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist eine starke Frau, die dennoch Gefühle zulässt. Sie hat es wirklich nicht einfach in der von Männern dominierten Welt, in der sie lebt. Doch sie geht unbeirrbar ihren Weg und folgt den kleinsten Spuren, die der Mörder und Vergewaltiger legt. Für diese Wesenszüge bewundere ich diese Frau.

Cornwell ist eine geschickte Erzählerin, die in ihrer Geschichte genug Raum lässt, um selbst etwas mitzurätseln. Es ist ein schwieriger und schauriger Fall, Cornwell beschönigt nichts, sie verdient die Bezeichnung "Thriller" durchaus.
Ebenfalls strickt die Autorin viele Informationen bezüglich der Gerichtsmedizin ein. Kay beschreibt ihr Vorgehen und ihre Arbeit, sodass man einen guten Einblick in ihren Alltag erhält. Diese Teile des Hörbuches fand ich sehr interessant und aufschlussreich.

Gudrun Landgrebe als Sprecherin war mir schon aus Charlotte Links "Im Tal des Fuchses" bekannt und ich freute mich auf das Wiedersehen bzw. Wiederhören.
Ich habe einige Rezensionen gelesen, in welchen Landgrebe als Fehlbesetzung für die Rolle der Kay Scarpetta gesehen wurde. Da ich Dr. Scarpetta bisher jedoch nicht kannte, kann ich diesen Stimmen nicht zustimmen. Wieder einmal war ich von Landgrebes Stimme gefesselt. Meiner Meinung nach kann sie Stimmungen sehr gut rüberbringen und auch die Charaktere gut differenzieren.

Ich hörte das Hörbuch sehr gerne und war gefesselt von diesem Fall, dennoch fehlte mir das gewisse Etwas, um die Reihe um Kay Scarpetta weiter zu verfolgen. Es war nett, sie kennen gelernt zu haben, aber so begeistert, dass ich mir gleich Teil zwei anhöre, bin ich nun auch wieder nicht.

Fazit: 

Patricia Cornwell hat mit Kay Scarpetta eine interessante Hauptfigur geschaffen, die ihren Ruhm zurecht verdient. Als Krimifan sollte man sich zumindest einmal mit Cornwell auseinandergesetzt haben.

Das Hörbuch verschafft einem einige Stunden spannendster Unterhaltung, die einem auch schon den einen oder anderen Schauer über den Rücken laufen lassen.

Patricia Cornwell
Ein Fall für Kay Scarpetta 

Gelesen von Gudrun Landgrebe
6 CDs (gekürzte Lesung)

Random House
978-3-866-04222-3 

01.12.2012 um 20:43 Uhr

[Gewinnspiel] Auslosung

von: Jari   Kategorie: Gewinnspiele

 
Vielen Dank an alle Teilnehmer des aktuellen Gewinnspiels. Schön, dass alle Bücher ein neues Zuhause gefunden haben. Ausserdem ist es perfekt aufgegangen. Habt ihr euch abgesprochen? ;)
 
Bis zum nächsten Gewinnspiel!