Jaris Büchergebrabbel

28.02.2013 um 22:39 Uhr

[Rezension] Juri Adler-Olsen - Erbarmen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Was macht man, wenn man einen etwas schwierigen, aber unersetzbaren Sonderkommissar loswerden möchte? Man gibt dem Druck von Politikern nach, gründet ein neues Sonderdezernat für ungelöste Kriminalfälle und schickt den Kommissar in den Keller. So geschehen mit Carl Mørck.

Doch dann rollt Mørck den Fall der jungen und erfolgreichen Politikerin Merete Lynggaard wieder auf und der Sonderkommissar muss sich nicht nur fragen, ob seine Kollegen damals gepfuscht haben, sondern ganz tief in der Vergangenheit der Politikerin graben... 

Meine Meinung:

Wer kennt ihn nicht? Adler-Olsen scheint der neue Larsson zu sein. Dann spielen seine Krimis auch noch in Kopenhagen, wo ich mich relativ gut auskenne. Natürlich muss ich den lesen! Dieses "natürlich" zog sich fast vier Jahre hin, so lange lag "Erbarmen" auf dem SUB. Armes Buch, armer Mørck. Das haben sie nämlich gar nicht verdient.

Wahrscheinlich kommt es auf eine weitere positive Stimme nach all den Jahren auch nicht mehr an, aber was kann ich daran ändern, dass sich das Buch in einem Rutsch lesen liess? Dass ich keine Ruhe hatte, wenn ich nicht in diesem Buch las? Dass mir Mørck sogar besser gefällt als der berühmte Mankell? Dass ich das Buch auch gerne auf dänisch lesen würde?

Tut mir Leid, aber ich kann dem Buch tatsächlich nichts Schlechtes abgewinnen. Einige beschreiben Adler-Olsens Schreibstil als hölzern, was ich gar nicht fand. Bei mir rutschte das Buch nur so.
Vor allem gefiel mir die lakonisch-ironische Art des Dänen. Teilweise habe ich mich wirklich prächtig amüsiert. Zwar ist auch dieser Kommissar von sich und der Welt enttäuscht, doch genau seine Ironie unterscheidet ihn von all den anderen Miesepetern. Die Vergleiche, die er anstellt, sind zwar oft fies, aber auch treffend und regen zum Schmunzeln an.

Vor allem Mørcks Assistent Assad hat mir gefallen. Er wirft viele Fragen auf und ich bin mir sicher, wir werden noch einiges mehr über diesen Mann erfahren. Assad und Mørck sind ein Team, das passt, wie die Faust aufs Auge. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Handlung des Buches ist aufgeteilt in Meretes Erlebnisse und die Ermittlungen des Sonderdezernates. Als Leser weiss man also einige Dinge mehr als Mørck. Und obwohl sich der Täter ziemlich rasch ausfindig machen lässt, bleibt die Spannung erhalten.

Vor allem das actiongeladene Ende, das Hollywood nicht besser hinbekommen hätte, liess mich die Nägel kauen. Ab und an war es mir fast schon zu viel der glorreichen Action, für das ansonsten eher ruhige Buch, aber damit kann man leben.

Ich jedenfalls. 

Fazit:

Ein erfrischender Krimi, unblutig, wenn auch mit Gänsehautfaktor und überaus spannend. Der hat seinen Ruhm verdient, Häkchen dahinter. Ausserdem ist es schön Kopenhagen und Dänemark auf diese Weise zu erforschen.

Jussi Adler-Olsen
Erbarmen
Broschiert, 6. Auflage 2010
dtv

978-3-423-24751-1 

Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
Originalausgabe: Kvinden i buret
 Politikens Forlagshus, Kopenhagen 2008

27.02.2013 um 17:45 Uhr

[Büchergebrabbel] Jaris Büchergebrabbel #11

von: Jari   Kategorie: Jaris Büchergebrabbel

  Gebrabbel zum Thema: E-Reader.
Was sagt man dazu: Jari hat sich tatsächlich so ein... Ding... zugelegt. Aber erst einmal lag es wochenlang noch in er Verpackung zu Hause rum. Doch nun, da wir einige Tage wegfuhren, haben der Hexenmeister und Jari abgemacht, dass wir beide die Bücher zu Hause lassen und das... Ding... mitnehmen.
 
Also habe ich das... Ding... zum ersten Mal eingeschaltet. Und ja, es geht. Es ist sehr praktisch, dass man die Schriftgrösse ändern kann. Vor allem bei Büchern aus dem LYX Verlag bin ich da dankbar. Zuerst musste ich mich jedoch trotzdem daran gewöhnen. Auch, dass ich nicht nur auf das... Ding... starre, sondern die Bilder zulasse, die sich beim Lesen einstellen. Einstellen sollten. Das ging nämlich anfangs nicht so gut. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt.
 
Die Augen taten mir mit der Zeit aber trotzdem weh. Der Daumen auch.
 
Trotzdem werde ich erst einmal einfach die Bücher auf das... Ding... laden, die ich bereits besitze. Später werde ich mir dann die Bücher, die ich auf den Reader lade, nachkaufen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, ein Buch gelesen zu haben, das nicht im Regal steht. Das ist nicht einmal in der Hand hatte. Wie selstam ist das denn?!
 
Nein, da bin ich zu sehr Papierbuch verhaftet. Was ich lese, steht bei mir im Regal. Ende.

24.02.2013 um 21:29 Uhr

[Rezension] Christian Kracht - Imperium

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der junge August Engelhardt macht sich auf in die deutschen Kolonien der Südsee. Es ist der Beginn des 20. Jahrhunderts und Engelhardt hat vor, die Welt zu revolutionieren. Die Kokosnuss ist es! Das A und O. Mit ihr möchte Engelhardt Gott näher kommen...

Meine Meinung:

"Imperium" ist der zweite Roman, den ich von Christian Kracht gelesen habe und obwohl es meiner Meinung nach nicht ganz mit "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" mithalten kann, habe ich das Buch sehr gerne gelesen.

Erst nach einigen Hinweisen von Google wurde mir klar, dass Kracht über eine Person schreibt, die es tatsächlich gegeben hat. So wurde die Lektüre von "Imperium" gleich um ein vielfaches interessanter. War es anfangs einfach noch eine nette Geschichte über einen leicht seltsamen Kauz, verwandelte sich das Buch so in einen Ausflug in die Geschichte der deutschen Kolonien.

Engelhardt ist eine, sagen wir es einmal so, sehr interessante Figur. Ein Aussenseiter, ein Aussteiger, seine Ideen sind so revolutionär wie abgehoben. Die anderen Charaktere des Buches stehen ihm jedoch in nichts nach und obwohl ich mich überhaupt nicht mit Engelhardt identifizieren konnte, nicht einmal sein Denken im geringsten nachvollziehen, so wurde doch meine Neugierde auf diesen Menschen geweckt.

Dann ist da natürlich noch Krachts Sprache. Herrlich ist die! Anspruchsvoll, gewiss, doch ich genoss jeden Satz. Augenzwinkernd und dennoch ernst, mit einem gewissen Schulterzucken und doch betroffen, so erzählt uns der Autor von Engelhardts Erlebnissen.

Dabei geht es in "Imperium" nicht immer zimperlich zu und her. Grausamkeiten werden in Nebensätzen kurz erwähnt und werden genau deshalb so schrecklich. Weltgeschehen wird klein und gross gemacht. Lebendig erzählt, jagt uns Kracht gerne kalte Schauer über den Rücken.

Bleibt mir eigentlich nur noch Folgendes: nämlich noch einmal die Frage zu stellen, weshalb Kracht nicht einmal für den Schweizer Buchpreis nominiert wurde. Schade, würde ich sagen. Er hätte es nämlich verdient. Meine Meinung. 

Fazit: 

Ich sollte mehr von Christian Kracht lesen. Gefällt mir, der Bursche. Der hat nämlich einiges auf dem Kasten und schreibt literarische Bücher, die mir sehr zusagen.

Christian Kracht
Imperium
HC, 4. Auflage 2012
Kiepenheuer & Witsch

978-3-462-04131-6 

24.02.2013 um 10:47 Uhr

[Rezension] Erin Hunter - Seekers 2: Am grossen Bärensee

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Lusa hat es geschafft! Sie hat Toklo gefunden und kann ihm endlich Okas Botschaft mitteilen. Doch warum wir der Grizzly sie nicht anhören? Trotz des griesgrämigen Toklo macht sich die Schwarzbärin zusammen mit dem geheimnisvollen Urujak auf die Reise zum Grossen Bärensee, wo sich alle Bären zur Sommersonnenwende treffen.

Die Eisbärin Kallik ist ebenfalls dorthin unterwegs. Sie hofft, am See ihren verschollenen Bruder zu finden. Den findet sie tatsächlich, doch was ist nur aus ihm geworden? 

Meine Meinung:

"Am grossen Bärensee" ist der zweite Teil der Bärenreihe von Erin Hunter. Gleich zu Beginn sei gesagt: Wer Band eins nicht kennt, kommt hier nicht klar. Die Geschichte setzt punktgenau dort wieder an, wo Band eins aufgehört hat. Gross etwas erklärt wird auch nicht, das Wissen wird grösstenteils vorausgesetzt. 

Zu Band eins hatte ich keine sonderlich gute Meinung. Also ging ich ohne grosse Erwartungen an diesen Teil heran. Er fiel mir auch eher per Zufall in die Hand, als dass ich mich wirklich dazu entschlossen hätte, die Serie weiter zu verfolgen.

Aber dann verbrachte ich einen ganzen Tag mit den Bären und als ich das Buch am Abend schloss, begann ich, sie zu vermissen!

"Am grossen Bärensee" ist qualitativ um einiges besser als "Die Suche beginnt". Vor allem hat die Geschichte endlich eine nachvollziehbare Handlung! Einen roten Faden! Spannung! Alles, was ich in Band eins vergebens suchte, trifft hier aufeinander und ergibt eine spannende Geschichte mit Figuren, die endlich an Form gewinnen.

Die Bären entwickeln sich charakterlich weiter und während mir in Band eins eigentlich alle auf die Nerven gingen, gewann ich sie hier lieb und teuer. Man erfährt vieles über die einzelnen Charaktere, nur Urujak bleibt noch immer ein Geheimnis.

Das Buch liest sich rasch weg, was vor allem daran liegt, dass Hunter den Spannungsbogen aufziehen. Der erste Abschnitt des Buches ist zwar noch immer von der Reise der Bären zum See beherrscht, doch auch diese Teile habe ich plötzlich gerne gelesen. Weil endlich ein Sinn dahinter besteht. So konnte ich die Beschreibungen der Wälder und Felder, der Kampf ums Futter und einen sicheren Schlafplatz endlich nachvollziehen und geniessen. Mit den Figuren mitleiden und mich mit ihnen freuen.

Als sie dann den Bärensee erreichen, wird es noch einmal richtig spannend. Man kann sagen, "es geschieht etwas". Im ersten Band ist ja eigentlich gar nicht viel passiert.

Und jetzt erst bin ich gespannt, was weiter mit den Bären passiert! 

Fazit: 

Band zwei hat die Serie gerettet und ich hoffe, dass Band drei auf diesem Niveau bleibt oder sich noch steigert. Die Bären sind etwas ganz anderes als die Kätzchen und eigentlich ist das auch gut so.

Ich jedenfalls bin froh, dass ich die Reihe noch nicht aufgegeben habe. Erin Hunter waren für eine Überraschung gut. Im Übrigen stört es mich nicht im geringsten, dass hier etwas mit dem Ökö-Zeigefinger gewedelt wird. Der Zielgruppe könnte dies vielleicht sogar gut tun, wer weiss? 

Erin Hunter
Seekers
Am grossen Bärensee
HC, 2012
Beltz & Gelberg

978-3-407-81105-9

Aus dem Englischen von Anne Emmert
Originalausgabe: Seekers, Great Bear Lake
Harper Collins, New York 2009 

23.02.2013 um 17:19 Uhr

[Rezension] Pip Ballantine & Tee Morris - Books & Braun 2: Die Janus-Affäre

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Eigentlich hätte es eine angenehme Erfahrung sein sollen, doch die Fahrt im Hyperdampfzug endet für Wellington Books und Eliza Braun prekär: Vor ihren Augen verschwindet eine Frau!
Wie sich herausstellt, ist dies nicht der erste Fall dieser Art und Books und Braun machen sich an die Ermittlungen. Allen Opfern war gemein, dass es sich um Frauenrechtlerinnen gehandelt hat.

Dann taucht eine alte Bekannte von Eliza auf, die ihr sehr am Herzen liegt. Auch sie eine engagierte Frauenrechtlerin... 

Meine Meinung:

Endlich geht es weiter mit dem Traumduo Books & Braun!

Dem zweiten Teil um Welly und Eliza liegt ein brisantes Thema zugrunde: Die Rechte der Frauen. Und den Kämpferinnen um eben jenes. Frauen dürfen nicht abstimmen und haben auch sonst nicht viel zu sagen. Höchste Zeit, dass sich da mal etwas ändert!

Doch mehr und mehr Anschläge auf die Vorreiterinnen des Frauenwahlrechts verschwinden unter mysteriösen Umständen. Sie verschwinden alle in blauem Licht. Wie ist das möglich? Obwohl Eliza eigentlich im Archiv arbeiten sollte, macht sie sich daran, den Fall zu lösen - selbstverständlich zieht Welly mit.

Dieser Band ist zumindest anfangs weitaus weniger explosiv als der erste Teil. Dafür stehen die Figuren im Vordergrund. Wie das so ist bei neuen Freunden, lernt man sie erst mit der Zeit Stückchen für Stückchen besser kennen. Genauso verhält es sich mit Wellington und Eliza.

In der Janus-Affäre tauchen zwei Figuren aus Elizas ehemaligen Leben in Neuseeland auf, die eine wichtige Rolle spielen. Wir erfahren einiges, aber nicht alles, über sie. Auch Wellington öffnet sich ein wenig mehr. Und das nicht nur dem Leser gegenüber.

Nachdem ich zuerst etwas enttäuscht war, packte mich die Geschichte umso mehr. Sie ist zwar etwas feinfühliger als erwartet, aber sobald ich das begriffen hatte, war ich Feuer und Flamme für das Buch. Schliesslich will ich doch wissen, wieso die Figuren so sind, wie sie nun einmal sind. Auch ihr Handeln und Denken kommt einem so näher und man versteht die Beiden etwas besser.

Natürlich ist es bei Reihen immer empfehlenswert, beim ersten Band anzufangen. Bei Books & Braun jedoch würde ich darauf bestehen. Man kann Teil zwei selbstverständlich auch lesen, ohne den ersten Band zu kennen, aber es geht zu viel verloren.

Im ersten Band lernen sie sich kennen, tanzen um sich herum und stossen sich wieder ab. Jetzt sind Books & Braun ein eingespieltes Team und all diese kleinen, feinen Zwischentöne in Band zwei sind längst nicht so schön anzuhören, wenn man dieses Duo nicht im ersten Band erlebt hat.

Ballantine und Morris haben zwei Charaktere entwickelt, die Potential haben und die sich weiterentwickeln. Man hat mehr von der Geschichte, wenn man keine Lücken hat und von Anfang miterleben kann, wie Books und Braun sich Schritt für Schritt aufeinander zubewegen.

Schlussendlich fliegt natürlich auch hier so einiges in die Luft und es wird scharf geschossen. Was kann man auch anderes erwarten? Und viel zu schnell ist auch Teil zwei ausgelesen und die Frage bleibt: Wann geht es weiter? Wie geht es weiter? Hoffentlich geht es weiter!

Books & Braun machen süchtig und ich gestehe ein, dass sie mich längst um den kleinen Finger gewickelt haben! 

Fazit: 

Nach der ersten Skepsis und einiger kleiner Logikfehlerchen entwickelte sich auch "Die Janus-Affaire" zu einem wunderbaren Buch, das ich nicht aus der Hand legen wollte. Wie sehr habe ich die Beiden doch vermisst!

Mehr davon! Bitte! 

Pip Ballantine & Tee Morris
Books & Braun 2
Die Janus-Affäre
Broschiert, 1. Auflage 2012
LYX

978-3-8025-8644-6

Aus dem Englischen von Michaela Link
Originalausgabe: The Janus Affair - A Ministry of Peculiar Occurences  Novel
Harper Voyager, New York 2012 

23.02.2013 um 14:44 Uhr

[Rezension] Terry Pratchett - Schweinsgalopp

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Das alljährliche Neujahrsfest steht bevor. Geschenke, gutes Essen und Familientreffen stehen wie jedes Jahr auf dem Plan der Bewohner der Scheibenwelt. Die Geschenke bringt, wie jedes Jahr, der Schneevater.

Doch halt! Irgendetwas stimmt nicht! Der Schneevater ist verschwunden! Und da irgendjemand seine Rolle übernehmen muss, schlüpft kurzerhand Tod in sein Gewand, legt sich einen falschen Bart um und schiebt sich ein Kissen unter den Mantel.

Aber alte Götter dürfen nicht einfach so verschwinden. Das weiss auch Tods Enkelin Susanne, die eigentlich nichts lieber möchte, als ein normales Leben zu führen. Doch über kurz oder lang muss sie sich aufmachen, um das Verschwinden des Schneevaters zu untersuchen... 

Meine Meinung:

Auch in der Scheibenwelt weihnachtet es sehr! Irgendwie kommt uns das alles auch sehr bekannt vor. Bis auf die Schweine, die den Schlitten ziehen. Aber wieso eigentlich nicht?

Jedoch dauerte es eine Weile bis ich mich in "Schweinsgalopp" zurecht fand. Wie immer bei Pratchett wechseln wir von Ort zu Ort und von Figuren zu Figuren, nur war es dieses Mal etwas komplizierter, die Fäden zusammenzuschnüren.

Da sind einerseits die Kutten, dann die Auftragsmörder, dann die Zahnfee und die Zauberer der Unsichtbaren Universität mit ihrem Bad. Über allem trohnt der verschwundene Schneevater.
Bis zum Schluss war mir nicht recht klar, wer wie welche Rolle spielt. Aber zum Ende hin wurde alles irgendwie klarer. Auch wenn ich für meinen Teil noch immer einige Dinge nicht ganz kapiert habe.

Trotzdem tat dies dem Lesegenuss seltsamerweise keinen Abbruch. Bei jedem anderen Buch/Autoren hätten mich diese vielen Fragen gestört, doch nicht hier. Schliesslich haben wir es mit einem Pratchett zu tun.

Tod wird mir mehr und mehr sympathisch und zu meiner Lieblingsfigur. Seine Rolle als Schneevater fand ich genial. Er ist kein Mensch und denkt auch nicht unbedingt wie einer. Dass ausgerechnet er sich aufmacht, den Kindern die Geschenke zu bringen, führt zu vielen unterhaltsamen Situationen. Vor allem, wenn man ihm erklären muss, wie eine Türklinke funktioniert.

Pratchett ist ein guter Beobachter, nicht nur der Scheibenwelt, sondern auch unserer eigenen. Wir finden uns selbst im jährlichen Weihnachtsstress wieder und wenn Tod mit Alfred über die Ethik des Schenkens diskutiert, kommen wir nicht umhin, unser eigenes Verhalten und die Zustände auf dieser Welt zu hinterfragen.

Fazit: 

Zum Glück gibt es Pratchett! Es war wieder einmal wunderbar, auch wenn ich des Öfteren einen "Hä-Moment" hatte.

 

Terry Pratchett
Schweinsgalopp
Ein Scheibenwelt-Roman
TB, 1998
Goldmann

978-3-442-41631-8

Aus dem Englischen von Andreas Brandhorst
Originalausgabe: Hogfather
Victor Gollancz, London 1996 

23.02.2013 um 12:49 Uhr

BücherQuotes #34

von: Jari   Kategorie: BücherQuotes

"Ausserdem gab es in der Welt so viele enge Kurven, dass man keinen Platz in ihr fand, wenn man nicht ein wenig verbogen war."
Seite 31
 
"Tanzende Schweine gefielen den Menschen ebenfalls. Und Lämmer mit Hüten. Tods Erfahrungen sagten ihm, dass es bei den Beziehungen zwischen Menschen auf der einen Seite sowie Schweinen und Lämmern auf der anderen Seite in erster Linie um Würstchen und Lammkeulen ging. Warum man Tiere auf Kinderzimmertapeten menschliche Kleidung tragen liess, blieb ihm ein Rätsel. Hallo, lieben Jungen und Mädchen, das kommt demnächst auf eure Teller...
Tod vermutete: Wäre er imstande gewesen, eine Antwort auf die Frage nach dem Warum zu finden, hätte er einen viel tieferen Einblick in die menschliche Natur gewonnen."
Seiten 365 - 366 
 

22.02.2013 um 11:26 Uhr

[Rezension] Barbara Gowdy - Der weisse Knochen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Es herrscht die schlimmste Dürre, von der je erzählt wurde. Die Elefanten sind auf der Suche nach Wasser, Futter und Schutz. Schutz vor der Dürre und Schutz vor den Menschen, die sie ihres Elfenbeins wegen töten.

Die junge Elefantenkuh Matsch ist gemeinsam mit ihrer Familie unterwegs. Doch dann fallen viele den Menschen zum Opfer. Die Überlebenden werden alles daran setzen, den Weissen Knochen zu finden. Denn nur er kann ihnen zeigen, wo sie den Sicheren Ort finden werden. 

Meine Meinung:

Wenn man viel liest, kommen einem manche Geschichten plötzlich bekannt vor. Man kennt den Mörder, man weiss, wie die Geschichte ausgeht. Deshalb braucht man ab und zu etwas ganz Anderes. Dieses Buch gehört in diese Kategorie.

Es ist etwas ganz Besonderes. Etwas Spezielles. Und wie bei vielen Büchern, die für mich zu einem absoluten Highlight werden, ist es nicht für jeden Leser geeignet.

Ich liebe Elefanten, ich bewundere sie. Und dieses Buch hat es mir ermöglicht, direkt in den Köpfen der Elefanten zu sein. Sie auf ihrer Reise zu begleiten. Zu erfahren, was ein Elefant echt denken mag. Was geht in den Köpfen dieser Riesen vor? Was fühlen sie?

Wir lernen die ganze Kultur, die Religion, die Hirarchie der Elefanten kennen. Man muss sich auch an die Namensgebung gewöhnen. Jede Familie hat einen bestimmten Buchstaben und nennt sich danach. Matsch wurde von den Sie-Schs adoptiert und heisst seit ihrer ersten Brunst eigentlich Sie-Schmollt. Nur will sie lieber Matsch bleiben. Die Männchen dagegen behalten ihren Kälbernamen ihr ganzes Leben. Grund: Männer werden nie richtig erwachsen.

Gowdys Sprache passt sich den Elefanten an. Es ist kein Buch, das man mal eben so liest. Obwohl nicht schwierig oder gar anspruchsvoll, erfordert das Buch eine gewisse Anwesenheit des Lesers. Anwesenheit und Teilnahme.

Es gibt viele Bücher über Menschen in Extremsituationen. Hier haben wir ein Buch über Tiere in Extremsituationen. Leben und Sterben liegt nahe beieinander. Freundschaft, Liebe, Hass, auf all dies treffen wir. Vor allem aber finden wir den Tod. Doch wo der Tod ist, ist auch das Leben.

Ich hörte jemanden über das Buch sagen: "Hier kommen ja gar keine Menschen vor!" Nein, wieso auch? Die Menschen erscheinen als körperlose Gefahr. Es geht hier nicht um die Menschen, sondern um die Elefanten. Und die Elefanten fürchten die Menschen. Wieso also sollte ein Mensch hier einen Auftritt haben? Es würde nicht passen.

Was jedoch passt, ist die Mystik. Die Geschichte spricht dem Leben, der knallharten Realität zum Trotz, eine gewisse Mystik nicht ab. Jede Familie hat eine Gedankenrednerin, die mit bestimmten anderen Tierarten Kontakt aufnehmen kann.

Und dann ist da natürlich noch der Weisse Knochen. Der Weisse Knochen, der die Elefanten ins Paradies führen kann.

Fazit: 

Ein Buch, wie ich noch keines gelesen habe. Ich habe gelacht, ich habe geweint. Vor allem aber habe ich die Elefanten kennen gelernt. Sie fühlen gelernt. Ein wundervolles Buch, ein einzigartiges Buch! 

Barbara Gowdy
Der weisse Knochen
TB, 2013
Unionsverlag

978-3-293-20597-0

Aus dem Englischen von Ulrike Becker und Claus Varrelmann
Originalausgabe: The white Bone
HarperFlamingo, Toronto 1998 

21.02.2013 um 18:35 Uhr

[Hörbücher] Ken Follett - Der Sturz der Titanen

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Europa 1911: Die Welt ist im Aufbruch und ebenso im Umbruch. Die Säulen wackeln und der Erste Weltkrieg wirft seine ersten Schatten voraus. Was geschieht vor, während und nach dem Krieg in Europa und Amerika? Was bewegt die Menschen? Was denken und fühlen sie?

Begleiten wir fünf verschiedene Familien aus unterschiedlichen Ständen und Ländern durch die harte Zeit von 1911 - 1924. Durch den Ersten Weltkrieg. 

Meine Meinung:

Zwei Monate lang trug ich Ken Follett, Philipp Schepmann und die Titanen mit mir herum. Zwei Monate begleitete ich Ethel, Walter, Grigori und die Anderen. Und dabei habe ich jede Minute genossen.

Dass Ken Follett zu schreiben und erzählen weiss, ist kein Geheimnis mehr. Er kann es, er tut es und er wird es wieder tun. Entweder hat er sich sehr Vieles ausgedacht oder sehr, sehr genau recherchiert. Ich tippe auf letzteres. Wie viel Neues ich über den Ersten Weltkrieg erfahren habe! Wie greifbar diese Zeit plötzlich wurde! Wie nah mir die Figuren kamen!

Doch das wahre Glanzstück war für mich Philipp Schlepmann. Was kann dieser Mann erzählen! Er schafft es, jeder Figur ihre eigene Stimme zu verleihen, und Figuren kommen in diesem Buch wahrlich einige vor. Man kann die einzelnen Charaktere auch im Gespräch noch unterscheiden und wenn jemand weint, dann weint er auch.

Schlepmann und Follett zusammen ergeben ein Team, dessen vereinter Kraft ich mich nicht entziehen konnte. Oft war ich entsetzt, geschockt, entzückt - immer war ich mitten dabei und vermisste meine Lieblingsfiguren, wenn ich keine Gelegenheit mehr hatte, weiterzuhören. 

Welche Macht! Beeindruckend. 

Fazit: 

Ein Hörbuch, das die Bezeichnung "Hörgenuss" redlich verdient. Ich freu mich schon auf den nächsten Teil! 

Ken Follett
Sturz der Titanen

Gelesen von Philipp Schepmann
Spieldauer: 37 h (ungekürzt)

Lübbe Audio
Audible Version 

21.02.2013 um 13:52 Uhr

[Rezension] Janet Foxley - Munkel Trogg: Der kleinste Riese der Welt

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Munkel hat es nicht leicht: Im Gegensatz zu den anderen Riesen ist er klein. Sehr klein sogar. Viel zu klein. Doch als Munkel sich eines Tages aufmacht, die Kleinlinge (Menschen) etwas genauer zu untersuchen, findet er sich plötzlich im grössten Abenteuer seines Lebens wieder (in welchem auch ein Drache mitspielt) und Munkel beweist, dass die Körpergrösse nicht das Einzige ist, das zählt. Aber dass sie ab und an entscheidend sein kann.

Meine Meinung:

Munkel ist mein Held! Natürlich muss ich ein Buch lesen, in welchem es um fehlende Körpergrösse geht und wie oft konnte ich mit Munkel mitfühlen! Zwar wurde ich nie von meinen Mitmenschen durch die Luft gewirbelt, aber im Prinzip mussten wir Ähnliches durch machen.

Bei den Riesen geht natürlich einiges anders zu und her als bei uns Kleinlingen. Vor allem das Schönheitsideal der Riesen würde zu einem Kulturschock führen: Warzen gelten als schön, schiefe Zähne sind schick und je mehr Haare desto besser. Glatt rasierte Beine? Igitt!

Die Illustrationen von Steve Wells fangen die Welt der Riesen glücklicherweise für uns ein, damit wir uns besser in dieser Kultur zurechtfinden. Da schlängelt sich schon einmal ein Wurm über eine Seite (lecker!), wir werden auf den wunderbaren Duft von Schimmel hingewiesen und Munkel selbst gibt ab und an seine Kommentare zu den Geschehnissen in der Geschichte ab. 

Wie man sieht ist nur schon mit den ersten groben Zügen dieses Buches der Grundstein für eine tolle Geschichte gelegt, die Gross und Klein zu unterhalten weiss. Sobald die Geschichte dann auch noch an Fahrt aufnimmt (und das tut sie!), kann wohl keiner mehr Munkels Charme widerstehen.

Jeder kann sich mit dem kleinen Riesen identifizieren (vor allem kleine Leute), er ist ein Charakter mit Stärken und Schwächen, der jedoch versucht ist, das beste aus seinen Schwächen zu machen. Munkel beweist, dass jeder das Zeug hat, ein Held zu werden. Man muss nur fest genug an sich glauben.

Somit versteckt sich hinter den für mache Eltern wohl eher etwas abschreckenden Cover eine Geschichte, die man getrost als pädagogisch wertvoll bezeichnen kann. Aber sagt das bitte nicht zu laut! Sonst wäre ja der ganze Spass mit den Popeln und den Würmern vorbei!

Hab ich übrigens schon erwähnt, dass ein Drache eine wichtige Rolle spielt? 

Fazit: 

Ein Kinderbuch, an dem die Erwachsenen bestimmt genauso viel Spass haben werden wie die Kleinen. Zum Vorlesen oder zum Selberlesen. Für grössere Leser gilt beides.

Merkt euch: Munkel ist klasse - sollte man lesen! 

Janet Foxley
Munkel Trogg
Der kleinste Riese der Welt
HC, 2013
KJB

978-3-596-85495-0

Mit Illustrationen von Steve Wells
Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier
Originalausgabe: Muncle Trogg
The Chicken House, Somerset 2011

20.02.2013 um 15:54 Uhr

[Kurzgebrabbel] Siegfried Lenz - Eine Nacht im Hotel

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Das Bilderbuch "Die Nacht im Hotel" basiert auf einer Erzählung von Siegfried Lenz, die nun von Joëlle Tourlonias illustriert wurde. 
Ein Mann checkt eines Nachts in einem Hotel ein, dort ist jedoch nur noch ein Bett in einem bereits belegten Zimmer frei. Der Mann bucht das Bett und so lernt den älteren Herren kennen, der das andere Bett im Zimmer belegt und schon bald finden wir heraus, was den Mann mitten in der Nacht in dieses Hotel getrieben hat.
Die Geschichte ist wirklich rührend, dennoch ist das Bilderbuch eher eines jener Bilderbücher, die sich Erwachsene kaufen. Kindern würde ich die Geschichte nicht unbedingt vorlesen, da der ältere Herr zwei Mal auf eine eher nebensächliche Art und Weise das Thema Selbstmord anspricht.
Als Liebhaber von Joëlle Tourlonias musste ich das Buch aber trotzdem haben! 
 

17.02.2013 um 09:45 Uhr

[Rezension] Richard Davidson - Warum wir fühlen, wie wir fühlen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Warum fassen einige Menschen Dinge anders auf als man selbst? Warum gehen manche Menschen einfach über Kritik hinweg, während andere gar nicht damit umgehen können? Wie kommt es, dass manche Leute extrovertiert und manche introvertiert sind? Die Antwort liegt in unserem Gehirn...

Meine Meinung:

Richard Davidson ist einer der renommiertesten Gehirnforscher unserer Zeit. Schon zu Beginn seiner Laufbahn beschäftigte er sich mit dem Einfluss des Gehirns auf unsere Gefühle und umgekehrt.

Nun hat er zusammen mit Sharon Begley, einer berühmten Wissenschaftsjournalistin, das Buch "Warum wir fühlen, wie wir fühlen" veröffentlicht, um seine Ergebnisse auch der breiten Masse zugänglich zu machen.

Davidson hat sechs emotionale Stile herauskristallisiert, die jeder Mensch in sich vereint und auf welchen unsere Gefühle und emotionalen Reaktionen beruhen. Er erklärt diese Stile und auch, wie es dazu gekommen ist, dass er auf diese gestossen ist. Als Wissenschaftler belegt er seine Thesen mit Forschungsergebnissen aus vielen Jahren der Forschung.

Ich las das Buch, weil mich das Thema schon lange interessiert. Ja, wieso fühlen wir nun einmal so, wie wir fühlen? Wieso empfinde ich Kritik rasch als persönliche Beleidigung und bin dann den ganzen Tag mies drauf? Wieso werde ich wütend, wenn ich von Ungerechtigkeit gegenüber Mitmenschen erfahre?

Auf diese Fragen und noch einige mehr bietet Davidson eine Antwort. Da ich jedoch bloss auf Fakten aus war, musste ich mir diese zusammensuchen. Denn das Buch ist zeitgleich auch eine Biografie von Davidsons Leben und seiner Laufbahn als Gehirnforscher. Dies mag sehr interessant sein, vor allem, wenn er von seinen Tätigkeiten und den unterschiedlichen Arten berichtet, durch die er auf seine Ergebnisse stiess. Doch ich für meinen Teil wollte bloss Antworten auf meine Fragen, die ich zum Glück auch erhielt.

Das Buch beinhaltet einen Test, um seinen eigenen emotionalen Stil herauszufinden. Jedoch gab ich den Test rasch wieder auf. Zu viele Fragen, die ich einfach nicht mit "ja" oder "nein" beantworten konnte, zu viele Szenen, die ich bisher noch nicht erlebt habe. Zum Glück kenne ich mich unterdessen gut genug, um auch so zu wissen, dass meine Resilienz (Abwehr) nicht zum besten steht.

Zum Schluss geht der Autor noch auf einige Spezialfälle ein, z.B. ADHS und Meditieren. Diese Themen übersprang ich, sodass ich das Buch rasch durch hatte. Wie gesagt, ich habe Informationen gesucht und gefunden, dann muss ich mich nicht noch 50 Seiten mit Meditationen und Davidsons Reisen nach Asien beschäftigen. 

Abschliessend kann man übrigens noch erfahren, wie man mit seinem emotionalen Stil umgeht und wie man Einfluss darauf nehmen kann, alles etwas positiver zu sehen. Denn, das hat Davidson belegt, unser Gehirn ist nicht festgefahren, sondern formbar. Höchste Zeit, dass wir dies für uns nutzen! 

Fazit: 

Ein dank Sharon Begley gut lesbares Buch für alle, die sich mit dem Gehirn und vor allem auch mit ihren Gefühlen auseinandersetzen wollen.
PS: Richard Davidson scheint ein wahres Wunderkind der Gehirnforschung zu sein...

Richard Davidson
Sharon Begley
Warum wir fühlen, wie wir fühlen
Wie die Gehirnstruktur unsere Emotionen bestimmt - und wie wir darauf Einfluss nehmen können
HC mit Schutzumschlag, 1. Auflage 2012
Arkana

978-3-442-33888-7 

Aus dem Amerikanischen von Ursula Rahn-Huber
Originalausgabe: The emotional life of your brain. How its unique patterns affect the way you think, feel and live - and how you can change them
Hudson Street Press, New York 2012 

12.02.2013 um 22:43 Uhr

[Rezension] 50 Cent - Playground

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Butterball ist schwarz und dick. Keine gute Kombination. Er ist ein Aussenseiter, bis er eines Tages ohne scheinbaren Grund einen Mitschüler verprügelt. Seitdem ist er jemand. Die Kids wollen plötzlich mit ihm rumhängen und seine heimliche Flamme redet endlich mit ihm!

Doch dann ist da noch Liz. Liz, die Psychologin. Liz will, dass Butterball mit ihr redet. Ihr erzählt, wieso er getan hat, was er getan hat. Nicht, dass er das jemals tun würde... 

Meine Meinung:

50 Cent rappt. Und das erfolgreich. Jetzt schreibt er auch noch ein Buch. Muss das wirklich sein? Kann dieser Mann wirklich schreiben? Muss man dieses Buch wirklich lesen?

Die Antwort lautet drei Mal "ja". Ja, das muss sein. Ja, er kann schreiben und Ja, man sollte dieses Buch wirklich lesen.

Eigentlich fangen wir am Ende an. Butterball sitzt bei Liz. Alles ist schon passiert. Nämlich dass Butterball Maurice verprügelt hat. Was wir jetzt erleben ist Butterballs neues Leben. Das ist jedoch nicht unbedingt besser als sein altes. Mehr und mehr lernen wir diesen dicken, einsamen Jungen kennen, der nichts mehr möchte, als etwas Aufmerksamkeit. Vor allem von seiner Mutter.

Mehr und mehr erleben wir mit ihm. Gutes und schlechtes. Und mehr und mehr erzählt er Liz. Obwohl er sich dagegen wehrt, öffnet er sich gegenüber seiner Psychologin. Je mehr er sich wiederum Liz öffnet, umso mehr erfahren wir, wieso Butterball Maurice verprügelt hat.

Eigentlich fast schon ein Krimi. Wir haben eine Tat und finden Schritt für Schritt das Wieso heraus.

Wie viel von 50 Cent in dieser Geschichte steckt, weiss man nicht. Aber es wird einiges sein. Genau deshalb ist "Playground" so gelungen. Sie ist authentisch und wahr. Nachvollziehbar und ergreifend. Realistisch und packend.

Liebevoll und dennoch unverschönt beschreibt der Rapper den Weg des Jungen Butterball, der am Schluss noch "die Kurve kratzt". Schnörkellos, direkt und klar, so lässt sich 50 Cents Sprachstil beschreiben. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, konnte ich mich gut in Butterball hineinversetzen.

Ich will nicht gut heissen, was er getan hat, aber wir lernen, ihn zu verstehen. Seine Gedanken und Gefühle liegen vor uns ausgebreitet, obwohl er das wahrscheinlich nicht gewollt hätte.

Doch diese Nähe zu diesem hoffnungslosen Fall kann nur jemand herstellen, der genau weiss, wovon er redet. Der genau weiss, was im Kopf eines 13-Jährigen vor sich geht, der keine Zukunft hat.

Zum Glück haben sie es beide geschafft: 50 Cent und Butterball, der eigentlich Burton heisst. 

Fazit: 

Ein Jugendbuch, das vielleicht nicht vor Originalität strotzt, aber eine Geschichte beinhaltet, die uns alle angeht. Ein Buch, das vor allem auch für Schulen interessant sein könnte, als Klassenlektüre kann ich mir diese Geschichte sehr gut vorstellen.

Nicht nur Fans von 50 Cent sollten einen Blick ins Buch werfen, sondern alle Leser, die realitätsnahe Geschichten mögen, die uns das wahre Leben näher bringt. 

50 Cent
Playground
Broschiert, 2012
Rowohlt

978-3-86252-032-9

Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt
Originalausgabe: Playground
Razorbill, New York 2011 

10.02.2013 um 00:25 Uhr

BücherQuotes #33

von: Jari   Kategorie: BücherQuotes

"Und stellte nicht der Hinduismus, dessen höchster Ausdruck der Vegetarismus, also die Liebe war, im Weltgefüge eine Kraft dar, dessen allumspannendes, lichtes Rauschen dereinst jene Länder, denen das Christentum zwar Nächstenliebe geschenkt, darin aber nicht die Tiere einbezogen hatte, überstrahlen würde wie ein blendender Komet?"
Seite 38 - 39
 

06.02.2013 um 19:06 Uhr

[Rezension] Jonas T. Bengtsson - Wie keiner sonst

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Gemeinsam, ziehen Vater und Sohn von Ort zu Ort, leben ein Leben ausserhalb der Norm. Alles Wichtige lernt der Sohn vom Vater. Sie sind ein eingespieltes Team. Für den kleinen Jungen ist das Leben ein Abenteuer.

Doch irgendwann ist es zu Ende und auch er muss erwachsen werden. Den letzten Schritt müssen sie jedoch wieder gemeinsam gehen. Vater und Sohn. 

Meine Meinung:

Auf dieses Buch muss man sich einlassen, ansonsten wird man "Wie keiner sonst" wohl rasch in die Ecke werfen. Obwohl es ein sehr realitätsnahes Buch ist, wird die Fantasie des Leser in Anspruch genommen. Im dänischen Original heisst das Buch passenderweise Et eventyur, ein Abenteuer, ein Märchen. Dies bringt den Inhalt dieser Geschichte ziemlich genau auf den Punkt. Ein Märchen, ein Abenteuer.

Wie genau der Junge heisst, wissen wir nicht. Vielleicht Peter, aber eher nicht. Namen sind Schall und Rauch, in der Welt des Jungen braucht es so etwas einfach nicht. Er folgt seinem Vater, ohne dessen Handlungen zu hinterfragen, und vertieft sich in seine Zeichnungen.

Wieso die Zwei auf der Flucht sind, erfährt man später. Ansatzweise. Später erfährt man auch, was hinter dem Märchen steckt, das der Vater dem Sohn erzählt. Ansatzweise.

Im zweiten Teil des Buches ist der Junge kein Junge mehr, sondern ein Teenager, der sich noch immer ausserhalb der Norm bewegt. Zwar hat er jetzt ein behütetes Leben, doch passt dieses Leben nicht zu ihm.

Der Draht zum Vater ist noch immer stärker als alles andere sonst.

Leider konnte mich der zweite Teil nicht mehr so faszinieren wie der erste Teil. Im ersten Abschnitt erleben wir die Welt aus der Sicht eines Kindes, alles ist irgendwie verzerrt und klar und real. Im zweiten Teil ist er einfach ein Jugendlicher, der seinen Weg finden muss. Zwar ist dies auch sehr ansprechend, doch gibt es solche Geschichten bereits zuhauf. Der Anfang des Buches war vielversprechend, anders.

Ich habe keine Antworten erwartet. Der Autor liefert sie uns zwar, verlässt dafür jedoch seine erste Spur. Dies fand ich schade. Zwar verändert sich die Sichtweise auf die Welt im Verlaufe der Zeit, doch wenn aus etwas Speziellem etwas Ordinäres wird, verfliegt der Lesegenuss irgendwie.

Bengtssons Schreibstil kann man mit gutem Gewissen als nordisch bezeichnen. Doch nicht das allseits bekannte Nordische aus den Krimis. Kalt und brutal. Sondern jener nordische Hauch, den z.B. auch Per Petterson verwendet.

Ruhig und bedacht und ohne alles zu verraten. Der Leser muss nicht alles aufs Auge gedrückt bekommen, soll er selber mal etwas aktiv werden und die Hintergründe erforschen. Oder eben nicht. Das bleibt jedem selbst überlassen. 

Fazit: 

Eine Geschichte, die stark anfängt, zum Schluss hin jedoch etwas schwächelt. Keine Literatur für das breite Publikum, aber eine gute Lektüre für Leser, die Bücher lesen wollen, die sich von der Massenware abheben. 

Jonas T. Bengtsson
Wie keiner sonst
HC mit Schutzumschlag, 2013
Kein & Aber

978-3-0369-5668-8

Aus dem Dänischen von Frank Zuber
Originalausgabe: Et eventyr
Rosinante, Kopenhagen 2011 

05.02.2013 um 22:00 Uhr

Jari liest... Pip Ballantine & Tee Morris

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Auf einer Zugfahrt werden Eliza Braun und Wellington Books Zeuge, wie eine Frau in einem Lichtblitz verschwindet. Nicht der erste Vorfall dieser Art, wie sich bald herausstellt. Allen Opfern ist eines gemeinsam: Sie haben sich für Frauenrechte engagiert. Agentin Braun und Archivar Books ermitteln in dem mysteriösen Fall und stossen auf eine Verschwörung, die bis in die obersten Kreise der Londoner Gesellschaft reicht. 

05.02.2013 um 21:39 Uhr

[Rezension] Ralf "Linus" Höke - Shades of hä?

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Liebe Männer, hat "Shades of Grey" auch in Ihrem Haushalt Einzug gehalten? Will auch Ihre Frau Sie in einen zweiten Christian Grey verwandeln? Sträuben sich auch Ihnen die Haare, wenn Sie ihre Freundin mit dem genannten Buch auf der Couch liegen sehen?

Liebe Männer: Sie sind nicht allein!

"Shades of hä?" von Ralf "Linus" Höke ist keine Parodie auf "Shades of Grey", sondern eher eine praktische Anleitung für den Mann von Heute. Denn der Mann von Heute muss einiges können. Eigentlich alles, was Christian Grey auch kann. Leider ist das gar nicht so einfach und schon so mancher Geschlechtsgenosse ist unter dem Druck zusammengebrochen.

"Shades of hä?" bietet Abhilfe, Tricks und Tricks, wie man das Leben als Christian Grey-Double meistern kann!

Es ist ist kurz, es ist pink und es ist witzig. Bei der Lektüre von "Shades of hä?" habe zumindest ich mich um einiges mehr unterhalten als beim Lesen des Originals. Für Männer, für alle, die SoG nicht allzu ernst nehmen und für jene, die etwas schadenfreudig sind.

04.02.2013 um 15:17 Uhr

[Rezension] Elizabeth Miles - Im Herzen die Rache

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Em ist verliebt und sie ist sich sicher, er ist der Richtige. Blöd nur, dass Zach der Freund ihrer besten Freundin Gabby ist... 
Chase dagegen achtet immer auf sein Auftreten. Hart hat er sich Ansehen unter den anderen Schülern erkämpft, doch jeder kleine Fehler könnte alles wieder zunichte machen. Doch er hat etwas getan, das er niemandem verraten darf...

Als ob Em und Chase nicht schon genug Probleme hätten, steht plötzlich ihr ganzes Leben kopf. Seltsame Dinge geschehen in der verschlafenen Kleinstadt Ascension, Dinge, auf die niemand eine Antwort weiss.

Was ist der Plan der drei seltsamen Cousinen Ty, Meg und Aly? 

Meine Meinung:

"Im Herzen die Rache" von Elizabeth Miles ist ein vorzüglich erzähltes Buch mit phantastischen Elementen, das dennoch auch irgendwie an einen Krimi erinnert.

Miles schafft es, die Spannung so aufzubauen, dass der Leser gar nicht bewusst mitbekommt, dass das Buch ihn in seinen Bann gezogen hat. Erst, wenn man das Buch zuschlägt und sich einer anderen Tätigkeit widmen möchte, bemerkt man den Sog der Geschichte.

Obwohl grösstenteils unblutig und unaufgeregt erzählt, lässt einen die Geschichte nicht mehr los. Die unterschwelligen Gruseleffekte packen einen und man rätselt mit, was nun geschehen wird und selbst ich fühlte mich unwohl, sobald eine der Cousinen auf der Bildfläche auftauchten.

Durch die Cousinen wird man angehalten, sein eigenes Bild von Gut und Böse, Recht und Unrecht zu hinterfragen. Ist es in Ordnung, was Em und Chase tun? Rechtfertigt das das Verhalten von Ty und ihren Cousinen? Was würde man selbst in einer solchen Situation tun?

Trotz der übernatürlichen Elemente zeigt uns dieses Buch auch die pure Realität. Entscheidungen, die man trifft, ziehen Konsequenzen nach sich. Man muss sich seiner Prioritäten klar werden. Erwachsen werden. Doch so einfach ist das nicht. Vor allem nicht als Jugendliche in Amerika, wo Prestige und Ansehen wichtiger sind als guter Wille und Charakter. 

Dennoch ist nichts so, wie es scheint, und Schritt für Schritt, Seite für Seite, kommen wir der Wahrheit näher. 

Vielleicht liegt es an der Spannung, dem Gruseln, jedenfalls muss ich sagen, dass die Seiten nur so dahinflogen. Ich hatte das Buch schneller durch als ich erwartet hatte. Miles' Schreibstil ist flüssig, schlicht und einfach gehalten. Sie platziert Worte, Bilder, Szenen so, dass sie sich einem in den Kopf brennen oder bewegen einen dazu, rasch auf die nächste Seite zu blättern, um zu erfahren, wie es weiter geht. 

"Im Herzen die Rache" ist der erste Teil einer Trilogie, kann jedoch auch alleine überzeugen, was ich nicht erwartet hätte. Akzeptiert man, dass nicht alle Fragen beantwortet werden, bietet das Ende des Buches sogar einen relativ runden Schluss, den man so stehen lassen kann. Für mich ein weiterer Pluspunkt des Buches - von den meisten Trilogien kann man so etwas nämlich nicht behaupten. 

Fazit: 

Ein schauerliches modernes Märchen, das den Leser in seinen Bann zieht und ihn bis am Schluss dort behält. Eine Geschichte, die Lust auf mehr macht und sehr gut in den Winter passt.

 

Elizabeth Miles
Im Herzen die Rache
HC mit Schutzumschlag, 2013
Loewe

978-3-7855-7377-8

Aus dem Amerikanischen von Birgit Salzmann
Originalausgabe: Fury
Simon Pulse, New York 2011 

03.02.2013 um 11:15 Uhr

[Rezension] Vladimir Sorokin - Der Schneesturm

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Die Pest ist wieder ausgebrochen! Garin, ein Landarzt, sieht es als seine Pflicht, ins Dorf Dolgoje zu fahren und die Menschen dort zu impfen. Die eigentlich einfache Strecke wird jedoch erschwert, da ein heftiger Schneesturm die Gegend heimsucht.

Nur Kosma, genannt "der Krächz", ist bereit, den Arzt übers Land zu fahren. Mitten durch den feindlichen Schneesturm... 

Meine Meinung:

"Der Schneesturm" von Vladimir Sorokin kann man als russisch bezeichnen. Sehr russisch. Wer eine Darstellung des Russlands des 19. Jahrhunderts erwartet, so scheint es zu Beginn nämlich tatsächlich, der wird bald überrascht sein.

Denn Sorokin entführt uns in eine alternative Realität, die so ganz anders ist als die Welt, die wir kennen. Und ihr dennoch sehr ähnelt.

Es geht los mit den Pferden des Krächz. Es sind Minipferde, kaum kniehoch. Im Gegenzug gibt es auch Pferde, die so gross sind wie ein Haus. Kleinwüchsige sind nicht einfach nur klein, sie sind Zwerge. Auch einem toten Riesen begegnen wird. Russlands Technik ist im Kommen, wir treffen auf seltsame Aparate. Doch am schauerlichsten ist die Pest, die die Menschen nicht nur dahinrafft, sondern Zombies aus ihnen macht.

Und all das vor, oder besser noch, inmitten, der Kulisse des tobenden Schneesturms.

Es ist ein aussergewöhnliches und sehr stimmungsvolles Buch, das Sorokin geschriebe hat. Dennoch weiss ich noch immer nicht so recht, was ich davon halten kann. Ich habe mit Garin gehofft, gelitten und mich mit Kosma und seinen Pferden angefreundet. Sogar die Kälte des Sturmes gespürt.

Sollte sich der Leser jedoch zu fest an Genrevorstellungen festhalten, ist er bald so verloren wie der Krächz und sein Schlitten im Schneesturm. Sorokin wirft einfach alles über den Haufen und generiert ein neues literarisches Genre. Wie der Sturm bringt er alles durcheinander, löscht aus, baut neu auf. Alles neu macht der Sorokin. 

Trotz der Härte des Schnees ringsum, ist das Buch mit einer gewissen Wärme und Feinfühligkeit erzählt. Dies ist ein starker Kontrast, genauso wie die schwarzen Stämme der Bäume im weissen Schnee.

Ich muss sagen, dass ich froh bin, dieses Buch im Winter gelesen zu haben, kann ich doch nicht sagen, wie ich im Sommer darauf reagiert hätte.

Leider kenne ich mich im aktuellen Russland nicht gut genug aus, um auf verwischte Hinweise oder versteckte Andeutungen einzugehen. Aber ich kam nicht umhin, nach diesen Punkten zu suchen. Doch sollte es sie geben, hat Sorokin sie gut vor mir versteckt.

Also sauste ich bloss mit Garin und Kosma durch die Kälte und hoffte mit ihnen, dass wir das Ziel erreichen mögen... 

Fazit: 

Ein interessantes, verwegenes und doch ruhiges Buch. Ein Buch, das uns packt wie der Schneesturm selbst, trotzdem so ruhig ist wie die Schneeflocken, die vom Himmel fallen. 
Ein sehr literarisches Werk, auf das man sich einlassen muss. Wie dies so oft bei den Russen der Fall ist. Für experimentierfreudige Leser.

Vladimir Sorokin
Der Schneesturm
HC mit Schutzumschlag, 1. Auflage 2012
Kiepenheuer & Witsch

978-3-462-04459-1

Aus dem Russischen von Andreas Tretner
Originalausgabe erschienen 2010 

02.02.2013 um 22:55 Uhr

[Rezension] Cecilia Ahern - PS: Ich liebe dich

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Von Anfang an waren Gerry und Holly ein Traumpaar und sollten es auch bleiben. Doch jetzt ist Gerry tot und Holly bleibt alleine zurück. Die Trauer übermannt sie, es scheint kein Leben ohne Gerry zu geben. Doch dann erhält Holly ein Päckchen: Eine Liste. Von Gerry für Holly. Für jeden Monat eine Aufgabe. Endlich fühlt sich Holly ihrem geliebten Gerry wieder nahe und macht sich daran, die Liste in die Tat umzusetzen...

Meine Meinung:

Hätte ich "P.S. Ich liebe dich" von Cecelia Ahern nicht geschenkt bekommen - ich hätte es nie gelesen. Titel und Cover alleine schreckten mich schon ab, worum es in dem Buch geht, musste ich gar nicht erst erfahren.

Aber das Buch fand seinen Weg zu mir und nach langer Zeit auf dem SUB fand es auch seinen Weg auf meine Leseliste. Und was muss ich sagen? Ich hab es innert kürzester Zeit verschlungen.

Im Nachhinein kann ich gar nicht mehr wirklich sagen, weshalb mich das Buch so sehr gefesselt hat, wie es das tat. Lag es am flüssigen Schreibstil der Autorin? Die Seiten flogen einfach so dahin und plötzlich war das Buch zu Ende.

Oder daran, dass Ahern ein liebevolles Portrait einer jungen Witwe zeichnet, mit der man einfach mitfühlen muss? Ihre Höhenflüge, ihre Abstürze, das Bemühen, fröhlich zu wirken. Ich hätte Cecelia Ahern nie zugetraut, die unterschiedlichen Stufen der Trauer so treffend zu beschreiben.

Von Kitsch, den ich eignetlich erwartet hatte, keine Spur. Zwar ist das Buch kein Highlight in meinem Lesejahr, aber ich bin wirklich positiv überrascht und plötzlich sehr neugierig auf Cecelia Ahern geworden.

Wie sagt man so schön? Man lernt nie aus! 

Fazit: 

Eine stimmungsvoll und eindrücklich geschilderte Geschichte über Verlus und Neuanfang. Darüber, dass es sich lohnt, nicht aufzuhören aufzustehen, auch wenn man immer wieder hinfällt. 

 Cecelia Ahern
P.S. Ich liebe dich
Geschenkbuchausgabe, 2. Auflage 2010
Fischer Verlag

978-3-596-51083-2

Aus dem Englischen von Christine Strüh
Originalausgabe: PS, I love you
HarperCollins, London 2004