Jaris Büchergebrabbel

30.09.2013 um 20:26 Uhr

[Rezension] Gerald Hüther - Männer

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Was macht ein Mann zu einem Mann? Wieso ist ein Mann überhaupt ein Mann? Das Fragen sich beide Geschlechter nicht erst seit Herbert Grönemeyers Lied "Männer". Auch Gerald Hüther hat sich auf den Weg gemacht, diese Fragen zu beantworten. Dabei ist dieses Buch herausgekommen.

Meine Meinung:

Nachdem ich das Buch "Männer: Das schwache Geschlecht und sein Gehirn" gelesen habe, habe ich noch etwas nachrecherchiert. Dabei kam ich nicht umhin, Gerald Hüther sehr sympathisch zu finden und zu staunen, wie viele Bücher er bereits veröffentlicht hat und wie viele dieser Bücher ich verkauft habe.

Trotzdem konnte mich das Männer-Buch nicht ganz überzeugen.

Einerseits lag das an meinen Erwartungen. Ich habe nämlich ein wissenschaftlicheres Buch erwartet. Darf man beim Vandenhoeck&Ruprecht eigentlich auch. Doch gleich zu Beginn fielen mir die fehlenden Quellenangaben auf und obwohl Hüther im Nachwort erklärt, weshalb er ohne Fussnoten und Quellen gearbeitet hat, hätte ich doch gerne einige Belege für seine Angaben gesehen.

Andererseits fehlte mir, wie schon gesagt, das Biologische, Wissenschaftliche. Es wird am Anfang zwar wirklich Vieles erklärt, doch der Autor baut nicht darauf auf, sondern wechselt ab der Hälfte in den beschrieb der männlichen Lebensphasen (die sich so sehr nicht von den weiblichen unterscheiden).

Die erste Hälfte jedoch las ich mit grossem Interesse. Hüther erklärt wirklich gut und einfach, was ein Mann zu einem Mann macht (Testosteron, das ist alles) und ich hatte auch ein paar Aha-Erlebnisse. Vielleicht mag mir dieses Buch nicht so sehr dabei helfen, die Männer zu verstehen, aber es konnte dieses fremde Geschlecht dennoch ein wenig mehr entziffern. Und bereits dafür hat sich die Lektüre gelohnt. 

Fazit: 

Ein Buch, das eigentlich für Männer geschrieben worden ist. Aber auch Frauen können es lesen, wobei ich persönlich dann nur die erste Hälfte empfehlen würde. Der Rest ist nämlich Repetition und für uns Frauen weniger interessant. 

Das Buch kann man lesen, wenn man sich dafür interessiert, muss man aber nicht.

Gerald Hüther
Männer
Das schwache Geschlecht und sein Gehirn
TB, 2009
Vandenhoeck & Ruprecht

978-3-525-40420-1 

27.09.2013 um 14:25 Uhr

[Rezension] Dmitry Glukhovsky - Metro2033

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der Dritte Weltkrieg hat die Menschheit heimgesucht, die Oberfläche ist atomoar verseucht und nur ein paar wenige konnten sich in die Metro flüchten. Dort leben die Menschen jetzt in Dunkelheit, eng zusammen und ständig bedroht von seltsamen Vorkommnissen und Mutanten. 

Artjom hat nur noch ein paar wenige Erinnerungen an das Leben an der Oberfläche, den Grossteil seines Lebens hat er an der Station WDNCh verbracht. Doch die Station wird von einer grauenvollen Gefahr bedroht: Die Schwarzen. Werden diese Wesen nicht aufgehalten, könnten sie die gesamte Metro zerstören.

Ein geheimnisvoller Besucher namens Hunter macht sich auf, sich gegen die Schwarzen zu stellen. Er ist es, der Artjom einen Auftrag erteilt. Einen Auftrag, der den Jungen quer durch die gesamte Metro führen wird. Bis hin zur Erleuchtung... 

Meine Meinung:

Das Cover zum Buch "Metro2033" zog mich mit seiner Düsternis geradezu magisch an. Aufgrund seines Umfanges hörte ich jedoch zuerst das Hörbuch dazu. Da mich dieses wirklich begeistert hatte, wollte ich dann jedoch auch noch das Buch lesen, da die Hörbuchversion gekürzt ist.

Es hat sich gelohnt.

Glukhovsky ist ein Meister der Stimmung. Obwohl die Gefahren, die in der Metro lauern, oft gar nicht auftauchen, greift die Angst der Protagonisten direkt auf den Leser über. Der Autor spielt hier mit der Urangst des Menschen vor der Dunkelheit und das sich dort versteckt.

Auch schafft es Glukhovsky in den Abenteuerroman viel philosophische Elemente und Gefühl einzubauen. Artjom trifft auf seiner Reise die unterschiedlichsten Charaktere, die alle ein eigenes Weltbild haben. Der Junge selber ist sehr nachdenklich und hinterfragt seine Taten des Öfteren. Auch ist er kein typischer Held à la Indiana Jones. Nein, ist einfach nur ein junger Mann, der versucht, seinen Weg zu finden. Er ist ein Mensch wie du und ich. Er macht Fehler, bereut sie, fragt sich, was er hätte anders machen können. Auch denkt er ans Aufgeben - aber er tut es nicht.

Vielleicht kann man bemängeln, dass Artjom einmal zu oft aus tödlicher Gefahr gerett wird, doch wenn man das Buch bis zum Ende liest, gibt einem der Autor sogar darauf eine Antwort. Nur zwischen den Seiten 600 und 700 hat die Geschichte einen Durchhänger, davor und danach hat mich das Buch gepackt, gefesselt und in die Untiefen der russischen Metro hinabgezogen.

Das Ende ist sehr überraschend und enthält einen Twist, auf den ich hier aber nicht näher eingehen will. So fies bin ich. In meiner Ausgabe ist eine Bonusgeschichte enthalten, die "Das Evangelium nach Artjom" heisst. Sie schliesst direkt am Ende der eigentlichen Geschichte an und man könnte sie sogar als Happy End bezeichnen.

Ich bin wirklich froh, dass ich das Buch gelesen habe. Es ist eindeutig eines der Highlights in diesem Jahr und ich bin schon auf die weiteren Geschichten aus dem Metroversum gespannt. Was Glukhovsky hier beschreibt, könnte gut und gerne Realität werden und vielleicht beinhaltet das Buch sogar eine Warnung an die heutige Leserschaft. Aber man kann die Geschichte einfach nur als tolle Geschichte lesen, die mit viel Spannung, tiefgründigen Gedanken und interessanten und vielfältigen Charakteren daherkommt. 

Fazit: 

Das Leben in der Metro wäre nichts für mich, dennoch hat Glukhovsky Buch mich bis dato nicht losgelassen und ich habe das Gefühl, dass es mich auch so schnell nicht mehr aus seinen Fängen entfliehen lässt. Die Welt unter der Erde funktioniert nach ihren eigenen Regeln, es ist ein düsteres Zukunftsbild, das der Autor heraufbeschwört, aber dafür ist es umso faszinierender.

Für Leser, die nichts mit Dystopien anfangen können, ist dieses Buch wohl eher nichts. Für Leser des Genres jedoch ist es ein Muss! Auch für Leser der allgemeinen russischen Literatur könnte es von Interesse sein, da Glukhovsky an manchen Stellen stark an Strugatzki erinnert.

PS: Auffallend an diesem Buch ist die absolute Abwesenheit von weiblichen Figuren. Die Metro ist von Männern dominiert, nur Artjoms verstorbene Mutter taucht ab und an auf. Mich persönlich störte dies nicht, manchen Leserinnen und vielleicht auch Lesern könnte dies vielleicht negativ aufstossen.

Dmitry Glukhovsky
Metro2033
TB, 2012
Heyne

978-3-453-52968-7

Aus dem Russischen von David Drevs
Originalausgabe: Metro 2033
2007 

26.09.2013 um 20:22 Uhr

[Kurzgebrabbel] My Little Pony 01 - La légende des licornes

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Auf meinem Ausflug in die französisch-sprechende Schweiz konnte ich natürlich nicht an diesem Büchlein vorbei gehen.
 
In der Bibliothèque rose erscheinen die Bücher zur Serie und erzählen eigentlich genau das, was in der Serie passiert. Bis auf einige Änderungen, die mir überhaupt nicht gepasst haben, so wurde Pinkie Pies Rolle in den Vorbereitungen zum Fest seltsamerweise total übergangen. Was soll denn das, bitteschön?
 
Ansonsten ist die Reihe perfekt fürs Erstlesealter geeignet. Bekannte und liebevolle Charaktere, eine einfache Sprache (wenn ich den Text auf Französisch versteh, sollte ein Grundschulkind das schon hinbekommen) und viele tolle Bilder.
 
Diese Bücherreihe zeigt wieder einmal, dass Europa noch nicht begriffen hat, dass der grösste Teil der MLP-Fans über 20 Jahre alt ist. In Amerika haben sie das mittlerweile wohl begriffen...
 
  

20.09.2013 um 19:18 Uhr

[Kurzgebrabbel] Ein dynamisches Duo

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Die Fabeln des Aesop prägen unsere Kultur bis heute. Viele seiner Geschichten wurden in Trickfilme und Kinderbücher umgewandelt und bei vielen Geschichten, die man sich so erzählt, weiss man gar nicht, dass wir uns auf aesopschem Gebiet befinden.

Wer Aesop war wissen wir bis heute nicht sicher. Sicher aber ist, dass seine Fabeln überleben werden. Noch immer sind viele von ihnen hochaktuell. Schon zur damaligen Zeit gab es Starke und Schwache, Schlaue und Dumme, Arme und Kranke. Von ihnen erzählt Aesop und aus vielen Geschichten kann man etwas mitnehmen.

Jedoch sollte man nicht alle auf einmal lesen, denn dann bekommt man zu viel vom erhobenen Zeigefinger mit. Ausserdem merkt man dann auch, dass sich viele Geschichten stark ähneln. Also lieber immer nur ein bisschen. Manche Fabeln haben aber auch ihre Aktualität eingebüsst. War es früher noch so, dass man seinen Beruf vom Vater bekam und diesen auch bis zum Tode beibehielt, so ist es heute so, dass man sich kontinuierlich weiterbildet und oft die Branche wechselt.

Dennoch: aussterben werden die Fabeln des Aesop nicht!
Weiterer Pluspunkt: Die Ausgabe von… ist günstig und dennoch wirklich hübsch gemacht
 


 
In dem kleinen Büchlein „Warum Krieg?“ finden wir einen kurzen Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Siegfried Freud. Ersterer fragt „Warum Krieg?“ und führt seine eigenen Überlegungen an. Freud ergänzt diese um die psychologische Komponente.

Obwohl sehr kurz, ist das Büchlein dennoch lesenswert, zeigt es doch, was den Menschen dazu führt, in den Krieg zu ziehen, obwohl dies für viele den Tod bedeutet. Wenn man bedenkt, dass der Austausch 1932 stattfand, gewinnt das Büchlein noch mehr an Brisanz.
 
  

10.09.2013 um 19:42 Uhr

[Rezension] Terry Pratchett - Heisse Hüpfer

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der Bibliothekar ist krank! Das ist schlecht, weil es in der Unsichtbaren Universität nur einen Bibliothekar gibt. Die einzige Möglichkeit, den Bibliothekar wieder gesund zu machen, besteht darin, einen Zauber auszusprechen. Aber das geht nicht ohne den richtigen Namen und den kennt bloss Rincewind. Vielleicht.

Also machen sich die Zauberer der Unsichtbaren Universität auf, Rincewind zu finden. Dieser weilt unterdessen auf einem halbfertigen Kontinent und hat so seine eigenen Probleme. Unter anderem ein sprechendes Känguru... 

Meine Meinung:

Wie schön! Pratchett lesen! Das tut immer gut! Und "Heisse Hüpfer" ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher! Wieder einmal habe ich mich prächtig amüsiert und schon lange brachte mich kein Buch mehr so sehr zum Lachen.

Pratchetts Figuren mögen nicht perfekt sein, eigentlich sind sie alles andere als das, aber genau das macht sie so unheimlich sympathisch. Rincewinds Abenteuer in Australien - pardon! Auf einem Kontinent, der Australien ähnelt - sind grandios.

Aber am besten sind immer noch die Zauberer. Dieser Haufen ist unbeschreiblich, man muss sie einfach erleben. Und da bei Pratchett alles nach einer gewissen (wenn auch abstrusen) Logik funktioniert, erfahren wir in diesem Band auch, wieso die Zauberer sind, wie sie nun einmal sind.

Ebenfalls treffen wir auf einen atheistischen Gott und die ganze Sache mit der Entstehung der Welt wird auf einmal etwas klarer.

Hach, war das ein schöner Ausflug auf die Scheibenwelt! 

Fazit: 

"Heisse Hüpfer" kann man auch gut als Einsteigelektüre verwenden! Definitiv eines meiner Lieblinge von Pratchett. Zumindest bisher. Zum Glück habe ich noch viele, viele Bücher vor mir. Hurra! 

Terry Pratchett
Heisse Hüpfer
TB, 1. Auflage 2004
Goldmann

978-3-442-44232-4

Aus dem Englischen von Andreas Brandhorst
Originalausgabe: The Last Continent
Doubleday, London 1998 

06.09.2013 um 11:58 Uhr

[Rezension] Jonathan Stroud - Lockwood & Co.: Die Seufzende Wendeltreppe

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Lucy ist das neueste Mitglied in der Agentur Lockwood & Co., die es sich zur Aufgabe gemacht haben, London von Geistern jeglicher Art zu säubern. Denn schon seit Jahrzehnten steigen Untote wieder aus ihren Gräbern und suchen Geister unsere Welt heim.
 
Als Lucy und Lockwood zu einer Austreibung gerufen werden, treffen sie auf den Geist eines Mädchens. Der Geist ist stärker als gedacht und die jungen Agenten fakeln gleich das ganze Haus ab. Um sich vor dem drohenden Ruin zu retten, nehmen Lockwood & Co. den grössten Auftrag ihrer Karriere an: Lucy, Lockwood und George soll das gefährlichste Haus Englands von Geistern und Erscheinungen säubern...

Meine Meinung:

Seit Bartimäus bin ich ein grosser Fan von Jonathan Stroud und kam natürlich nicht umhin, auch seine neue Reihe auszuprobieren. Dieses Mal geht es nicht um Zauberer, sondern um Untote und Geister. Es verspricht, spannend zu werden!

Lucy erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive, sodass man als Leser gleich voll in der Geschichte ist. Das Buch beginnt gleich mit dem verpatzen Auftrag und man kann sich schon auf den ersten Seiten richtig schön gruseln. Stroud baut die Spannung gekonnt auf und wie auch schon in der Reihe um Bartimäus lassen die Wortgefechte nicht lange auf sich warten. Bei Lockwood sind sie zwar nicht so defitig, wie bei Bartimäus, aber dennoch herrlich zu lesen.

Wir erhalten ebenfalls einen Einblick in Lucys Vergangenheit, die wirklich nicht schön ist. Gleichzeitig werden viele Fragen bezüglich Lockwood aufgeworfen, die noch nicht beantwortet werden. Dafür sind wohl die Folgebände gedacht.

Nach dem Ausflug in die Vergangenheit kommt der grosse Clou und dort geht es erst richtig zur Sache. Ich habe das Buch im Sonnenschein gelesen und bekam trotzdem eine Gänsehaut. Zum Teil ist das Buch etwas blutig, sodass die Leser nicht allzu jung sein sollten. Mich jedenfalls schauderte es während des Lesens oft ziemlich stark.

Ein paar kleine Hänger hat das Buch zwar, aber das kann auch daran liegen, dass bereits der Start sehr rasant ist und es schon auf den ersten Seiten wirklich zur Sache geht. Meine Lieblingsfigur ist George, weil er am meisten verstecktes Potential aufweist. Lockwood war für mich eine junge Version von Doctor Who und Lucy... Mit ihr tat mich ein wenig schwer, auch wenn ich sie am Schluss richtig toll fand.

Ich bin gespannt, wie sich die Reihe weiterentwickelt, denn der erste Band macht schon einmal Laune auf mehr! 

Fazit: 

Ein tolles Buch für Leser ab 12 Jahren. Bei jüngeren Kindern, die zu Albträumen neigen, würde ich jedoch etwas vorsichtiger sein. Ansonsten wirklich ein toller Tipp, vor allem auch für Kinder, die weniger lesen. Hier geht nämlich gleich mal die Post ab und Stroud beweist, dass lesen alles andere als langweilig ist!

Jonathan Stroud
Lockwood & Co.
Die Seufzende Wendeltreppe
HC mit Schutzumschlag, 2013
CBJ

978-3-570-15617-9

Aus dem Englischen von Katharina Orgass und Gerald Jung
Originalausgabe: Lockwood & Co. - The Screaming Staircase
Doubleday, London 2013 

05.09.2013 um 15:02 Uhr

[Rezension] F. Scott Fitzgerald - Der Grosse Gatsby

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Nick Carraway hat einen nicht unbekannten Nachbarn: Jay Gatsby. Der Gatsby, der fantastische Partys veranstaltet, die oft die ganze Nacht dauern. Nick und Jay freunden sich an und bald schon ist auch Nick Teil dieser Welt. Doch eigentlich will Gatsby etwas ganz anderes. Etwas, das er um jeden Preis zurückbekommen möchte: Seine Jugendliebe Daisy.

Meine Meinung:

"Der grosse Gatsby" von F. Scott Fitzgerald muss man gelesen haben. Ansonsten hat man wohl eine grosse Lücke. Jedenfalls fühlte ich mich ziemlich lückenhaft. Jetzt, da ich das Buch gelesen habe, fühle ich mich gleich besser.

Obwohl "Der grose Gatsby" als ein grandioses Werk gilt, das mitunter den schönsten je geschriebenen Satz beinhaltet, konnte mich das Buch einfach nicht packen. Nicht im geringsten. Ich fand es nette Lektüre, aber wirklich viel habe ich daraus nicht mitgenommen. Es hat mich weder berührt, noch gerührt, noch verärgert - ich habe es einfach gelesen. Dafür mag ich es eigentlich, wenn mich Bücher berühren.

Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Ahnung hatte, worum es in dem Buch eigentlich geht. Der Name ist bekannt, der Inhalt schwabbelte irgendwie immer. Es gehe um Partys und die Goldenen 20er. Das klingt doch schon einmal nach einem vielversprechenden Buch. Schliesslich interessiert mich diese Zeit sehr.

Schlussendlich war es eigentlich nur eine traurige Romanze.

Interessant fand ich Gatsbys Psyche. Es war faszinierend, seine Wandlung mitzuerleben und auch seine Gedanken mitzubekommen. Was einer alles bewerkstelligen kann, wenn er es wirklich, wirklich will. Und wie schlussendlich alles in einer grossen Tragödie endet. Man kann nicht immer mit dem Kopf durch die Wand. Schon gar nicht, wenn man einen Kater hat.

Die ganze Sache mit Daisy wiederum fand ich eher öde. Ich sage es ein weiteres Mal: Ich bin kein Fan von Liebesgeschichten in irgendwelcher Weise. Da muss schon etwas Grandioses daherkommen, damit mir sowas gefällt. Gatsby war da wohl nicht grandios genug. Zumindest nicht für mich.

Immerhin habe ich jetzt Gatsby gelesen. Das hat schon was. 

Fazit: 

Eines jener "Dümpel"-Bücher, die ich lese, aber bald wieder vergessen werde. Ich habe mir die Geschichte etwas wilder, etwas verruchter, etwas glänzender, strahlender vorgestellt. Schlussendlich bekam ich ansatt die vorgestellte Salatschüssel ein Salatblatt mit Tomate. Die Tomate war lecker.

F. Scott Fitzgerald
Der Grosse Gatsby
TB, Erste Auflage 2012
Insel

978-3-458-35891-6

Aus dem Englischen von Reinhard Kaiser
Originalausgabe: The Great Gatsby 

03.09.2013 um 13:26 Uhr

[Kurzgebrabbel] Luchse - Jäger auf leisen Pfoten

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Schon das Buch "Abenteuer am Fuchsbau" aus dem Neumann-Neudamm Verlag hat mich begeistert, da war ich natürlich umso aufgeregter, als mir ein weiteres Buch des Verlages in die Hände fiel. Dieses Mal geht es um den scheuen Luchs, der auch hierzulande langsam wieder an Territorium gewinnt.
 
Wie schom beim Fuchs sind auch hier die Fotos wieder grandios. Sie bringen einen zum Lachen, zum Nachdenken und dazu, sachte mit dem Finger über die Seiten zu fahren. Die Qualität der Seiten und der Bilder ist aussergewöhnlich, vor allem für diesen Preis. Sogar Fadenbindung! Sowas muss man heutzutage suchen, die Wegwerfgesellschaft lässt grüssen.
 
Das Buch wartet auch mit Text auf, doch dieser ist minim. Das Buch lebt von seinen Bildern und schafft es auf diese Weise, für den Schutz dieser besonderen Raubkatze zu plädieren. Noch einmal: DAS ist ein Bildband. All diese anderen Bücher, die ein kleines Bild in viel Text reinquetschen kann man vergessen.
 
Die Bücher des Neumann-Neudamm Verlages machen sich auch als Geschenke sehr gut. Für sich selber oder für andere.
 

02.09.2013 um 07:53 Uhr

Jari liest... George Orwell

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Winston Smith works for the Ministry of Truth in London, chief city of Airstrip One. Big Brother stares out from every poster, the Thought Police uncover every act of betrayal. When Winston finds love with Julia, he discovers that life does not have to be dull and deadening, and awakens to new possibilities. Despite the police helicopters that hover and circle overhead, Winston and Julia begin to question the Party; they are drawn towards conspiracy. Yet Big Brother will not tolerate dissent - even in the mind. For those with original thoughts they invented Room 101... 

01.09.2013 um 18:30 Uhr

[Monatsstatistik] August 2013

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Gelesen:

Alice Walker - The Color Purple
Douglas Adams - So long, and thanks for all the fish
Joseph Conrad - Herz der Finsternis
Friedrich Dürrenmatt - Der Gedankenschlosser
Anna Gavalda - Ein geschenkter Tag
Männer verstehen in 60 Minuten
José Saramago - Die Reise des Elefanten
Melanie Joy - Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen
Douglas Adams - Mostly Harmless
Otsuka, Julie - The Buddha in the Attic
F. Scott Fitzgerald - Der grosse Gatsby
Luchse - Jäger auf leisen Pfoten
Jonathan Stroud - Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe

Gesamt gelesen 2013: 103

Buch des Monats