Jaris Büchergebrabbel

30.12.2013 um 21:27 Uhr

[Kurzgebrabbel] Wechselspiel

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Meerschweinchen sind niedliche Tiere, dennoch muss man einiges beachten, möchte man sich diese possierlichen Nager anschaffen. Das Buch "Meerschweinchen" aus dem Kosmos-Verlag bietet auf wenig Seiten viel Information. Es gibt definitiv umfangreichere Bücher, aber auch dieses Werk hier überzeugt. Alles Wichtige zum Thema Haltung, Ernährung, Pflege ist dabei. Sogar nette Zusatzideen und Spielideen finden hier Platz. Die Gestaltung ist wunderschön und für Leute, die nicht gerne lesen, ist dieser Ratgeber immer noch besser als gar keiner! Was mich störte, waren die eigentlich nett gemeinten Extras in Form von Videos auf der Verlagsseite. Danke, die Informationen möchte ich eigentlich im Buch haben, nicht online. Deshalb hab ich mir das Buch ja auch gekauft!
 
 
In der Weihnachtsnacht stranden drei arme Sternsänger in einem alten Wagen. Dort treffen sie es - das Jesuskind. Wärend zwei ihr altes Leben wieder aufnehmen, ist einer der Männer für immer verändert...
"Das Triptychon von den heiligen drei Königen" von Felix Timmermann lässt mich ziemlich ratlos zurück. Was soll mir diese Weihnachtsgeschichte sagen? Einerseits ist das Buch geprägt von der Angst vor Gott, andererseits wird so sehr auf die Tränendrüse gedrückt, dass es schon kitschig ist. Nein, diese Geschichte war definitiv nichts für mich. Zu viel Religion und vor allem zu viele rumrennende Madonnen-Figuren...
 
 
Das Briefspiel "De Profundis" geht auf die düstere Welt Lovecrafts zurück. Doch wie spielt man "De Profundis"? Was soll das Ganze überhaupt? Michal Oracz zeigt uns in diesem Büchlein eindrücklich, wie man De Profundis spielt und wozu es führen kann. Es ist ein Regelwerk für ein interessantes Spiel, ein Wagnis. Jeder, der sich mit De Profundis beschäftigt, sollte sich zuerst dieses Buch vornehmen. Interessanter wurde eine Spielanleitung noch nie geschrieben!
 
 
 
Die Norwegischen Waldkatzen sind beliebt und berühmt. Doch was macht einen Norweger aus? Und woher kommen diese Fellhaufen überhaupt? All dies und noch mehr beantwortet Autorin Eva Ewald.
Noch nie hat mich ein Tierratgeber derart enttäuscht. Ich hab ein bisschen etwas gelernt, ja. Aber nicht das, was ich eigentlich wissen wollte. Auf dem Buchdeckel hätte stehen sollen "Für Profis" oder "Für Züchter". Für mich, die einfach nur wissen will, wie man einen Norweger hält, ist das Buch nichts. Man erfährt zwar, wie hoch ein Nasenflügel einer Katze sein darf oder wie spitz die Ohren sein müssen, aber nicht, wie man sie erzieht oder sich richtig mit ihr beschäftigt. Genetik ist zwar interessant, aber nicht das, was mich interessiert. Ich will auch nicht an Ausstellungen oder sonst was gehen. Ich will nur wissen, wie ich dieser Katzenrasse ein schönes Leben bereiten kann. Aber das steht da nicht drin. Dafür ellenlange Seiten über Fellfarben und irgendwelche Codes für Züchter.
Eigentlich macht der CADMOS-Verlag tolle Bücher. Dieses gehört leider nicht dazu.
 

29.12.2013 um 21:56 Uhr

[AA - Alles Andere] 2013/2014

von: Jari   Kategorie: AA - Alles Andere

Im Jahr 2013 habe ich weniger gelesen als 2012 und das, obwohl ich mehr Zeit hatte. Ich denke, das ist, weil ich nicht lesen musste, sondern durfte. Diesen Trend möchte ich weiter verfolgen. Ich möchte nicht mehr Bücher lesen, um auf eine möglichst grosse Zahl zu kommen. Ich möchte lesen, weil ich es gerne tue.
 
Deshalb werde ich die gelesenen Bücher nur noch einmal jährlich zählen. Ende Monat gibt es wie gehabt eine Liste. Aber Bücher gezählt wird erst im Dezember. Ausserdem möchte ich eine eigene Liste mit den gelesenen Manga führen. Die werden dann aber separat gezählt.
 
Ein Manga liest sich durchaus anders als ein Buch ;)
 
Meine zwei Highlights in diesem Jahr waren Wer hat Angst vor Jasper Jones und White Cat.
 
Es gab bestimmt auch viele Flops. Ich habe viele Bücher abgebrochen und aussortiert. Es gibt einfach zu viele gute Bücher, als dass ich mich mit einem schlechten quälen möchte.
 
Nun gut: Auf, auf ins neue Lesejahr!

27.12.2013 um 10:41 Uhr

[Abgebrochen] André Aciman - Acht helle Nächte

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

 
Eigentlich freute ich mich auf die Lektüre von André Acimans "Acht helle Nächte". Sein Buch "Ruf mich bei deinem Namen" fand ich nämlich wirklich toll. Aber bald schon kam die Ernüchterung. Die Geschichte bewegt sich kaum vom Fleck, die Figuren sind unsympathisch und wenn jemand ganze 30 Seiten lang einen einzigen Satz beschreibt, dann schlatet es bei mir ab. 500 Seiten lang will ich mich nicht Clara und ihrem berühmten Satz "Ich bin Clara" herumschlagen. Nein Danke. Ausser Spesen nix gewesen.
 

26.12.2013 um 14:48 Uhr

[Manga] Ein kleiner Stapel

von: Jari   Kategorie: Manga

Do-Chan & Kim Hyoung-Jun - Daddy Long Legs 2

Dieser Band ist schon länger vergriffen und es war reines Glück, dass ich doch noch in den Besitz des zweiten Teiles kam. Wie bei vielen Reihen ist auch hier die Lektüre von Band eins schon länger her, aber die Erinnerung daran, dass ich "Daddy Long Legs" richtig toll fand, blieb. Deshalb auch der starke Wunsch, Band zwei zu lesen.

Im zweiten Teil klärt sich endlich auf, wer Daddy Long Legs wirklich ist. Daddy Long Legs, der Youngmi so vielk Gutes getan hat und immer für sie da war. Wir werden ein paar Mal auf eine falsche Spur gelockt, aber am Ende klärt sich alles auf. Auch Youngmis beste Freundin findet ihr Glück.

Dieser Manhwa zielt auf ein weibliches Publikum, die Linienführung ist weich und verträumt und so ist auch die ganze Geschichte um Daddy Long Legs. Ich liebe den Zeichnungsstil, der zwar romantisch, aber nur selten wirklich kitschig ist. Die Geschichte selber geht ans Herz und als Leser fragt man sich genauso wie Youngmi, wer Daddy Long Legs wohl wirklich ist.

Do-Chan & Kim Hyoung-Jun
Daddy Long Legs 2
EMA

978-3-7704-6517-2
abgeschlossen

Moka Azumi - Romance 2: Gefährliche Gefühle

Frankreich um 1700. Seit Antoine mit Jules zusammen ist, häufen sich die Gerüchte. Und nicht jeder ist mit dieser Beziehung einverstanden...

Dieser Manga lag mehr als vier Jahre ungelesen bei mir herum. Zeit, die Reihe weiterzuführen. Die Geschichte um Antoine und Jules ist ziemlich dramatisch, teilweise auch recht unglaubwürdig. Vor allem, wenn man bedenkt, in welcher Zeit der Manga spielt. Mir war es ab und an fast schon zu viel des Guten. Auch geht der rote Faden teilweise verloren und ich hatte keine Ahnung, wie das letzte Kapitel mit der gesamten Geschichte zusammenhängt.

Moka Azumi scheint ein Faible für langhaarige Männer zu haben. Der Stil der Mangaka ist typisch für das BoysLove-Genre und vor allem Rasterfolie kommt sehr häufig zum Einsatz. 

Mich konnte der Manga nicht überzeugen, Band 3 lese ich trotzdem. Nur schon, um die Reihe abgeschlossen zu haben.

Moka Azumi
Romance 2: Gefährliche Geheimnisse
Carlsen

978-3-551-78872-6
abgeschlossen in drei Bänden
16+

Rie Honjoh - Tränen im Schlaf

Japan nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Arzt Otori arbeitet im Rotlichtviertel und obwohl er verlobt ist, verfällt er dem hübschen Shiki...

Die Geschichten, die Rie Honjoh in diesem Band erzählt sind zum Glück frei von jeglicher Dramatik, obwohl mit viel Gefühl erzählt. Dertypishe Zeichnungsstil wartet mit markanten Gesichtszügen und viel Rasterfolie auf. Dennoch gefielen mir die drei Geschichten sehr gut. Vor allem die letzte ist mit viel Humor erzählt und lockert die traurige Stimmung der ersten zwei Geschichten wieder auf.

Was mir missfiel waren die deutschen Titel, die ohne Sinn und Verstand gegeben wurden. Was, bitteschön, ist unter einer "sich lösenden Herzenswärme" zu verstehen?! Im Schlaf hat hier übrigens auch keiner geweint...

Rie Honjo
Tränen im Schlaf
Tokyopop

978-3-8420-0654-6
Einzelband
16+

Yana Toboso - Black Butler 6

Das beste kommt zum Schluss! Ciel und Sebastian verschlägt es in einen Wanderzirkus, da im ganzen Land Kinder verschwinden, nachdem sie den Zirkus besucht haben. Was hat es mit der illustren Truppe auf sich, die den Zirkus führt?

Obwohl auch dieser Band sehr düster gehalten ist, kommt dieses Mal auch der Humor nicht zu kurz. Ciel auf dem Hochseil - grandios! Und spannend ist die Geschichte durch und durch. Ich frage mich jetzt schon, was das Duo als nächstes ans Tageslicht führt. Ein alter Bekannter aus den letzten Bänden mischt übrigens auch wieder mit...

Yana Toboso
Black Butler 6
Carlsen

978-3-551-75308-3
nicht abgeschlossen

25.12.2013 um 12:07 Uhr

[Rezension] Holly Black - White Cat

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Cassel wurde in eine Familie von Workern (dt. Arbeitern) hineingeboren. Seine Brüder, seine Mutter, sein Grossvater - sie alle haben bestimmte Gaben, die die Worker auszeichnen. Nur er selbst hat keine. Als sei das nicht schlimm genug, quält Cassel das Wissen, dass er Lila umgebracht hat. Lila, seine beste Freundin, seine erste Liebe. Und er hat sie umgebracht. Doch plötzlich beginnen Cassel seltsame Träume heimzusuchen, in denen eine weisse Katze auftaucht. Immer wieder diese weisse Katze...

Meine Meinung:

Ich muss mich wirklich zusammenreissen, dass ich in dieser Rezension nicht einfach mit Wörtern wie "genial", "super", "wunderbar" um mich werfe, sondern auch einigermassen vermitteln kann, wieso dieses Buch genial, super und wunderbar ist.

Es freut mich wirklich sehr, dass ich das Lesejahr 2013 mit diesem Highlight abschliessen darf. Denn "White Cat" ist eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Vielleicht sogar das beste überhaupt.

Eigentlich bin ich skeptisch, was Jugendfantasy anbelangt. Zu oft hat eine Autorin, ein Autor schon eine geniale Idee gehabt, das Ganze dann aber versenkt, weil die Liebesgeschichte die Geschichte selbst in den Hintergrund gedrängt hat. Ein paar Seiten lang ist das Buch klasse, aber dann taucht diese eine Person auf und alles dreht sich nur noch darum, welch schöne Augen die Figur doch hat, während die Welt untergeht. Nebensächlich, hauptsache, Figur XY sieht einfach klasse aus.

Aber nicht so bei Holly Black. Bei Black stimmt die Chemie, stimmt das grosse Ganze, stimmt einfach alles.

Als Leser weiss man eigentlich nicht mehr als Cassel, der aus der Ich-Perspektive erzählt. Zum Teil weiss der Leser sogar noch etwas weniger. Denn für Cassel ist es "normal" in einer Welt zu leben, in denen Leute mit speziellen Fähigkeiten leben. Die Worker können Glück bringen und nehmen, sie können Gefühle verändern oder sogar töten. Da die Gesellschaft Angst vor diesen Fähigkeiten hat, werden die Worker mehr und mehr in die Kriminalität gedrängt. Dort warten dann die grossen Worker-Familien auf die einsamen Menschen und nehmen sie auf. Man kann diese Familien sozusagen mit der Mafia vergleichen. Dies verleiht dem Buch einen dunklen und geheimnisvollen Flair, eine herrliche Stimmung, in die man eintauchen kann und einem ein angenehmes Schaudern verursacht.

Und dann ist da natürlich noch der Twist. Oder mehrere davon. Immer wieder. Unerwartet. Cassel versucht, Rätsel zu lösen, herauszufinden, wer er ist, und immer wieder geschieht etwas Unerwartetes. Wie oft ist mir während des Lesens eigentlich die Kinnlade heruntergeklappt? Unzählige Male.

Das Buch ist so spannend, dass ich es teilweise zur Seite legen musste. Ich hielt es einfach nicht mehr aus! Ich zitterte während des Lesens. Ich vergass zu atmen. Als das Buch sich dem Ende zuneigte las ich zwei Seiten, legte das Buch weg und machte etwas anderes. Ich wollte nicht, dass die Geschichte jemals aufhört! Leider kam die letzte Seite immer näher und näher...

Und ja, natürlich spielt die Liebe eine Rolle. Aber sie ist so in das Konstrukt eingewebt, dass sie ein wichtiger Teil ist, aber nicht dominiert. Sie wird zu keiner Zeit unglaubwürdig. Es ist so wie im realen Leben. Die Liebe ist wichtig, aber auch die Familie zählt, die Schule, die Arbeit. Eben: das grosse Ganze.

Tja, dann wollte ich Teil zwei und drei bestellen und musste feststellen, dass meine Cover-Ausgabe durch ein hässliches Teil ersetzt wurde. Wie kann der Verlag mir das nur antun?!

Fazit:

Ich liebe, liebe, liebe dieses Buch! Liebe, liebe, liebe es!

Holly Black
White Cat
TB, 2010
Margaret K. McElderry Books

978-1-4169-6397-4

 

Lieblingszitate:

"There's nothing like a gunshot to make you the life of the party." S.283
"Es gibt nichts besseres als ein Gewehrschuss, um dich zum Mittelpunkt der Party zu machen."

"Like a stage magician, the con artist misdirects suspicion. While everyone's watching for him to pull a rabbit out of a hat, he's actually sawing a girl in half. You think he's doing one trick when he's actually doing another.
You think that I'm dying, but I'm laughing at you.
I hate that I love this. I hate that the adrenaline pumping through the roots of my body is filling me with giddy glee. I'm not a good person." S. 285

"Wie ein Bühnenzauberer führt der Trickbetrüger den Verdacht in die falsche Richtung. Während alle darauf warten, dass er ein Kaninchen aus dem Hut zieht, sägt er eigentlich ein Mädchen in zwei Teile. Du denkst er führt diesen Trick aus, obwohl er eigentlich einen ganz anderen vorführt.
Du denkst, ich sterbe, aber ich lache dich aus.
Ich hasse es, dass ich es liebe. Ich hasse es, wie das Adrenalin, das durch das Innerste meines Körpers pumpt, mich mit schwindelerregender Fröhlichkeit erfüllt. Ich bin kein guter Mensch."

23.12.2013 um 22:30 Uhr

[BücherCover] Ersatzbilder

von: Jari   Kategorie: BücherCover

Cover sind toll. Manche vielleicht nicht, aber mir persönlich sind die Titelbilder sehr wichtig. Oft entscheide ich mich nur wegen eines Covers für oder gegen ein Buch. Deshalb finde ich folgenden Fall einfach fürchterlich:
 
Ich lese ein Buch und finde es genial. Da es noch zwei weitere Teile gibt, möchte ich mir diese bestellen. Super, ein Weihnachts- und ein Geburtstagsgeschenk. 
Doch entsetzt muss ich feststellen, dass der Verlag tatsächlich das Cover geändert hat! Mit derselben ISBN findet man nur noch das "moderne" Cover, das ich grottenschlecht finde. Ausserdem habe ich ja bereits die ursprüngliche Ausgabe. Blöd für mich, dass es die alte Version nicht mehr gibt.
 
Was denkt sich der Verlag dabei? Innerhalb weniger Monate einfach die gesamte Ausgabe zu wechseln? Wie sieht das denn jetzt in meinem Regal aus? Soll ich meine Ausgabe durch die doofe neue ersetzen? Oder einfach die andere Version zur alten stellen? Das geht doch nicht!
 
Jetzt bin ich so wütend, dass ich erst einmal etwas Süsses brauche. Und dann verbringe ich den Rest des Jahres 2013 damit, mir zu überlegen, was ich machen soll.
 

20.12.2013 um 19:03 Uhr

[Rezension] Jack London - Wolfsblut

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Nachdem der Welpe Wolfsblut eine behütete Kindheit mit seiner Mutter verbracht hat, kommen die zwei in ein Indianerlager. Dort ist Wolfsblut schöne Zeit vorbei. Aber sein Überlebenswille ist gross, so folgt er den Göttern und dient ihnen. Wolfsblut ist zu Dreivierteln ein Wolf, aber dennoch zu einem Viertel Hund und dies zeigt er in seiner Treue den Göttern gegenüber. Doch bis zum Glück ist es ein langer, steiniger Weg...

Meine Meinung:

Jack London schreibt keine Kuschelbücher, das sollte jedem klar sein. In seinen Büchern geht es um die knallharte Realität und das Überleben in der Wildnis. Obwohl mir das bewusst war, wurde es mir bei "Wolfsblut" manchmal fast schon zu viel des Guten. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine gekürzte Ausgabe für Kinder gelesen habe? Denn die Szenen sind teilweise schon nicht mehr für allzu junge Leser geeignet.

Aber das letzte Drittel war dafür umso versöhnlicher. Dabei ging mir dann wirklich das Herz auf. Obwohl Wolfsblut teilweise stark vermenschlicht wird, habe ich mit ihm gelitten und mich für ihn gefreut, als es ihm endlich besser geht. Der arme Teufel hat das nämlich verdient!

Meine Ausgabe ist eine unterdessen vergriffene Ausgabe aus dem Kaiser Verlag. Ich hab das Buch im Brockenhaus gefunden und aufgrund der schönen Illustrationen mitgenommen. Welch Augenweide die Bilder des leider nicht genannten Zeichners (bzw. Zeichnerin!) doch sind! Manche Bilder gehen über zwei Seiten und ich konnte mich kaum satt sehen.

Da es, wie schon erwähnt, eine Ausgabe für Kinder (Reihe "Abenteuer Weltliteratur") ist, wurde der Originaltext etwas gekürzt. Dennoch geht die Sprache von Jack London nicht verloren, diese ist nämlich kaum bearbeitet. Für ungeübte Leser könnte es vielleicht schwierig werden, aber ich gehe davon aus, dass das Buch eher zum Vorlesen gedacht ist.

Fazit:

Eine wunderbar bebilderte Ausgabe, die mir sehr ans Herz geht. Nicht nur der Bilder wegen, sondern auch weil nach dem harten Winter irgendwann der Frühling kommt. Sogar für Wolfsblut.

Feinfühlige Kinder und jene, die zu Albträumen neigen, könnten allenfalls mit einigen Kampfszenen Probleme haben. Die wurden nämlich nicht geschönigt.

Jack London
Wolfsblut
HC, 1989
Kaiser

978-3-7043-2054-4

Aus dem Französischen von Linda Pölzler und Norbert Jakober
Originaltitel: Croc Blanc
Libri & Grandi, Milano 1965

15.12.2013 um 15:46 Uhr

[Rezension] Alice Munro - Zu viel Glück

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Zehn Geschichten - zehn Schicksale. Jeder sucht es, nicht jeder findet es: Das Glück. Doch was ist Glück überhaupt? Bemerkt man sein Glück erst, wenn es nicht mehr da ist?

Meine Meinung:

2013 erhielt Alice Munro den Nobelpreis für Literatur. Höchste Zeit, dass ich mir das Phänomen "Alice Munro" mal genauer ansehe.

In zehn Geschichten folgen wir unterschiedlichen Figuren auf der Jagd nach dem Glück. Doch Munro arbeitet vor allem mit der dunklen Seite des Glücks. Gewalt, Verlust, Einsamkeit, Krankheit, Anderssein. Während der Lektüre wartet man ständig auf die grosse Katastrophe. Erst recht dann, wenn eine Zeit lang alles gut geht.

Irgendwann in der Mitte hatte ich einen Hänger. So viel Unglück, Trauer und Schmerz. Das kann doch nicht das ganze Leben sein? Ist es nicht, doch meistens beschäftigt sich die "hohe/höhere Literatur" gerne mit diesen Themen. Deshalb ist es gut, dass es auch andere Bücher gibt. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf stürzte ich  mich ein weiteres Mal in Munros Geschichten.

Es ist unglaublich, was Alice Munro alles in fünfzig Seiten reinpacken kann. Es gibt genug Autoren, die erst nach 250 Seiten entdecken, wie man Spannung aufbaut. Munro schafft dies vom ersten Satz an. Sich kurz zu halten ist eben auch eine Kunst. Eine Kunst, die gar nicht so einfach ist. Aber die Kanadierin schafft es, was sonst nur schwer zu erreichen ist: Eindrückliche Kurzgeschichten zu schreiben, die einem im Kopf bleiben.

Alle Figuren sind eigenständig, keine gleicht der anderen. Auch die Themen sind unterschiedlich. Die Geschichten stehen für sich selber. Munro schreibt flüssig, aber tiefgründig. Unter ihren einfachen Sätzen verbergen sich Welten. Was die Figuren bewegt verschliesst sich oft vor dem Leser, ich hatte das Gefühl, oft sogar vor der Autorin selbst. Faszinierend.

Obwohl ich kein grosser Fan von Literaten bin, war es schön, die Bekanntschaft von Alice Munro gemacht zu haben. Den Literaturnobelpreis gönne ich ihr, denn sie hat ihn wirklich verdient!

Fazit:

Man muss auf die finsteren Täler des menschlichen Lebens gefasst sein, wenn man sich mit Alice Munro einlässt. Ist man sich dessen bewusst, findet man eine Fülle von Möglichkeiten vor, Geschichten, die einen nicht mehr loslassen, und eine Schriftstellerin, die ihr Handwerk beherrscht.

Vor allem für Lesekreise ist Munro ein Tipp, denn über die Geschichten kann man stundenlang diskutieren.

Alice Munro
Zu viel Glück
Zehn Erzählungen
HC, 2. Auflage 2013
S. Fischer

978-3-596-51300-0

Aus dem Englischen von Heidi Zerning
Originalausgabe: Too Much Happiness
Alfred A. Knopf, New York 2010

13.12.2013 um 11:19 Uhr

[Abgebrochen] Scarlett Thomas - PopCo

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Die Idee wäre super. Alice arbeitet für den Spielzeugunternehmer PopCo und während eines Versammlungswochenendes erhält sie plötzlich geheimnisvolle Nachrichten, die sie entschlüsseln muss. Irgendwie hängt das Ganze dann mit ihrem verschwundenem Grossvater zusammen, aber so weit bin ich gar nicht erst gekommen.
 
Obwohl die Idee, wie schon gesagt, wirklich toll ist, ist die Umsetzung einfach nur... lasch. Hätte die Autorin das Buch um 300 - 350 Seiten gekürzt, dann wäre es ein spannendes und kluges Buch dabei herausgekommen. Doch auf 700 Seiten lässt sich Scarlett Thomas über Yogastunden und sonstige Spiele aus. Dinge, die für die Geschichte nicht wichtig sind. Zumindest nicht bis Seite 236, da war Schluss für mich.
 
All diese "Zusatzgeschichten" und was Alice nun mit welchem Mann tut, welchen Tee sie wieso trinkt und wieso x geteilt durch y -3 ergibt (oder sowas) - wieso muss ich das wissen?
 
Die Beschreibungen der verschiedenen Verschlüsselungstechniken sind wirklich klasse. Und wichtig für die Geschichte. Ebenso einige Erlebnisse mit dem Grossvater (obwohl auch hier über das Ziel hinausgeschossen wurde). Hätte sie sich auf den Kern ihrer Aussage konzentriert, hätte ich dem Buch bestimmt vier Sterne gegeben.
 
Leider breche ich das Buch hier ab, weil die Geschichte so verwässert ist, dass die ganze Spannung den Abfluss runtergeflutscht ist.
 

09.12.2013 um 20:46 Uhr

[Rezension] Ju Honisch - Die Quellen der Malicorn

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Da ihr Freund sie eiskalt abserviert hat, muss die junge Una die Ferien mit ihrer Mutter in Irland verbringen. Aber aus den eigentlich öden Wochen entwickelt sich ein grosses Abenteuer, als Una sich plötzlich in einer völlig fremden Welt wiederfindet, die von Einhörnern bevölkert wird! Die Einhörner werden von gefährlichen Wesen bedroht und nun liegt es an Una, dem Einhornprinzen Kanura zu helfen, sein Volk zu retten...

Meine Meinung:

Nur schon das Cover zu "Die Quellen der Malicorn" ist ein echter Hingucker und nur deshalb hab ich das Buch gelesen. Okey, auch wegen der Einhörner natürlich. Aber das scheint irgendwie zusammenzuhängen...

Ju Honisch hat in ihrem Werk eine wundervolle Welt erschaffen, in der die Einhörner regieren. Die Autorin hat sich viel Zeit genommen und viel Liebe in diese Welt gesteckt, das merkt man sofort. Talunys ist ein Ort, den ich am liebsten selbst besuche möchte. Jedoch lernt man auch die Einhörner kennen, die eine eigene Gesellschaftsform haben. All dies ist detailiert ausgeklügelt und glaubhaft geschildert.

Honischs Einhörner sind keine "reine, himmlische" Wesen, sondern haben Stärken und Schwächen wie jeder andere auch. Wir lernen Kanura kennen, der lieber rumtobt, anstatt seine Pflichten wahrzunehmen, der sich aber im Verlauf der Geschichte stark entwickelt. Stark beeindruckt hat mich Enygme, Kanuras Mutter, die als starke und selbstbewusste Herrscherin auftritt.

Nur mit Una hatte ich lange zu kämpfen. Erst empfand ich sie als unreif und konnte ihre Handlungen in keiner Weise nachvollziehen. Wegen ihr hätte ich mir manchmal am liebsten den Kopf auf die Tischplatte gehauen. Sie machte es mir sehr, sehr schwer, die Geschichte zu geniessen. Zum Glück entwickelt sich das Mädchen im Verlauf des Buches, wird reifer und ruhiger. Ich wurde nie wirklich warm mit ihr, aber zum Ende hin hatte ich nicht mehr das dringende Bedürfnis, sie einmal kräftig durchzuschütteln.

Aber wahrscheinlich ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass Ju Honisch ihr Handwerk beherrscht. Hätte sie Una nicht so gut beschrieben, hätte sie kaum solch starke Emotionen in mir ausgelöst. Die Autorin kann erzählen und das wirklich gut. Die Kapitel sind gefüllt mit Spannung und Kämpfen, manchmal habe ich wirklich vergessen, wie man atmet. Ganz grosse Klasse, wirklich!

Fazit:

Eine phantastische Geschichte, nicht nur für jene, die Einhörner mögen. Hier trifft man auf eine ganz neue Art dieser magischen Wesen, sodass man ihnen ruhig mal eine Chance geben sollte. Die 600 Seiten fliegen nur so dahin und auch wenn am Schluss einige Fragen offen bleiben, hat das Buch einen hoffnugnsvollen Schluss.

Ju Honisch
Die Quellen der Malicorn
Broschiert, 2013
Heyne

978-3-453-31460-3

08.12.2013 um 19:46 Uhr

[Bücherstöckchen] Kurz und bündig

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Köpfe runter! Sandsturm wirft mit Stöckchen um sich! :D

Aktuelle Lektüre: PopCo von Scarlett Thomas
Letztes gelesenes Buch:
Zu viel Glück von Alice Munro
Schullektüre?
Muahahahahahahaha! Nö :P
Lieblings-Weihnachtsbücher:
Keine.
Lesen und gleichzeitig Musik hören?
Oh ja. Vor allem, wenn diese alten Hühner im Zug weiter vorne lachen, dass sie beinahe einen Herzanfall bekommen. Oder dieser Fettsack, der so schnauft... Einfach Musik aufdrehen und Lektüre geniessen :3
Beste Zeit zum Lesen?
Wann immer irgendwie geht.
Viel gelesen?
Nein :(
Bester Ort zum Lesen? Im Zug.
Komische Lesegewohnheit?
Ich mag Nachworte und Danksagungen nicht. Aber irgendwie gehören sie dazu, deshalb lese ich sie immer zuerst.
Überbewertete Bücher?
Twilight und Panem und all das Zeugs. Ach ja, und die Bibel.
Buchverfilmungen? Nein danke. Muss nicht sein. Keks?

(Eigentlich sollte ich Rezis schreiben...)

 

07.12.2013 um 20:36 Uhr

[Monatsstatistik] November 2013

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Gelesen:

Hansjörg Schertenleib - Das Regenorchester
Nalini Singh - Im Feuer der Nacht
Lessing - Nathan der Weise
Terry Pratchett - Lords und Ladies
Ju Honisch - Die Quellen der Malicorn

Gesamt gelesen 2013:  118

Das Buch des Monats