Jaris Büchergebrabbel

30.03.2014 um 20:40 Uhr

[Rezension] Terry Pratchett - MacBest

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Das Land ist nicht einverstanden mit dem neuen Herzog von Lancre. Obwohl Herzog Felmet auf ganz natürliche Art und Weise zu seiner Macht gekommen ist (durch Ermordung seines Vorgängers). Doch ein Land merkt, wenn einem Herrscher nichts an ihm liegt. Hier kommen die drei Hexen ins Spiel. Sie sollen alles wieder hinbiegen. Zusammen mit dem Geist des ehemaligen Königs von Lancre und einem Narren.

Meine Meinung:

Ich gebe es zu: Ich habe das Original, Macbeth nicht gelesen. Das Buch macht dennoch Laune. Die drei Hexen sind ein geniales Team und die Seiten dieses Buches flogen nur so dahin.

Auch hier kommen wieder jede Menge Anspielungen zum Zuge und zusammen mit Pratchetts interessantem Humor kommt ein weiteres starkes Buch zustande. "MacBest" ist der Auftakt zur Reihe um die Hexen und eignet sich auch gut als Einstieg in die Welt der Scheibenwelt.

Es gibt jedoch auch viele tiefgründigere Passagen und Einblicke in die Gedankenwelt der Figuren. Wahrscheinlich gefallen mir die Hexen deshalb so gut. Man lernt sie kennen, ihr Inneres wie ihr (teilweise denkwürdiges) Äusseres. Jede der Frauen hat ihren eigenen Charakter und obwohl sie auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen scheinen, ergeben sie ein grandioses Trio.

Ausserdem fand ich es toll, auch mal andere Gegenden der Schweibenwelt kennenzulernen. Zwar reisen wir mit einer Schauspieltruppe auch nach Ankh Morkpok, doch ich fand Lancre ebenfalls sehr interessant. Vor allem das Schloss hoch über dem Fluss, das beinahe auseinander fällt. Aber es hielt bis zum Schluss dieses Buches.

Fazit:

"MacBest" macht Spass, auch wenn man das Stück von Shakespeare nicht kennt. Wahrscheinlich macht es auch Spass, wenn man das Stück kennt. Die Figuren ist wirklich herrlich gestaltet und gekichert hab ich auch am Stück.

Bei Pratchett weiss man, was man hat!

 Terry Pratchett
McBest
TB, 2. Auflage 2005
Piper

978-3-492-28508-7

Aus dem Englischen von Andreas Brandhorst
Originalausgabe: Wyrd Sisters
Victor Gollancz, London 1988

29.03.2014 um 19:43 Uhr

[Rezension] Nalini Singh - Gefangener der Sinne

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Noch immer leidet der Gestaltwandler Dorian unter dem schrecklichen Verlust seiner Schwester. Seit ein hoher Medialer sie umgebracht hat, sind die Medialen Dorians Feinde. Alles was er will, ist Rache. Doch dann trifft er auf Ashaya. Eine Mediale, die perfekte Mediale, so mag es scheinen. Dorian wehrt sich dagegen, doch immer mehr fühlt er sich zu Ashaya hingezogen. Kann diese Beziehung funktionieren?

Meine Meinung:

Ein weiterer Band aus Nalini Singhs hervorragender Reihe - ein weiteres Mal abtauchen in eine phantastische Welt.

Dieser Band gehört zu meinen liebsten, da Singh diese komplizierte Beziehung sehr langsam und feinfühlig aufbaut. Erst sehr, sehr spät kommt die Erotik hinzu. Hier scheint die Autorin von Band drei gelernt zu haben, dort ging alles ein wenig zu schnell.

Auch wird die im Hintergrund gesponnene Geschichte um das Medialnet vorangetrieben. Immer mehr Informationen kommen ans Tageslicht und das ganze Gerüst scheint zu bröckeln. Vor allem diesen Teil der Reihe finde ich hervorragend konstruiert. Doch genau deswegen sollte man unbedingt mit Band eins anfangen.

In "Gefangener der Sinne" haben auch die vorangegangenen Paare grössere Auftritte. Im Gegensatz zu den Bänden zuvor, in welchen sie nur als Randfiguren agierten, nehmen sie hier an der Handlung teil und treiben sie auch aktiv voran. Ein weiterer Pluspunkt. Denn der Sinn einer Reihe ist doch, lieb gewonnene Figuren nicht aus den Augen zu verlieren.

Dieses Buch liess mich die Welt um mich herum vergessen und an Dorians und Shayas Schicksal teilhaben. Oft hatte ich Tränen in den Augen, so sehr haben mich die beiden berührt. Singh ist eine grandiose Autorin, die ihr Handwerk beherrscht und sich sichtlich verbessert.

Also sollte man sich von den bescheuerten Titeln (und Covern) nicht abschrecken lassen und sich in diese faszinierende Welt entführen lassen.

Fazit:

Definitiv ein Highlight der Serie. Ich hoffe sehr, dass Singh dieses Niveau in den nächsten Bänden beibehalten kann. Wieder einmal war ich völlig hin und weg. Jedes Buch der Gestaltwandler-Reihe ist für mich wie ein Stückchen Schokolade, das man sich langsam auf der Zunge zergehen lässt.

 

Nalini Singh
Gefangener der Sinne
Broschiert, 1. Auflage
LYX

978-3-8025-8272-1

Aus dem Englischen von Nora Lachmann
Originalausgabe: Hostage to Pleasure
Berkley Sensation, New York 2008

23.03.2014 um 18:07 Uhr

[Kurzgebrabbel] Katzen und Einhörner

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Katzen können in der Wohnung glücklich werden, wenn der Mensch auf einige Dinge achtet. Was es alles für ein angenehmes Katzenleben in den vier Wänden braucht, erklärt Expertin Linke-Grün im GU-Ratgeber "Wohnungskatzen".
 
Nun, ich sollte langsam einsehen, dass GU-Ratgeber nicht mehr auf meinem Niveau sind. GU richtet sich an blutige Anfänger und das ist gut so. Die Bücher sind kurz und informativ, sodass auch Nicht-Leser wissen, was zu tun ist. Genau da liegt für mich das Problem: Es ist zu kurz. Das meiste weiss ich schon und den Rest kann ich nicht brauchen. In diesem Ratgeber habe ich Spielideen vermisst. Mehr Spielideen. Nicht nur zwei Seiten. Für die restlichen Ideen muss man Schreiner sein und Millionär noch dazu. Hinzu kommen noch etliche Seiten Basic-Informationen, was gut und nützlich ist, wenn man sich zum ersten Mal eine Katze hält. Ich weiss jedoch unterdessen, wenn meine Katze krank ist und kenne auch die Körpersprache der Vierbeiner.
 
Für Anfänger in Ordnung, für Fortgeschrittene nichts.
 
 
In "Der steinerne Spiegel" der Sternenschweif-Reihe (Band 3) entdecken Laura und Sternenschweif ein neues Talent Sternenschweifs. Diese Fähigkeit können sie auch gleich einsetzen, um Lauras Freundin zu helfen. Jessicas zukünftige Stiefschwester Samantha ist ein ziemlicher Griesgram und die Mädchen verstehen sich überhaupt nicht. Doch es gibt einen Grund, weshalb Samantha sich so verhält.
 
In diesem Band greift die Autorin die schwierige Beziehung von Stiefgeschwistern auf. Auch das Thema Vertrauen kommt zum Zug. Schlussendlich empfand ich das Ende etwas zu einfach. Ich finde, man hätte dem Buch eine Seite mehr geben können, um das Ganze etwas besser herüberzubringen.
 
Dennoch gefiel mir auch Band drei sehr gut und ich bin überrascht, dass ich selber lange gar nicht auf die Idee gekommen bin, die Laura hatte. So viel dazu, dass Kinderbücher vorhersehbar sind.
 
Nur... die Bilder gefallen mir immer noch nicht...
 

22.03.2014 um 08:53 Uhr

BücherQuotes #38

von: Jari   Kategorie: BücherQuotes

"Das Schicksal war eine komische Sache. Man konnte ihm nicht vertrauen. Oft konnte man es nicht einmal sehen. Wenn man glaubte, es in die Enge getrieben zu haben, stellte es sich als etwas ganz anderes heraus: Zufall vielleicht, oder ein Scherz der Götter. Man verriegelte Türen und Fenster, um das Schicksal auszusperren, und plötzlich stand es direkt hinter einem. Und wenn man hoffte, es endgültig festgenagelt zu haben, schlenderte es mit dem Hammer fort."
Seite 262
 

17.03.2014 um 20:29 Uhr

[Manga] Drei mal Drei

von: Jari   Kategorie: Manga

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Alice im Wunderland? Quinrose und Mamenosuke Fujimaru haben die Geschichte weitergesponnen. Alice ist im Wunderland geblieben und versucht, dort Fuss zu fassen. Natürlich ist das gar nicht so leicht, doch sie hat gute Freunde und die Grinsekatze auf ihrer Seite.
 
"Wonderful Wonder World - The Country of Clubs" ist ein Sequel einer Mangareihe, die auf einem Spiel beruht, das auf dem Buch basiert. Kompliziert? Ist es auch. Zumindest wenn man mit Band sechs des Sequels beginnt. Zum Glück gab es Informationen über die Charaktere, ansonsten hätte ich keinen blassen Schimmer gehabt, wer mit wem in welcher Beziehung stets. Viele Dinge verstand ich auch so nicht, da sie auf Geschehnissen der vorherigen Bänden oder der Originalreihe beruhen.
 
Dennoch haben mich vor allem die liebevollen Bilder fasziniert. Das Wunderland ist tatsächlich ein Wunderland und sehr detailverliebt gezeichnet. Die Geschichte war mir etwas zu romantisch, es geht hauptsächlich um die Beziehung zwischen Alice und der Grinsekatze. Seltsam fand ich, dass alle männlichen Figuren der Reihe in Alice verknallt zu sein scheinen, naja, nicht nur die männlichen. Alle Figuren. Alle...
 
 
Kazuya Minekura hat einen unverwechselbaren Zeichenstil, der auch in "Wild Adapter" zum Tragen kommt. In Band drei verschlägt es Kubota und Tokitoh in die Hände einer Sekte, die ebenfalls etwas mit "WA" zu tun haben soll. Doch es steckt noch mehr dahinter...
 
Was "WA" genau ist, weiss ich nicht, da ich mal wieder irgendwo angefangen habe. Mit Band drei nämlich. Egal, spannend ist die Geschichte trotzdem. Spannend und rasant und auch bewegend. Nur teilweise wirken die Zeichnungen von Minekura noch etwas ungeübt und holprig. Dies vor allem bei den Gesichtern. Dennoch hat mich der Band überzeugt. Es wurde sehr viel Stimmung aufgebaut und die Jungs wirken sehr sympathisch. Man merkt, dass Minekura Freude daran hat, Männer zu zeichnen. Soll sie nur weitermachen ;)
 
 
Takeshi wurde gerade erst verlassen und leidet an einem gebrochenen Herzen. Doch dann sieht er in einem Porno das Gesicht eines Jungen, den er daraufhin nicht mehr vergessen kann. Takeshi macht sich auf die Suche und schafft es tatsächlich, den Jungen ausfindig zu machen. Doch kann eine solche Beziehung überhaupt gelingen?
 
"Vanilla Star" von Kano Miyamoto wird ab 16 Jahren empfohlen, dies aufgrund der teilweise dargestellen Szenen von Geschlechtsverkehr. Man sieht jedoch keine Details.
 
Miyamotos Zeichenstil gefiel mir auf den ersten Blick. Er hebt sich angenehm von der Masse an BoysLove-Manga ab, die mit grossen Kulleraugen, pinken Hintergründen und Blumen aufwarten. Miyamotos Zeichnungen sind kantig, ohne eckig zu wirken, und realitätsnah. 
 
Leider ist "Vanilla Star" nur ein OneShot. Miyamoto hätte was es braucht, um an die ganz grossen Manga des Genres wie "Fake", "New York New York" oder "Zetsuai" heranzukommen, zumindest meiner Meinung nach. Eben genau weil sie praktisch auf den Kitsch verzichtet und auch ihre Geschichte glaubhaft darstellt. Viele OneShots des Genres entbehren leider jeglicher Realitätsnähe.
 
Hoffentlich kommt von Kano Miyamoto bald eine längere Reihe auf den deutschen Markt!
 

16.03.2014 um 16:34 Uhr

[Rezension] Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Schon lange hat der alte Mann keine Fische mehr gefangen. Doch dieses Mal wird alles gut. Er wird einen grossen fangen. Einen so grossen Fisch, dass er das ganze Dorf davon ernähren kann. Und tatsächlich! Der Fisch seines Lebens gerät an die Angel des alten Mannes. Damit beginnt ein Kampf auf Leben und Tod...

Meine Meinung:

Hemingways "Der alte Mann und das Meer" ist eine jener Leselücken, die ich schon lange schliessen wollte. Man hört immer wieder von dieser Geschichte, sie ist definitiv unsterblich.

Es ist eine ruhige und besonnene Geschichte, die uns da erzählt wird. Stoisch lehrt sie uns, das Leben zu akzeptieren und die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen. Das Leben des alten Mannes ist hart, dennoch gibt er keine Sekunde lang auf. Er nimmt seine Lage an und versucht, das Beste daraus zu machen. Versucht, nicht wahnsinnig zu werden. Alleine auf dem Meer mit einem riesigen Fisch an der Angel.

Sei vorsichtig mit deinen Wünschen. Der alte Mann hat sich einen grossen Fisch gewünscht und den hat er auch bekommen. Ich litt mit beiden mit. Mit dem alten Mann, der tagelang auf dem Meer trieb, und auch mit dem Fisch, der sich gegen seinen Tod wehrt. Vor allem die Verbindung der beiden ist sehr schön dargestellt: Der alte Mann bezeichnet sich als Bruder des Fisches. Sie sind Brüder. Dennoch wird am Schluss einer den anderen töten.

Auch die Überfischung kommt zur Sprache. Die jungen Fischer haben moderne Geräte, während sich der alte Mann noch immer auf die traditionellen Angeln verlässt.

Das Buch hat mich tief berührt. Es gab einige Stellen, die ich nur überlesen habe. Jene, in denen es um das Ausnehmen, das Töten der Fische geht. Natürlich wird das in einer Geschichte thematisiert, in der es um Fischer und Fische geht. Das war mir klar, also habe ich diese Teile einfach quer gelesen. Dies ändert nichts daran, dass die Geschichte tiefe Spuren in mir hinterlassen hat.

Es hat mich gelehrt, dass es immer Hoffnung gibt. Dass man nicht einfach eingeben darf. Dass Glück und Unglück sich abwechseln. Das eine löst das andere ab, oft ziemlich rasch.

Fazit:

Eine intensive Geschichte, auf wenigen Seiten erzählt. Ein Buch, das seinen Status als Klassiker verdient. Eine Geschichte, die einem viel zu geben vermag.

Ernes Hemingway
Der alte Mann und das Meer
TB, 20. Auflage 2013
Rowohlt

978-3-499-22601-4

Aus dem Amerikanischen von Annemarie Horschitz-Horst
Originalausgabe: The Old Man and the Sea
Charles Scribner's Sons, New York 1952

04.03.2014 um 20:49 Uhr

[Monatsstatistik] Februar 2014

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Gelesen:

Eoin Colfer - WARP
David Ely - Aus!
V wie Vendetta 4: Die Finsternis
Roger Willemsen - Karneval der Tiere
Székely, János - Der arme Swoboda
Lorenz Pauli - Das Beste überhaupt
Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer

Gesamt gelesen 2014: 18

Gelesen Manga:

Akira Amano - Reborn 10
Akira Amano - Reborn 11
Satoshi Yamamoto - PokémonAdventures 1
Ceshire Cat - Wonderful Wonder Worl 6
Kazuya Minekura - Wild Adapter 3

Gesamt gelesen Manga 2014: 9

Abgebrochen:
Rachel Neumeier - Der Herr der Winde

Gesamt abgebrochen 2014: 1

Buch des Monats:

 

02.03.2014 um 15:10 Uhr

[Rezension] Lorenz Pauli - Das Beste überhaupt

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Miro kann weder besonders gut singen, noch ist er besonders mutig. Aber er kann auch überhaupt nicht singen und ein wirklicher Feigling ist er auch nicht. Er ist weder gross, noch klein. Mittendrin ist er. Miro gefällt das eigentlich gar nicht, bis er merkt, dass es eigentlich da beste überhaupt ist.

Meine Meinung:

Lorenz Pauli ist berühmt für seine Bilderbücher und jedes einzelne verkauf sich gut. Für mich aber dennoch kein Grund, mir seine Bücher näher anzuschauen. Wenn er jedoch mit Kathrin Schärer zusammenspannt und ein Bilderbuch mit Meerschweinchen veröffentlicht - dann schon!

Miro ist ein Meerschweinchen. Ein ganz normales Meerschweinchen. Jedoch wäre Miro gerne anders. Auf dem Zug um "das beste Meerschwein überhaupt" zu küren, zeigt Miro jedoch, was in ihm steckt. Er ist nur ein ganz normales Meerschweinchen und genau das hilft ihm. Wärend die anderen Schweinchen unbedingt besser, schneller, klüger sein wollen und sich dadurch ins Unglück stürtzen, bleibt Miro er selbst. Und das ist gut so.

In einer Gesellschaft, in der man sich stets beweisen muss, tut es gut, dass es solche Bücher gibt. Pauli und Schärer zeigen, dass man sich nicht ständig selber beweisen muss. Mittelmässig zu sein ist verpönt, doch genau der mittelmässige Miro hilft, wo er nur kann.

Es braucht Zeit, um sich selber kennenzulernen und zu erfahren, worin man gut ist und was man gerne macht. Bis man das weiss, ist es gut, alles ein bisschen zu können. Und auch wenn man sein Talent gefunden hat, gibt es immer jemanden, der besser ist. Aber das ist vollkommen in Ordnung. Denn man muss nicht immer der/die/das Beste sein.

Man kann auch mal einfach nur Meerschwein sein.

Vor allem, wenn Schärer die Bilder macht. Die Meerschweinchen aus dem Bilderbuch sind wahnsinnig niedlich und obwohl es sich um ein Kinderbuch handelt und die Charaktere dementsprechend ent-meerschweint wurden, behalten sie noch immer ihren Anteil Meerschweinchen bei. Nur schon, wenn die Künstlerin zeigt, wie gerne die Schweinchen übereinander kraxeln.

Fazit:

Ein tolles Kinderbuch, das Werte vermittelt. Kann aber auch an Liebhaber von Meerschweinchen verschenkt werden (so wie es mir passiert ist). Denn die drolligen Schweinchen-Bilder werden jeden Meeri-Liebhaber verzaubern.

Lorenz Pauli & Kathrin Schärer
Das Beste überhaupt
Meerschwein sein
HC, 2013
Atlantis

978-3-7152-0666-0

01.03.2014 um 19:34 Uhr

[Rezension] János Székely - Der arme Swoboda

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Ein kleines Dorf in Tschechien. Hier geht alles seinen gewohnten Gang. Bis eines Tages ein paar braune Soldaten das Dörfchen aufschrecken. Plötzlich sind Dinge verboten, die zuvor normal war. Der einarmige Oberst kommt ins Gefängnis und der arme Swoboda ist auf einmal ein Attentäter...

Meine Meinung:

"Der arme Swoboda" von János Székely ist ein besonderes Buch. Obwohl Swoboda die titelgebende Figur ist, ist er nur einer von mehreren Hauptfiguren. Zum einen ist da noch der Oberst, ein Charakter, der mir sehr nahe gegangen ist, und Kommerzialrat Vesely. Ein SA-Mann ist auch mit von der Partie.

Alles zusammen ergibt eine Geschichte, die ziemlich verworren, ziemlich traurig und ziemlich lustig ist. Ich glaube, ich musste über ein Buch mit Thema "Zweiter Weltkrieg" noch nie so viel Lachen. Székely beschreibt die Szenerie oft mit leicht ironischem Unterton und manche Szenen sind einfach herrlich. Unvergessen Swoboda, der sich nach dem KZ sehnt.

Das Buch um Swoboda ist sehr kurz und dennoch sehr eindrücklich. Ich wusste gar nicht, worauf ich mich einliess, aber Székely hat mich sehr überzeugt. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Geschichte, die ein weitläufiges Thema mal von einer anderen Seite anpackt. 

Fazit:

"Der arme Swoboda" war mein erstes Buch von Székely und da ich etwas total anderes erwartet hatte, wurde ich positiv überrascht. Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt: das beschreibt dieses Buch wohl am besten.

Anmerkung: Der Originaltitel sagt viel mehr über die Geschichte aus als der deutsche Titel - "You can't do that to Swoboda"

János Székely
Der arme Swoboda
TB; 1. Auflage 2008
BTB

978-3-442-73700-0

Aus dem Englischen von Leon Scholsky
Originalausgabe: You can't do that to Swoboda
The Dial Press, 1943