Jaris Büchergebrabbel

30.04.2014 um 20:15 Uhr

[Rezension] Jennifer Gray - Fuzzi, Coco & Co.

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Coco und Fuzzi leben ein gemütliches Meerschweinchen-Leben bei Ben und Henrietta Glück. Nur ab und zu streiten sich die Meerschweinchen darüber, ob Coco wirklich mal bei der Queen gelebt hat oder ob Ben und Henriette Fuzzis mit Liebe gekochtes Essen nicht mögen.

Doch dann eröffnet die berühmte Spitzenköchin Rosa Beil ein Restaurant in der Stadt und plötzlich ist Fuzzi verschwunden. Was soll Coco bloss tun? Ist es etwa ihre Schuld, dass Fuzzi weg ist? Mutig macht Coco sich auf die Suche nach ihrem Freund...

Meine Meinung:

An alle Meeri-Freunde: Die Meerschweinchen in "Fuzzi, Coco & Co. - Leg dich NICHT mit Meerschweinchen an" erinnern auf den ersten Blick ein wenig an Hamster. Die Illustrationen von Florentine Prechtel tragen viel dazu bei. Aber auch ansonsten verhalten sich diese Meerschweinche nicht gerade meerschweinisch.

Nachdem der geneigte Meerschweinchen-Freund den ersten Schock über anatomische und verhaltenstechnische Merkwürdigkeiten der Protagonisten überwunden hat, merkt er schnell, dass die Geschichte eigentlich richtig viel Spass macht.

Die Autorinnen Jennifer Gray und Amanda Swift schreiben mit sehr viel Humor und brachten auch mich als erwachsene Leserin mehr als einmal zum Lachen. Das Buch zeigt uns das geheime Leben unserer Meeris, das weitaus moderner ist, als man glauben mag. Ob nun Meisterkoch Fuzzi den Mixer betätigt oder Internet im Gehege - für die kleinen Fellnasen ist nichts unmöglich.

Für Eltern, die pädagogisch wertvolle Inhalte wichtig finden: Coco lernt auf die harte Tour, dass man Fremden im Internet nicht trauen darf. Dafür lernt sie aber auch Eduardo kennen, der so einiges auf dem Kasten hat!

Schlussendlich hat sogar noch die Queen ihren Auftritt und der geneigte Meerschweinchen-Freund hat ein neues Lieblingsbuch gefunden.

Fazit:

Eine lustige Geschichte über sehr moderne Meeris, die sich zu helfen wissen. Liebevoll und trotzdem rasant erzählt eignet sich dieses Buch auch gut zum Vorlesen.

Jennifer Gray & Amanda Swift
Fuzzi, Coco & Co.
Leg dich nicht mit Meerschweinchen an!
HC, 2014
Schneiderbuch

978-3-505-13379-4

Aus dem Englischen von Ann Lecker
Originalausgabe: Guinea Pigs Online

21.04.2014 um 16:41 Uhr

[Abgebrochen] Floortje Zwigtman - Ich, Adrian Mayfield

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Ich gebe Büchern immer etwas Zeit, mich zu überzeugen. Sie kriegen also ihre Chance, auch wenn sie mich auf den ersten 50 Seiten nicht in ihren Bann ziehen. Zwigtman gab ich 150 Seiten. Hätte das Buch 300 Seiten gehabt, hätte ich es fertig gelesen. Doch ich blätterte weiter und weiter und weiter. Noch an die 400 Seiten hätte ich vor mir gehabt. Das war mir zu viel.
 
Vielleicht ging ich mit zu hohen Ansprüchen an die Geschichte um Adrian heran. Ich habe gehört, dass es gut sein soll. Für mich war es wohl nicht gut genug.
 
Die ersten 50 Seiten zogen sich sehr dahin. Dann wurde es zehn oder zwanzig Seiten lang besser und ich dachte schon, dass ich jetzt in die Geschichte hineingefunden hätte. Doch dann wurde es wieder langweilig. Ich las weiter und auch auf den nächsten Seiten wurde es nicht besser. Für mich jedenfalls nicht.
 
Es begann schon damit, dass mir die Atmosphäre fehlte. Eigentlich hätte die Geschichte in jedem beliebigen Jahrzehnt spielen können. Nur ab und zu brauste eine Pferdekutsche vorbei. Auch die Sprache war mir viel zu neumodisch. Da ging schon einmal viel verloren. Das alles verbuchte ich unter "Jugendbuch", man darf nicht zu viel erwarten.
 
Dann tauchte Adrians Schwester mit ihrem "Brüderchen" und ihrem naiven Getue auf. Verbucht unter "lästiger Nebencharakter" - damit kann man leben. Auch mit einer "erotischen Szene", die alles andere als erotisch ist und ich wirklich eklig fand.
 
Als nächstes begannen ellenlange Dialoge über verschiedenste Themen, die eigentlich hätten interessant sein können. Fand ich aber nicht. Auch die Gespräche unter unterschiedlichen Figuren empfand ich als ermüdend. Sie treiben die Geschichte in keinster Weise voran. Zumindest nicht in einer solchen, dass ich davon etwas gemerkt hätte.
 
Diese vier Punkte brachten mich auf den Boden der Tatsachen, dass das Buch für mich schon einmal kein Highlight werden wird. Was mich dazu brachte abzubrechen, war Adrian Mayfield selbst.
 
In dem Moment, in dem er sich seiner Homosexualität bewusst wird, hätte ich eigentlich bewegt sein sollen. Ein wenig mitfühlen. Doch ich erkannte, dass mich diese Figur in keinster Weise interessiert. Es nimmt mich nicht Wunder, was aus ihm wird oder wohin sein Weg ihn führt. Adrian Mayfield bestand für mich aus Buchstaben und Seiten. Er kam mir in etwa so nahe wie ein Blatt, das draussen vom Wind weggeblasen wird.
 
In dem Moment war für mich Schluss. Ich lese kein 500-seitiges Buch über eine Figur, die mir egal ist. Auch wenn es mir für jene leid tut, denen das Buch gefallen hat. Da lese ich lieber noch einmal "Eine Welt dazwischen" von Aline Sax.
 

21.04.2014 um 10:30 Uhr

[Rezension] Friedrich Schiller - Die Räuber

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Zwei Brüder - zwei Leben. Franz war schon immer eifersüchtig auf seinen Bruder Karl. So sehr, dass er alles daran setzt, das Verhältnis zwischen Vater und Sohn zu entzweien. Er schafft es tatsächlich auf hinterhältige Art und Weise. Karl schliesst sich daraufhin einer Räuberbande an und wird deren Anführer. Kommt Franz mit seiner Intrige durch?

Meine Meinung:

"Die Räuber" ist Schillers erstes veröffentlichtes Drama und eines seiner berühmtesten Werke. Immer wieder trifft man auf den unterschiedlichsten Bühnen weltweit auf Franz und Karl und ihren Zwist.

Die Befürchtungen vieler junger Leser bewahrheiten sich, wenn man die ersten Seiten gelesen hat: Schiller ist nicht gerade simpel. Weder zu lesen, noch zu spielen. Die Figuren verlieren sich in Monologen und auch mir ging dazwischen immer mal wieder die Puste aus.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass Schillers Sprache schön ist, geschwungen, elegant. Fast ein wenig eitel. Ja, ich gebe es zu, ich habe nicht alles kapiert. Auch am Schluss hatte ich noch viele Fragen, die auch nach mehrmaligem Lesen der entsprechenden Stellen nicht geklärt wurden.

Die Geschichte selber hat mich vor allem anfangs sehr bewegt und mitgenommen. Schiller schafft es, seine Figuren real und greifbar wirken zu lassen. Zu real ist doch Franz' Hass auf seinen Bruder, nachdem wir erfahren müssen, dass Karl immer bevorzugt wurde. Zu real ist des Vaters Trauer ob dem Verlust seines geliebten Sohnes.

Leider wird die Geschichte zum Ende hin immer abgedrehter und dramatischer. Mir reichte es irgendwann mit dem "Drama, Baby, Drama!". Mir schien, als hätte Schiller sich zu sehr in das Elend seiner Figuren gestürtzt. Vielleicht mag das damals gang und gäbe gewesen sein, dennoch fand ich es irgendwann nur noch öde. Meiner Meinung nach hätten die Leute mal Klartext miteinander reden sollen. In Ruhe. Bei einer Tasse Tee. Aber nein, sowas geht ja nicht.

Somit konnte ich ab den letzten Seiten des Stückes nur noch den Kopf schütteln.

Fazit:

Grandioser Beginn, durchtriebenes Ende. War zu Schillers Zeiten wohl Mode. Dennoch bleibt "Die Räuber" ein kluges und tiefsinniges Stück über Moral und Werte. Über Richtig und Falsch und die moderne Gesellschaft.
Gut, wenn man es gelesen hat. Einfach, um sagen zu können, dass man es gelesen hat.

Friedrich Schiller
Die Räuber
HC, 2007
Anaconda

978-3-86647-184-9

16.04.2014 um 20:21 Uhr

[Rezension] Victor Hugo - Der Glöckner von Notre-Dame

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Die junge Esmeralda lebt ein wildes und freies Leben. Als sie mit ihrer Zigeunertruppe nach Paris kommt, trifft sie dort auf einen Soldaten und verliebt sich in sie. Doch das Mädchen zieht auch das Interesse anderer Personen auf sich und schon nimmt die Tragödie ihren Lauf...

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn: Wer mit den Bildern des Disney-Filmes an dieses Buch herangeht, der wird herb enttäuscht werden. Das Original von Victor Hugo hat mit der bunten Zeichentrickwelt nichts am Hut. Das Buch ist düsterer und vor allem zeigt es die Realität des Mittelalters.

Hier wird gefoltert und gehängt und verbrannt. Am Beispiel Quasimodos sieht man die Angst vor allem, was anders ist. Der Kerl tut niemandem was, dennoch wird er von allen gehasst und verabscheut. Nicht einmal Esmeralda wagt es, ihn anzusehen, dafür schuldet sie ihm einiges.

Wieso das Buch auf deutsch "Der Glöckner von Notre-Dame" heisst, kann ich ehrlich gesagt, nicht ganz nachvollziehen. Der Titel weist darauf hin, dass Quasimodo die Hauptfigur ist. Ist er leider nicht. Die ganze Geschichte dreht sich um Esmeralda. Und mit ihr konnte ich mich nicht unbedingt anfreunden. Sie ist mir zu naiv und in ihrer blinden Liebe viel zu unreif. Von allen Figuren konnte ich ihre Handlungen am wenigsten nachvollziehen und am liebsten hätte ich dieses ach so schöne Mädel mal kräftig durchgeschüttelt.

Trotz dieses Mankos hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte ist spannend und berührend erzählt. Berührend, aber ohne emotional und weinerlich zu werden. Vor allem das Ende hat mich tief bewegt.
Natürlich gibt es ein paar Längen, aber über diese kann man hinwegsehen. Ich habe die "behutsam modernisierte" Anaconda-Ausgabe gelesen und bin vollends von deren Qualität überzeugt.

Hugo führt uns die Macht der Schönheit vor Augen. Zu jeder Zeit hat es ein bestimmtes Schönheitsideal geben und Menschen, die es erfüllen und jene, die es nicht tun. Ob das Aussehen etwas mit Glück oder Unglück zu tun hat - diese Entscheidung überlässt Hugo seinen Lesern, aber er zeigt uns auf, wie das Äussere unser Leben beinflussen kann.

Sehr schön hat uns Quasimodo dies mit seinen Blumenvasen gezeigt. Dieses Bild hat sich in mir festgesetzt und ich werde es wohl noch lange in mir tragen.

Fazit:

Eine Geschichte, die einen ins Mittelalter entführt und die damalige Zeit wieder auferstehen lässt - mit allem Guten und Übeln. Ein Drama, eine Liebesgeschichte, ein historischer Roman, mit den unterschiedlichsten und faszinierendesten Charakteren.

Victor Hugo
Der Glöckner von Notre-Dame
HC mit Schutzumschla, 2014
Anaconda

978-3-7306-0102-0

Aus dem Französischen von Franz Kottenkamp
Originalausgabe: Notre-Dame de Paris
Paris, 1831

13.04.2014 um 20:03 Uhr

[Rezension] Luis Sepúlveda - Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Max hat einen Kater namens Mix und Mix einen Menschen namens Max. Die beiden sind beste Freunde und haben schon vieles zusammen erlebt. Doch nun ist Mix ein alter Kater und sieht nicht mehr gut. Doch er erkennt noch immer, was eine Maus ist. Und das, was da unter seiner Pfote zappelt, ist definitiv eine Maus. Dennoch entspringt dieser Begegnung eine wunderbare Freundschaft...

Meine Meinung:

Das Bilderbuch "Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden" erzählt nicht nur von der Freundschaft zwischen Kater Mix und der Maus, die später Mex genannt wird, sondern auch der wunderbaren Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Obwohl Mix alt ist, liebt Max seinen Kater noch immer und unternimmt alles, um dem Blinden ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Als später Mex auftaucht, nimmt Max auch diesen auf. Die Tiere danken es dem jungen Mann auf ihre Weise. So wird aus der ängstlichen Maus plötzlich eine tapfere, als ein Einbrecher in Max' Wohnung eindringen will.

Ja, teilweise merkt man schon, dass in diesem Buch sehr viel vermittelt werden will. Während des Lesens störte es mich gar nicht grossartig, denn die Geschichte liest sich gut und flüssig. Die Freundschaften gingen mir nahe und ich zitterte mit den Vierbeinern, als plötzlich jemand an der Türe rüttelt.

Hinterher fallen einem die vermittelten Werte eher auf, aber da ist es schon passiert und man ist vielleicht ein ein klein wenig besserer Mensch geworden. Und das, ohne dass man sich dagegen wehren kann.

Die Bilder von Sabine Wilharm haben mir grösstenteils gefallen, nur ab und zu fand ich ein paar Stellen etwas seltsam getroffen. Ansonsten passen die fröhlichen Illustrationen zur Geschichte. Vor allem jenes Bild, als Max und Mix beide im Baum hängen ist herrlich. Auch die gewohnten Pfade des blinden Katers sind liebevoll illustriert. Hier sieht man, dass sich die Illustratorin viel Zeit genommen hat und das Wesen der Katze gut getroffen hat.

Leider finde ich den deutschen Titel etwas zu aufdringlich, der Originaltitel ist viel lustiger und passt besser zur Geschichte. "Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden" zwingt einem schon einiges auf und lässt vor allem einfach Max weg, der in der Geschichte eine ebenfalls wichtige Rolle hat. Auf Spanisch heisst das Buch "Historia de Mix, de Max y de Mex" - klingt doch viel spassiger, nicht wahr?

Fazit:

Eine schöne Geschichte, um sie Kindern vor dem ins Bett gehen vorzulesen und definitiv auch eine Idee für eine Schulbibliothek. Vor allem Eltern, die Kindern unterschiedliche Werte vermitteln möchten, können zu diesem Werk greifen.

Luis Sepúlveda
Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden
HC, 2014
KJB

978-3-596-85628-2

Mit Illustrationen von Sabine Wilharm

Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
Originalausgabe: Historia de Mix, de Max y de Mex

09.04.2014 um 20:36 Uhr

[Lesung] "Die Seltsamen" mit Stefan Bachmann

von: Jari   Kategorie: AA - Alles Andere

Hier geht es zu meiner Rezension zu "The Peculiar": http://www.blogigo.de/jaris_buechergebrabbel/Rezension-Stefan-Bachmann-The-Peculiar/1030/

Letzten Freitag besuchte der junge Stefan Bachmann O-Town und ich war mit von der Partie. Kürzlich erschien der zweite Teil der Reihe Bachmanns und deshalb war ich umso neugieriger auf den Autoren.

Bachmann entpuppte sich als sympathischer und ruhiger Mensch. Ich mochte ihn auf Anhieb und hörte ihm gerne zu, obwohl er noch etwas Übung bezüglich seiner Körpersprache benötigt. Man hörte ihm an, dass seine Muttersprache Englisch ist, aber dennoch ist sein Schweizerdeutsch fliessend. Hinterher habe ich mich aber auf Englisch mit ihm unterhalten :)

Man erfuhr einiges über die Familie Bachmanns (sein Vater ist ein eher amerikanischer Schweizer) und über die Geschichte selber. Natürlich gab es auch Autogramme:

(ich hab mir die deutsche Version auch gekauft)

 Die finde ich ganz toll :)
Ich war tatsächlich die Erste, die sich traute, eine Frage zu stellen. Nun ja, ich war auch die Einzige im Publikum, die wusste, was Steampunk ist ;)

Es war eine wirklich tolle Lesung und irgendwie könnte man meinen, dass Bachmann eher Engländer sei, als Amerikaner. Weil er so zurückhaltend, nett und höflich ist. Die Vorurteile gegenüber Amerikanern gehen eher in die andere Richtung ;)

06.04.2014 um 11:54 Uhr

[Rezension] J.K. Rowling - Harry Potter und der Stein der Weisen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der junge Harry Potter lebt ein ein eintöniges Leben bei seiner Pflegefamilie. Dort hat er es nicht besonders gut, aber er hat sich damit abgefunden. Bis um seinen elften Geburtstag herum seltsame Dinge geschehen. Und plötzlich verändert sich Harrys Leben schlagartig: Denn er findet heraus, dass er ein Zauberer ist...

Meine Meinung:

Nun gut, die Geschichte rund um Harry Potter kennt unterdessen wohl jeder. Entweder durch das Lesen der Bücher, das Schauen der Filme oder vom Hörensagen. Harry Potter ist ein Phänomen. Doch hat die Reihe das auch verdient oder ist Rowlings Werks nur eine Erscheinung?

Meine Antwort: Alles verdient! 

Ich bin so froh, dass ich die Reihe noch einmal von vorne lesen kann. Als Erwachsene habe ich einen ganz anderen Blick auf die Geschichte als noch als Kind. Unterdessen habe ich ein besseres Gefühl, für einen spannend aufgebauten Text, einen besseren Blick für Charakterentwicklung und natürlich mehr Leseerfahrung.

Als Kind fand ich die magische Welt toll und vor allem gefiel mir Harry Potter, weil es einfach jedem gefiel. Jetzt kann ich mich eher von der Meinung der Masse abheben und ganz für mich alleine entscheiden, dass Harry Potter toll ist!

Was mir vor allem auffiel, war der Witz, mit dem Rowling schreibt. Immer mit einem zwinkerndem Auge. Das ist mir als Kind gar nicht so aufgefallen. Dafür sass ich nun über dem Buch und kicherte fröhlich vor mich hin. Hinzu kommt ein gelungener Spannungsaufbau. Immer neue Fragen werden aufgeworfen, bis wir schlussendlich vor des Rätsels Lösung stehen.

Dass Rowling eine wundervolle Phantasie hat, muss ich wohl nicht extra erwähnen. All ihre Einfälle finde ich grandios. Egal, es sich nun um Süssigkeiten handelt, Fotos, die sich bewegen, oder die Zutatenliste für irgendwelche Zaubertränke. Oft kommen solche grandiosen Ideen nur in einem Nebensatz vor, dennoch geben genau diese der Geschichte ihre Atmosphäre.

Die Charaktere sind durchdacht und glaubhaft. Jede Figur zeichnet sich durch ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen aus. Sogar Harry Potter, Hauptfigur der ganzen Sache, ist nicht perfekt. Das verpassen manche Autoren nämlich: die schaffen eine Hauptfigur mit strahlender Rüstung, ohne jegliche Schwächen. So eine Figur finde ich nicht glaubhaft und kann mich auch nicht mit ihr identifizieren. Mit Harry dagegen konnte ich mitleiden, mich mitfreuen und mitstaunen.

Ja, Rowling verdient ihren Ruhm!

Fazit:

Ein Werk, das durch und durch überzeugt und volle Punktzahl bekommt. Ein Buch, das mich mit jeder Seite verzaubert hat und bei dem ich tatsächlich traurig war, als es zu Ende ging. Zum Glück gibt's noch mehr davon!

J.K. Rowling
Harry Potter und der Stein der Weisen
HC, 1998
Carlsen

978-3-551-55167-2

Aus dem Englischen von Klaus Fritz
Originalausgabe: Harry Potter and the Philosopher's Stone
Bloomsbury, 1998

05.04.2014 um 16:59 Uhr

[Monatsstatistik] März 2014

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

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