Jaris Büchergebrabbel

31.05.2014 um 09:56 Uhr

[Hörbücher] E.T.A. Hoffmann - Das öde Haus

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Bei seinen täglichen Spaziergängen fällt Theodor immer wieder ein altes Haus auf. Zwischen all den prachtvollen Villen sieht dieses etwas heruntergekommene Haus aus dem Rahmen. Was hat es wohl damit auf sich? Ausserdem ist Theodor sich sicher, eine Frau im Fenster gesehen zu haben. Angeblich wohne aber nur noch der Hausmeister dort. Mehr und mehr gerät Theodor in den Sog des öden Hauses...

Meine Meinung:

E.T.A. Hoffmann ist ein Meister seines Fachs und das beweist er auch mit seiner Novelle "Das öde Haus". Geschichten über leerstehende Spukhäuser gibt es eigentlich zur Genüge und man weiss auch, worauf man sich einlässt. Dennoch schafft es Hoffmann, dieser Schauergeschichte eine eigene Note zu verpassen und das Ende ist dennoch aufschlussreich und überraschend.

Man muss als Zuhörer des Hörbuches jedoch ein klein wenig Aufmerksamkeit walten lassen, denn die Geschichte hat mehrere Rahmen- und Binnenhandlungen. So erzählt Theodor seine Erlebnisse seinen Freunden und in dieser Erzählung berichten dann wieder andere Figuren von bestimmten Geschehnissen.

Gelesen wird E.T.A. Hoffmann von Markus Hoffmann - welch Zufall! Aber Markus Hoffmann macht seine Sache wirklich gut. Die leicht düstere Stimmung der Geschichte überträgt sich auf den Zuhörer und bannt diesen. Vor allem als Hausmeister macht Markus Hoffmann eine wirklich gute Figur. Ich denke, an dieser Stelle merkte ich, dass der Vorleser seine Sache gut macht.

Fazit:

Ein nicht allzu gruseliges Stück, das sich auch gut als Einstieg in die Welt des E.T.A. Hoffmanns eignet. Das Hörbuch ist mit ca. 79 Minuten auch nicht sehr lange. So können auch jene, die Hörbüch-Box von mehreren CDs nicht mögen, in den Genuss eines Hörbuches kommen.

E.T.A. Hoffmann
Das öde Haus
Eine Spukgeschichte

Gelesen von Markus Hoffmann
1 CD

Argon
978-3-87024-846-8

30.05.2014 um 18:56 Uhr

[Monatsstatistik] Mai 2014

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Ausgelesen:

J.K. Rowling - Harry Potter und die Kammer des Schreckens
Lin Yutang - Peking 1
Tad Williams & Deborah Beale - Die Geheimnisse der Tinkerfarm

 

Gelesen Manga:

Shiina Takasato - A Presto 1
Ichika Hanamura - Heartbeat Trio
Kazue Kato- Blue Exorcist 1 + 2

Gelesen Comics:

V für Vendetta 4

Gehört Hörbuch:

E.T.A. Hoffmann - Das öde Haus

Gesamt gelesen 2014 Bücher: 32
Gesamt gelesen Manga 2014: 16
Gesamt gelesen Comics 2014: 1
Gesamt gehört Hörbuch 2014: 1
Gesamt abgebrochen 2014:

Buch des Monats:

 

Diesen Monat habe ich so wenig gelesen wie seit Jahren nicht mehr. Gefehlt hat mir nichts. Es waren drei wundervolle Bücher, die ich in vollen Zügen genossen habe. Ja, etwas schäme ich mich schon - aber wieso? Es gibt noch immer Leute, die weniger lesen. Und wenn ich keine Lust habe, zu lesen, dann möchte ich mich auch nicht mehr dazu zwingen.

26.05.2014 um 18:17 Uhr

[Kurzgebrabbel] Tad Williams & Deborah Beale - Die Geheimnisse der Tinkerfarm

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Es überraschte mich sehr, dass ich den ersten Teil dieser Serie so toll fand. 'Vielleicht lag das nur daran, dass ich es als Hörbuch gehört habe?', fragte ich mich und war Band zwei gegenüber sehr skeptisch.
 
Schlussendlich lief ich lesend von der Bushaltestelle bis zur Haustüre - so packend war die Geschichte um Tylers und Lucindas zweiten Sommer auf der Ordinary Farm. Man darf nicht vergessen, dass Tad Williams hier seine Finger im Spiel hat!
 
Die Geschichte wird stark vorangetrieben, was viele Bücherserien missen lassen. Die Figuren entwickeln sich spürbar weiter, ein weiterer Pluspunkt. "Die Geheimnisse der Tinkerfarm" hebt sich angenehm von den vielen anderen Titeln des Genres ab, vor allem das überraschende Ende zeigt dies auf.
 
Mir gefiel vor allem die Beziehung zwischen Lucinda und dem Drachenmädchen Desta. Es ist eine interessante Verbindung, die auf eine harte Probe gestellt wird. Spoiler: Die aufkeimende Liebelei zwischen Lucinda und Colin dagegen hätte ich nicht gebraucht.
 
Kennt ihr diese Bücher, die man nicht aus der Hand legen kann? Bei denen alles andere zur Nebensache wird? Jede Störung einer Kriegserklärung gleich kommt?
 
Für mich war "Die Geheimnisse der Tinkerfarm" ein solches Buch.
 

24.05.2014 um 16:29 Uhr

[Manga] Kazue Kato - Blue Exorcist 1 + 2

von: Jari   Kategorie: Manga

Rin Okamuras Leben war bisher nie wirklich leicht, doch als er erfährt, wer er wirklich ist und dabei auch seinen Ziehvater verliert, steht alles völlig Kopf. Doch Rin gibt nicht auf und beschliesst, den Teufel persönlich zu besiegen. Dafür muss er jedoch erst einmal ein Exorzist werden und dafür wiederum, muss Rin... zur Schule gehen.

Nachdem ich den Film zur Mangareihe so toll fand, war es höchste Zeit, dass ich auch endlich die Manga dazu lese. 

"Blue Exorcist" erschien in der japanischen Mangasammlung "Shounen Jump", die Manga für Jungs veröffentlichen und einen ziemlich einheitlichen Typus Manga herausbringen: Bleach, Gintama, Naruto, One Pieceund Death Notesind nur einige Titel des Erfolgsmagazines.

Was diese Manga ausmacht sind viel Action, viel Humor und Helden, die über übermenschliche Fähigkeiten verfügen.  Auf "Blue Exorcist" passt dies ebenfalls zu. Doch obwohl ich sonst ein grosser Fan von Shounen Jump-Reihen bin, konnte mich Kazue Katos Manga noch nicht völlig überzeugen.

Erster Punkt:

Gleich auf den ersten Seiten wird ein grosses "Geheimnis" verraten. Es passt einfach gar nicht. Man wird als Leser direkt in die Geschehnisse hineingeworfen und erfährt so etwas, noch bevor man die Personen richtig kennen gelernt hat. Deswegen konnte ich auch nicht wirklich mit Rin mitleiden. Und dadurch, dass hier schon sowas verraten wird, ist eigentlich auch gleich die Luft aus der Geschichte raus. Die Mangaka hätte lieber noch ein paar Bände oder wenigstens Kapitel damit gewartet, dem Leser sowas zu offenbaren. Denn dann wäre die Neugierde gestiegen und wenn man die Charaktere bereits etwas kennt, empfindet man auch mehr, wenn die liebgewonnenen Figuren von einem Schicksalsschlag getroffen werden.

Zweiter Punkt:

Die Figuren. Rin geht mir ziemlich auf den Keks. Er ist mir sogar für einen Shonen Jump-Charakter zu unreif. Natürlich behandeln ihn alle wie ein Kind, wenn er sich wie eines benimmt! Wirklich mögen tu ich bisher nur Rins Zwillingsbruder Yukiko und den Schulleiter Mephisto. Die anderen Charaktere sind mir alle auch nach zwei Bänden noch zu flach und zu nichtig.

Dritter Punkt:

Die Geschichte. Meistens geht es bisher nur um ollen Schulalltag und sowas interessiert mich nicht wirklich. Punkt.

Wahrscheinlich bin ich nach dem Film einfach mit zu hohen Ansprüchen an die Serie rangegangen. Hätte ich den Film nicht gesehen, hätte ich den Manga wohl mehr mögen.

Aktuell weiss ich noch nicht, ob ich die Reihe wirklich fortsetze oder nicht. Wahrscheinlich kaufe ich mir die nächsten Bände, wenn ich mal irgendwo darüberstolpere.

17.05.2014 um 19:06 Uhr

Lin Yutang - Peking 1: Augenblick und Ewigkeit

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Alles beginnt damit, dass ein kleines Mädchen verloren geht. China ist nach der Öffnung zum Westen in Aufruhr. Alte Werte werden über den Haufen geworfen, viele Menschen wollen mit dem Neuen nichts zu tun haben und manch einer wird vor neue Herausforderungen gestellt. Es ist nicht einfach, in so einer Welt aufzuwachsen. Doch Mulan, Mannia, Tijen und all den anderen bleibt nichts anderes übrig...

Meine Meinung:

Lin Yutangs zweibändige Reihe "Peking" behandelt genau das: Das Leben in Peking um 1900. "Augenblick und Ewigkeit" ist der erste Band der Familiensaga.

Lin Yutang schrieb das Buch zeitnah zu den Geschehnissen, was man während des Lesens merkt. Wahrscheinlich nahm auch der Autor die Veränderungen im Land wahr und wollte auf diese Weise ein Stückchen Tradition bewahren. Man ist direkt drin in der Umbruchstimmung und durch die unterschiedlichen Charaktere kommen auch unterschiedliche Ansichten zur Geltung.

Der Autor selber nimmt keine Stellung. Er lässt die Figuren frei entscheiden und ihren Weg gehen. Viele Traditionen werden noch befolgt, manche werden langsam aufgegeben. Wie zum Beispiel das Binden der Füsse. Mulan ist Teil einer modernen Familie und ab und zu leidet sie darunter, dass ihre Füsse, im Gegensatz zu denen ihrer Freundinnen, nicht gebunden sind.

Es ist fantastisch, wie Yutang es schafft, auch einem westlichen Leser dieses Stückchen chinesischer Geschichte nahe zu bringen. Ich weiss nicht viel über die Gepflogenheiten Chinas, doch an keiner Stelle der Geschichte verlor ich den Faden oder fühlte mich überfordert. Alles konnte ich mich wunderbar vorstellen, ich verlor mich in diesem Buch und fand mich selber in China wieder. Ich roch die leckeren Gerichte, ging durch die Seitenstrassen Pekings und hörte die Geräusche der Stadt under Gärten.

Wir begleiten die Familien Yao und Tseng mehrere Jahre lang. Wir leben Tod und Heirat, Verrat und Liebe. Alles, was die Leute damals bewegte. Einmal begleiten wir Mannia, einmal Mulan und einmal Tijen. Aber auch die anderen Figuren gehen nicht verloren, sie alle sind wichtig für die Geschichte und tauchen immer wieder auf, um ihren Beitrag zum Fortgang des Schicksals zu tragen.

"Peking" wurde mir empfohlen und als ich davon las, wusste ich sofort, dass mir diese Geschichte gefallen könnte. Wie sehr ich schlussendlich von diesem Buch begeistert sein werde, wusste ich noch nicht. Selten habe ich so einen dichten Roman gelesen. Voller Gefühl, Humor und Tragik. Voller Leben. Dem echten, vergangenen Leben. Voller Bilder, die in meinem Kopf bleiben werden. Voller Figuren, die mir so nahe kamen, wie meine eigenen Freunde.

Als das Buch zu Ende war, starb ich ein bisschen. Ein bisschen sehr.
Zum Glück gibt es noch einen zweiten Teil!

Fazit:

Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Ohne zu übertreiben. Nicht nur die Geschichte selber ist toll, sondern auch die Übersetzung. Welch eine schöne Sprache! Genau passend zu diesem wunderbaren Buch!

Leider sind die beiden Titel nicht mehr über den Buchhandel erhältlich, d.h. vergriffen. Ich hatte Glück, sie noch zu bekommen. Bücker Brocky sei Dank!

Lin Yutang
Peking
Augenblick und Ewigkeit
HC mit Schutzumschlag, 1943
Büchergilde Gutenberg

Übersetzt von L. Rossi

16.05.2014 um 16:47 Uhr

[Kurzgebrabbel] JK Rowling - Harry Potter und die Kammer des Schreckens

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Harrys zweites Schuljahr in Hogwarts ist genauso mysteriös wie sein erstes. Seltsame Angriffe auf Schüler finden statt, ein fanatischer Fan klebt an Harry, ein unfähiger Lehrer treibt sein Unwesen und schlussendlich müssen sich Harry und seine Freunde auch noch in den Schlafsaal der Slytherins schleichen! Doch es gibt noch etwas viel Schlimmers in den Fluren von Hogwarts...
 
Auch der zweite Band um Harry Potter liess mich die blöde Welt da draussen vergessen. Teil zwei steht dem Erstling in in nichts nach: Spannung, Humor, geniale Einfälle und gelungene Figuren machen das Buch zu einem Meisterwerk. Über Lockhart konnte ich mich prächtig amüsieren und sogar Ginny fand ich ganz niedlich.
 
Die Geschichte ist dicht, gut durchdacht und die Figuren entwickeln sich weiter. Man merkt, dass sie alle ein Jahr älter sind. Genau ein Jahr, nicht mehr und nicht weniger.
 
Ich war sehr traurig, als das Buch zu Ende war. Irgendwie tat es fast schon weh. Aber es ist gut zu wissen, dass alle Harry Potter-Bände gut sichtbar im Regal stehen und man jederzeit wieder nach Hogwarts zurückkehren kann.
 

07.05.2014 um 19:39 Uhr

[Manga] Sukûn - Senri

von: Jari   Kategorie: Manga

Während der Polymanga 2014 stiess ich im Künstlersaal auf den Stand der Künstlerin Senri. Ihr schmales Büchlein "Sukûn" stach mir dabei sofort ins Auge. Der Stil gefiel mir sofort und so kaufte ich mir den Band.

An einem schönen Sommertag fällt Malo aus Versehen ins Wasser eines Sees. Doch seltsamerweise ertrinkt sie nicht, sondern wacht an einem seltsamen und fremden Ort auf. Eine Katze taucht auf und führt Malo durch diese Welt. Es dauert etwas bis Malo begreift, wo genau sie sich befindet...
 
Die Geschichte erinnert stark an "Alice im Wunderland", steht aber dennoch ganz für sich alleine. Es ist eine ruhige, besonnene Geschichte. Gezeichnet mit viel Liebe und einem guten Gespür für Details. Es braucht nicht viele Worte, um Malos Abenteuer zu gestalten, die Geschichte lebt durch die Kunst. Die Bilder sind lebendig und berühren einen.
 
Der psycholgische Askept ist ganz klar da, aber mann den Manga auch geniessen, ohne dass man gross interpretiert. Senri hat ein perfektes Gefühl für das richtige Mass. Von allem gibt es weder zu viel, noch zu wenig. Nur wenige Autoren oder Künstler schaffen es, ein gutes Mittelmass zu finden.
 
Der Manga ist auf speziellem Papier gedruckt, was vor allem Bibliophilen gefallen wird. Es fühlt sich toll an, über den Einband zu fahren und die Konsistenz des Materials zu spüren. Dafür habe ich gerne 8 CHF (6,6 EUR). Für dieses kleine Kunstwerk hat sich das gelohnt!

 
http://tsi-tsi.net

04.05.2014 um 10:23 Uhr

[Rezension] Aravind Adiga - Last Man in Tower

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

In einer Grossstadt wie Mumbai hat jeder seine Wünsche, jeder will irgendetwas. Doch wie ist es, wenn es doch jemanden gibt, der gar nichts will?

Der Bauherr Dharmen Shah bietet den Bewohnern eines alten Hauserblockes eine grosse Menge an Geld. Genug Geld, um Wünsche und Träume zu erfüllen. Doch nicht alle sind mit dem Angebot einverstanden. Und der Stichtag kommt unaufhaltsam näher...

Meine Meinung:

Bereits Adigas erster Roman "Der weisse Tiger" hat mir gut gefallen. Doch nachdem ich jetzt auch "Last Man in Tower" gelesen habe, kann ich behaupten, dass Aravind Adiga einer meiner Lieblingsautoren geworden ist.

Indien fasziniert mich schon lange und Adiga holt uns direkt ins surrende und beschäftigte Mumbai des 21. Jahrhunderts. Diese Stadt ist angesiedelt irgendwo zwischen Bollywood und den Bildern der Armut, die abends durch die Nachrichten flackern. Wir befinden uns mittendrin im Leben der Bewohner des Blockes A der Vishram Society.

In einer schönen, bewegenden Sprache erzählt uns der Autor vom Leben der Figuren, ihren guten, wie auch ihren schlechten Seiten. Alles, was sie ausmacht. Wir erfahren, welche Gründe sie haben, das Angebot Shas anzunehmen. Oder es auszuschlagen. Oder weshalb sie ihre Meinung geändert haben.

Dabei ist das Buch ein schillerndes Mosaik der menschlichen Gesellschaft. Im Kleinen widergespiegelt durch die Bewohner des Blockes A. Wir sind dabei, wenn neue Freundschaften und Feindschaften entstehen, wenn Grenzen überwunden werden, wenn Schönes und Schreckliches passiert.

"Last Man in Tower" ist keines jener Bücher, das laut daher kommt, unabwendig auf DEN EINEN Höhepunkt zusteuert. Nein, es ist eine ruhige Geschichte, besonnen erzählt. Und dabei erinnert es an das stille Wasser, das so unendlich tief sein kann. Mehr und mehr verändern sich die Menschen, ihre Beziehungen, ihre Lebensweise. Adiga führt uns gekonnt vor Augen, was Geld aus uns machen kann und wie das Rudeltier Mensch funktioniert. Und dabei zeigt sich, dass Adiga ein Auge für Details und Kleinigkeiten hat. Kleinigkeiten, die die Welt verändern können.

Genau aus diesen Gründen kann man dieses Buch nicht einfach so weglesen. Es braucht Zeit. Man muss sich darauf einlassen. Auch die Sprache selber ist nicht die einfachste. Zwar verwendet der Autor keine richtig gemeinen Wörter, aber die Verbindung, die aus den einzelnen, bewusst gewählten Wörtern, entseht, ist nicht ohne. Deshalb brauchte ich auch unverhältnismässig lange für "Last Man in Tower". Ich habe jede Seite genossen.

Es gab nur einen Punkt, der meinen Lesegenuss etwas verdorben hat: Durch die vielen Namen hatte ich bis zum Schluss Mühe damit, die einzelnen Figuren gut auseinander halten zu können. Es gibt zwar ein Personenverzeichnis, aber dies ist eher eine Liste, wer in welcher Wohnung wohnt. 

Fazit:

Ein wundervolles Buch, das mich durch und durch bewegt hat. "Last Man in Tower" war für mich wie die teure Palinenschachtel. Man geniesst langsam, aber bewusst. 

Dennoch ist mir klar, dass diese Art der Erzählung nicht jedermann überzeugen kann. Wer es mag, wenn Geschichten schnell vonstatten gehen und mit viel Aufregung aufwarten, der kann mit diesem Buch nichts anfangen. Wer dagegen Interesse an der zwischenmenschlichen Beziehung hat, auch auf einer psychologischen Ebene, dem könnte "Last Man in Tower" gefallen.

Es ist erinnert an Rowlings "Ein plötzlicher Todesfall". Da ebenfalls die unterschiedlichen Figuren und ihre Lebenswege beleuchtet werden.

Aravind Adiga
Last Man in Tower
TB, 2011
Atlantic Books

978-1-84887-519-7

03.05.2014 um 18:41 Uhr

[Monatsstatistik] April 2014

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Ausgelesen:

Victor Hugo - Der Glöckner von Notre Dame
Friedrich Schiller - Die Räuber
Jennifer Gray - Fuzzi, Coco und Co, Band 01: Leg dich nicht mit Meerschweinchen an!
Aravind Adiga - Last Man in Tower

Gelesen Manga:

Kika - Spill your Coffee!
Rihoto Takarai -Capital of Flowers
Hiro Masarame - Beautiful Days

Abgebrochen:

Zwigtman, Floortje - Ich, Adrian Mayfield

Gesamt gelesen 2014: 29
Gesamt gelesen Manga 2014: 12
Gesamt abgebrochen 2014: 2

Buch des Monats

Aravind Adiga - Last Man in Tower