Jaris Büchergebrabbel

27.07.2014 um 16:58 Uhr

[Lesezeichen] Ferienzeit

von: Jari   Kategorie: Lesezeichen

Ich sammle nicht nur Bücher und Postkarten, sondern auch Lesezeichen. Die sind für einen Bücherleser nämlich sehr praktisch.
 
Diese zwei Exemplare habe ich kürzlich geschenkt bekommen:
 
 
Dieses Lesezeichen stammt direkt aus Paris (darauf wärt ihr wohl nicht gekommen, ne?). Der Besuch hat es als Geschenk mitgebracht und ich habe es sofort verwendet. Momentan steckt es im Buch "Incarceron".
 
 
Und dieses Lesezeichen erhielt ich aus einem Swap (s. Jaris Freizeitkiste) als liebe Beigabe. Mir gefällt es sehr gut und es war eine unerwartete Überraschung :)

25.07.2014 um 23:45 Uhr

[Rezension] Paul Wittwer - Eiger, Mord & Jungfrau

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Max Knecht stirbt bei einem Segelunfall. Nur seine Mutter will dies nicht so recht glauben. Deswegen nimmt sie Kontakt mit Maxens früherem Studienkollegen Franco Weber auf. Weber, unterdessen Arzt im Inselspital in Bern, hat Mitleid mit der älteren Dame und verspricht, sich etwas umzuhören. Und sticht damit in ein Wespennest…

Meine Meinung:

„Eiger, Mord & Jungfrau“ war Paul Wittwers erster Krimi und das dritte Buch des Autoren, das ich gelesen habe. Dieser Krimi hat mir von allen dreien am besten gefallen.

Franco Weber ist für mich ein durch und durch sympathischer Hauptcharakter. Er ist ein Mensch wie du und ich (naja, ausser, dass er Arzt ist), nebst vielen Stärken, hat er auch seine Schwächen. Man erfährt vieles aus seinem Alltag. Natürlich steht der Mord im Mittelpunkt, aber Franco Weber ist kein Detektiv, er lebt zuerst einmal für seine Arbeit und deshalb erfahren wir so einiges über das Leben als Arzt im Inselspital. Franco ist ein Arzt, von dem ich mich selber gerne behandeln lassen würde.

Der Krimi ist nicht nur trist und trüb, sondern es gibt auch schöne Momente. Francos Frankreichreise, Momente mit Dimitra oder ein Abendessen mit Aldo und seiner Freundin. Genau das finde ich so toll an Wittwers Krimis, dass sie einen nicht glauben lassen, dass Leben sei öde und sinnlos und alle Menschen eh nur doof.

Zum Schluss hin wird die Geschichte dann so richtig spannend, fast schon wie in den TV-Serien. Da konnte ich meine Nase wirklich nicht mehr aus dem Buch nehmen und mindestens einmal dachte ich, ich hätte mich bestimmt verlesen. Auf den letzten Seiten schlittert man der Lösung und dem Höhepunkt unausweichlich entgegen.

Ansonsten ist "Eiger, Mord & Jungfrau" jedoch ein eher ruhiger Krimi, der nicht davon lebt, dass Blut quer durchs Zimmer spritzt. Man bekommt viel vom Innenleben und den Gedanken der Figuren mit und es geschehen, wie schon erwähnt, auch mal alltägliche Dinge.

Fazit:

Ein wirklich gut durchdachter Krimi, der mich von Anfang bis zum Schluss gepackt hielt. Die Charaktere sind gelungen, nur die Antagonisten wirken teilweise etwas steril.
Das Thema des Buches, Organhandel, ging mir ziemlich nahe. Vor allem da die Geschichte auch noch an Orten spielt, die ich persönlich kenne.

Ich hoffe sehr, dass Paul Wittwer bald sein nächstes Buch veröffentlicht, denn seine Geschichten gefallen mir wirklich sehr gut.

Paul Wittwer
Eiger, Mord & Jungfrau
TB. 6. Auflage 2001
Nydegg Verlag

978-3-9522295-6-9

19.07.2014 um 13:28 Uhr

[Rezension] C.S. Lewis - Das Wunder von Narnia

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Als sich Digory und Polly kennen lernen, wissen sie noch nicht, dass ihnen ein grosses Abenteuer bevor steht. Denn Digorys Onkel ist im Besitz von magischen Ringen, die die Kinder in andere Welten entführen. Doch als Digory und Polly in einer solchen eine bösartige Hexe aus ihrem Schlaf erwecken, müssen die Kinder handeln...

Meine Meinung:

In "Das Wunder von Narnia" erzählt Lewis die Vorgeschichte zur berühmten Narnia-Reihe. Obwohl dieser Band nicht der erste war, der geschrieben wurde, macht es Sinn, die Reise nach Narnia mit dieser Geschichte zu beginnen. Denn in "Das Wunder von Narnia" wird erzählt, wie es dazu kam, dass Narnia existiert. Wir erfahren, wie die Hexe in den Norden kam, und was es mit dem Laternenpfahl auf sich hat.

Vor einigen Jahren habe ich bereits einen anderen Teil der Reihe gelesen, dieser hat mir jedoch nicht wirklich zugesagt. Aber man fängt auch nicht einfach mittendrin an! Deshalb freue mich darüber, nun wirklich am Anfang beginnen zu können.

Lewis' Erzählstil gefällt mir dabei wirklich gut. Ich fühlte mich wie ein Kind, das bei prasselndem Feuer seinem Grossvater zuhört, wie er eine Geschichte erzählt. Das ganze Buch über. Der Autor selbst fungiert als Erzähler und greift teilweise schon ein wenig vor, ohne jedoch zu viel zu verraten. Er nimmt auch die unterschiedlichen Sichtweisen der Figuren auf, sodass niemand vergessen geht. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, teilweise wirkt Lewis schon ein wenig ironisch. Dies finde ich jedoch sehr erfrischend und so hat das Lesen wirklich grossen Spass gemacht.

Nur die Übersetzung fand ich teilweise grammatikalisch ein wenig furchtbar. Zu viele falsch gesetzte Präpositionen und teilweise recht holprige Sätze - da hilft auch es auch nicht, wenn man bedenkt, dass der deutsche Text aus dem Jahr 1982 stammt.

Anfangs ist der religiöse Aspekt kaum zu spüren, wird jedoch zum Schluss hin präsenter. Dennoch hat mich das Christilich in der Geschichte gar nicht gestört. Einerseits wusste ich, worauf ich mich einlasse, andererseits verarbeitet Lewis die Bibel so wunderbar und kindgerecht, dass man das Buch auch als einfache Abenteuergeschichte lesen kann.

Was mir besonders positiv auffiel, war die Rolle des Menschen als Beschützer der Tiere. Gerne wird die Aussage "die Krone der Schöpfung" als Ausrede missbraucht, um Brutales zu verrichten. Aslan jedoch kürt König und Königin und verweist sie darauf, dass sie die Tiere achten und schützen sollen und als ihre Freunde betrachten. So wie es eigentlich auch sein sollte.

Fazit:

Ein wundervoller Einstieg in die Welt Narnias. Wem die Folgebände schon bekannt sind, der wird einige bekannte Figuren und Dinge wiedererkennen, während für Beginner ein gutes Fundament für die nächsten Titel gelegt wird.

"Das Wunder von Narnia" ist angenehm zu lesen und macht definitiv Lust auf mehr!

C.S. Lewis
Das Wunder von Narnia
TB, 2010
Brendow

978-3-86506-325-0
(Box mit allen sieben Bänden)

Originalausgabe: The Magician's Nephew
CS Lewis Pte Ltd, 1955

13.07.2014 um 14:46 Uhr

[Rezension] Dinaw Mengestu - Zum Wiedersehen der Sterne

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Obwohl Stephanos seit über 17 Jahren in Amerika lebt, ist er noch immer nicht ganz angekommen. Er führt ein mehr oder weniger erfolgreiches Geschäft und hangelt sich so durch den Tag. Stephanos Leben erhält einen Stoss, als Judith und ihre Tochter Naomi in die Nachbarschaft ziehen...

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, die kann ich nur ganz schwer rezensieren. Es will mir einfach nicht einfallen, was ich schreiben soll. "Zum Wiedersehen der Sterne" ist so ein Buch.  Es hat mich so mitgerissen, begeistert und gefesselt, dass ich kaum die richtigen Worte finden kann, um meiner Begeisterung Ausdruck verleihen zu können.

Stephanos erzählt seine Erlebnisse einerseits aus der Gegenwart und in Rückblenden. In diesen Rückblenden berichtet er von Judith, Naomi, seinen ersten Erlebnissen in den USA und ab und zu erhält man einen kleinen Einblick in sein früheres Leben in Afrika.

Der Grundton des Buches ist leicht melancholisch, aber niemals depressiv oder gar selbstmitleidig. Stephanos hat es schwer, aber es gibt auch immer wieder Lichtblicke, die er mit dem Leser teilt. Ein Sonnenaufgang. Naomis verrückte Art. Ein Essen mit Judith. Stephanos' Freunde und ihr gemeinsames Spiel.

Es war interessant, mal eine andere Weltsicht kennenzulernen. Auch zu erleben, wie es ist, wenn die Weissen die Aussenseiter sind und mehr oder weniger darauf aufmerksam gemacht wird, dass sie Weisse sind. Man kennt das oft nur umgekehrt.

Aber irgendwie ist alles, was ich schreibe, nicht gut genug, um dieses Buch angemessen zu würdigen. Es ist definitiv eines meiner Jahreshighlights. Aber hier in Jubelschreie auszubrechen, würde einfach nicht passen. Nicht zu dieser Geschichte. Sie ist ruhig und tiefsinnig, Stephanos ist sehr nachdenklich und hinterfragt sich selber und die Welt um sich herum.

"Zum Wiedersehen der Sterne" hat bei mir eindrucksvolle Bilder hinterlassen, mich zum Nachdenken angeregt und mich tief berührt. Ich möchte das Buch irgendwann definitiv noch einmal lesen, am liebsten in der Originalsprache, um Mengestus Sprache noch direkter erleben zu können.

Fazit:

Ein Buch, das Spuren hinterlässt. Zumindest bei mir. Dinaw Mengestu ist ein sprachbegabter Autor, der mich mitten ins Herz getroffen hat. Ich bin auf weitere Bücher gespannt.

Dinaw Mengestu
Zum Wiedersehen der Sterne
HC mit Schutzumschlag, 2009
Claasen

978-3-546-00439-8

Aus dem Amerikanischen von Volker Oldenburg
Originalausgabe: The Beautiful Things That Heaven Bears
Riverhead Books, New York 2007

06.07.2014 um 10:43 Uhr

[Monatsstatistik] Juni 2014

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Gelesen:

Urs Widmer - Der blaue Siphon
Sternenschweif 4 - Lauras Zauberritt
JK Rowling - Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Terry Pratchett - Weiberregiment
Lovecraft - Berge des Wahnsinns

Gelesen Manga:

Hiroyuki Takei - Shaman King 20
Hiroyuki Takei - Shaman King 21
Hiroyuki Takei - Shaman King 22
Naruse/Takasat - A Presto 1
Yuuki Kodama - Blood Lad 1
Saki/Yamamoto - Di[e]ce 1
Takarai/Masaya - Bride of the Fox Spirit

Gelesen Comics:

Eastman/Waltz/Duncan - Teenage Mutant Ninja Turtles 1
Moore/Llyod - V wie Vendetta 6

Abgebrochen:

Mika Waltari - Sinuhe, der Ägypter

Gesamt gelesen 2014 Bücher: 37
Gesamt gelesen Manga 2014: 23
Gesamt gelesen Comics 2014: 3
Gesamt gehört Hörbuch 2014: 1
Gesamt abgebrochen 2014: 3

Buch des Monats 

 

05.07.2014 um 17:07 Uhr

[Rezension] H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns"

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Eine Expedition in die Antarktis und ein Wissenschaftler, der verzweifelt versucht, diese aufzuhalten. Was hat er gesehen? Im ewigen Eis taucht plötzlich eine Stadt auf, die auf eine fortschrittliche Rasse schliessen lässt. Doch wer war es, der diese Stadt gebaut hat?

Meine Meinung:

H.P. Lovecraft ist der Begründer des modernen Horrors, doch in „Berge des Wahnsinns“ gibt er sich eher nüchtern und sachlich. Die Sicht des Wissenschaftlers untermauert dies noch.

Deswegen besteht die Geschichte auch grösstenteils aus Beobachtungen und Beschreibungen. Stimmung kam so für mich weniger auf, aber für jene, die diesen Stil mögen, wird das Buch ein besonderes Lesereignis sein.

Richtig spannend wurde die Geschichte leider auch erst gegen Schluss, als die Stadt der Alten genauer erforscht wird. Aber auch da spürte ich selten wirklichen Horror, aber darauf will das Buch auch nicht hinaus.

Es ist interessant, Lovecrafts Universum aus dem Blick eines Wissenschaftlers zu erleben. Mit dem Hintergedanken, dass all diese Figuren real sein könnten. Schlussendlich wird es einem da doch etwas mulmig zumute.

Lovecraft benutzt eine schöne, aber fordernde Sprache. Den Einfluss der Wissenschaft bemerkt man schon auf den ersten Seiten. „Berge des Wahnsinns“ ist definitiv kein Buch, das man nach einem harten Tag zur Entspannung liest. Die Geschichte erwartet die volle Aufmerksamkeit des Lesers und verzeiht es nicht so schnell, wenn man mal nicht ganz bei der Sache ist.

Fazit:

„Berge des Wahnsinns“ bietet einen interessanter Einblick in die Welt des H.P. Lovecraft. Für Einsteiger oder jene, die den berühmten Horror Lovecrafts suchen, ist das Buch jedoch weniger geeignet. Es ist ein reiferes Werk, das gewisse Kenntnisse der anderen Werke des Autors voraussetzt und wahrscheinlich erst dann seine wahre Kraft entfaltet.

Diese Basis schien mir jedoch noch zu fehlen, weswegen ich nicht vollkommen von diesem Buch überzeugt bin. Dass Lovecraft schreiben kann, beweist er jedoch vorzüglich. Aufbau, Struktur, Wandel passen sehr gut zueinander und ergeben ein stimmiges Bild.

H.P. Lovecraft
Berge des Wansinns
TB, 1997
Suhrkamp

978-3-518-39260-7

Aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein
Originalausgabe: At the Mountains of Madness
Street & Smith, 1936