Jaris Büchergebrabbel

31.10.2014 um 22:42 Uhr

[Kurzgebrabbel] 2 Plus 2

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Der dritte Teil der "Narnia"-Reihe unterscheidet sich grundsätzlich von den ersten beiden. Ich konnte Lewis fast gar nicht wiedererkennen! War seine Sprache in den ersten Bänden noch spartanisch, so erfindet sich der Autor hier neu. Die Figuren haben Charakter und ein Gesicht, die Umgebung wird beschrieben und die Geschichte vorangetrieben. Mir hat "Der Ritt nach Narnia" bisher am besten gefallen, das Lesen hat richtig Spass gemacht!

Shasta ist ein Junge, der ein eher karges Leben an der Seite eines Fischers lebt. Doch als er auf das sprechende Pferd Bree trifft, ändert sich einiges. Die beiden tun sich zusammen und reisen gen Narnia. Unterwegs treffen sie auf Aravis und Hwin, die dasselbe Ziel haben. Werden sie es schaffen, Narnia zu erreichen?



Tod sein ist nicht immer angenehm, deshalb hat Tod sich einen Lehrling geholt: Mort oder öfters einfach "Junge" genannt, eher tollpatschig und mit ein paar Gelenken zu viel. Doch Mort ist ein guter Lehrling, zumindest solange, bis er Prinzessin Keli abholen soll. Das bringt Mort einfach nicht über sich und so lässt er sie am Leben. Ohne zu wissen, was er damit auslöst...

Tod ist ein toller Charakter. Vor allem, wenn er in der Küche steht und kocht. Es war auch spanend, Mort dabei zu beobachten, wie er in Tods in Fussstapfen tritt und sich dabei von einem Jungen zu einem Mann weiterentwickelt. Pratchett hat das Thema Tod auf eine angenehme und gut durchdachte Weise angepackt und bringt es auch gekonnt rüber.

Dennoch konnte mich "Gevatter Tod" weniger überzeugen als andere Pratchetts, die ich bisher gelesen habe. Jedoch lag das weniger am Thema als an den Figuren (Tod mal ausgenommen). Keli mochte ich nicht. Nein, die kann mir gestohlen bleiben. Auch Morts Handlungen konnte ich oft nicht nachvollziehen, natürlich vor allem in Bezug auf Keli. Natürlich gehört es dazu, dass man solche Fehler macht. Aber wenn, dann vielleicht wenigstens für eine Frau, die es wert wäre? Nun ja, vielleicht gab es in diesem Band für meine Verhältnisse einfach zu viel Liebesgedöns?


18.10.2014 um 17:39 Uhr

[Kurzgebrabbel] Bastian Sick - Füllen Sie sich wie zu Hause

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Die Happy-Aua-Bücher vermehren sich prächtig und immer, wenn ich im Geschäft ein neues sehe, nehme ich es mit nach Hause.

Anfangs hatte ich ein wenig das Gefühl, dass die Luft raus sei. Ist ja immer dasselbe und vieles kennt man unterdessen aus dem Internet. Denkste! Auch dieses Buch bescherte mir Bauchschmerzen - vor lauter lachen. Sicks Kommentare sind treffend und humorvoll wie eh und je und bei manchen Stilblüten denkt man, das geht gar nicht.

Bis man selber auf entsprechende Schilder trifft...

Somit ist auch dieses Werk auf heitere Art und Weise lehrreich, denn man nimmt sich vor, nicht so hilflos mit der deutschen Sprache umzugehen. Oder man versucht es zumindest. Sick erklärt teilweise ein paar Dinge, aber vieles spricht eigentlich für sich..

So trifft man zum Beispiel auf Napalmlederjacke (würde ich ja nicht anprobieren...), auf Feinkosverkäufer/ innen mit Herz (das ist beruhigend) und Handys mit Freispruch-Funktion (muss praktisch sein und erklärt einiges). Und das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf den Inhalt.


15.10.2014 um 16:09 Uhr

[Rezension] Andrea Camilleri - Das Netz der grossen Fische

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Eine junge Frau, Tochter eines hohen Politikers, wird ermordet. Der einzige Verdächtige ist ihr Verlobter. Caruso, Programmdirektor beim Fernsehsender RAI, hält diese Meldung zurück. Nach und nach zeigt sich das wahre Gesicht dieses Falles...

Meine Meinung:

"Das Netz der grossen Fische" war mein erster Camilleri und wahrscheinlich werde ich so schnell keinen mehr lesen. Der Stil ist überhaupt nicht meiner, die Geschichte erschliesst sich mir ganz und gar nicht.

Schon auf den ersten Seiten fällt auf, dass das Buch hauptsächlich in der direkten Rede spielt. Schon bald verlor ich den Faden, wer nun was gesagt hat. Dazu kommt, dass gleich zu Beginn viele, eher unbekannt klingende Namen in die Runde geworfen wurden. So verlor ich noch mehr den Überblick, wer nun was zu wem gesagt hat und wer wann was getan hat oder wer mit wem eine Affaire hat. Da hat mir auch das Personenverzeichnis nichts gebracht.

Aufgrund der ständigen direkten Rede bleibt man als Leser aussen vor gelassen. Keine Figur nahm in meinem Kopf Form an, ihre Schicksale blieben mir gleichgültig. Was interessiert es mich, ob die Lady nebenher noch einen weiteren Mann in ihr Bett lässt? Was geht mich die Freundin der Toten an? Was interessiert es mich, ob jetzt schon wieder jemand anruft?

Die Hintergrundinformationen darüber, wer das eigentliche Sagen in der Welt der Medien und Politik hat, ist zwar interessant, aber unbeholfen umgesetzt. Ich hatte sowieso keinen Überblick mehr, welche Figur wohin gehört, dass ich mich auch nicht weiter mit den Beziehungsgeflechten beschäftigen wollte. Wer da jetzt wem geholfen hat - nun gut, Vitamin B ist auch hierzulande ein Türöffner. Dass bei den Medien nicht alles so zu und her geht, wie es sollte, das weiss man. Dazu gibt es andere Titel, die das Thema besser aufgreifen.

Dass Camilleri schlussendlich zugibt, vom ganzen Betrieb keine Ahnung zu haben und auch keinerlei Recherche betrieben hat (so klang es in meinen Ohren), machte es für mich auch nicht besser. Sondern klang eher so, als hätte sich der Autor gelangweilt und mal schnell was niedergeschrieben.

Fazit:

Dieses Buch ist wohl eher etwas für eingefleischte Camilleri-Fans, die sich auch nicht daran stören, dass Montalbano hier nur in einem Nebensatz erwähnt wird.

Nein, Camilleri und ich werden wohl definitiv keine Freunde.



Andrea Camilleri
Das Netz der grossen Fische
TB, 1. Auflage 2012
Bastei Lübbe

978-3-404-16749-4

Aus dem Italienischen von Moshe Kahn
Originalausgabe: La Rizzagliata
Sellerio editore, Palermo 2009

14.10.2014 um 13:16 Uhr

[Rezension] Amelie Fried - Traumfrau mit Nebenwirkungen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Cora, gerade erst 30 geworden, ist erfolgreich in ihrem Beruf als PR-Spezialistin, selbstbewusst und kommt bei den Männern wirklich gut an. Dass diese sie jedoch immer wieder verlassen und Cora regelmässig auf die Falschen hereinfällt, ist erst einmal nebensächlich.
Erst als Coras schwangere Freundin Uli bei ihr einzieht und ein Künstler Cora damit beauftragt, Geld für ein Kinderheim zu sammeln, ändert sich einiges...

Meine Meinung:

Ab und zu muss auch ich typische Frauenromane lesen. Es passiert selten, aber trotzdem tut es ab und an gut, sich mit den typischen Problemen einer Frau auseinanderzusetzen. Die da wären: 30 werden, Männer, die beste Freundin, Männer, der Sinn des Lebens, DER Mann.

Cora war mir von Anfang an sympathisch. Sie geht mit dem Kopf durch die Wand, auch wenn dabei das ganze Haus einstürzt. Sie sagt, was sie denkt, auch wenn sie damit allen vor den Kopf stösst. Sie lebt ihr Leben so, wie sie es will. Eine richtige Powerfrau. Somit ist Cora auch das genaue Gegenteil von mir und oft konnte ich ihre Handlungen nicht verstehen. Aber genau das machte sie für mich nur noch faszinierender.

Zum Glück gibt es Leute in Coras Umgebung, die sie immer wieder auf den Boden holen. Jede dieser Figuren ist liebevoll ausgearbeitet und trägt ihren Teil zur Geschichte bei. Nur bei den Männern findet man ein paar, die übertrieben mies dargestellt sind. Aber auch das braucht frau mal.

Die Lektüre des Buches macht Spass und ist kurzweilig. Es ist kein typischer Komödienroman, aber dennoch mit Witz und Pfeffer geschrieben. Viel Pfeffer steuert nur schon allein Hauptfigur Cora bei. Auf diese Art und Weise wird einem das Lesen kurzweilig und man blättert sich so durch. "Traumfrau mit Nebenwirkungen" ist das perfekte Buch nach einem harten Tag, den man in die Tonne werfen könnte. Man leidet mit Cora mit, weiss aber, dass zumindest bei ihr der rettende Telefonanruf nie weit entfernt ist und dass schon alles irgendwie richtig kommt.

Das tut es dann natürlich auch. Leider verliert das letzte Drittel der Geschichte am erwähnten Pfeffer und nimmt deutlich an Kitsch zu. Die Beziehung zwischen Cora und Ivan geht, nachdem sie erst nur nebensächlich war, ziemlich schnell. Etwas zu schnell würde ich sagen. Ausserdem verändert sich Cora, was eigentlich gut ist, da Charakterentwicklung ein wichtiger Punkt in einer Geschichte ist. Aber danach fand ich sie eigentlich nur noch fade. Aus einem Wildfang wurde ein gezähmtes Pony mit Heiligenschein. Das war dann doch etwas zu viel für meinen Geschmack.

Fazit:

Ein Buch, das lange wahnsinnig viel Spass und gute Laune macht. Die Traumfrau hat mir ein paar Arbeitstage versüsst, weil alles irgendwie doch nicht so schlimm sein kann. Schade, dass die Geschichte auf den letzten Seiten merklich schwächelt und viele positive Seiten einbüsst.

"Traumfrau mit Nebenwirkungen" ist definitiv auf ein modernes weibliches Publikum zugeschnitten, das mitten im Leben steht und sich nichts entgehen lassen möchte.



Amelie Fried
Traumfrau mit Nebenwirkungen
TB, 2. Auflage 2014
Heyne

978-3-453-41785-4

12.10.2014 um 10:49 Uhr

[Rezension] Antal Szerb - Die Pendragon-Legende

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

János Bátky aus Budapest ist Philosoph und hat ein Faible für die Mystiker des 17. Jahrhunderts. Als er eines Abends dem Earl of Gwynned vorgestellt wird, verändert sich János ruhiges Leben auf einen Schlag. Der Earl lädt ihn auf sein Schloss ein, um dort in der Bibliothek zu studieren. Da kann der junge Wissenschaftler natürlich nicht nein sagen und zusammen mit Maloney und dem jungen Osborne Pendragon reist er nach Wales. Doch dort geschehen merkwürdige Dinge. Jemand trachtet dem Earl nach dem Leben. Tote stehen wieder auf. Ein Junge wird entführt und was macht der Earl für seltsame Versuche?

Meine Meinung:

Ich habe schon einige Ungarn gelesen, teilweise auch auf Ungarisch, und deshalb ordnete ich Antal Szerb automatisch in derselben Ecke ein. Immer ein wenig traurig, etwas melancholisch und wahnsinnig stolz auf ihr Land, ihre Sprache, ihre Heimat.

Tja, ich habe mich getäuscht.

Denn Szerb ist alles anderes als melancholisch oder heimwehgeplagt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Antal Szerb schreibt beschwingt, modern und richtig witzig. Bisher habe ich noch keines seiner Bücher im Original gelesen, aber das sollte ich wirklich mal nachholen. Denn das Buch liest sich weg wie nichts.

Natürlich kommt ab und an etwas Fachjargon vor, aber das stört nicht. Genausowenig János Abdriften in andere Geschichten, die er dem Leser unbedingt mitteilen will. Denn diese eingefügten historischen Teile sind nie langatmig, sondern spannend, und ziehen auch das Buch nicht unnötig in die Länge. Szerb platziert jeden Abschnitt so präzise, dass es einfach passt.

Die Geschichte um die Pendragon-Legende ist teilweise Krimi, teilweise magischer Realismus, teilweise historischer Roman - von allem ist etwas dabei. Man kann als Leser wunderbar miträtseln und einige Dinge waren mir klar, bevor der studierte János überhaupt darauf kam. So hat das Lesen richtig viel Spass gemacht.

János war mir von anfang an sympathisch und ich schloss ihn sofort ins Herz, teilweise konnte ich mich sehr gut mit ihm identifizieren. Auch das Trio um János, Osborne und Maloney war herrlich. Schade, dass dann ein paar Geheimnisse aufgedeckt werden.

Trotz der teilweise düsteren Stellen bleibt die Geschichte heiter bis zum Schluss. Ist jemand schon mal in einer walisischen Ruine herumgeirrt? Schon irgendwie gruselig... vor allem, wenn man an das Familienmotto der Pendragons denkt: "Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches". Ich gebe es gerne zu: Ein wenig gegruselt habe ich mich schon...

Fazit:

Ein Buch genau nach meinem Geschmack. "Die Pendragon-Legende" ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Fantastik und historischen Details und das, ohne grosse Töne zu Werfen. Die Figuren sind lebensecht und abwechslungsreich und einige davon hätte ich gerne selbst als Freunde gehabt.

Eine rasante und spannende Geschichte, die Lust auf mehr macht!



Antal Szerb
Die Pendragon-Legende
Broschiert, 4. Auflage 2007
dtv premium

978-3-423-24425-1

Aus dem Ungarischen von Susanna Grossmann-Vendrey
Originalausgabe: A Pendragon Legenda
Révai, Budapest 1934

11.10.2014 um 19:23 Uhr

[Rezension] Lora Leigh - Callans Schicksal

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Achtung: Harte Sprache.

Inhalt:

Schon als Meriuns zum ersten Mal Callans Bild sah, wusste sie, dass sie ihm helfen musste. Callan, an dem genetische Experimente vorgenommen wurden und Löwen-DNA in sich trägt, schwebt in grosser Gefahr. Merinus heftet sich an die Fersen des attraktiven Mannes, doch ihr Zusammenstossen hätte sich die Journalistin nicht anders vorstellen können...

Meine Meinung:

Der erste Band der "Breeds"-Reihe von Lora Leigh lässt mich etwas gespalten zurück. Einerseits gab es ein paar richtig gute (Sex-)Szenen und freche Dialoge, andererseits konnte das Buch nicht wirklich überzeugen. Vor allem am Anfang geht einiges zu schnell und ehe man die Charaktere richtig kennenlernen konnte, liegen sie schon zusammen in der Kiste. Und kommen da auch fast nicht mehr raus.

Sex wird in diesem Buch gross geschrieben. Handlung ist zumindest auf den ersten Seiten eher nebensächlich. Da habe ich vielleicht etwas zu viel erwartet. Schlussendlich wird es dann aber doch noch spannend und der Faden wird tatsächlich rot. Viele Stellen wirkten auf mich jedoch etwas zu gestellt oder unrealistisch. Die Figuren bleiben trotz schlimmen Schicksals eher oberflächlich. Auch fand ich es seltsam, dass in den unpassendsten Momenten immer jemand zur Tür hereinkam und sich niemand daran stört.

Die erotischen Teile des Buches sind jedoch wirklich gelungen. Gut beschrieben und gekonnt aufgebaut. Für mich persönlich war es fast schon etwas zuviel des Guten, ich hätte mehr Geschichte gut geheissen. Für alle, die es einschlägig und direkt mögen, passt das Buch perfekt.

Für mich war auch immer eine Spur zu viel Dramatik mit von der Partie. Gegen Ende hin webt die Autorin noch ein paar schlimme Erinnerungen anderer Figuren mit ein, was auf mich überladen wirkte. Vor allem, da die Geschichte erst zum Schluss wirklich verfolgt wird.

Auch das Hin und Her zwischen Callan und Merinus ging mir zu lange. Ihre Gespräche drehen sich im Kreis und eigentlich geht es ständig um dasselbe. Irgendwann fand ich das nicht mehr spannend oder interessant, sondern nur noch langweilig. Ab einem Punkt dachte ich bloss noch: "Jetzt fickt euch doch endlich!"

Fazit:

Ob ich diese Reihe wirklich weiterverfolgen werde, kann ich aktuell nicht sagen. "Callans Schicksal" war teilweise ganz in Ordnung, aber auf zu langen Strecken geschieht immer wieder dasselbe.
Die Sexszenen, die Pfeiler des Buches, sind definitv gelungen, jedoch nicht geeignet für allzu junge Leser. Aber der Zusatz "Erotischer Roman" weist deutlich genug darauf hin.



Lora Leigh
Callans Schicksal
Breeds
Broschiert, 1. Auflage
LYX

978-3-8025-8656-9

Aus dem Englischen von Anna Martin
Originalausgabe: Tempting the Beast
Ellora's Cave Publishing, Akron 2003

04.10.2014 um 19:35 Uhr

[Rezension] Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampirjäger

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, ist ein Held. Nicht nur, weil er die Sklaverei abgeschafft, sondern weil er uns alle vor einer grossen Katastrophe bewahrt hat. Er war es, der Amerika von den Vampiren befreite...

Meine Meinung:

Ich gehöre, wenn ich denn das überhaupt zugeben darf, nicht zu den grossen Anhängern der Vampir-Romane. Vielleicht, weil ich als hauptsächlich tagaktiver Mensch keinerlei Interesse an einem Leben in der Dunkelheit habe und mich auch nicht nur von Blut ernähren möchte. Oder in der Sonne glitzern.

Dennoch faszinierte mich der Gedanke an Abe Lincoln als Vampirjäger. Lincoln ist sowieso eine jener grossen Figuren, zu denen man automatisch aufschaut. Amerikaner oder nicht. Und die Idee, wie der Präsident mit seiner Axt Vampire köpft - doch, das könnte mir gefallen.

Und das tat es dann auch. Mehr als ich je erwartet hätte. Dieses Buch war um Längen besser, als ich ursprünglich (vielleicht auch vom Film beeinflusst) erwartet hatte. Der Vampirjäger Abe hat mich so sehr begeistert, dass ich aktuell sogar eine realitätsnähere Biographie von Abraham Lincoln lese.

Die Geschichte beginnt mit der Rahmenhandlung von Grahame-Smith selbst. Wie er sein Leben führte, dann plötzlich ein Paket erhielt, in welchem sich Lincolns geheimes Tagebuch befand. Aufgrund dieses Tagebuches erzählt uns Seth Grahame-Smith dann die wahre Geschichte von Abraham Lincoln.

Wie er sich hocharbeitete, auf Vampire traf und beschloss, diese zu töten. Wie Abe Henry kennenlernte, der sein Mentor wurde. Und was die Vampire damit zu tun hatten, dass Abraham Lincoln der 16. Präsident Amerikas wurde...

Grahame-Smiths Stil ist sehr flüssig und kompakt, das Buch liest sich weg wie nichts. Und trotzdem schafft es der Autor, durch die Sprache das Gefühl der damaligen Zeit auferstehen zu lassen. Er erzählt vom Werdegang seiner Figuren und betrachtet auch Familie und Freunde Lincolns. Es werden Briefe abgedruckt, Auszüge aus Lincolns Tagebuch und sogar Bilder findet man.

So macht das Lesen richtig Spass. Denn alles zusammen ergibt ein stimmiges Bild und regt zum Weiterlesen an. Die Mischung aus Biographie und Fantasy ist damit sehr gut geglückt. Denn dass man viel über Abraham Lincoln erfährt, kann man nicht abstreiten. Grahame-Smith hat sehr gut recherchiert, was ich durch die aktuelle Lektüre von Naglers Lincoln-Biographie nur bestätigen kann.

Besonders gefallen hat mir übrigens Henry Sturges, ein überaus interessanter Vampir. Das muss sogar ich zugeben.

Fazit:

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mir diese Geschichte so sehr gefallen würde. Aber schlussendlich konnte ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Die Figur des Abraham Lincoln gefiel mir immer besser und besser und durch die persönlichen Tagebucheinträge kommt man ihm sehr nahe.

Ein rasantes und brisantes Buch. Und hey - wer sagt eigentlich, dass es sich hier um "Fantasy" handelt? Vielleicht hat Abraham Lincoln ja tatsächlich gegen Vampire gekämpft?



Seth Grahame-Smith
Abraham Lincoln: Vampirjäger
TB, 2. Auflage 2012
Heyne

978-3-453-52832-1

Aus dem Englischen von Carolin Müller
Originalausgabe: Abraham Lincoln - Vampire Hunter
2010

03.10.2014 um 18:59 Uhr

[Abgebrochen] De Sade - Die 120 Tage von Sodom

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

De Sade lesen ist sehr interessant. Dann weiss man, dass "Shades of Grey" nur ein bisschen Klitsch-Klatsch ist - wahre Perversität findet man bei de Sade. Es war also eine spannende Erfahrung, in die dunkelsten und ekligsten Ecken des menschlichen Sexuallebens abzutauchen.

Aber das Weiterlesen reizt mich nicht. Es ist ein Hardcore-Porno ohne wirkliche Geschichte, in der es nur darum geht, uns einerseits zu erregen und andererseits zum Schaudern zu bringen. Nach etwa 70 Seiten hatte ich eigentich genau das, was ich wollte. Einen Eindruck von de Sade.

Hinzu kam, dass sich das E-Book sehr schlecht gebrauchen liess. Das Blättern dauerte ewig und irgendwann nervte es mich.

Ja, ich habe mich geekelt, aber das war nicht der eigentliche Grund, weshalb ich abgebrochen habe: Mit der Zeit wird es einfach langweilig. Siehe "keine Geschichte", irgendwann gewöhnt man sich nämlich an das Abscheuliche.

03.10.2014 um 16:47 Uhr

[Monatsstatistik] September 2014

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Gelesen:

Kevin Hearne - Die Hetzjagd
McCarthy, Cormac - Die Strasse
Terry Pratchett - Total Verhext
Hermann Hesse - Siddhartha
Gaito Gasdanow - Das Phantom Alexander Wolf
Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampirjäger
Lora Leigh - Callans Schicksal

 

Gelesen Manga:

Nozomu Hiiragi - Ganz verschieden gleich

Gelesen Comics:

 

Abgebrochen:

De Sade - 120 Tage von Sodom

Gesamt gelesen 2014 Bücher: 55
Gesamt gelesen Manga 2014: 25
Gesamt gelesen Comics 2014: 5
Gesamt gehört Hörbuch 2014: 1
Gesamt abgebrochen 2014:

Buch des Monats

Hart, sehr hart... Abe und der Druide liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Haarscharf hat dieses Buch das Rennen gemacht: