Nein, ein Held ist Bastian Balthasar Bux wirklich nicht. Er ist klein, dick und hat X-Beine. Deshalb wird er auch von seinen Mitschülern gehänselt. Als Bastian eines Tages auf der Flucht vor seinen Mitschülern in ein Antiquariat gerät, tut er etwas, was er normalerweise nie tun würde: Er stielt.
Bei seinem Diebesgut handelt es sich um das Buch "Die unendliche Geschichte". Der verträumte Bastian ist bald schon hin und weg von diesem Buch. Er lernt das Land Phantásien kennen, das in grosser Gefahr ist: Das Nichts bedroht das Land.
Die Kindliche Kaiserin schickt nach dem Jungen Atréju, denn nur er kann Phantásien retten, indem er die kranke Kaiserin rettet.
Doch je länger Bastian liest, desto klarer wird es, dass seine eigene Geschichte mit der Phantásiens zusammen hängt und dass er derjenige ist, der die Kindliche Kaiserin heilen kann. Und plötzlich findet Bastian sich selbst in Phantásien wieder...
Michael Endes "Die unendliche Geschichte" ist ein berühmter Jugendklassiker, der auch verfilmt wurde. Das Buch erzählt die wundervolle Geschichte des jungen Bastian, den es nach Phantásien verschlägt und plötzlich ein Held ist.
Ende hat mit dieser Geschichte nicht nur eine Ode an die Literatur und die Phantasie geschrieben, sondern er weist auch darauf hin, dass es nicht nur gut ist, wenn alle unsere Wünsche erfüllt werden. Dies sieht man an Bastians Erlebnissen in Phantásien, wird der anfangs noch schüchterne und mitfühlende Junge doch immer korrupter und egozentrischer.
Leider gibt es einen grossen Abschnitt im Buch, der mich überaus gelangweilt hat. Der Anfang des Buches, die Geschichte von Atréju, ist wahnsinnig spannend und ergreifend. Man kann nicht anders als mitfiebern und begleitet gleichzeitig Bastian, der die Geschichte seinerseits liest.
Doch ab dem Moment, in dem es Bastian in das fremde Land verschlägt, lässt die Faszination etwas nach. Bastian wird immer unsympathischer und obwohl das im Sinne des Autoren ist, nimmt einem eine unsympathische Hauptfigur doch viel Lesefreude. Ausserdem sind die seitenlangen Beschreibungen von Reisen durch Phantásien auf Dauer etwas öde und langweilen ungeheuer.
Zum guten Glück hat mich die Geschichte aufs Ende hin doch wieder gepackt. Das Änderhaus fand ich wundervoll. Überhaupt wimmelt es in diesem Buch nur so von wundervollen und wunderbaren Ideen und Wesen. Dies auch während der etwas langatmigeren Strecken, sodass ich doch nie daran gedacht habe, abzubrechen. Das Ende des Buches ist dann wieder sehr herzergreifend.
Somit ist "Die unendliche Geschichte" ein tolles Buch, das sich jeder Ende-Fan und jeder, der Bücher liebt, nicht entgehen lassen sollte, wenn es auch nicht an Bücher wie "Momo" heranreicht.
Michael Ende
Die unendliche Geschichte
TB, 2010 (Erstausgabe 1979)
Carlsen
978-3-551-35935-3
es ist eine wundebare geschichte, wenn auch zwischendurch ein wenig zäh. ich liebe sie. abermals danke, dass du mich wieder auf sie gebracht hast :).