Jaris Büchergebrabbel

21.08.2012 um 23:27 Uhr

[Rezension] Die juckende Hand

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Die junge und unberührte Ana trifft auf den reichen Christian Grey und erliegt sofort dessen Charme. Obwohl sie sich sträubt, kann sie nichts gegen seine Annäherungsversuche ausrichten. Doch kann sie mit Greys zweitem Gesicht umgehen?

Meine Meinung:

Was soll ich sagen? Ja, ich habe es gelesen. E.L. James' "Shades of Grey" und obwohl das Buch sehr umfangreich ist, wird es diese Rezension wohl nicht werden. 

Ich habe es aus blosser Neugierde gelesen. Ich wollte selbst erfahren, was da wirklich drin steht. Ob etwas dran ist, an diesem "Skandalbuch". Ausserdem wollte ich herausfinden, zu welchem Lager ich gehöre: Dem der Liebhaber oder dem der Verriss-Schreiber.

Nun, ich bin weder noch. Für mich ist es ein Buch, das man mit einem Schulterzucken abtun kann und dann gleich wieder vergisst.

Was nicht heisst, dass es schlecht ist. Gut mag es zwar auch nicht sein, aber eigentlich hat es mich ein paar Stunden ganz ordentlich unterhalten. Ab und zu schimmerte sogar so etwas wie Humor durch und es war ganz witzig, Anas und Greys Geplänkel zuzusehen.

Aber dafür braucht es keine 600 Seiten. Nach der Hälfte ging mit Anas "innere Göttin" (was auch immer das sein mag) ziemlich auf den Geist, ebenso ihr ständiges Rotwerden und die ewigen Wiederholungen von bereits dagewesenem.

Bezüglich des Skandals: Enttäuschend. Da ist tatsächlich nichts. 
Ich komme nicht umhin zu sagen, dass ich gerne Erotik lese. Aveleen Avide habe ich bereits lobend erwähnt und dass ich Nalini Singh mag, kann ich nicht verheimlichen.
In "Shades of Grey" kommt zwar ab und an etwas Sex vor, manchmal sogar etwas Strafe, aber es fehlt an Gefühl. Kein Prickeln, keine Gänsehaut, kein "Ich muss unbedingt meinen Schatz anrufen". Sogar die Sexszenen las ich mit einem Schulterzucken.

t-Fanfiction beruht, muss ich sagen, dass James das ganz ordentlich hinbekommen hat. Man erkennt die Figuren, trotz geänderter Namen und sie verhalten sich wohl auch entsprechend der Vorlagen.

Lässt man diesen Aspekt weg, bleibt nicht viel. Für mich zumindest nicht. Ich kann diejenigen verstehen, die das Buch mögen. Ich kann diejenigen verstehen, die es nicht mögen. Mir ist es gleichgültig. 

Fazit: 

Viel Lärm um nichts, dem jungen Burschen, der bei mir das Buch gekauft hat, hätte ich sagen können, er kann die ersten 400 Seiten getrost auslassen. Aber immerhin habe ich es gelesen. Und wie gesagt, zum Zeitvertreib eignete es sich ganz gut.

E.L. James
Shades of Grey
Geheimes Verlagen
Broschiert, 6. Auflage 2012
Goldmann

978-3-442-47895-8

Aus dem Englischen von Andrea Brandl und Sonja Hauser

Originalausgabe: Fifty Shades of Grey
The Writer's Coffee Shop Publishing House, Australien 2011

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenSandsturm schreibt am 22.08.2012 um 17:10 Uhr:Ich habe erst gerade im Fernsehen gesehen wie sie verschiedene Buchhändler/innen zu dem Buch befragt haben und sie absichtlich mit pikanten Fragen gelöchert haben. Wobei pikant ja immer relativ ist. Die Reaktionen waren ganz lustig ;)
  2. zitierenPaulinchen schreibt am 22.08.2012 um 18:51 Uhr:Danke. So ungefähr ist auch meine Meinung. Das Buch las sich gut, der Humor war ganz okay. Die Erotik - naja. SM-Literatur ist es aber auf keinen Fall. Skandal, auch nicht. Vllt. wird der 2. Band ja erotischer. Und ich mag es überhaupt nicht, dass es immer Fortsetzungen geben muss. Mich nervt das.
  3. zitierenmovie_tv_addict schreibt am 22.08.2012 um 20:03 Uhr:Es ist mit diesen angeblichen Skandalwerken (egal ob nun Buch, Film, was weiß ich) immer dasselbe: Einfach nur Viel Lärm um Nichts.

    Reine Marketing-Strategie.

    Dieses Buch möchte man ja verfilmen, und die Schauspieler reißen sich um die jeweiligen Rollen.
    Ich gehe mal davon aus, dass man mit der Verfilmung höchstwahrscheinlich versuchen wird, visuell betrachtet eine Art Kunstwerk zu schaffen.
    Ich kann nicht erklären wieso, aber bei diesem Buch habe ich dieses Gefühl.

    LG
    Stephan
  4. zitierenJari schreibt am 22.08.2012 um 23:08 Uhr:@Sandsturm: Pikant ist tatsächlich relativ. Würde mich schon interessieren, was die sich da so gefragt haben :D

    @Paulinchen: Das mit den Fortsetzungen finde ich auch schrecklich. Was soll das denn? Aber bei dem Buch war es ja eigentlich so, dass es mitten drin aufgehört hat. So kann das Buch ja wohl nicht zu Ende sein.

    @Stephan: Danke für deinen Eindruck. "Shades of Grey" ist tatsächlich ein gemachter Hype, anders kann ich mir das nicht vorstellen.
    Was ich jedoch gehört habe, ist, dass die weibliche Hauptrolle lange nicht besetzt war. Niemand wollte Ana spielen. Bis dann Emma Watson kam. Darauf bin ich sehr gespannt. Wegen ihr werde ich mir den Film ansehen gehen.
    Ich könnte mir jedoch auch vorstellen, dass es eine Schnulze wie Twilight wird. Denn etwas anderes ist das Buch gar nicht. Es ist Twilight mit mehr Sex.

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