Jaris Büchergebrabbel

06.04.2014 um 11:54 Uhr

[Rezension] J.K. Rowling - Harry Potter und der Stein der Weisen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der junge Harry Potter lebt ein ein eintöniges Leben bei seiner Pflegefamilie. Dort hat er es nicht besonders gut, aber er hat sich damit abgefunden. Bis um seinen elften Geburtstag herum seltsame Dinge geschehen. Und plötzlich verändert sich Harrys Leben schlagartig: Denn er findet heraus, dass er ein Zauberer ist...

Meine Meinung:

Nun gut, die Geschichte rund um Harry Potter kennt unterdessen wohl jeder. Entweder durch das Lesen der Bücher, das Schauen der Filme oder vom Hörensagen. Harry Potter ist ein Phänomen. Doch hat die Reihe das auch verdient oder ist Rowlings Werks nur eine Erscheinung?

Meine Antwort: Alles verdient! 

Ich bin so froh, dass ich die Reihe noch einmal von vorne lesen kann. Als Erwachsene habe ich einen ganz anderen Blick auf die Geschichte als noch als Kind. Unterdessen habe ich ein besseres Gefühl, für einen spannend aufgebauten Text, einen besseren Blick für Charakterentwicklung und natürlich mehr Leseerfahrung.

Als Kind fand ich die magische Welt toll und vor allem gefiel mir Harry Potter, weil es einfach jedem gefiel. Jetzt kann ich mich eher von der Meinung der Masse abheben und ganz für mich alleine entscheiden, dass Harry Potter toll ist!

Was mir vor allem auffiel, war der Witz, mit dem Rowling schreibt. Immer mit einem zwinkerndem Auge. Das ist mir als Kind gar nicht so aufgefallen. Dafür sass ich nun über dem Buch und kicherte fröhlich vor mich hin. Hinzu kommt ein gelungener Spannungsaufbau. Immer neue Fragen werden aufgeworfen, bis wir schlussendlich vor des Rätsels Lösung stehen.

Dass Rowling eine wundervolle Phantasie hat, muss ich wohl nicht extra erwähnen. All ihre Einfälle finde ich grandios. Egal, es sich nun um Süssigkeiten handelt, Fotos, die sich bewegen, oder die Zutatenliste für irgendwelche Zaubertränke. Oft kommen solche grandiosen Ideen nur in einem Nebensatz vor, dennoch geben genau diese der Geschichte ihre Atmosphäre.

Die Charaktere sind durchdacht und glaubhaft. Jede Figur zeichnet sich durch ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen aus. Sogar Harry Potter, Hauptfigur der ganzen Sache, ist nicht perfekt. Das verpassen manche Autoren nämlich: die schaffen eine Hauptfigur mit strahlender Rüstung, ohne jegliche Schwächen. So eine Figur finde ich nicht glaubhaft und kann mich auch nicht mit ihr identifizieren. Mit Harry dagegen konnte ich mitleiden, mich mitfreuen und mitstaunen.

Ja, Rowling verdient ihren Ruhm!

Fazit:

Ein Werk, das durch und durch überzeugt und volle Punktzahl bekommt. Ein Buch, das mich mit jeder Seite verzaubert hat und bei dem ich tatsächlich traurig war, als es zu Ende ging. Zum Glück gibt's noch mehr davon!

J.K. Rowling
Harry Potter und der Stein der Weisen
HC, 1998
Carlsen

978-3-551-55167-2

Aus dem Englischen von Klaus Fritz
Originalausgabe: Harry Potter and the Philosopher's Stone
Bloomsbury, 1998

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenangelmagia schreibt am 06.04.2014 um 21:49 Uhr:Ich dachte immer du würdest Harry Potter aufgrund von Ginny nicht mögen?
  2. zitierenJari schreibt am 06.04.2014 um 22:23 Uhr:Nur weil ich Ginny nicht mag, muss ich nicht gleich die ganze Reihe nicht mögen. Ich hab erst aufgehört, als ihre Rolle unerträglich wurde. Und jetzt kriegt sie noch eine Chance. Mal sehen, was sie daraus macht.
  3. zitierenangelmagia schreibt am 06.04.2014 um 23:03 Uhr:So hat sich das für mich immer angehört. Aber umso mehr freue ich mich, dass du es noch einmal versuchst! ;)
  4. zitierenSweetFreedom schreibt am 08.04.2014 um 17:31 Uhr:Hi,
    weiß nicht... Ich habe das Buch damals "probiert" zu lesen und dachte immer: Kinderbuch, mehr nicht.
    Leider glaube ich auch, daß das Genre, in dem die Frau ihr Geld scheffelt, das einfachste von allen ist. Ich bin der Meinung, daß solche Werke vielen von uns gelingen würden. Es ist leicht, eine phantastische Welt zu erfinden, die sich nicht an bestimmte Gesetzmäßigkeiten halten muß und wo man somit total frei ist beim Erzählen.
    Mir ringen Autoren Respekt ab, die eine Geschichte aufbauen, bei bestimmten Themen firm sind und irgendwo auch noch eine Aussage 'rüberbringen.
    Liebe Grüße
    SweetFreedom
  5. zitierenJari schreibt am 08.04.2014 um 18:43 Uhr:Hallo SweetFreedom,

    so leicht, wie du denkst, ist Schreiben nicht. Schon gar nicht ein Kinderbuch. Jeder kann auch eine Liebesgeschichte schreiben, schliesslich waren viele schon verliebt. Doch ein guter Text ist ein hartes Stück Arbeit. Das beginnt bei den Charakteren, die lebendig wirken sollen, der Stimmung, und auch der Idee. Vor allem bei Kinderbüchern muss man auch das Alter der Zielgruppe im Blick behalten, Kinder denken anders als Erwachsene und finden andere Dinge toll.

    Versuch doch auch mal, was zu schreiben, vielleicht wird es ja was? Dann freu ich mich schon darauf, es zu lesen :)
  6. zitierenSweetFreedom schreibt am 09.04.2014 um 09:25 Uhr:Hey Jari,
    ist mir doch klar, wollte auch nicht behaupten, schreiben sei leicht. Dann hörte man sich doch schnell so an wie die Leute in Kunstausstellungen: "das könnte ich auch".
    Da sage ich dann immer: Du tust es aber nicht. Und es geht nicht um das Tun an sich, sondern um den Drang dahinter und den Grund, aus dem man das Werk erschafft. SO sehe ich das zumindest.
    Ich habe mich hier eher darauf bezogen, daß Frau Rowling auch gerne von Erwachsenen gelesen wird und mir ist es eben als erwachsener Person zu wenig, was sie da erschafft. Und ich bleibe dabei und schreibe bewußt nicht "ICH könnte das auch", sondern VIELE KÖNNTEN DAS AUCH.
    (Es gibt übrigens viele verdammt schlechte Kinderbücher, das darf ich ab und an feststellen. Die Mutter meines Ex hat auch einige verzapft und ich fand sie gruselig und nicht altersgemäß, schon gar nicht lehrreich oder moralisch in Ordnung. Aber damit läßt sich auch gutes Geld verdienen, da sie mittlerweile auch quasi Merchandising betreibt.)
    Ganz am Anfang der Karriere hat Frau Rowling, als sie noch sehr arm war, mal gesagt, sie würde die Bücher für kein Geld der Welt verfilmen lassen... Mir ist die Frau einfach unsympathisch, ich gebe es zu.
    Ich habe übrigens schon ein paar Mal Kleinigkeiten geschrieben und habe auch die Idee für ein Buch, aber spruchreif ist das überhaupt nicht und mir fehlt auch die Zeit, daran mit Muße zu arbeiten.
    Ich wünsch' Dir weiterhin viel Spaß beim Lesen,
    liebe Grüße
    SweetFreedom
  7. zitierenangelmagia schreibt am 09.04.2014 um 13:47 Uhr:Es mag sein, dass Fantasy das leichteste Genre ist. Jedoch bezweifle ich, dass vielen SOLCH ein Werk wie Harry Potter gelingen würde. Denn den meistern scheitert es einfach an der Fantasie, die für dieses Genre ausschlaggebend ist.
  8. zitierenJari schreibt am 09.04.2014 um 19:20 Uhr:@SweetFreedom:

    Stimmt, es gibt bestimmt viele, die Talent zum Schreiben haben. Und ich denke mal, dass Rowling auch einige dazu animiert hat, sich mal im literarischen Bereich zu versuchen. Was sie geschaffen hat, ist ein imenses Werk, das kann man nicht verleugen. Damit hat sie Einfluss auf viele Leser genommen.

    Zum Glück muss dir ja nicht alles und jedes gefallen. Nicht jeder muss Harry Potter mögen und auch ich habe Autren, die mir unsympathisch sind.

    @Angelmagia:

    Genau wegen der Fantasie denke ich, dass Fantasy eben doch nicht das einfachste Genre ist. Klar, man kann in jedes Buch einen Vampir und einen Werwolf reinquetschen, aber ob das dann authentisch wirkt? Ich glaube nicht. Rowling hat in ihren Bücher jeder Menge frische Ideen, auf sowas muss man erst einmal kommen.
  9. zitierenangelmagia schreibt am 09.04.2014 um 22:07 Uhr:Da kann ich dir nur zustimmen.

Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.