Jaris Büchergebrabbel

27.11.2011 um 21:56 Uhr

[Rezension] Weltenseele

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Seit zwei Jahren streift der Jüngling Santiago nun schon durch Andalusien. Er ist zufrieden und glücklich. Doch dann beginnt er, von den ägyptischen Pyramiden zu träumen. Will er diese Träume zuerst noch ignorieren, verändert sich bald sein Leben. Als Santiago auf den Alchimisten trifft, rät ihm dieser, auf seine Träume zu hören und seiner Bestimmung zu folgen...

Meine Meinung:

"Der Alchimist" von Paulo Coelho zählt zur modernen Weltliteratur und hat Leser auf der ganzen Welt berührt und fasziniert.

Coelho ist einer jener Autoren, die man nur lesen sollte, wenn man in der Stimmung dazu ist. Ist man es nicht, entgeht einem ein Grossteil des Inhaltes. Deshalb habe ich lange gewartet, bis ich das Buch zur Hand nahm. Jetzt hatte ich endlich das Gefühl, Coelho lesen zu können. Und es stimmte: Das Buch passte perfekt zu meiner Lebenssituation.

Santiagos Geschichte handelt vom Schicksal und von seiner eigenen Kraft, seine Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Es handelt von Rückschlägen und davon, dass das Schicksal auf deiner Seite ist, wenn du deinem Weg folgen willst. Aber das Buch handelt ebenso vom Gefühl der Heimat und der Rastlosigkeit.

Coelho zog mich sofort in seinen Bann und oft hatte ich das Gefühl, als würde er mich direkt ansprechen. Er ist ein Autor der Mystik, jedoch hatte ich dieses Mal kein Problem damit. Nur gegen Ende wurde es mir etwas zu viel. Ansonsten bleibt Coelho auf jenem Niveau, das man auch als Agnostiker oder Atheist akzeptieren kann, denn eigentlich geht es in "Der Alchimist" nicht um den Glauben, sondern darum, seinen eigenen Weg zu finden und diesem treu zu bleiben. Sozusagen also den Glauben an sich selbst.

Auf diese Weise kann das Buch dem Leser eine grosse Hilfe in einer schwierigen Situation sein. Es kann Antworten geben und einem Mut machen. Jedoch sollte man sich nicht zu tief darin verstricken, da man ansonsten vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen wird. Oder vor lauter Zeichen das eigene Ziel aus den Augen verliert.

Geschrieben ist das Buch in einer süffigen Sprache, die einen gefangen nimmt. Coelho versetzt den Leser direkt in die Hitze Afrikas und man spürt den Wind und den Sand förmlich auf seinem Gesicht. Die Sprache strahlt eine angenehme Ruhe und Zufriedenheit aus, die auf den Leser übergreift.
All dies macht die Lektüre von "Der Alchimist" zu einer tieferen Erfahrung und das Buch zu einem weisen Ratgeber auf dem eigenen Lebensweg. 

Fazit: 

Ein Buch, das man zur Hand nehmen kann, wenn man Rat und Trost braucht. Doch sollte man es nur dann lesen, wenn einem auch danach ist. 
Freunde von Sergio Bambaren werden auch in Paulo Coelho einen liebevollen Begleiter finden. Umgekehrt gilt dies übrigens auch. 

Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben und werde vieles, was Coelho dem Leser in seinem Werk mitgibt, zu Herzen nehmen. Vor allem die Botschaft, dass das ganze Universum auf deiner Seite ist, wenn du nur deinen Weg gehst. 

Paulo Coelho
Der Alchimist
HC, 1993
Diogenes

978-3-257-06126-9

Aus dem Brasilianischen von Cordula Swoboda Herzog
Originalausgabe: O Alquimista
Editora Rocco, Rio de Janeiro 1988 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenSandsturm schreibt am 28.11.2011 um 18:30 Uhr:Leider hat mir Coelho nicht so gefallen, kann aber auch gut daran liegen, dass ich noch nicht bereit dazu war. Ich möchte ihm aber auf jeden Fall noch eine zweite Chance geben mit Veronika beschliesst zu sterben oder vielleicht mit Der Alchimist... Mal sehen :)

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