Jaris Büchergebrabbel

02.02.2014 um 10:43 Uhr

[Fragt das Jari] Die Sache mit dem "S"

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Dies ist ein Co-Post mit www.blogigo.de/jaris_flimmerkiste

Animes und Mangas haben sich längst in unserer Gesellschaft etabliert. Oder waren es doch Anime und Manga, die sich etabliert haben? Hier mehr zu den seltsamen Mehrzahlformen, die vielleicht für Verwirrung sorgen.

Erst einmal: Ihr könnt beruhigt sein. MangaS und AnimeS ist die korrekte Mehrzahlform im Deutschen. Denn so lauten die Regeln der deutschen Sprache. Was in anderen Sprachen korrekt ist, muss uns nicht interessieren. Deshalb ist die Mehrzahlform von Baby nicht Babies, wie im Englischen, sondern Babys. So viel dazu.

Aber wie kommt es, dass manche Leute von Manga und Anime auch in der Mehrzahl reden?

Ob jemand sagt, er (oder sie) liest Mangas oder eben, dass er oder sie Manga liest, zeigt dem aufmerksamen Zuhörer, in welchen Kreisen sich der Sprecher (die Sprecherin) bewegt.

Denn in den Kreisen der Otaku (also derjenigen, die sich der Faszination dieser Genres total hingeben) bezieht man sich beim Sprechen auf das Japanische. Otaku, Cosplayer etc. mögen nicht nur Manga und Anime, sondern auch Japan und beschäftigen sich mit diesem Thema. Deshalb wissen sie, dass es im Japanischen keine Mehrzahlform gibt. 

Ergo: Ein Manga - Zwei Manga.

Das hat die deutsche Fangemeinde so übernommen. Ist jemand mit Leuten unterwegs, die von Catgirls, Mechas und Onigiri reden, und sagt dann "Ich mag Mangas", wird er/sie schief angeschaut und freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen, dass es (zumindest in diesen Kreisen) korrekt heisst: "Ich mag Manga."

Das ist der einzige Unterschied. Und da ich zu eben jenen gehöre, die von Catgirls, Mechas und Onigiri (nomnomnom) redet, verwende ich "Anime" und "Manga" in der Einzahl sowie in der Mehrzahl.

16.11.2012 um 21:34 Uhr

[Frag das Jari] Von Hörbüchern und Hörspielen

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Bücher lesen ist schön. Bücher vorgelesen zu bekommen ebenfalls. Und Hörbücher füllen die Lücken zwischen den Lesepausen wunderbar aus. Oder waren es die Hörspiele?
 
Angelmagia, als sehr aufmerksame Leserin, fragte: Was ist der Unterschied zwischen Hörbüchern und Hörspielen?
 
Eine sehr gute Frage, die man beantwortet haben sollte, bevor man losgeht und sich ein Hörbuch kauft. Oder eben ein Hörspiel.
 
Das Hörbuch
 
Als Kind hatten die meisten von uns ganz persönliche Hörbücher. Da waren Mama, Papa, Onkel, Tanten und natürlich Oma und Opa, die sich hingesetzt haben und uns aus einem Buch vorgelesen haben. Oft ist dies der erste Berührungspunkt eines Kindes mit der Welt der Bücher. Vorlesen tut Kindern und Eltern gut, fördert die Konzentration und das Interesse am Lesen, das wiederum die sprachlichen Fertigkeiten unterstützt.
 
Hiermit ist die Frage nach dem Hörbuch eigentlich schon beantwortet:
 
Das Hörbuch verfügt über einen einzelnen Leser, der in die Rolle des Erzählers schlüpft. Talentierte Leser schaffen es, jeder Figur eine eigene Stimme zu geben. Sie röcheln, sie husten, sie lachen, sie prusten. Der Sprecher muss dafür sorgen, dass der Zuhörer sich nicht langweilt und alle Figuren unterscheiden kann. 
 
Das Hörspiel
 
Doch was ist nun ein HörSPIEL?
Das Hörspiel erinnert an Theater. Im Gegensatz zum Hörbuch mit nur einem Sprecher, hat hier jede Figur ihren eigenen Sprecher. George Clooney spricht Romeo und Julia Roberts spricht Julia, so in der Art. Und für jeden weiteren Charakter braucht es einen weiteren Sprecher.
 
Dafür fällt oft (aber nicht immer) der erklärende Text weg. Die Sprecher sind also dazu aufgefordert, mit Hintergrundgeräuschen und dem einfachen Dialog dem Hörer den Text näher zu bringen.
 
Ich hoffe, dieser kleine Exkurs hat weitergeholfen und war nicht allzu wirr... :3 
 
 

17.11.2011 um 16:37 Uhr

[Fragt das Jari] Die grosse, weite Welt der Fantasy

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Frage: Wie unterteilt sich die Fantasy?

Antwort: Immer wieder gibt es Fragen bezüglich den unterschiedlichen Fantasygenres. Die Fantasy hat in den letzten Jahren einen riesigen Aufschwung und Boom erhalten, obwohl sie nicht, wie manche glauben, gerade erst entstanden ist. Man denke nur daran, wann "Der Herr der Ringe" geschrieben wurde!

Wie kaum ein anderes Genre ist die Fantasy in lauter kleine Untergruppen eingeteilt. Die Bezeichnung dieser Gruppen bereitet oft Schwierigkeiten. Deshalb möchte ich euch hier einen kleinen Überblick verschaffen, was es so alles gibt:

High Fantasy

Die "Ur"-Fantasy. Geschichten, die der High Fantasy zugeordnet werden, spielen in einer völlig neuen Welt, die vom Autoren erfunden wurde. Diese Welt wird von unterschiedlichen Völkern mit unterschiedlichen Fähigkeiten bewohnt. Es gibt einen Helden oder eine Heldengruppe, die sich gegen das Böse auflehnen. Die High Fantasy ist meistens mittelalterlich geprägt.

Beispiele: Tolkien - Der Herr der Ringe, die Bücher von Bernhard Hennen und Markus Heitz

Urban Fantasy

Wie der Name schon sagt, spielen diese Bücher meist in einer real existierenden Stadt. Es gibt einen klaren Bezug zur Realität. Diese wird jedoch mit fantastischen Elementen vermengt. Meistens bestehen dabei zwei Welten nebeneinander (unsere Welt und die phantastische) und durch Tore oder Portale schreitet der Held von einer Welt in die andere, jedoch können die Welten auch eineinander überfliessen. Oftmals handelt es sich dabei um Jugendbücher.

Beispiele: Joanne K. Rowling - Harry Potter, Jonathan Stroud - Bartimäus-Trilogie, C.S. Lewis - Die Chroniken von Narnia

Steampunk

Mischung aus Fantasy und Science Fiction. Oft spielen diese Werke in der Vergangenheit, die jedoch mit unterschiedlichen neuartigen Erfindungen aufgepeppt wird.

Beispiele: His Dark Materials - Philip Pullman, Gail Carriger - Glühende Dunkelheit

All Age Fantasy

Verschmilzt oft mit der Urban Fantasy. Damit sind Bücher gemeint, die alle Altersgruppen ansprechen. Eigentlich sind die Bücher für eine junge Leserschaft konzipiert, aber auch Erwachsene gehören zum Zielpublikum.

Beispiele: Joanne K. Rowling - Harry Potter, His Dark Materials - Philip Pullman

Humoristische Fantasy

Fantasy, in der der Unterhaltungswerk an erster Stelle liegt. Oft werden bekannte Legenden, Sagen und Märchen parodiert oder aktuelle Themen lustig wiedergegeben.

Beispiele: Die Bücher von Walter Moers und Terry Pratchett

Pseudohistorische Fantasy

Eine Epoche (meistens das Mittelalter) wird mit Fantasy verknüpft. Dabei ergibt sich das reale Bild der Epoche gemischt mit Magie und Zauberei.

Beispiele: Die Avalon-Reihe von Marion Zimmer-Bradley

Animal Fantasy

Fantasy, die im Tierreich angesiedelt ist.

Beispiele: Erin Hunter - Warrior Cats 

Dark Fantasy

Fantasy mit Einschlag in den Horror.

Beispiele: Stephen King - Der Dunkle Turm

Dies ist jedoch nur eine kleine Übersicht über die Subgenres der Fantasy. Jedoch sind es die wichtigsten Begriffe. Damit kommt man gut durch die Fantasyabteilung beim Lieblingsbuchhändler ;) 

07.08.2010 um 21:41 Uhr

[Fragt das Jari] Buchpreisbindung

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Frage: Was ist eigentlich die Buchpreisbindung?

 

Antwort: Die Buchpreisbindung bindet sozusagen die Händler und Bücher an einen festen Preis.
Wenn ein Verlag ein Buch produziert, sind damit meist hohe Kosten verbunden. Der Autor will bezahlt werden, das Papier und die Druckerei kosten auch und auch die Lieferanten des Verlages wollen ihren Teil des Geldes sehen.
Deshalb überlegen sich die Verlage gut, zu welchem Preis eine Auflage verkauft wird. Schliesslich muss das Buch bzw. die Auflage auch Geld einbringen, ansonsten arbeitet der Verlag ins Minus.
Der vom Verlag festgesetzte Preis wird dank der Buchhandlung in allen Filialen und Märkten eingehalten. Das Buch zu einem anderen Preis zu verkaufen, ist verboten.
 
 
Frage: Ist die Buchpreisbindung sinnvoll? 
 
Antwort: JA! Leider wurde sie in der Schweiz abgeschafft, was ein grosser Fehler war. Weshalb dies so ist, würde ich euch gerne hier erklären.
Die Preisbindung sorgt für ein stabiles Verhältnis zwischen Grossen und Kleinen. Thalia darf Bücher nicht zu einem anderen Preis anbieten, als eine kleine Buchhandlung. Zwar kann Thalia, da sie kaufkräftiger sind, mehr einkaufen und bekommt so bessere Margen, welche sie dann in Form von Rabatten an den Kunden weiterleiten. Aber grundsätzlich herrschen für alle dieselben Rechte (dass Thalia und Co. die Verlage bestechen und diese so in den Ruin treiben, lassen wir mal vorne weg).
Ausserdem sorgt die Preisbindung dafür, dass die Verlage zu ihrem Geld kommen. Und so ist für eine breite Deckung der Interessen gesorgt. Wenn ein Verlag genug Geld hat, wagt er sich auch öfter an speziellere Themen heran, die vielleicht nicht so viele Leser finden wie z.B. ein Vampirbuch. So kann auch Fachliteratur gut und entsprechend verkauft werden. 
Bücher sind keine 0815-Waren wie ein Jogurt. Es ist ein Kulturgut und die Möglichkeit, lesen zu können, ist nicht jedem gegeben. Doch sollten Bücher nicht nur den Kollektivgeschmack treffen, sondern auch Spezielles wagen dürfen. Lernende brauchen ihre Fachbücher, um sich weiterzubilden. Ohne die Preisbindung wird dieses stabile Gerüst auf ein wackliges Fundament gestellt.
 
 
Frage: Was geschieht, wenn die Preisbindung für Bücher abgeschafft wird? 
 
Antwort: Nachbarländer, die die Buchpreisbindung abgeschafft haben (Frankreich, England) zeigten über die Jahre einen verstärkten Rückgang an kleinen und mittleren Bücherläden. Woran mag das liegen?
Dafür müssen wir uns das Argument "Bücher werden billiger" genauer ansehen. Das mag stimmen. Wer vor einiger Zeit durch die Schweiz lief, bemerkte sicherlich die aggressive Werbekampagne von ExLibris, die alle Bücher für 30% rausschmissen.
 
  
 
Doch nur, wer sich Bücher nur oberflächlich anschaut oder einen miesen Büchergeschmack hat, wird auf diese Aktion reinfallen. Denn die Bücher, die ExLibris anbietet, sind alles Bestseller vom selben Schlag. Sagen wir es so, was ExLibris verkauft, ist Schund. Das, was auch die kaufen, die nur Frustshoppen. An eine breite Abdeckung der Interessen denkt diese Kette nicht im Geringsten.

Fazit: Ja, es stimmt, dass Bücher billiger werden. ABER: Nur Bestseller werden billiger.

Alle anderen Bücher, Sachbücher, Fachbücher, Bildbände etc. werden teurer. Zum Einen liegt das daran, dass die Verlage an und für sich die Verluste, die sie einfahren, durch Verteuerung anderer Bücher wieder wettmachen.
Andererseits müssen auch die kleinen und mittleren Buchhandlungen, die auf ein breites Sortiment achten, mehr ausgeben und werden früher oder später die Preise für Bücher, die weniger gefragt sind, nach oben setzen.
Somit treiben diese netten Ketten "die Verödung der Lesekultur" voran. Wenn jeder nur noch bei ExLibris und Thalia kauft, sterben die kleinen Läden aus. Denn die haben nicht die finanziellen Mittel, um bei diesem Preiskampf zu bestehen. Und überhaupt, warum sollte ein Verlag ein Fachbuch drucken, wenn ExLibris und Co. es sowieso nicht verkaufen d.h. es somit auch niemand kaufen wird?
 
Als Beweis: In England schlossen die Hälfte (!) aller kleiner und mittlerer Buchhandlungen, die Preise stiegen im Durchschnitt um einiges an und die Bestseller werden eigentlich nur in in branchenfernen Discountern wie z.B. Tesco gemacht.
 
Ein Kulturgut wie das Buch wird, alleine dem Markt überlassen, zu einer Massenware wie jede andere auch. Wir sollten es keinesfalls so weit kommen lassen! Jeder Mensch hat andere Interessen und diese sollte auch gefördert werden. Deshalb braucht es kleine und mittlere Buchhandlungen und deshalb braucht es auch die Buchpreisbindung!

 

23.05.2010 um 22:38 Uhr

Fragt das Jari #1: Bindearten

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Frage: Was ist der Unterschied zwischen TB, broschiert und HC?

Antowrt: An erster Stelle sollte man sagen, dass diese Ausdrücke Bindearten beschreiben, also der Umschlag des jeweiligen Buches.

Wenn ein Verlag einem Buch auf dem Markt eine hohe Chance gibt und/oder die Zielgruppe bibliophile Menschen sind, dann erscheint das Buch zuerst als Hardcover (auch fester Einband genannt). Oftmals haben diese Bücher noch einen Schutzumschlag, der das eigentliche Cover schützt.
Da diese Art des Einbindens sehr teuer ist, schlägt sich dies natürlich auch im Preis nieder, jedoch halten solche Bücher um einiges länger als Taschenbücher (siehe unten). 


Ein Hardcover mit Schutzumschlag 

Bücher, die als HC erfolgreich waren, erscheinen oftmals auch als Taschenbuch, aber auch Bücher, deren Zielgruppe jene sind, die leichte Kost auch gewichtemässig schätzen, werden meist gar nicht als Hardcover veröffentlicht, sondern werden gleich als billiges Taschenbuch herausgebracht.
Taschenbuchumschläge sind... Abfall. Deshalb sind sie auch so billig.


Ein Taschenbuch 

Und was sind nun broschierte Bücher? Broschuren ähneln dem Taschenbuch, haben jedoch noch einen Einschlag auf der Buchinnenseite, auf dem zum Beispiel Autoreninformationen abgedruckt sind. Diese Ausstattung macht ein ansonsten billiges und langweiliges Taschenbuch etwas interessanter und peppt es etwas auf. Den Einschlag kann man manchmal sogar als Lesezeichen verwenden (was bibliophile Leute NIE tun würden).

  
Dies ist eine Broschur

Natürlich gibt es noch viele andere Arten, ein Buch einzubinden (z.B. Spiralbindung, Leinenbindung), aber diese drei Bindearten sind die gängigsten auf unserem Markt und man findet sie auch auf Jaris Büchergebrabbel immer wieder erwähnt. 


Die Spiralbindung