Jaris Büchergebrabbel

17.11.2011 um 16:37 Uhr

[Fragt das Jari] Die grosse, weite Welt der Fantasy

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Frage: Wie unterteilt sich die Fantasy?

Antwort: Immer wieder gibt es Fragen bezüglich den unterschiedlichen Fantasygenres. Die Fantasy hat in den letzten Jahren einen riesigen Aufschwung und Boom erhalten, obwohl sie nicht, wie manche glauben, gerade erst entstanden ist. Man denke nur daran, wann "Der Herr der Ringe" geschrieben wurde!

Wie kaum ein anderes Genre ist die Fantasy in lauter kleine Untergruppen eingeteilt. Die Bezeichnung dieser Gruppen bereitet oft Schwierigkeiten. Deshalb möchte ich euch hier einen kleinen Überblick verschaffen, was es so alles gibt:

High Fantasy

Die "Ur"-Fantasy. Geschichten, die der High Fantasy zugeordnet werden, spielen in einer völlig neuen Welt, die vom Autoren erfunden wurde. Diese Welt wird von unterschiedlichen Völkern mit unterschiedlichen Fähigkeiten bewohnt. Es gibt einen Helden oder eine Heldengruppe, die sich gegen das Böse auflehnen. Die High Fantasy ist meistens mittelalterlich geprägt.

Beispiele: Tolkien - Der Herr der Ringe, die Bücher von Bernhard Hennen und Markus Heitz

Urban Fantasy

Wie der Name schon sagt, spielen diese Bücher meist in einer real existierenden Stadt. Es gibt einen klaren Bezug zur Realität. Diese wird jedoch mit fantastischen Elementen vermengt. Meistens bestehen dabei zwei Welten nebeneinander (unsere Welt und die phantastische) und durch Tore oder Portale schreitet der Held von einer Welt in die andere, jedoch können die Welten auch eineinander überfliessen. Oftmals handelt es sich dabei um Jugendbücher.

Beispiele: Joanne K. Rowling - Harry Potter, Jonathan Stroud - Bartimäus-Trilogie, C.S. Lewis - Die Chroniken von Narnia

Steampunk

Mischung aus Fantasy und Science Fiction. Oft spielen diese Werke in der Vergangenheit, die jedoch mit unterschiedlichen neuartigen Erfindungen aufgepeppt wird.

Beispiele: His Dark Materials - Philip Pullman, Gail Carriger - Glühende Dunkelheit

All Age Fantasy

Verschmilzt oft mit der Urban Fantasy. Damit sind Bücher gemeint, die alle Altersgruppen ansprechen. Eigentlich sind die Bücher für eine junge Leserschaft konzipiert, aber auch Erwachsene gehören zum Zielpublikum.

Beispiele: Joanne K. Rowling - Harry Potter, His Dark Materials - Philip Pullman

Humoristische Fantasy

Fantasy, in der der Unterhaltungswerk an erster Stelle liegt. Oft werden bekannte Legenden, Sagen und Märchen parodiert oder aktuelle Themen lustig wiedergegeben.

Beispiele: Die Bücher von Walter Moers und Terry Pratchett

Pseudohistorische Fantasy

Eine Epoche (meistens das Mittelalter) wird mit Fantasy verknüpft. Dabei ergibt sich das reale Bild der Epoche gemischt mit Magie und Zauberei.

Beispiele: Die Avalon-Reihe von Marion Zimmer-Bradley

Animal Fantasy

Fantasy, die im Tierreich angesiedelt ist.

Beispiele: Erin Hunter - Warrior Cats 

Dark Fantasy

Fantasy mit Einschlag in den Horror.

Beispiele: Stephen King - Der Dunkle Turm

Dies ist jedoch nur eine kleine Übersicht über die Subgenres der Fantasy. Jedoch sind es die wichtigsten Begriffe. Damit kommt man gut durch die Fantasyabteilung beim Lieblingsbuchhändler ;) 

07.08.2010 um 21:41 Uhr

[Fragt das Jari] Buchpreisbindung

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Frage: Was ist eigentlich die Buchpreisbindung?

 

Antwort: Die Buchpreisbindung bindet sozusagen die Händler und Bücher an einen festen Preis.
Wenn ein Verlag ein Buch produziert, sind damit meist hohe Kosten verbunden. Der Autor will bezahlt werden, das Papier und die Druckerei kosten auch und auch die Lieferanten des Verlages wollen ihren Teil des Geldes sehen.
Deshalb überlegen sich die Verlage gut, zu welchem Preis eine Auflage verkauft wird. Schliesslich muss das Buch bzw. die Auflage auch Geld einbringen, ansonsten arbeitet der Verlag ins Minus.
Der vom Verlag festgesetzte Preis wird dank der Buchhandlung in allen Filialen und Märkten eingehalten. Das Buch zu einem anderen Preis zu verkaufen, ist verboten.
 
 
Frage: Ist die Buchpreisbindung sinnvoll? 
 
Antwort: JA! Leider wurde sie in der Schweiz abgeschafft, was ein grosser Fehler war. Weshalb dies so ist, würde ich euch gerne hier erklären.
Die Preisbindung sorgt für ein stabiles Verhältnis zwischen Grossen und Kleinen. Thalia darf Bücher nicht zu einem anderen Preis anbieten, als eine kleine Buchhandlung. Zwar kann Thalia, da sie kaufkräftiger sind, mehr einkaufen und bekommt so bessere Margen, welche sie dann in Form von Rabatten an den Kunden weiterleiten. Aber grundsätzlich herrschen für alle dieselben Rechte (dass Thalia und Co. die Verlage bestechen und diese so in den Ruin treiben, lassen wir mal vorne weg).
Ausserdem sorgt die Preisbindung dafür, dass die Verlage zu ihrem Geld kommen. Und so ist für eine breite Deckung der Interessen gesorgt. Wenn ein Verlag genug Geld hat, wagt er sich auch öfter an speziellere Themen heran, die vielleicht nicht so viele Leser finden wie z.B. ein Vampirbuch. So kann auch Fachliteratur gut und entsprechend verkauft werden. 
Bücher sind keine 0815-Waren wie ein Jogurt. Es ist ein Kulturgut und die Möglichkeit, lesen zu können, ist nicht jedem gegeben. Doch sollten Bücher nicht nur den Kollektivgeschmack treffen, sondern auch Spezielles wagen dürfen. Lernende brauchen ihre Fachbücher, um sich weiterzubilden. Ohne die Preisbindung wird dieses stabile Gerüst auf ein wackliges Fundament gestellt.
 
 
Frage: Was geschieht, wenn die Preisbindung für Bücher abgeschafft wird? 
 
Antwort: Nachbarländer, die die Buchpreisbindung abgeschafft haben (Frankreich, England) zeigten über die Jahre einen verstärkten Rückgang an kleinen und mittleren Bücherläden. Woran mag das liegen?
Dafür müssen wir uns das Argument "Bücher werden billiger" genauer ansehen. Das mag stimmen. Wer vor einiger Zeit durch die Schweiz lief, bemerkte sicherlich die aggressive Werbekampagne von ExLibris, die alle Bücher für 30% rausschmissen.
 
  
 
Doch nur, wer sich Bücher nur oberflächlich anschaut oder einen miesen Büchergeschmack hat, wird auf diese Aktion reinfallen. Denn die Bücher, die ExLibris anbietet, sind alles Bestseller vom selben Schlag. Sagen wir es so, was ExLibris verkauft, ist Schund. Das, was auch die kaufen, die nur Frustshoppen. An eine breite Abdeckung der Interessen denkt diese Kette nicht im Geringsten.

Fazit: Ja, es stimmt, dass Bücher billiger werden. ABER: Nur Bestseller werden billiger.

Alle anderen Bücher, Sachbücher, Fachbücher, Bildbände etc. werden teurer. Zum Einen liegt das daran, dass die Verlage an und für sich die Verluste, die sie einfahren, durch Verteuerung anderer Bücher wieder wettmachen.
Andererseits müssen auch die kleinen und mittleren Buchhandlungen, die auf ein breites Sortiment achten, mehr ausgeben und werden früher oder später die Preise für Bücher, die weniger gefragt sind, nach oben setzen.
Somit treiben diese netten Ketten "die Verödung der Lesekultur" voran. Wenn jeder nur noch bei ExLibris und Thalia kauft, sterben die kleinen Läden aus. Denn die haben nicht die finanziellen Mittel, um bei diesem Preiskampf zu bestehen. Und überhaupt, warum sollte ein Verlag ein Fachbuch drucken, wenn ExLibris und Co. es sowieso nicht verkaufen d.h. es somit auch niemand kaufen wird?
 
Als Beweis: In England schlossen die Hälfte (!) aller kleiner und mittlerer Buchhandlungen, die Preise stiegen im Durchschnitt um einiges an und die Bestseller werden eigentlich nur in in branchenfernen Discountern wie z.B. Tesco gemacht.
 
Ein Kulturgut wie das Buch wird, alleine dem Markt überlassen, zu einer Massenware wie jede andere auch. Wir sollten es keinesfalls so weit kommen lassen! Jeder Mensch hat andere Interessen und diese sollte auch gefördert werden. Deshalb braucht es kleine und mittlere Buchhandlungen und deshalb braucht es auch die Buchpreisbindung!

 

23.05.2010 um 22:38 Uhr

Fragt das Jari #1: Bindearten

von: Jari   Kategorie: Fragt das Jari...

Frage: Was ist der Unterschied zwischen TB, broschiert und HC?

Antowrt: An erster Stelle sollte man sagen, dass diese Ausdrücke Bindearten beschreiben, also der Umschlag des jeweiligen Buches.

Wenn ein Verlag einem Buch auf dem Markt eine hohe Chance gibt und/oder die Zielgruppe bibliophile Menschen sind, dann erscheint das Buch zuerst als Hardcover (auch fester Einband genannt). Oftmals haben diese Bücher noch einen Schutzumschlag, der das eigentliche Cover schützt.
Da diese Art des Einbindens sehr teuer ist, schlägt sich dies natürlich auch im Preis nieder, jedoch halten solche Bücher um einiges länger als Taschenbücher (siehe unten). 


Ein Hardcover mit Schutzumschlag 

Bücher, die als HC erfolgreich waren, erscheinen oftmals auch als Taschenbuch, aber auch Bücher, deren Zielgruppe jene sind, die leichte Kost auch gewichtemässig schätzen, werden meist gar nicht als Hardcover veröffentlicht, sondern werden gleich als billiges Taschenbuch herausgebracht.
Taschenbuchumschläge sind... Abfall. Deshalb sind sie auch so billig.


Ein Taschenbuch 

Und was sind nun broschierte Bücher? Broschuren ähneln dem Taschenbuch, haben jedoch noch einen Einschlag auf der Buchinnenseite, auf dem zum Beispiel Autoreninformationen abgedruckt sind. Diese Ausstattung macht ein ansonsten billiges und langweiliges Taschenbuch etwas interessanter und peppt es etwas auf. Den Einschlag kann man manchmal sogar als Lesezeichen verwenden (was bibliophile Leute NIE tun würden).

  
Dies ist eine Broschur

Natürlich gibt es noch viele andere Arten, ein Buch einzubinden (z.B. Spiralbindung, Leinenbindung), aber diese drei Bindearten sind die gängigsten auf unserem Markt und man findet sie auch auf Jaris Büchergebrabbel immer wieder erwähnt. 


Die Spiralbindung