[Rezension] Die vier Jahreszeiten
Inhalt:
Entsprechend den vier Jahreszeiten wurden hier vier längere Kurzgeschichten Stephen Kings versammelt. Der Frühling wird durch "Rita Hayworth and Shawshank Redemption" versinnbildlicht, für den Sommer steht "Apt Pupil", der Herbst ist "The Body" und "The Breathing Method" verkörpert den Winter.
Im Frühling geht es um den Neuanfang, im Sommer kann man nur schwer atmen, im Herbst geht etwas zu Ende und im Winter ist dann alles wieder vorbei...
Meine Meinung:
"Different Seasons" von Stephen King ist ein voluminöses Werk, das jedoch nur zustande kam, da die einzelnen Geschichten zu kurz für ein Buch waren, aber zu lang für Kurzgeschichten. Als Leser kann man jedoch froh sein, dass sie dennoch publiziert wurden.
Stephen King ist Name und Marke in einem. Stephen King produziert einen Bestseller nach dem anderen. Stephen King kennt jedes Kind.
Und er hat es verdient. Stephen King ist nicht bloss eine Sternschnuppe am Literaturhimmel, die aufscheint und verblasst. Stephen King kann's. Er kann schreiben, er hat sich seinen Ruhm verdient.
Dabei schafft er es nicht nur, fantastische Horrorszenarien im Sinne von "Carrie", "Es" und "Der Friedhof der Kuscheltiere" zu produzieren. King kann genau so gut den Horror des menschlichen Wesens beschreiben.
Ohne Effekthascherei beschreibt der Autor, wie seine Protagonisten durch ihr Leben schreiten. Das Böse, das Gute, das Grau eines jeden Menschen. King schafft Figuren, die greifbar sind, hörbar, fühlbar. Und obwohl bloss die letzte Geschichte blutig ist, läuft einem beim Lesen öfter ein Schauer über den Rücken. Wir haben nicht ein Buch vor uns liegen, sondern einen Erzähler direkt neben uns. Deshalb liess mich das Buch kaum mehr los, ich nutzte jede freie Minute, um zu lesen. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht. Es war beinahe schon wie eine Droge.
Meine Lieblingsgeschichten sind "Rita Hayworth and Shawshank Redemption" und "The Body". Es ist einfach unfassbar, wie dicht diese Erzählungen sind. Die Spannung ist zwischen den Zeilen zu spüren. Man merkt, dass so viel mehr hinter diesen Sätzen steckt, die Wörter, das Gesagte, das Geschehene - es bleibt einem im Kopf.
Ich lasse King seinen Thron und verbeuge mich davor. Danke, Stephen King, für dieses Lesevergnügen.
Bis auf die letzte Geschichte habe ich alle Erzählungen sehr genossen. "The Breathing Method" fällt für meinen Geschmack zu sehr in "normalen" Horror zurück, als dass sie zu den anderen drei Geschichten gepasst hätte.
Fazit:
Ein Buch nicht nur für eingefleischte Fans von Stephen King. Wer sich mehr für das Zwischenmenschliche, das Versteckte in unserem Handeln und Denken interessiert, als für Clowns und Haustiere, der sollte zu "Different Seasons" greifen. Aber auch wer etwas Abwechslung in der Welt von Stephen King sucht, der wird hier ebenfalls fündig.
Ich bin überglücklich, diese athmosphärisch dichten Geschichten endlich gelesen zu haben. Vor allem meine bereits erwähnten Lieblingsstücke haben mich zutiefst beeindruckt. Die psychologische Tiefe der Geschichten lässt viel Spielraum für eigene Interpretationen und Denkübungen. Ganz genial!
Stephen King eben.
Stephen King
Different Seasons
TB, 2007
Hodder
978-0-340-95260-3















