Jaris Büchergebrabbel

03.10.2014 um 18:59 Uhr

[Abgebrochen] De Sade - Die 120 Tage von Sodom

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

De Sade lesen ist sehr interessant. Dann weiss man, dass "Shades of Grey" nur ein bisschen Klitsch-Klatsch ist - wahre Perversität findet man bei de Sade. Es war also eine spannende Erfahrung, in die dunkelsten und ekligsten Ecken des menschlichen Sexuallebens abzutauchen.

Aber das Weiterlesen reizt mich nicht. Es ist ein Hardcore-Porno ohne wirkliche Geschichte, in der es nur darum geht, uns einerseits zu erregen und andererseits zum Schaudern zu bringen. Nach etwa 70 Seiten hatte ich eigentich genau das, was ich wollte. Einen Eindruck von de Sade.

Hinzu kam, dass sich das E-Book sehr schlecht gebrauchen liess. Das Blättern dauerte ewig und irgendwann nervte es mich.

Ja, ich habe mich geekelt, aber das war nicht der eigentliche Grund, weshalb ich abgebrochen habe: Mit der Zeit wird es einfach langweilig. Siehe "keine Geschichte", irgendwann gewöhnt man sich nämlich an das Abscheuliche.

07.06.2014 um 15:26 Uhr

[Abgebrochen] Mika Waltari - Sinuhe, der Ägypter

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Ihr kennt das bestimmt, wenn man jemanden trifft und diese Person ist einem auf Anhieb unsympathisch.

So war es bei Sinuhe und mir. Schon nach zwei Seiten hatte ich die Nase voll von diesem alten Mann. Ich las zwar noch etwas weiter, aber Sinuhe war bei mir bereits so weit unten durch, dass mich seine Geschichte gar nicht mehr interessierte.
 
Wie kommts?
 
Nun, da ist ein alter Mann, der seine Lebensgeschichte aufschreibt. Altes Ägypten, Bro mit dem Pharao und schlussendlich doch nicht mehr - klingt eigentlich ganz spannend. Daran lag es eigentlich nicht.

Es lag einfach daran, dass mir, wie schon erwähnt, Sinuhe, auf gut Deutsch gesagt, auf die Eier ging.
 
Oh ja, er schreibt seine Geschichte nur für sich selber und deshalb unterscheidet er sich ja sooo sehr von allen anderen Schriftstellern auf der Welt. Auch von denen, die noch kommen werden.
Und ja, der Mensch ist sooo abgöttisch böse und wird es immer sein.
 
Stimmt schon. Aber nachdem er mir das auf gerade mal zwei Seiten bereits jeweils fünf Mal unter die Nase gerieben hatte, löschte es mir wirklich ab. Vergesslichkeit im Alter ist keine Schande, aber wenn Opa vergisst, dass er diesen Satz bereits geschrieben hat, sollte zumindest der Lektor eingreifen.
 
Auf den nächsten Seiten wiederholte er sich noch ein paar Mal mehr und jammerte mir weiterhin die Ohren voll. Armer, alter Mann. Bereits auf den ersten Seiten erzählt er seine Lebensgeschichte, weshalb ich mich frage, wieso er dann anstatt 20 Seiten fast 800 dafür braucht.
 
Danke, Sinuhe überlasse ich liebend gern jemand anderem.
 
Danach griff ich zu Terry Pratchett - nach zwei Seiten habe ich da bereits vor mich hin gekichert. Mein Leben ist zu kurz für Figuren, die mich nerven. Solche treffe ich im realen Leben schon genügend...
 

21.04.2014 um 16:41 Uhr

[Abgebrochen] Floortje Zwigtman - Ich, Adrian Mayfield

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Ich gebe Büchern immer etwas Zeit, mich zu überzeugen. Sie kriegen also ihre Chance, auch wenn sie mich auf den ersten 50 Seiten nicht in ihren Bann ziehen. Zwigtman gab ich 150 Seiten. Hätte das Buch 300 Seiten gehabt, hätte ich es fertig gelesen. Doch ich blätterte weiter und weiter und weiter. Noch an die 400 Seiten hätte ich vor mir gehabt. Das war mir zu viel.
 
Vielleicht ging ich mit zu hohen Ansprüchen an die Geschichte um Adrian heran. Ich habe gehört, dass es gut sein soll. Für mich war es wohl nicht gut genug.
 
Die ersten 50 Seiten zogen sich sehr dahin. Dann wurde es zehn oder zwanzig Seiten lang besser und ich dachte schon, dass ich jetzt in die Geschichte hineingefunden hätte. Doch dann wurde es wieder langweilig. Ich las weiter und auch auf den nächsten Seiten wurde es nicht besser. Für mich jedenfalls nicht.
 
Es begann schon damit, dass mir die Atmosphäre fehlte. Eigentlich hätte die Geschichte in jedem beliebigen Jahrzehnt spielen können. Nur ab und zu brauste eine Pferdekutsche vorbei. Auch die Sprache war mir viel zu neumodisch. Da ging schon einmal viel verloren. Das alles verbuchte ich unter "Jugendbuch", man darf nicht zu viel erwarten.
 
Dann tauchte Adrians Schwester mit ihrem "Brüderchen" und ihrem naiven Getue auf. Verbucht unter "lästiger Nebencharakter" - damit kann man leben. Auch mit einer "erotischen Szene", die alles andere als erotisch ist und ich wirklich eklig fand.
 
Als nächstes begannen ellenlange Dialoge über verschiedenste Themen, die eigentlich hätten interessant sein können. Fand ich aber nicht. Auch die Gespräche unter unterschiedlichen Figuren empfand ich als ermüdend. Sie treiben die Geschichte in keinster Weise voran. Zumindest nicht in einer solchen, dass ich davon etwas gemerkt hätte.
 
Diese vier Punkte brachten mich auf den Boden der Tatsachen, dass das Buch für mich schon einmal kein Highlight werden wird. Was mich dazu brachte abzubrechen, war Adrian Mayfield selbst.
 
In dem Moment, in dem er sich seiner Homosexualität bewusst wird, hätte ich eigentlich bewegt sein sollen. Ein wenig mitfühlen. Doch ich erkannte, dass mich diese Figur in keinster Weise interessiert. Es nimmt mich nicht Wunder, was aus ihm wird oder wohin sein Weg ihn führt. Adrian Mayfield bestand für mich aus Buchstaben und Seiten. Er kam mir in etwa so nahe wie ein Blatt, das draussen vom Wind weggeblasen wird.
 
In dem Moment war für mich Schluss. Ich lese kein 500-seitiges Buch über eine Figur, die mir egal ist. Auch wenn es mir für jene leid tut, denen das Buch gefallen hat. Da lese ich lieber noch einmal "Eine Welt dazwischen" von Aline Sax.
 

21.02.2014 um 21:26 Uhr

[Abgebrochen] Rachel Neumeier - Der Greifenmagier

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Das Cover ist wunderschön und der Rückentext macht neugierig. Ich konnte dem Buch einfach nicht widerstehen und schlussendlich bekam ich es sogar geschenkt. Band zwei kaufte ich mir auch gleich - schliesslich war ich mir sicher, dass ich die Trilogie toll finden werde.
 
Dann kam endlich die Zeit, als ich es schaffte, das Buch zu lesen. Weit kam ich leider nicht.
 
Schon auf den ersten Seiten merkte ich, dass mir Neumeiers Schreibstil nicht liegt. Ihre Figuren blieben mir fremd, was auch an den seltsamen Namen liegen könnte. Ich wusste nie wirklich, wer wer ist. Obwohl die Autorin alle Charaktere einzigartig gestaltet, kamen sie mir alle wie Holzblöcke vor. Der Text, den sie sagten, wies zwar auf Emotionen hin, aber zu fühlen bekam ich nichts.
 
Der Hauptgrund, weshalb ich das Buch abgebrochen habe, sind die Greifen. Ich mag diese Wesen sehr gerne und finde sie äusserst faszinierend. Doch in Neumeiers Werk waren sie mir alle unsympathisch und ich wollte nichts, aber auch wirklich gar nichts, mit ihnen zu tun haben.
 
Zu diesem Zeitpunkt las ich schon quer. Als danach viele, viele Seiten folgten, in denen über die Geschichte der Länder geredet wird, wurde es mir zu langweilig. Es zeigt zwar, dass sich Neumeier Gedanken gemacht hat, doch das lose Interesse, dass bis anhin noch vorhanden war, verschwand dadurch zusehends.
 
Die ersten 100 bis 150 Seiten waren lange, schwer und öde und das dann gleich noch einmal 300 Seiten lang? Nein, danke. Greifen hin, Greifen her.
 
Dennoch bin ich doof genug, mir noch den dritten Band zu kaufen, damit ich die gesamte Trilogie beisammen habe. Schön sind die Bände nämlich trotzdem und ein Hingucker im Bücherregal auf jeden Fall. Schade um den Inhalt.
 
 

27.12.2013 um 10:41 Uhr

[Abgebrochen] André Aciman - Acht helle Nächte

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

 
Eigentlich freute ich mich auf die Lektüre von André Acimans "Acht helle Nächte". Sein Buch "Ruf mich bei deinem Namen" fand ich nämlich wirklich toll. Aber bald schon kam die Ernüchterung. Die Geschichte bewegt sich kaum vom Fleck, die Figuren sind unsympathisch und wenn jemand ganze 30 Seiten lang einen einzigen Satz beschreibt, dann schlatet es bei mir ab. 500 Seiten lang will ich mich nicht Clara und ihrem berühmten Satz "Ich bin Clara" herumschlagen. Nein Danke. Ausser Spesen nix gewesen.
 

13.12.2013 um 11:19 Uhr

[Abgebrochen] Scarlett Thomas - PopCo

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Die Idee wäre super. Alice arbeitet für den Spielzeugunternehmer PopCo und während eines Versammlungswochenendes erhält sie plötzlich geheimnisvolle Nachrichten, die sie entschlüsseln muss. Irgendwie hängt das Ganze dann mit ihrem verschwundenem Grossvater zusammen, aber so weit bin ich gar nicht erst gekommen.
 
Obwohl die Idee, wie schon gesagt, wirklich toll ist, ist die Umsetzung einfach nur... lasch. Hätte die Autorin das Buch um 300 - 350 Seiten gekürzt, dann wäre es ein spannendes und kluges Buch dabei herausgekommen. Doch auf 700 Seiten lässt sich Scarlett Thomas über Yogastunden und sonstige Spiele aus. Dinge, die für die Geschichte nicht wichtig sind. Zumindest nicht bis Seite 236, da war Schluss für mich.
 
All diese "Zusatzgeschichten" und was Alice nun mit welchem Mann tut, welchen Tee sie wieso trinkt und wieso x geteilt durch y -3 ergibt (oder sowas) - wieso muss ich das wissen?
 
Die Beschreibungen der verschiedenen Verschlüsselungstechniken sind wirklich klasse. Und wichtig für die Geschichte. Ebenso einige Erlebnisse mit dem Grossvater (obwohl auch hier über das Ziel hinausgeschossen wurde). Hätte sie sich auf den Kern ihrer Aussage konzentriert, hätte ich dem Buch bestimmt vier Sterne gegeben.
 
Leider breche ich das Buch hier ab, weil die Geschichte so verwässert ist, dass die ganze Spannung den Abfluss runtergeflutscht ist.
 

19.07.2013 um 11:01 Uhr

[Abgebrochen] Leonie Swann - Glennkill

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Die Geschichte um die Schafe, die herausfinden wollen, wer ihren Schäfer umgebracht hat, ist sehr bekannt. Bekannt und vor allem auch beliebt. Bin ich deswegen mit den falschen Erwartungen an das Buch herangegangen? Wahrscheinlich.
 
Wahrscheilich stellte ich mir etwas Flaschiges, Niedliches vor. Schliesslich geht es um Schafe. Eigentlich sind sie ja auch Flauschig und Niedlich. Ich mochte die einzelnen Charaktere eigentlich sehr gerne, dennoch kam ich einfach nicht in die Geschichte rein. Die Sicht der Schafe wurde mir irgendwann einfach zu anstrengend. Auch die ständigen Szenenwechsel, die ich irgendwie nicht einordnen konnte, wurde ich leid.
 
Vielleicht liegt es daran, dass alles sehr langsam von statten geht. Ob das nun an den Schafen liegt - wer weiss? Zuerst dachte ich, das Buch gefällt mir nur deswegen nicht so sonderlich, weil ich es nur sporadisch gelesen habe. Also packte ich die Schafe, um mich mal mit meiner gesamten Aufmerksamkeit der Geschichte zu widmen.
 
Mit dem Ergebnis, dass ich das Buch frustriert zuklappte und zur Seite legte. Dieses ewige Rumdümpeln und die Geschehnisse, die die Schafe aus ihrer Sicht deuten, was zwar eigentlich ein genialer Schachzug ist, aber mir einfach nicht zusagt... ich wurde während des Lesens nervöser und nervöser und gleichzeitig langweilte ich mich. Ich langweilte mich sogar sehr.
 
Schade um das Buch, das hätte ich nicht erwartet...
 

31.05.2012 um 23:36 Uhr

[Abgebrochen] The Body

von: Jari   Kategorie: Abgebrochen

Es steht zwar auf meiner Liste, aber ich hab das Buch von Hanif Kureishi nach nur 50 Seiten abgebrochen. Zuerst versuchte ich noch, es zur Seite zu legen. Vielleicht war die Zeit für dieses Buch noch nicht gekommen? Aber auch die Pause machte es nicht besser. Ich hatte keine Lust es zu lesen und dabei blieb es auch. Das Buch zur Seite zu legen war fast schon eine Erleichterung.
Die Geschichte "The Body" klingt zwar interessant, eine Ur-Utopie, in welcher man den Körper wechseln kann wie Klamotten. Doch eigentlich geht es bloss um das Gerede eines alten Mannes, der es nicht erträgt, alt zu sein. Zu viel Gerede, das mich nun wirklich nicht interessiert.
Auch die zweite Geschichte, an welcher ich mich versuchte, sagte mir nicht zu.  Kureishis Schreibstil ist mir zu distanziert und zu kalt. Ich fühlte mich wie hinter einem Glaskäfig, aus welchem ich das Geschehen beobachtete. Mich fror es beim Lesen und ich friere, wenn ich daran zurückdenke.
Anstatt mich durch ein Buch zu quälen, welches mir nicht liegt, lasse ich es lieber bleiben und greife zu Lektüre, die ich geniessen kann.