- TOM'S JAZZ BAR -

22.10.2005 um 21:08 Uhr

George Benson - Summertime - Meet Mr "Jazz 'n' Blues-Guitar" Benson

von: tomrice

Beim Hören dieser sehr raren (heutzutage weder auf LP oder CD oder DVD erhältlichen) LP von Mr George Benson und seiner Band (Lonnie Smith Keyboards, Ronnie Cuber oder Howard Johnson Baritone Saxophone, Harold Ousley Tenor Saxophone, Jimmy Lovelace oder Ray Lucas oder Marion Booker oder Charlie Persip Drums, Al Michelle oder George Benson Guitar, George Benson Vocal) wird ersichtlich, wie wichtig doch eine solide Jazz- und Blues-Ausbildung für jeden (Gitarren-)Musiker und Sänger ist, unabhängig davon, ob er später mit "Rhythm and Blues" oder Disco-Interpretationen und Balladen ein Star werden will.

Die LP enthält viele der virtuosen Instrumental-Gitarren-Blues-/Jazz-Stücke des frühen George Benson, bevor er richtig berühmt wurde. Die Aufnahmen sind aus den 60er Jahren, genauer aus den Jahren 1966 und 1967, und wurden von dem bemerkenswerten Talentsucher John Hammond produziert und 1976, als George Benson bereits ein Star im Musikgeschäft war, auf LP veröffentlicht. In meinem Plattenschrank steht eine preisgünstige, in den Niederlanden hergestellte Nachpressung aus dem Jahr 1977. Der Text auf dem LP-Cover spricht eine deutliche Sprache:

Er erzählt vom American Dream, den George Benson so erfolgreich vorgelebt hat und klingt doch ein wenig verbittert darüber, wie wenig finanziellen Vorteil die frühen Entdecker und Förderer George Bensons doch aus seinem späteren Ruhm nachträglich ziehen konnten.  Beschleicht uns beim Gedanken an das Verschwinden der LP aus den Sortimenten aller Musikgeschäfte, beim Gedanken an den Verlust dieser Aufnahmen, dieser wirklich wunderbaren, gelungenen, facettenreichen, Jazz-/Blues-Platte nicht ein leichtes Gefühl von Melancholie über das Verschwinden dieses Zeugnisses aus den frühen Gitarristen-Jahren George Bensons? -Mich schon.

Hier der Original-Ton von 1976:
"When a decade ago critic Leonard Feather called the then little-known jazz guitarist George Benson 'one of the genuine new stars of the sixties', he could scarcely have realised the pop-superstar status that awaited Benson in the mid-seventies. Today one of the most popular instrumentalists in the world, his career started at the age of eight playing and singing on the street corners of his home town of Pittsburgh. Not long after he was earning 30 dollars a night playing the local clubs. Passing through various rock and roll bands, he became increasingly influenced by the recordings of several major jazz guitarists, notably Hank Garland, Charlie Christian, Grant Green and Wes Montgomery. Then came two years with organist Jack McDuff, during which time Benson consolidated these various musical influences."

Meiner Meinung nach eine sehr gelungene, musikalische Konsolidierung, deren Stil ein wenig an die Virtuosität und Phrasierungen des Pat Metheny der frühen 80er Jahre erinnert. Ganz so, als hätten beide Musiker früher dieselben Vorbilder gehabt und wären später, bedingt durch unterschiedliche Verbindungen im Musikgeschäft, einfach verschiedene musikalische Wege gegangen (verbunden mit unterschiedlichem finanziellen Erfolg). Als gefallenen Engel der Blues- bzw. Jazz-Gitarre würde ich George Benson keineswegs bezeichnen, da er bis heute trotz seiner vielen kommerziellen Hits auf seinen Live-Konzerten (z.B. 2004 in der Frankfurter Oper) immer wieder Instrumentalstücke mit hohem musikalischem Anspruch in neuen Bearbeitungen ohne Band-Begleitung präsentiert, um sich auf diesem Weg zu seinen musikalischen Wurzeln und zu seiner Identität als sehr guter Jazz-und Blues-Gitarrist zu bekennen. Als ein Gitarrist, der auch ohne viele Effektgeräte sehr gut rüberkommt und von seiner Virtuosität und seinem Können überzeugt.

Would you please play it again, Mr Benson? -Thank you so much.


Einloggen zum Kommentieren:

Hinweis: viele Funktionen von blogigo (z.B. Einträge kommentieren) stehen Dir erst nach einer kostenlosen und unverbindlichen Registrierung zur Verfügung. Hier kannst Du Dich in Sekundenschnelle registrieren.