Mit dem Kopf voran

30.06.2004 um 08:26 Uhr

EU-Steuerkartell bröckelt

Während Deutschlands Politiker sich weiter ihre Köpfe über die wirtschaftliche Misere zerbrechen und die Experten verzweifelt auf Stimulation aus dem Ausland bauen, steigen die Österreicher aus dem EU-Steuerkartell aus und zeigen damit wie man das Problem an der Wurzel anpackt (Financial Times - Registr. notw.):
While Germany struggles with inflexible labour laws and high taxation, Austria has pushed through tax reforms that will bring rates down close to east European levels, to run alongside already business-friendly employment measures.

The results have been dramatic. Since January this year, when the first phase of Austria's two-step reforms kicked in with big income tax cuts and some relief for small and medium-size companies, the country has enjoyed a rash of high-profile investment.

Businesses have been enticed not just by the current reforms but by the prospect of corporate rates falling from 34 to 25 per cent, or less than 22 per cent including allowances, from January next year as part of the second stage.

However, Austria's success has been at Germany's expense, as companies relocate from the German border region of Bavaria.

via Marginal Revolution

 

29.06.2004 um 07:30 Uhr

Überlisten wir die Evolution?

Die moderne Medizin hat die Kraft der natürlichen Selektion des Menschen geschwächt. Ob diese Entwicklung die menschliche Evolution beendet, versucht ein Beitrag im Progress-Magazine zu beantworten:
Natural selection works on us because millions of random mutations occur in our genetic blueprint between one generation and the next. Suppose one of those gives rise to a trait that enhances your capacity to survive some environmental hazard; you live in the tropics, say, and a genetic mutation means that you are born with slightly darker skin than your parents. In that case, you will have a slightly better chance than your paler peers of coping with intense sunlight, and hence surviving to have babies of your own. It is through this incremental matching of mutations with environment that people from the tropics have browner skin than those in cooler climates.

But evolution has equipped us with inventive minds that let us mould the environment to our own specifications. We can eliminate the hazards and leave evolution nothing to work on. As we daub ourselves with sunblock creams, there is no longer a selective advantage to brown skin, and asthma, which used to be a killer, has become a mild inconvenience.

It is easy to argue that many, perhaps most, of us would not have survived to pass on our genes without the benefits of modern technology. Now that we have eliminated many of the worst infectious diseases from our cities, some even say that we are no longer subject to the destiny of natural selection. For 21st-century human beings, could evolution have come to a full stop?
 
 
 

28.06.2004 um 12:18 Uhr

Wohlstand, Staat und Swimming-Pools

Don Boudreaux von Cafe Hayek beschreibt den Einfluß staatlicher Interventionen auf gesellschaftlichen Wohlstand mit dem Bild eines Sturms im Swimming-Pool:

In fact, think of human material prosperity as being like water contained in a gargantuan swimming pool. The higher the “water” level, the greater is our prosperity. Call it the “prosperity level” in the prosperity pool.

How is this pool filled? Mostly, small drop by small drop. Countless people line the edge of the pool, each dripping in a drop or two of additional “water” – additional prosperity – from time to time. Very few single drops have any noticeable effect on the prosperity level.

...

Many people want the prosperity level raised noticeably, by one gigantic infusion. Because each of us individually, even large corporations, are small compared to the whole, no one of us can ever really hope to raise the prosperity level noticeably. As a result, too many of us believe that we don’t “change the world” by contributing little drops; we arrogantly want to make a big splash – a move that noticeably raises the prosperity level.

So what do those with a passion to “change the world” do? They naturally call upon government, the one institution that can make a big splash.

To make a big splash, government makes unusually large infusions into the prosperity pool. Unfortunately, because government officials are not directed by market signals, because of public-choice problems, and because the nature of market prosperity is for it to grow decentrally and incrementally, the big splashes that government makes are too often the result of giant boulders bureaucratically tossed into the pool. These boulders often do make big splashes. They often noticeably change the level of the prosperity pool – too often downward. Giant splashes, after all, are rather wild; much of the splash ends up outside of the pool, where it dissolves.

And even if the measured level of the prosperity pool is higher after the big splash, this higher level might well be due to the fact that a large boulder is now in the pool; the volume of prosperity in the pool might be lower.

Also ich werde den Eindruck nicht los, dass die Bundesregierung das durch ihre Wellen verursachte Überschwappen des Wassers zu reduzieren versucht, indem sie ganz intensiv nach dem Stöpsel sucht ...

 

27.06.2004 um 22:42 Uhr

Grüne Ziele (2): Mindestlöhne und Flächentarifverträge

von: steffenh   Kategorie: Wirtschaftspolitik

„Ein Arzt fand eine Heilmethode, für die es keine Krankheit gab. Er zog sich die Heilmethode zu und starb daran.“

David D. Friedman, in "Der ökonomische Code"

Deutschlands Grüne bauen in ihrem Ansinnen eine soziale Arbeitsmarktpolitik zu sichern auf Mindestlöhne und Flächentarifverträge. Sind diese Instrumente geeignet dieses Ziel zu erreichen?


Mindestlöhne bilden eine Untergrenze der Lohnsätze und sollen nach Ansicht ihrer Befürworter eine Ausbeutung von Arbeitnehmern in Niedriglohnjobs vermeiden. Tatsächlich können Mindestlöhne Arbeitnehmern in bestehenden Arbeitsverhältnissen die Löhne sichern, jedoch nicht vor der Gier der Unternehmen, sondern vor der Konkurrenz potentieller Kollegen, die ihre Arbeitskraft für einen geringeren Lohnsatz am Markt anbieten. Daher haben Mindestlöhne einen entscheidenden Haken. Sie grenzen Arbeitnehmer mit einer unterhalb des Mindestlohnsatzes liegenden Produktivität aus. Unternehmen fragen Arbeitskräfte entsprechend des aus der Arbeit jedes Beschäftigten zu erwarten Ertrags nach und zwar solange wie der erwartete zusätzliche Ertrag der Beschäftigung eines Arbeitnehmers dessen Lohnkosten übersteigt. Jeder darüber hinaus gehende Beschäftigte würde nur Verluste erwirtschaften und sich damit über kurz oder lang selbst um seinen Job bringen. Also wird er gar nicht erst eingestellt. Je höher der Lohnsatz umso höher die zusätzlichen Kosten eines Arbeiters. Ändert sich sonst nichts an den Kosten des Unternehmens führt eine Erhöhung des Mindestlohns zu einer geringeren Nachfrage nach Arbeit.


Häufig wird angenommen, dass höhere Mindestlöhne einfach aus der Gewinnmarge eines Unternehmens gezahlt werden können, ohne dass ein Unternehmen auf administrative Lohnerhöhungen mit Entlassungen oder Einstellungsstops etc. reagieren muss. Doch der Gewinn eines Unternehmens deckt eben nur die Produktionskosten für Arbeit und Kapital, muss also die Produktionsfaktoren zu ihrem Marktwert entlohnen. Zahlt das Unternehmen den Arbeitnehmern mehr als ihren Marktwert, muss die Entlohnung der anderen Produktionsfaktoren zwangsläufig unter dem Marktwert liegen, was bedeutet, dass diese Faktoren dem Unternehmen in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen. Will ein Unternehmen dies verhindern, kann es zum Mindestlohn nur solange Arbeitskräfte nachfragen, wie deren Produktivität über diesem Lohnsatz liegt. Hat es bislang unterhalb des neuen Mindestlohnsatzes gezahlt muss es Entlassungen vornehmen, die Arbeitszeit verkürzen oder unbezahlte Mehrarbeit verordnen, um Verluste zu vermeiden. Wenn also die Einführung von Mindestlöhnen gefordert wird, um Jobangebote zu verhindern, die nicht viel mehr als das Sozialhifeniveau einbringen, dann fragt sich was mit denjenigen ist, die wegen dieser Restriktionen von vorn herein vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind und ohnehin auf Sozialhilfeniveau leben müssen. Ganz zu schweigen von den Kosten dieser Politik für die Konsumenten. Mindestlöhne senken das Güterangebot und verteuern dadurch bei gegebener Nachfrage die Produkte.

 

Die Forderung nach Flächentarifverträgen suggeriert, dass die Tarifparteien in den Lohnverhandlungen miteinander konkurrieren. Tatsächlich hecken Unternehmen und Gewerkschaften einen Deal aus, mit dem sich beide jeweils vor ihren wirklichen Konkurrenten schützen. Unternehmen vor Unternehmen und die Gewerkschaften ihre Mitglieder vor Nicht-Mitgliedern. Denn bei Lichte betrachtet ist eine Gewerkschaft kein Vertreter der Arbeitnehmerinteressen gegen die Interessen der Unternehmen, sondern gegen die Konkurrenz aus den eigenen Reihen, den Teil der Arbeitnehmerschaft, der seine Arbeitskraft zu niedrigeren Lohnsätzen anbietet. Gleichermaßen sichern sich die Unternehmer mit Flächentarifverträgen vor Konkurrenten ab, die bereit wären für Arbeitskräfte einen höheren Lohn zu zahlen, indem sie die Verantwortung für die Lohnabschlüsse an ein gesetzlich geschütztes Tarif-Kartell abtreten. Da sich alle Parteien auf einen einheitlichen Lohnsatz für bestimmte Tätigkeiten verpflichten, wird diese Konkurrenz ausgeschaltet. Nutznießer sind wie immer die Jobbesitzer (jedoch ohne Garantie auf Dauerhaftigkeit) und diejenigen Unternehmen, die gegebenenfalls befürchten müßten höhere Löhne zu zahlen. Auch hier hat politischer Aktionismus nicht viel mit sozialer Gerechtigkeit zu tun.

 

Es sieht jedoch ganz danach aus, dass die Ärzte die Behandlung nicht mehr als die nächsten zwei Jahre überleben werden. Die Heilmethode werden sie aller Voraussicht nach leider nicht mit ins Grab nehmen.

 

26.06.2004 um 19:38 Uhr

Spaceship One-derful

Tim Worstal beschreibt auf Tech Central Station warum das erste private Raumschiff Spaceship One trotz gewisser Kinderkrankheiten eine feine Sache ist:
What is important about Spaceship One is not that a private organization has done it once, but that now that it has been done once free markets will continue to make it better, faster, cheaper and someone, one amongst our fellow humans, will work out what to actually do with it, in a manner that none of us today has any inkling of. That's why free markets are important, that's why the first private space trip is important and that's why Paul Allen has done a great deal more than fund a rich man's toy.
 
 
Dem kann ich nur hinzufügen: Spaceship One ist das erste "Weltraumabenteuer" welches seine Geldgeber, anders als bei der vom Steuerzahler finanzierten staatlichen Raumfahrt, wirklich freiwillig auf die Wege gebracht haben. Eine wahrhaft demokratische Investitionsentscheidung!
 

26.06.2004 um 16:00 Uhr

Japans schmutzige Wäsche

Welche unbeabsichtigten Folgen die Illegalisierung von - wenn auch aus sittlich-moralischer Perspektive umstrittenen - Märkten haben kann, berichtet Mahalanobis. Das kürzliche Verbot des in den neunziger Jahren in Japan populär gewordenen Verkaufs gebrauchter, ungereinigter Schuluniformen und Mädchenunterwäsche hat dazu geführt, dass die Girls den "Vertrieb" jetzt in eigene Regie übernommen haben. Während sie das Geschäft bislang ohne direkten Kontakt zu ihren Kunden mit schrägen sexuellen Präferenzen über Gebrauchtwarenhändler abwickeln konnten, hat das  Verbot dazu geführt, dass die Schülerinnen jetzt heimlich, über ein eigenes "mobilfunkgesteuertes Vertriebssystem" die schmutzige Wäsche in dunklen Ecken direkt an ihre Kundschaft verkaufen müssen. Aus einem risikolosen, wenn auch etwas befremdlichen Geschäft ist auf einmal bitterer Ernst geworden. Was hindert Politiker eigentlich daran, auch einmal "um die Ecke" zu denken?
 

25.06.2004 um 09:09 Uhr

Sozialer Fortschritt vs. menschliche Evolution?

Welche Konsequenzen Fortschritt für die sexuelle Selektion des Menschen haben kann beschreibt The Scientist (kostenl. Registrierung):
Actually, it seems that good marriages occur between a deaf husband and a deaf wife: Such is the attraction that, in the United States, 85% of individuals with profound deafness marry another deaf person. One consequence of this, according to a potentially explosive article in the American Journal of Human Genetics, is that the incidence of nonsyndromic deafness may have increased two-fold over the past 200 years.
 
...
 
Why the profound change in the last 200 years? To get the full picture, we must look beyond genetics, to social progress. The genetic fitness of profoundly deaf individuals was very low, Nance and Kearsey propose, until the development of sign language in the 16th and 17th centuries. That and the establishment of schools for the deaf encouraged mate selection on the ability to communicate, and dramatically relaxed the selection pressure on deafness loci. Since then, the incidence of these loci has skyrocketed.
 
...
 
But if it does turn out to be true, what, if anything, should be done? That same human ingenuity that developed sign language and genetics is nearing the development of germ-line gene therapy, which could eradicate single-gene problems such as deafness. While advocating the development of these technologies, I recognize the many ethical and social aspects that need to be grappled with by society as a whole.
 
Wie so oft besteht Hoffnung, dass wir auch Lösungen für Probleme finden, die wir selbst geschaffen haben. Auf die richtige Technik kommt es an.
 
 

24.06.2004 um 12:00 Uhr

Sind PKWs energieeffizienter als die Bahn?

Eine britische Studie kommt laut Telegraph zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass der Pro-Kopf-Energieverbrauch eines Bahnreisenden zwischen den Städten London und Edinburgh je nach Zugtyp und Fahrzeugauslastung erheblich über dem eines PKW-Reisenden liegen kann:
 
 
 

23.06.2004 um 19:13 Uhr

Ungleichheit und Zufriedenheit: Europa vs. USA

von: steffenh   Kategorie: Gesellschaft

Die amerikanischen Ökonomen Rafael Di Tella, Alberto Alesina und Robert McCulloch haben in einer vergleichenden empirischen Studie (Working Paper) untersucht, ob und warum Einkommensungleichheit einen Einfluß auf die individuelle Zufriedenheit von Europäern und Amerikanern hat. Dabei kamen sie zu folgenden Ergebnis:

  1. Europäer haben generell eine ausgeprägtere Abneigung gegen soziale Ungleichheit als Amerikaner.

  2. In Europa sind es vor allem die Armen und die politisch Linken deren Zufriedenheit von sozialer Ungleichheit beeinträchtigt wird. In den USA dagegen ist weder die Zufriedenheit der Armen noch die der Vertreter des politischen linken Spektrums mit sozialer Ungleichheit korreliert.

  3. In den USA haben vor allem Reiche ein Problem mit der Ungleichheit, in Europa dagegen nicht.

Die Autoren führen für diese Ergebnisse zwei mögliche Thesen an. Die häufig geäußerte Auffassung von der höheren Präferenz der Europäer für Gleichheit und soziale Harmonie als "Luxusgut" verwerfen sie aufgrund der Feststellung, dass es nicht die reichen Europäer, sondern die eher die Armen sind, deren Zufriedenheit durch soziale Ungleichheit reduziert wird. Vielmehr gehen die Autoren davon aus, dass die wesentliche höhere soziale Mobilität der Amerikaner (Flexibilität zwischen verschiedenen Einkommensniveaus über die Lebenszeit aufgrund umfangreicherer Auf- und Abstiegsmöglichkeiten), das Maß an Unzufriedenheit über die aktuell herrschende Ungleichheit reduziert. Während Europäer häufiger als Amerikaner innerhalb ihrer einmal erreichten Einkommensgruppe bleiben, sind die Einkommensschwankungen der Amerikaner über die Lebenszeit erheblich größer. Somit könnte eine temporäre Ungleichheit von den Amerikanern in viel geringerem Maße als für die Zukunft maßgeblich angesehen werden.

Diese Differenzen spiegeln sich schließlich in den Unterschieden des Ausmaßes der staatlichen Umverteilungspolitik nieder. Europa hat ein stärker progressives Steuersystem, ein umfangreicheres soziales Sicherungssystem und eine höhere Staatsquote (Verhältnis der Staatsausgaben zum  Volkseinkommen) als die USA.

 
 

22.06.2004 um 14:42 Uhr

Obst ist so gut wie sein Ruf

Eine aufwendige europaweite Studie die sich mit Krebserkrankungen und den Zusammenhang von Erbfaktoren und Lebensgewohnheiten auseinandersetzt, konnte jetzt belegen , dass der Verzehr von Obst sich positiv auf  die Gesundheit auswirkt. So ist die Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken bei den Obstessern bis zu 40 % geringer als bei denen, die weniger gerne in den Apfel beißen. Die Studie belegt damit die Empfehlung, welche ja nicht gerade neu ist, dass eine obst- und gemüsereiche Ernährung der Gesundheit dienlich ist. Bekannt ist noch nicht welche Stoffe in der Rohkost für diesen Effekt verantwortlich sind. Diskutiert werden neben den bekannten Vitaminen = Antioxidantien auch andere sekundäre Pflanzenstoffe.

 

 

Gesundheit ist ja immerhin ein sehr hohes Gut, was man auch daran erkennt, wie viel Geld jeder bereit ist dafür auszugeben. Erstaunlich ist die Tatsache, dass auch von Seiten der Ärzte immer noch darauf hin gewiesen wird, dass in einem Land wie Deutschland, was ja nun wirklich keine Ernährungsprobleme kennt, ein großer Teil der Erkrankungen im Zusammenhang mit einer falschen Ernährung stehen. An mangelnder Information kann es ja eigentlich nicht liegen, wenn man sich all die Ernährungsberatung anschaut, der wir gewollt oder ungewollt ausgesetzt sind. Es ist höchstwahrscheinlich eher die Frage ob die Information auch überall ankommt und umgesetzt wird. Außerdem ist der Mensch natürlicher Weise immer noch mehr auf sein gegenwärtiges als auf sein zukünftiges Wohlbefinden fixiert. Was interessiert mich der saure Apfel, welcher mir ev. in der Zukunft zu einem höherem Wohlbefinden verhilft, wenn die Chipstüte mein momentanes Befinden kurzfristig deutlich hebt. Ändern tut sich diese Einstellung erst dann, wenn man anfängt die ersten Zipperlein zu spüren und so dazu gezwungen wird, sich mit der Gesundheit mehr zu beschäftigen. Nicht umsonst fangen viele Menschen um die 30 plötzlich an Sport zu treiben, mit dem Rauchen aufzuhören und im Ökoladen einzukaufen.

 

22.06.2004 um 07:33 Uhr

Die "wahren" Stromkosten

Eine aktuelle, von der Royal Academy of Engeneering herausgegebene Studie hat die Kosten der Elektrizitätserzeugung aus verschiedenen Energieträgern untersucht und dabei durch die Einbeziehung aller Umweltkosten eine einheitliche Bewertungsbasis ("Level-Playing-Field") geschaffen. Das Ergebnis war folgende Rangfolge der Stromerzeugungskosten (in Eurocent/kWh):
Erdgas: 3,3 - 4,7 (im Spitzenlastbetrieb 9,4)
Kernkraft: 3,5
Kohle: 3,8 - 4,8
Wind (on-shore): 5,6 (inkl. Stand-by-Kosten  8,2)
Wind (off-shore): 8,3 (10,9)
Wellen- und Gezeitenenergie: 10,0 (ohne Stand-by-Kosten)
Biogas: 10,3
Nach dieser Studie schneiden erneuerbare Energieträger trotz Berücksichtigung von Umweltkosten eher schlecht ab. Selbst, die Atomkraft mit ihrem in der Öffentlichkeit besonders kritisch gesehenen Risikopotential, kann sich unter Beachtung ihres "ökologischen Rucksacks" noch vor Windkraft & Co. positionieren.
 
 

21.06.2004 um 19:29 Uhr

Das "Zuwanderungsproblem" ist hausgemacht

Der Streit über die gesetzliche Regelung der Zuwanderung nach Deutschland scheint zwar vorerst mit einem Kompromiss zwischen Regierung und Opposition beigelegt. Die Konfliktparteien hätten sich viel Ärger ersparen können, ist doch das Problem zu einem guten Stück von der deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik selbst zu verantworten. Immerhin sind es auch die hohen Landwirtschafts- und Industriesubventionen sowie andere Handelsschranken (Einfuhrstandards, Zölle) mit denen die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten aus außereuropäischen, darunter auch vielen wirtschaftlich weniger entwickelten Staaten künstlich reduziert wird. Weil die Bewohner dieser Länder auch aus diesem Grund in ihrer Heimat keine ausreichenden Entwicklungsmöglichkeiten sehen, suchen sie ihr privates und berufliches Glück in den Industriestaaten. Somit wäre eine Reduzierung des hohen Zuwanderungsdrucks, den einige als arbeitsplatzbedrohend und andere wiederum als mit unserem Sozialsystem schwierig vereinbar ansehen, recht leicht durch eine stärkere wirtschaftliche Öffnung Europas erreichbar. Könnte es sein, dass wir auch deshalb einen sinnlos hohen Preis für den immer wieder eingeforderten "Schutz der heimischen Wirtschaft" zahlen?
 
Inspiriert von Tyler Cowen, der ungehinderten Handel zwischen den USA und Mexiko als ein Substitut für Zuwanderung von Mexikanern in die USA interpretiert.
 

21.06.2004 um 17:00 Uhr

Wohlstand: Deutschland vs. USA

Im Wohlstands-Ranking schafft Deutschland leider gerade einmal in das Mittelfeld der US-Bundesstaaten und liegt damit etwa auf der Höhe von Arkansas. Gegenüber den Top-Regionen der USA sehen wir leider ziemlich blaß aus. Lediglich Luxemburg kann da einigermaßen mithalten.
 
 
Das schreibt das Opinion Journal des Wallstreet Journal bezugnehmend auf eine aktuelle Studie des schwedischen Timbro-Instituts und ergänzt dazu:

So what is Europe's problem? "The expansion of the public sector into overripe welfare states in large parts of Europe is and remains the best guess as to why our continent cannot measure up to our neighbor in the west," the authors write. In 1999, average EU tax revenues were more than 40% of GDP, and in some countries above 50%, compared with less than 30% for most of the U.S.

We don't report this with any nationalist glee. The world needs a prosperous, growing Europe, and its relative economic decline is one reason for growing EU-American tension. A poorer Europe lacks the wealth to invest in defense, a fact that in turn affects the willingness of Europeans to join America in confronting global security threats. But at least all of this is a warning to U.S. politicians who want this country to go down the same welfare-state road to decline.

Das Timbro-Institut selbst meint dazu:

Stark differences become apparent when comparing official economic statistics. Europe lags behind the USA when comparing GDP per capita and GDP growth rates. The current economic debate among EU leaders lacks an understanding of the gravity of the situation in many European countries. Structural reforms of the European economy as well as far reaching welfare reforms are well overdue. The Lisbon process lacks true impetus, nor is it sufficient to improve the economic prospects of the EU.

via Mahalanobis

21.06.2004 um 11:31 Uhr

Religion und Ökonomie

Der Harvard Ökonom Robert Barro ist nicht nur der Autor zweier hervorragender Lehrbücher (Makroökonomie, Wirtschaftswachstum), sondern befasste sich als Wissenschaftler in den letzten Jahren auch mit dem Zusammenhang von Religion und wirtschaftlichen Wachstum sowie ökonomischen Erklärungen für die Religiösität der Menschen. Dabei hat er u.a. folgende Zusammenhänge gefunden:
  • Religiöse Partizipation (i.S. aktiver Glaubensausübung) ist negativ korreliert mit wirtschaftlichen Wachstum. Trotz einer Reihe von Ausnahmen besteht ein ähnlicher Zusammenhang offenbar auch zwischen Glaubensausübung und Globalisierung eines Landes.
  • Bloßer religiöser Glaube dagegen weist keine Korrelation zum wirtschaftlichen Wachstum auf.
  • Glaubensvielfalt macht die Menschen religiöser. Also je mehr Auswahlmöglichkeiten die Menschen bei der Wahl ihres Glaubens haben, umso attraktiver wird die religiöse Betätigung.
  • Je höher der Wohlstand eines Landes, um so geringer die Religösität seiner Bewohner.
Hier ein Link zu einem aktuellen Paper von Robert Barro zu diesem Thema. Über die Ideen eines anderen Vertreters dieser Forschungsrichtung, Laurence Iannaconne, hatten wir bereits berichtet.
 
 

18.06.2004 um 16:35 Uhr

Die Unternehmensklage ist die bloße Fortsetzung des Wettbewerbs mit anderen Mitteln

So etwa könnte man das alte Zitat von Clausewitz "Der Krieg ist die bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel" umvormulieren, betrachtet man die Versuche von Unternehmen, sich mittels der Justiz unangenehme Konkurrenten vom Leib zu schaffen.
So auch der neuerliche Versuch von Air Berlin mit einer Klage gegen die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, mit der der Billigflieger seine Position gegenüber den angeblich bevorteilten Fluggesellschaften Easyjet unf Raynair verbessern will. Air Berlin wirft dem Flughafenbetreiber vor, sein Unternehmen mit günstigeren Konditionen gegenüber den Wettbewerbern zu benachteiligen. Was die Firma neben dem Postulat der Vertragsfreiheit dabei beflissentlich übersieht ist die Tatsache, dass beide Konkurrenten vom Flughafen Schönefeld aus starten, während Air Berlin den Flughafen Tegel anfliegt. Tegel hat nicht nur eine bessere Infrastrukturanbindung und eine erheblich bessere Ausstattung wie Schönefeld, sondern wesentlich bessere Umsteigemöglichkeiten auf diverse Fluglinien. Also sind auch die Terminalpreise beider Flughäfen nicht miteinander vergleichbar. Einem Flughafenbetreiber also betriebswirtschaftlich rationales Verhalten vorzuhalten und damit auch noch vor Gericht zu gehen grenzt schon an Unverfrorenheit. Will Air Berlin nicht um die erheblich teureren Terminals in Tegel mit Linienfliegern konkurrieren, sollte die Firma in Schönefeld mit seinen direkten Ferienflieger-Konkurrenten um die Terminals buhlen.
Ein Tagesspiegel-Interview mit dem Chef von Air Berlin glänzt ohnehin durch ökonomischen Nonsens. So meint er etwa „Für 99 Euro in die Karibik zu fliegen, ist Unsinn“, was soviel bedeut wie unmöglich. Fragt sich bloß für wen, für den Fluggast bestimmt nicht. Eigenartig, dass trotzdem solche Flüge angeboten werden. Die Konkurrenz schläft eben nicht. Ein Glück. Hoffentlich tun es die Richter auch nicht.
 
 

17.06.2004 um 15:12 Uhr

Gen für die Treue entdeckt

Ein einziges Gen das für den Rezeptor des Hormons Vasopressin kodiert, hat einen wesentlichen Einfluss auf die Promiskuität bei Mäusen. Mit dem Einschleusen dieses Gens in einen bestimmten Gehirnabschnitt der Tiere, konnte deren Paarungsverhalten hin zu stärkeren Monogamie beeinflusst werden. Die Vermehrung eines einzigen Eiweißes im Gehirn mittels Gentherapie hat somit einen tiefgreifenden Einfluss auf das Verhalten der Tiere. Das gleiche Hormon mit entsprechendem Rezeptor findet man auch bei anderen Säugetieren und dem Menschen.

Amerikanische Wissenschaftler sprechen schon davon auf diesem Weg in Zukunft das Fremdgehen von Menschen wie eine Krankheit behandeln zu können. Wenn man die zentralen Motivationen der letzten beiden amerikanischen Präsidenten miteinander vergleicht und berücksichtigt, welchen Einfluss das Ausleben von Sexualität auf das Aggressionsverhalten hat, lohnt es sich vielleicht eher darüber nachzudenken, ob man bei Personen in bestimmten Führungsrollen die Konzentration des genannten Rezeptors reduziert.

17.06.2004 um 01:09 Uhr

Grüne Ziele: Die Tobin-Steuer

Vielen Dank an res publica für die Mühe, die Kernpunkte des Grünen Parteiprogramms zusammenzufassen. Das gibt uns die Möglichkeit deren Kernelemente in loser und ungeordneter Reihenfolge einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Fangen wir mit der Tobin-Steuer an:

 

Die Tobin-Steuer, benannt nach ihrem geistigen Urheber dem Ökonom und Nobelpreisträger James Tobin, ist das Lieblingskind linksliberaler, globaler Finanzmarktregulierung. Mit Hilfe dieser Steuer soll eine Reduzierung globaler Finanzspekulationen, die mutmaßlich, jedenfalls nach Lesart globalisierungskritischer NGOs wie ATTAC, verantwortlich für Währungskrisen mit ihren häufig fatalen wirtschaftlichen Folgen sind. Bislang ist Kritik an der Tobin-Steuer häufig im Zusammenhang mit ihrer schwierigen globalen Umsetzbarkeit erfolgt, setzt sie doch ein einheitliches Handeln aller Länder voraus, soll vermieden werden, dass die Steuer durch die Umleitung von Finanzmarktbewegungen in nichtteilnehmende Staaten umgangen wird. Dass die Steuer für sich genommen keine gute Idee ist, wird dabei beflissentlich vergessen, vielleicht auch deshalb, weil Ideen nobelpreisdekorierter Autoritäten mitunter selten kritisch hinterfragt werden.

 

Die Tobin-Steuer erhöht die Kosten internationaler Kapitalbewegungen, dass heißt sie erschwert die Möglichkeit von Unternehmen, sich bei Kapitalmangel im eigenen Land im Ausland zu refinanzieren. Das behindert Investitionen, vor allem in den Ländern der Dritten Welt, die sich ohnehin schon durch eine besondere Knappheit des Produktionsfaktors Kapital auszeichnen. Prinzipiell ist die Tobin-Steuer damit mehr als eine simple Steuer, den sie wirkt wie eine Zollschranke für internationale Kapitalbewegungen, die ausländische Investitionen und damit den gesamten Welthandel verteuert. Ihre Protagonisten weisen des öfteren auf die geringfügige Höhe des angestrebten Steuersatzes von 0,05% bis 0,25% auf das bewegte Kapitalvolumen hin. Doch berücksichtigt man, dass für die erfolgreiche Abwicklung internationaler Investitionsprojekte oftmal erheblich Transaktionsvolumina nötig sind, können die Kosten enorm sein und Auslandsinvestitionen zugunsten einheimischer Investitionen behindern. Das damit Potentiale der internationalen Arbeitsteilung und die Nutzung komparativer Kostenvorteile durch die Produktion an Standorten mit den geringsten Faktorkosten erschwert wird, macht diese Steuer noch weniger attraktiv.

 

Die Tobin-Steuer soll laut ihrer Verfechter internationale Finanzspekulationen, offenbar ein Dorn im Auge der Globalisierungskritiker, und nicht sinnvolle Investitionen behindern. Beides lässt sich jedoch nicht sauber voneinander trennen, so überhaupt belegbar ist, weshalb die Spekulationen mit Kapital etwas Schädliches sind. Finanzspekulationen, also der Handel mit Derivaten (Optionsscheine, Futures u.ä.) ist Kern internationaler Sicherungsgeschäfte, mit denen sich Unternehmen weltweit vor den Kostenbelastungen von Preis- und Währungsschwankungen schützen. Der Kauf von Derivaten, etwas dem Recht, Rohstoffe zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorab vereinbarten Preis kaufen zu können, setzt voraus, dass es jemanden gibt, der bereit ist die Risiken der Preis- und Wechselkursschwankungen gegen ein Entgelt zu übernehmen, eben jemand, der auf bestimmte Preisentwicklungen spekuliert und dieses Risiko durch eine Vielzahl weiterer Sicherungsgeschäfte abfedert. Werden diese Sicherungsgeschäfte durch die Tobin-Steuer verteuert, verteuern sich auch die Derivate, mit Ergebnis einer schlechteren Absicherbarkeit der Unternehmen gegen Preis- und Wechselkursschwankungen. Dies wiederum würde die Unternehmen davon abhalten, mit Ländern die sich durch besonders hohe Preisvolatilitäten und instabileWährungen, häufig Entwicklungsländer, intensiven Handel zu betreiben. Sicherlich keine große Hilfe für deren ohnehin schwache Volkswirtschaften. Schließlich erscheint es wenig realistisch, dass eine Steuer mit relativ geringen Steuersätzen Kapitalbewegungen und Währungsgeschäfte verhindert, mit denen mitunter enorme Profite erzielt werden können. Was auch nicht wünschenwert ist, wenn etwa wie bei der Asienkrise (pdf) 1997 gigantische Verluste durch den Abzug von Kapital verhindert werden können.

 

Was die Protagonisten der Tobin-Steuer wohl am meisten fasziniert ist die Möglichkeit, mit der Tobin-Steuer enorme Steuereinnahmen realisieren zu können, die dann von einer möglichsten zentralen Institution wie der UNO für allerlei entwicklungspolitische Abenteuer ausgegeben werden können, deren Erträge nicht selten in den Taschen der korrupten Staatsoberhäupter von Dritte-Welt-Staaten landen.

 

Da kann man sich bei den Grünen nur bedanken für diese tolle Idee. Gutes wollen bedeutet eben nicht automatisch Gutes zu tun. Das sollten sich die Grünen einmal mehr hinter ihre häufig ziemlich „grünen Ohren“ schreiben.

 

Eine ausführlichere Kritik an der Tobin-Steuer kann unter anderem in dem Buch von Johan Norberg "In Defense of Global Capitalism", dass in einer früheren Fassung auch in deutsch unter dem leider ebensowenig politisch korrekten Titel "Das kapitalische Manifest" erschienen ist, nachgelesen werden. Generell ein guter Lesestoff, für diejenigen die globalisierungskritische Gutmenschenparolen einmal einem theoretischen und empirischen Lakmustest unterziehen möchten.

 

16.06.2004 um 10:28 Uhr

Light-Produkte machen dick

Viele Menschen die sich um ihr Gewicht sorgen und gerne abnehmen wollen, kaufen dafür vermehrt sogenannte light-Produkte, welche, so vermutete bisher der gutgläubige Kunde, weniger Kalorien als herkömmlich hergestellte Nahrungsmittel enthalten. Australische Forscher haben sich diese Produkte nun etwas genauer angeschaut und dabei feststellen müssen, dass diese Lebensmittel in der Realität in keiner Weise zum Abnehmen ideal sind. Als Maß für das Dickmachen wird die Energiedichte von den Lebensmitteln bestimmt (Energiegehalt im Verhältnis zum Gewicht = kJ/kg). Dabei ergab sich, dass der Wert für light-Produkte deutlich höher war als erwartet. Eine deutlich geringere Energiedichte hatten dagegen Gemüsegerichte denen durchaus etwas Öl zugeführt wurde. Grund dafür ist, dass light-Produkte eine große Menge Zucker und andere Kohlenhydrate enthalten. Aus diesem Grunde empfehlen die Wissenschaftler, man sollte anstelle viel Geld für diese Lebensmittel auszugeben und dabei nicht abzunehmen, lieber mehr Gemüsegerichte (auch mit Öl), Obst und Vollkornprodukte verzehren. 

15.06.2004 um 17:20 Uhr

Mehr Arbeitsplätze: Eine Aufgabe für den Staat?

Ist die Schaffung von Arbeitsplätzen ein soziales Ziel und hat der Staat die Aufgabe dieses Ziel umzusetzen? Eric Rasmusen beantwortet diese Frage mit einem pointierten "Nein!":
 

... The first problem is figuring out what this means. Probably people mean exactly what they say: that the government should undertake some policy to increase the number of people at work, whether by reducing unemployment or by drawing people into the labor force. This wouldn't be hard to do. We could eliminate social security, so more old people would work, for instance, or reduce student aid, so fewer people would go to college instead of working. Immediately, one sees why increased jobs is not an attractive goal, though: why should it be good that more people have to work? Indeed, the ideal would be to get rid of all jobs. What is desirable is increased output, not increased work.

This may seem obvious, but it isn't. Some people want the government to provide jobs, for example. That is easy to do. We can pay people to show up and sit in an office doing nothing. But it won't increase national wealth-- their pay will come from higher taxes on other people. It would be better just to give them the salary and tell them not to bother showing up, if we want to make them richer.

What about reducing unemployment? Surely that is good. Well, no. We could achieve that by making it crime to be unemployed for more than two weeks, punishable by jail time. The result would be to drastically reduce unemployment, because, if use the conventional definitoin of unemployment as looking for a job without having one, people would either grab the first job they saw, or drop out of the labor force and retire or become students...

Eine kleine Relativierung. Jobs sind nach wie vor mehr als eine Einkommensquelle, sondern oft auch Statussymbole und sozialer Bewertungsmaßstab von Menschen. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass staatliche Arbeitsbeschaffungspolitik sich nicht primär an der Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern wachstumsfreundlichen Rahmenbedingungen ausrichten sollte. Damit schaffen wir es dann vielleicht, viel Wohlstand mit wenig Arbeit zu schaffen.

 

15.06.2004 um 16:45 Uhr

Wärmeinsel-Effekt

In seinem aktuellen Themenblatt "Die Stadt als Treibhaus: Flächenversiegelung und Abwärme beeinflussen das Stadtklima" beschreibt das Umweltbundesamt wie urbane Ballungszentren das lokale Klima beeinflussen und entsprechende Rückwirkungen auf das Wohlbefinden der Bewohner ausüben können. Was sie nicht erwähnen ist der Einfluß dieses Effekts auf die Qualität der Meßwerte der Oberflächentemperatur und deren potenziell verzerrende Wirkung auf die Prognosen globaler Klimamodelle.