Mit dem Kopf voran

30.09.2004 um 14:18 Uhr

1,8% billiger telefonieren!



Einen guten Überblick über die Entwicklung, Erfolge und noch ausstehenden Handlungsbedarf bei der Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes geben Ralf Dewenter und Justus Haucap in ihrem Paper Die Liberalisierung der Telekommunikationsbranche in Deutschland:

Die Liberalisierung der Telekommunikation in Deutschland kann bisher als großer Erfolg gewertet werden, von der die Verbraucher in großem Umfang profitiert haben. Unseren vorsichtigen Berechnungen zufolge belaufen sich die Gewinne auf Verbraucherseite auf bis zu 17 Mrd. Euro. Die gesamten Effizienzgewinne der Liberalisierung dürften noch höher liegen, da weder produktive noch qualitative Effizienzgewinne von uns betrachtet worden sind. Diese dürften jedoch ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen, sind allerdings quantitativ schwer zu ermitteln. Grundlage für diesen Erfolg war die konsequente Regulierung der monopolistischen Engpassbereiche, verbunden mit einer liberalen Lizenzierungspolitik.

Die neueren Regulierungsmaßnahmen für das Ortsnetz sind dagegen kritisch zu sehen. Durch diese Maßnahmen wie das regulierte Resale und Call-by-Call im Ortsnetz werden gerade die Erfolgsaussichten der bisherigen Investoren in alternative Infrastruktur geschmälert, sodass für die Zukunft zwar mit einer scheinbaren Zunahme des Wettbewerbs im Ortsnetz zu rechnen ist, zugleich jedoch die monopolistischen Strukturen im Infrastrukturbereich durch diese Form der Regulierung zementiert werden. Dies lässt sich politökonomisch leicht erklären, wird jedoch langfristig zu Effizienzverlusten durch reduzierte Investitionsanreize führen und somit auch den Verbrauchern langfristig schaden.


30.09.2004 um 08:32 Uhr

Mörderische Romantik

Ende nächsten Monats kommt eine auf den Tagebüchern Che Guevaras und seines damals besten Freundes Alberto Granada beruhende Verfilmung einer acht Monate währenden Reise durch Südamerika im Jahr 1952 mit dem Titel "Die Reise des jungen Che" (Motorcycle Diaries) in deutsche Kinos. Sicher wird dieser Film jede Menge revolutionärer Romantik auf unseren Straßen initiieren.

Paul Berman setzt dem ein kritisches Filmreview im Slate-Magazine entgegen:

The present-day cult of Che—the T-shirts, the bars, the posters—has succeeded in obscuring this dreadful reality. And Walter Salles' movie The Motorcycle Diaries will now take its place at the heart of this cult. It has already received a standing ovation at Robert Redford's Sundance film festival (Redford is the executive producer of The Motorcycle Diaries) and glowing admiration in the press. Che was an enemy of freedom, and yet he has been erected into a symbol of freedom. He helped establish an unjust social system in Cuba and has been erected into a symbol of social justice. He stood for the ancient rigidities of Latin-American thought, in a Marxist-Leninist version, and he has been celebrated as a free-thinker and a rebel. And thus it is in Salles' Motorcycle Diaries.

Ganz nebenbei: Entgegen landläufiger Verlautbarungen war das vorrevolutionäre Kuba 1957 ein vergleichsweise weit entwickeltes Land. Nach einer Studie der University of Texas hatte es eine geringere Kindersterblichkeit als das damalige Frankreich und Deutschland, mehr Ärzte und Krankenschwestern pro Einwohner als Grossbritannien und Finnland, soviele PKWs pro Einwohner wie Italien sowie die fünftbeste Ausstattung mit Fernsehern auf der Welt. Heute gibt es dort pro Einwohner weniger Telefone als Fernseher in 1957.

 

29.09.2004 um 17:55 Uhr

Die Petition der Pop-Musikanten

Was haben Deutschlands Popstars (Xavier Naidoo, Udo Lindenberg), die Grüne Antje Vollmer und die rechtsradikalen deutschen Volksparteien NPD und DVU gemeinsam?

Sie machen jeder auf seine eigene Art Stimmung gegen Ausländer und deren Produkte und Dienstleistungen. Während alle Welt den unverholenen Forderungen von NPD & Co. nach Reduzierung der Einwanderung und Abschottung der deutschen Wirtschaft vor ausländischen Arbeitskräften entschiedene Missbilligung entgegenbringt, ist es dieselbe Klientel, die aus lauter Angst vor Identitätsverlust und kultureller Überfremdung der deutschen Medienlandschaft eine Radioquote fordert. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Produkten die von Ausländern in Deutschland produziert wurden (spargelstechende Polen) und Produkten die Ausländer im Ausland produzieren (Robbie Williams)? Es gibt keinen, da sind sich Rechts und Links einig und deshalb müssen die Grenzen dicht gemacht werden.

Wen wunderts, dass fast alle deutschen, mehr oder weniger erfolgreichen Pop-Barden hinter diesem Aufruf stehen, wollen sie doch, wenn sie schon international keinen Fuß ins Trockene bekommen wenigstens ihr deutsches Publikum dazu zwingen die Ohren aufzusperren und in deutschen Radiosendern ungestört auf Beutefeldzug gehen. Konkurrenz war schon immer der schlimmste Feind der Mittelmäßigkeit. Und wenn Kunst nicht vom Können, sondern vom politischen Lobbyismus kommt, dann greift man sich einfach deutsch(pop)tümelnde Politiker des rot-grünen Spektrums und bringt das Thema Quote in den Bundestag.

All das erinnert an Frederic Bastiat's Satire auf den Protektionismus Die Petition der Kerzenmacher, in der die französische Kerzenmacherzunft von der Regierung die Schließung  "aller Öffnungen, Löcher, Spalten und Ritzen durch die das Licht der Sonne üblicherweise in die Häuser dringt" forderte, um sich selbst über die Produktion von Kerzen ihren "wohlverdienten" Wohlstand zu ergaunern. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Parlamentarier sich nicht ebenfalls als Statthalter "echter deutscher Volkskunst" verstehen und dem Rückfall in einen kulturellen Merkantilismus einen Riegel vorschieben.

 

28.09.2004 um 18:27 Uhr

Krankenversicherung oder Marketingtrick

Arnold Kling erläutert auf Tech Central Station warum die Krankenversicherungssysteme vieler westlichen Industrieländer weniger echte Versicherungen, als vielmehr clevere Marketingstrategien der Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen sind. Egal ob es die sog. Risikostreuung zwischen den Versicherten oder die implizite Subventionierung eigentlich nicht versicherbarer Gesundheitsleistungen durch das Versicherungssystem ist, stets führt die von den Preissignalen des Gesundheitsmarktes abgekoppelte Nachfrage der Patienten zu üppigen Zusatzumsätzen der Anbieter von Gesundheitsleistungen.
 
Der Autor, Hochschullehrer an der amerikanischen George Mason University in Fairfax, Virginia, hat auf seiner Webseite MP3's seines Ökonomie-Grundkurses "Economics for the Citizen". Empfehlenswert!
 
 

27.09.2004 um 18:54 Uhr

Immer Ärger mit der Bahn

Deutschland schmollt. Wieder will die Deutsche Bahn, Aktiengesellschaft in 100%-igem Bundeseigentum, die Preise erhöhen und Forderungen nach Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Mehdorn werden laut.
Kein Bahnkunde freut sich über steigende Preise, doch wen wunderts, wenn die Bahn, staatlich geschützter Quasi-Monopolist im schienengebundenen Personenverkehr profitmaximierende Preise setzt. Mehdorns Preisexperten kennen die Nachfrage potentieller Bahnkunden und die Kosten des Bahnbetriebs genau. Und so versuchen sie Preise zu kalkulieren, mit denen sich die Differenz zwischen Erlösen und Kosten maximieren läßt. Täten sie es nicht, müßte die Bundesregierung dem ohnehin schon auf Subventionen angewiesenen Unternehmen noch mehr unter die Arme greifen. Geld, dass bekanntlich nicht vom Himmel fällt, sondern dem Steuerzahler teuer zu stehen kommt. Wollte die Bundesregierung eine Monopolpreissetzung der Bahn verhindern, so sollte sie weniger Krokodilstränen weinen und darauf verzichten, das Bahnmanagement scheinheilig für rationales Verhalten zu kritisieren, sondern es wäre an der Zeit endlich die Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerb um das Schienennetz zu setzen.

26.09.2004 um 10:55 Uhr

Blick durch die Maske

Eine zuverlässige, wenn auch wissenschaftlich nicht ganz sattelfeste Methode zur Voraussage von Wahlergebnissen hat Michael von Mahalanobis entdeckt. Der Verkauf von Masken amerikanischer Präsidentschaftskandidaten war in der Vergangenheit ein guter Prädiktor für das folgende Wahlergebnis. Mal sehen, wie die Verkaufszahlen von Karnelvalsmasken von Herrn Schröder und Frau Merkel nächstes Jahr ausfallen. (Aber Achtung, Masken prominenter Gesichter stehen in Verdacht krank zu machen.)

oder

?

24.09.2004 um 16:17 Uhr

Subventionsrechner

Nach einer Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (ISNM) und des Instituts für Weltwirtschaft Kiel könnten in den nächsten vier Jahren 52 Mrd. Euro Subventionen ohne größere rechtliche Probleme gestrichen und im Gegenzug die Einkommenssteuer entlastet werden. Was diese steuerliche Entlastung für den Geldbeutel jedes Einzelnen bringen würde, läßt sich mit einem von ISNM und dem Manager-Magazin entwickelten Subventionsrechner ermitteln, der von der INSM-Webseite aus gestartet werden kann. Subventionen verzerren in den überwiegenden Fällen die Konsum und Investitionsentscheidungen der Wirtschaftsakteure, da sie Kosten der Produktion künstlich reduzieren oder die Nachfrage zusätzlich stimulieren. Die für ihre Finanzierung notwendigen Steuern dagegen reduzieren den Anreiz der Steuersubjekte zur Arbeit (Einkommensteuer) oder senken den Anreiz zur Investition von Kapital (Steuern auf Kapitalerträge). Fehlleitungen der Produktionsfaktoren und geringere Anreize zur Arbeit reduzieren die wirtschaftliche Entwicklung und damit die Wohlstandspotentiale der Gesellschaft.
 
 

23.09.2004 um 07:40 Uhr

Nach mir die Sintflut?

Alex Tabarrok von Marginal Revolution hat seinen Studenten in einer Klausur folgende Frage gestellt:
You can't take it with you. A private owner of a natural resource, like a forest, therefore, will want to clear-cut the forest before he dies in order to maximize his consumption stream (assume the owner has no children or other bequest motive). True or False. Explain.
Zu seinem Bedauern hat eine große Anzahl der Studenten die Frage mit RICHTIG beantwortet. In der Tat hängt von der Beantwortung dieser Frage unsere Auffassung von der Nachhaltigkeit der Nutzung natürlicher Ressourcen ab. Die richtige Antwort, gesetzt dem Fall unser Ressourcenbesitzer darf mit dem Wald machen was er will, heißt dagegen FALSCH. Den der Besitzer des Waldes kann den Wald bereits heute an einen Investor verkaufen, der diesen auch nach dessen Ableben noch wirtschaftlich verwerten kann. Diese Nutzungskette kann beliebig weiterdedacht werden. Somit kann unter der Bedingung überlappender Generationen der Erhalt von Ressourcen, die auch oder erst zukünftigen Generationen Nutzen stiften, lukrativ sein. Gegenwärtige Rationalität schließt Generationengerechtigkeit nicht aus, vorausgesetzt die Ressource hat einen zukünftigen Wert und der Ressourcenbesitzer kann diese ohne Hindernisse veräußern oder anderweitig wirtschaftlich verwerten. Letztere Regel sollte sich die Umweltpolitik ins Merkheft eintragen.
 

22.09.2004 um 16:40 Uhr

Fischmaus

Durch den Einbau des Gens eines Nematoden in eine Maus ist es Wissenschaftlern nach Informationen des New Scientist gelungen das Tier zur Synthese von Omega-3-Fettsäuren zu bewegen. Diesen mehrfach gesättigten Fettsäuren werden positive Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem attestiert. Gelänge es den Forschern diese Prozedur auch auf Nutztiere anzuwenden, wäre eine bessere Versorgung der Bevölkerung einfacher zu realisieren. Zudem, meinen die Forscher, könnte die Gesundheit der Tiere von dieser Technik profitieren. Unklar ist allerdings, ob die Konsumenten Produkte genveränderter Tiere in absehbarer Zeit akzeptieren.
 

21.09.2004 um 14:32 Uhr

Cowboy Capitalism

Beim Vergleich des deutschen und amerikanischen Wirtschaftssystems ist es sehr populär, dem europäischen Sozialstaat die Eiseskälte des amerikanischen Sozialsystems gegenüberzustellen. Herauszufinden was hiervon Mythos oder Realität ist, hat sich der in den USA lebende deutsche Journalist Olaf Gersemann in seinem neuen Buch Cowboy Capitalism (Cato-Book) vorgenommen.

"Americans work three jobs just to make ends meet, and unemployment is low only because so many people are in jail." That’s what most European (and many American) pundits believe. While the U.S. economy may create more growth, Europeans think they are better off when it comes to job security, income equality, and other factors. But does European-style "comfy capitalism" really deliver better results than American “cowboy capitalism”?

Olaf Gersemann, a German reporter who came to America, checked the facts and discovered that the common perception in Europe and elsewhere of America's economic model is either wrong or misleading. The greater market freedoms in the United States create a more flexible, adaptable, and prosperous system than the declining welfare states of Europe. Contrary to what one might expect, continental Europe’s welfare states provide no meaningful advantage compared with America. In clear and accessible terms, Gersemann separates the economic myths from the reality.

Cowboy Capitalism is a provocative and devastating rebuttal to the stereotypes promoted by the likes of Paul Krugman and Michael Moore.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion um Hartz IV und andere Reformen der deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitik sicher eine spannende Lektüre.

20.09.2004 um 09:38 Uhr

Wer schützt hier wen?

Visionen für den Papierkorb hat die aktuelle Ausgabe der Zeit treffend formuliert. Das deutsche Kabelfernsehnetz, nach Auskunft der Autoren für weit mehr als schnödes Fernsehen geeignet, soll auch in absehbarer Zeit seinen medialen Mehrwert für Internet, Telefon und sonstigen Datenverkehr nicht nutzen dürfen. Warum wohl? Natürlich befürchtet das Bundeskartellamt Schaden für den Konsumenten, wenn wie vorgeschlagen die Kabel Deutschland GmbH das Netz übernimmt, für die Mehrwertdienste fit macht und damit alleiniger Anbieter dieser Dienstleistungen wird. Monopolmacht schießt es einem in den Kopf, überhöhte Preise, wie uns Politikerrhetorik ja nicht zum ersten mal weißmachen will. Klingt zunächst plausibel.
Doch auf dem zweiten Blick geht dieses Projekt einem ganz anderen Player ans Leder, der Telekom, dem Lieblingskind der Bundesregierung, die bis heute genau die Monopolstellung bei Datennetzen hat, die das Bundeskartellamt angeblich verhindern möchte. Was hier geschützt wird ist nicht der Konsument, sondern die Marktmacht der Telekom.
Wettbewerb auf dem Telekomunikationsmarkt ist heute nur noch durch den Staat zu verhindern. Neben den Telefon- und Kabelnetzes sitzen die Anbieter von kabellosen Übertragungsnetzen (UMTS), W-LAN und die Anbieter von Stromnetzen in den Startlöchern für das Angebot von Datendiensten. Wie lange sich die Telekom mit Schützenhilfe des Staates gegen die Übermacht der Konkurrenz und die Wahlfreiheit der Konsumenten mit diversen gesetzlichen Fallstricken zur Wehr setzen kann bleibt abzuwarten.

18.09.2004 um 19:09 Uhr

Mythos Bildung?

Alison Wolf, Professor of Management and Professional Development vom King's College in London, fragt sich, ob mehr Ausgaben für Bildung tatsächlich die Wunderwaffe für die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation eines Landes ist.

 

17.09.2004 um 10:07 Uhr

Spiegelinterview mit US-Ökonom Jagdish Bhagwati

von: steffenh   Kategorie: Globalisierung

Spiegel-Online hat mit dem amerikanischen Ökonom und Autor des Buches "In Defense of Globalisation" Jagdish Bhagwati über den amerikanischen Wahlkampf, Globalisierung und Outsourcing von Arbeitsplätzen diskutiert:


... Unsere Firmen verlieren Wettbewerbsvorteile, wenn man sie hindert zu sparen. In toten Firmen finden nur erloschene Seelen eine Arbeit. So retten wir zehn Stellen, indem wir nicht outsourcen, und verlieren schließlich alle 100. Außerdem helfen die Investitionen multinationaler Konzerne Ländern wie Mexiko und Indien, Armut zu bekämpfen. Viele Regionen Afrikas dürsten nach Investitionen aus dem Ausland. Wenn wir als Demokraten dagegen angehen, passt das nicht zu unserer Idee, dass Bush und seine Freunde die Bösen sind.

17.09.2004 um 09:36 Uhr

Energiepreise und potentielle Konkurrenz

Die Diskussion um überhöhte Energiepreise in Deutschland wird durch die Annahme genährt, die Netzbetreiber besäßen ein natürliches Monopol, was Konkurrenz behindert und somit die Gefahr einer Netzzugangsdiskriminierung und damit geringeren Preiswettbewerbs bewirkt. Diese Interpretation der Wettbewerbsbedingungen auf Energiemärkten ignoriert jedoch das Vorhandensein potentieller Konkurrenz durch Netzerweiterung oder den Aufbau dezentraler Transmissionsnetze und Energieerzeugungskapazitäten. Dieser Wettbewerbsdruck kann, vorausgesetzt er wird nicht durch weitere Regulierungen behindert, die Markt- und Preissetzungsmacht unter den Bedingungen des im Energiewirtschaftsgesetz verankerten "Verhandelten Netzzugang" wirksam begrenzen. Ein Gutachten des Reason Public Policy Institute macht diesbezüglich folgende Aussagen:

Transmission policy, though, is still based on the premise that transmission is a natural monopoly, and therefore should continue to be regulated.

...

Technical change and contestability hold the keys to a dynamic electricity industry. Contestability is an important feature of competitive markets because it promotes dynamic efficiency. Often the threat of potential competition can deter a company from raising its prices, because it knows that by doing so it may attract competitors. Electricity transmission faces some possible competition from entrepreneurs who may be willing to lay parallel lines (as with natural gas and telecommunications, redundant systems could be profitable and cost-effective), but the more pressing competition could come from transmission of fuel to distributed generation sites instead of transmission of electricity.

...

Critics of the relevance of contestability in electricity transmission point out that to achieve the efficient outcome seen in perfectly competitive markets, the industry must have zero sunk costs. In an industry with sunk costs, the contestability model predicts that the actual outcome will not be the efficient outcome. Sunk costs are a substantial factor in electricity transmission. That fact does not imply, however, that contestability is irrelevant in electricity transmission; rather, contestability in reality will occur to varying degrees in different industries and under different conditions, depending on the institutional environment, the regulatory environment, the demand characteristics in the industry, and technological change. For example, “even in the presence of sunk costs, however, the natural monopolist may have difficulties in sustaining its position if technology is advancing quickly, or if firms in other industries are making similar advances.” Critics who dismiss the potential for contestability to deliver real benefits to consumers and innovative producers commit Demsetz’s “Nirvana Fallacy” by comparing a situation in reality to an idealized situation that is not likely to exist. Instead, policymakers should compare a regulatory environment that is sufficiently flexible to allow market participants to exploit what contestability there is to the real policy environment of the governmentgranted monopoly franchise. The existing regulatory and policy environment places a downward bias on incentives to discover and implement alternatives to electricity transmission, from redundant wires to distributed generation.

 

16.09.2004 um 19:06 Uhr

Wo rohe Kräfte sinnlos walten...

von: steffenh   Kategorie: Umweltschutz

Maxeiner & Miersch, Deutschlands meistgehaßte Öko-Optimisten, ziehen in einem sarkastischen Artikel in der Welt über so manche Absonderlichkeit der deutschen Energiepolitik her:

...  Welch Insel sonniger Gesinnung: Ein Land mit den besten Atomkraftwerken schaltet diese reihenweise ab! Stattdessen hängen in immer mehr Betrieben zwei Stromzähler. Der eine zählt die Kilowattstunden, die von Solarzellen auf dem Dach ins Netz eingespeist werden. Erlös: 45,7 Cent pro Kilowattstunde. Daneben ein zweiter Zähler, der den vom Energieversorger zurückkommenden Strom berechnet. Preis: um die 15 Cent. "Das ist betriebwirtschaftlich genial", lächeln ausländische Fachleute, "und volkswirtschaftlich fatal."

Irgendwo zwischen den beiden Zählern haben die Deutschen eine Geldverbrennungsmaschine namens Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) installiert. Das setzt - weltweit einmalig - die Gesetze der Ökonomie und der Physik außer Kraft. Von allen Möglichkeiten, Energie und Kohlendioxid einzusparen, werden jene am heftigsten gefördert, die am teuersten sind! Da staunt der Finne, und der Chinese wundert sich.

Die deutschen Verbraucher zahlen für den Spaß jährlich rund 2,7 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Das schmälert ihre Kaufkraft und kostet nach einer Studie der Universität Bremen mehr Arbeitsplätze, als mit Solarzellen oder Windrädern geschaffen werden. Eine Windkraftanlage vernichtet über 20 Jahre per saldo acht Arbeitsplätze. Die Deutschen haben inzwischen 15 000 solcher Anlagen.

Kaufkraft und Arbeitsplätze hin oder her, entscheidendes Manko an der Förderung ist die Verschwendung von Produktionsfaktoren für Strom, der weder für Mensch noch Natur einen zusätzlichen Nutzen stiftet. Wer für diese Art der Emissionsminderung bewußt Geld verschwendet, der bläst faktisch Kohlendioxid in die Luft.

 

16.09.2004 um 08:53 Uhr

Die Last der Regulierung

Michael Stastny von Mahalanobis hat eine beeindruckende Tabelle aus der neuen Weltbankstudie Doing Business 2005: Poor Nations Struggle To Reduce Red Tape For Business, Miss Large Growth Opportunities zusammengefasst. Wohlstand und ein Dickicht von Regulierungen, die wirtschaftliche Aktivitäten wie Firmengründungen erschweren oder verzögern sind in beängstigender Weise negativ miteinander verknüpft.

15.09.2004 um 06:38 Uhr

Klima und extreme Wetterereignisse

Vor dem Hintergrund der zerstörerischen Kraft der momentan über den amerikanischen Kontinent ziehenden Wirbelstürme wird sicherlich auch das Medienecho den Zusammenhang zwischen Klimawandel und extremen Wetterereignissen aufgreifen. Aber hat die Häufigkeit von Wirbelstürmen überhaupt zugenommen? Klimaforscher George Taylor kann zumindest in den Daten nichts finden und meint, ein Zusammenhang zwischen Erderwärmung und Stürmen sei nicht bislang nicht auszumachen.

Über die Ursachen steigender Unwetterschäden hatten wir bereits vor einiger Zeit berichtet.

 

14.09.2004 um 12:19 Uhr

Ethikrat zum Klonen von Menschen

Der Nationale Ethikrat hat sich für ein derzeitiges Verbot des Klonens von Menschen für Forschungszwecke ausgesprochen. Das Klonen mit dem Ziel der Fortpflanzung wurde vom Rat prinzipiell abgelehnt und sollte nach seiner Ansicht weltweit verboten werden. Scheinbar konnte der Ethikrat sich nicht zwischen den beiden Positionen die zum einen für ein begrenztes Klonen zu Forschungszwecken waren und zum anderen der grundsätzlichen Ablehnung des Klonens entscheiden. Mehr unter dem angegebenen Link.

 

14.09.2004 um 07:43 Uhr

Diskussion um den Kündigungsschutz

Michael Eilfort, Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft in Berlin und Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an den Universitäten Tübingen und Freiburg, in einem Beitrag der Stuttgarter Nachrichten zum Thema Kündigungsschutz:
Auch die neueste Diskussion um den Dauerbrenner "Kündigungsschutz" ist eine typisch deutsche "Reform"-Debatte. Erst werden Vorschläge von Politikern, die zumindest diskussionswürdig erscheinen, in den Medien "zugespitzt". Dann melden sich Funktionäre, die ungetrübt von der Kenntnis der Original-Aussagen allzu gern missverstehen und mögliche Veränderungen schon im Keim ersticken wollen. Und am Ende führt die organisierte Empörung dazu, dass die Politiker zurücknehmen, was sie nicht gesagt haben, die Tabuisierung anhält und sich wieder einmal nichts bewegt.
Genau das können wir uns nicht mehr leisten. Das aktuelle Niveau des Kündigungsschutzes in Deutschland ist nur so viel wert wie eine Arbeitsplatzgarantie an Bord der Titanic. Unser Land hat ein wirkliches Problem, verliert Tag für Tag z.B. Produktions-Arbeitsplätze in vierstelliger Zahl, Monat für Monat an Ansehen bei möglichen Investoren und Jahr für Jahr Wachstumspotentiale und – wegen der erdrückenden Schuldenlasten - finanzielle Spielräume. Für falsche Aufregung ist keine Zeit: Die Lockerung des Kündigungsschutzes ist einerseits kein Wundermittel gegen die "deutsche Krankheit", andererseits aber Teil einer sinnvollen Therapie. Außerdem sollte man keinem Unternehmer unterstellen, es mache Freude, schlechte Ergebnisse vorzuweisen und Mitarbeiter entlassen zu müssen. Ziel einer Flexibilisierung des Kündigungsschutzes ist nicht die Bereicherung einiger weniger auf Kosten der Unsicherheit vieler, sondern im besten Sinne Ludwig Erhards: Wohlstand für alle.
Weiterlesen lohnt sich!

 

13.09.2004 um 11:59 Uhr

Anschnallen bitte?

Keine Frage, Sicherheitsgurte machen das Autofahren für den Fahrer sicherer. Ob sie die Straßen allgemein sicherer machen ist jedoch umstritten, den es gibt deutliche Indizien dafür, dass der Zuwachs an Sicherheit den Leichtsinn des Fahrers erhöht und somit unbeteiligte Dritte stärker gefährdet. Warum deshalb Anschnallkontrollen der Polizei keine besonders gute Idee sind, ist in dem Beitrag Do Seatbelt Laws Save Lives? nachzulesen.