Mit dem Kopf voran

31.05.2005 um 13:05 Uhr

Über die Probleme politischer Ambitionen von Stars...

...schreibt Franklin Cudjoe aus Ghana im britischen Telegraph:
 
Rock stars and charities can be powerful advocates for good causes, and they generally have good intentions - but in many cases their lyrics do not genuinely rhyme with the silent hum of the very poor they seek to protect. Their economics are just plain wrong. They ignore history, peddling the misguided belief that poverty, famine and corruption can be solved with foreign aid, debt relief and other policies that have already failed Africa. (zum Artikel)

29.05.2005 um 09:06 Uhr

Proffessor Sen, Hepatitis B und der asiatische Frauenmangel

Eine Nachricht geht durch die Blogger-Szene: Die von Nobel-Preisträger Amartya Sen aufgestellte These, der asiatische Frauenmangel sei auf Frauenfeindlichkeit der dortigen Kulturen zurückzuführen, muß zumindest teilweise relativiert werden. Emily Oster, PhD-Studentin der Harvard Universität, hat herausgefunden, dass die in vielen asiatischen Ländern verbreitete Infektion mit dem Hepatitis B-Virus eine wesentliche Ursache für den Männerüberhang bei den Neugeborenen ist. Ursächlich hierfür ist offenbar eine höhere Vulnerabilität weiblicher Embryonen gegenüber den Folgen der Erkrankung der Mutter. Sie kann zeigen, dass 75 % des Frauenmangels in China auf dieses Phänomen zurückzuführen sind. In Indien, dem Heimatland von Amartya Sen, ist der Eklärungsgehalt dieser These dagegen geringer als 20 %. (Hier [The Case of Asia's "Missing Woman"] und hier oder im Original-Paper nachzulesen)
 
 
Hepatitis B - weltweite Verbreitung (Stand 2004)

28.05.2005 um 09:03 Uhr

Staatliche Regulierung und Investitionen

Eine Forschergruppe unter dem Harvard-Ökonomen Alberto Alesina hat den Zusammenhang zwischen einer zu höheren Markteintrittsbarrieren führenden staatlichen Regulierung und unternehmerischer Investitionstätigkeit untersucht und dabei die alte Auffassung der Kritiker staatlicher Marktregulierung untermauert, dass Marktregulierung Investitionen verhindert:

One commonly held view about the di¤erence between continental European countries and other OECD economies, especially the United States, is that the heavy regulation of the former reduces their growth. Using newly assembled data on regulation in several sectors of many OECD countries, we provide substantial and robust evidence that various measures of regulation in the product markets, concerning in particular entry barriers, are negatively related to investment. The policy implication of our analysis is clear: regulatory reforms that liberalize entry are very likely to spur investment.

Dabei gehen sie von der These aus, dass der Abbau von Marktregulierungen die Kosten des Markteintritts senkt und somit die Monopolmacht der im Markt befindlichen Anbieter reduziert, was dort die Anreize zur gewinnmaximierenden Reduzierung der Angebotsmenge vermindert.

28.05.2005 um 02:17 Uhr

Die kleinen Diktatoren

Berlin-Kreuzberg am Landwehrkanal: Eine der ersten warmen Frühsommernächte. Drei Musiker spielen am Landwehrkanal umringt von etwa hundert begeisterten Passanten als plötzlich ein Polizeiwagen hält, drei Beamte aussteigen und der Performance mit der Bemerkung "Wenn sich Bürger dieser Stadt wegen dieser Lärmbelästigung beschweren, müssen wir dem hier ein Ende bereiten." die Legitimation entziehen. Protestrufe der Passanten bleiben ungehört und so ist in dieser Stadt wieder einmal ein Stück Straßenkultur dem diktatorischen Egoismus einiger oder gar nur eines ihrer Einwohner zum Opfer gefallen. Der Polizei ist hier kein Vorwurf zu machen, hat sie doch nur die ihr übertragene Aufgabe als Hüter der öffentlichen Ordnung erfüllt. Was mich und sicher auch einen großen Teil der Passanten ärgerte, war der egoistische Missbrauch demokratischer Institutionen durch einzelne Bürger, die so ihre Interessen gegen eine Mehrheit durchsetzen, ohne die Konsequenzen für andere hierbei auch nur ansatzweise in betracht zu ziehen. Doch bevor man sich über die moralische Unbedarftheit dieser Zeitgenossen hermacht sollte man sich vergegenwärtigen, dass dieses Verhalten nicht etwa ein Einzelfall, sondern vielmehr die Norm in unserer "sozialen Marktwirtschaft" ist. Denn wer von uns nutzt nicht tagtäglich den Staat, um sich in den Genuß von Privilegien zu bringen, für deren Kosten dann die ganze Bevölkerung aufkommen muß. Den schließlich betreiben die Demonstranten gegen Studiengebühren, Deutschlands Zuckerrübenbauern und auch diejenigen, die für rein private Projekte öffentliche Fördergelder fordern, das moralische Äquivalent unseres Kreuzberger Bürgers, dem nichts Besseres einfiel als mit einem Anruf bei der Polizei dem Vergnügen von hundert Mitmenschen ein jähes Ende zu bereiten.

27.05.2005 um 01:16 Uhr

Bittere Süßigkeiten

Der Verein der Zuckerindustrie hat sich kürzlich auf seiner Webseite gegen die von der EU geplante Senkung der Garantiepreise für EU-Zucker beklagt und sich dabei scheinheilig auf die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft berufen:
 
Die von der Generaldirektion Landwirtschaft der EU-Kommission beabsichtigte Reform sieht eine Senkung der Zuckerpreise um 41,4 % und eine Reduzierung der Preise für Zuckerrüben um 42,6 % vor. Selbst unter Berücksichtigung der geplanten Ausgleichszahlungen hätte dies eine jährliche Erlösminderung von mehr als 3 Mrd. Euro zur Folge. Damit wird nicht nur der Rüben bauenden Landwirtschaft und den Zuckerfabriken, sondern auch großen Teilen des ländlichen Raums enormer Schaden zugefügt. Allein für die deutsche Zuckerwirtschaft entsteht ein dauerhafter Einnahmeausfall von mehr als 600 Mio. Euro jährlich. Kein Sektor kann derartige Erlöseinbußen verkraften.
...

Ebenso wie die überzogene und nicht zu begründende Dimension der Preissenkung lehnt die Zuckerwirtschaft auch die vorgeschlagene Beseitigung des Interventionssystems ab. Gerade in jüngster Zeit ist deutlich geworden, welche Bedeutung dieses Instrument zur Absicherung der Rübenmindestpreise hat. Ohne diese Möglichkeit und ohne vernünftige Regelung der Präferenzeinfuhren wird die gesamte Wirkung aus den verschiedenen Freihandelsabkommen ausschließlich der europäischen Zuckerwirtschaft aufgebürdet. Die Kommission ist deshalb dringend aufgefordert, ihrer Verantwortung auch für die heimischen Produzenten gerecht zu werden.

Die Zuckerwirtschaft sieht sich als Teil der sozialen Marktwirtschaft und fordert mit allem Nachdruck die Rückkehr zu einer Zuckerpolitik mit Vernunft und Augenmaß.

 
So, so und was ist mit den zusätzlichen Ausgaben des Steuerzahlers und den geringeren Einnahmen der Zucker-Bauern außerhalb Europas? Einen deutlicheren Aufruf an die EU-Kommission, die Interessen der Konsumenten und der Zuckerproduzenten vor allem der Dritten Welt zu ignorieren kann man sich kaum vorstellen. Schließlich hat die OECD berechnet, dass die Garantiepreis- und Marktabschottungspolitik der EU in der Landwirtschaft den Bauern der EU direkt und indirekt jährlich etwa 90 Milliarden € in die Tasche zu Lasten der EU-Bevölkerung wirtschaftet. Obendrein zahlen Europäer etwa die doppelten Preise für ihre Lebensmittel gegenüber dem Weltmarktniveau. Zudem werden die Entwicklungsmöglichkeiten internationaler Zuckeranbieter und vor allem der Zuckeranbau zu wesentlich geringeren Kosten unter klimatisch günstigeren Bedingungen gezielt behindert. Da kann einem der Appetit auf Süßes gründlich vergehen...

24.05.2005 um 00:21 Uhr

Free Trade statt Fair Trade ...

... ist nach Ansicht von John Meadowcroft vom Londoner Institute of Economic Affairs der Schlüssel für die Beseitigung der Armut in Afrika:
 
‘Fair trade’ undermines economic efficiency and has the potential to increase corruption.

It involves governments or aid agencies picking winners – businesses they believe merit special treatment in the marketplace – that are then supported even if they are uneconomic or badly run. It has the potential to increase corruption as different businesses compete to be the one favoured by government or agencies. Economic prosperity cannot be based upon policies that support inefficient or uneconomic enterprises. That is the way to economic ruin.
 
...
 
The greatest obstacle to Africa’s emergence from poverty is not free trade, but the actions of many of its own governments.

Many African governments do not provide the rule of law nor sound money, and they levy punitive taxes on business and enmesh enterprise in regulation; in some developing countries it can take quite literally years to set up a business.
 
Most importantly, the great majority of the poorest people in Africa live and work on land whose ownership is unclear because there are no established private property rights.

Where people do not own the land on which their homes and businesses stand they may be unwilling to invest in the long-term development of those homes and businesses and will be unable to release the capital locked in their assets. As a result, enterprise and development are stifled.
‘Fair trade’ is likely to make a small number of fortunate Africans selected for special treatment by their governments or by aid agencies relatively wealthy. But it does not offer a long-term solution to the poverty that is crippling the continent and which, by all accounts, is getting worse. (weiterlesen)
 
Über die mitunter recht zweifelhaften Praktiken der Fair Trade Label wurde hier schon berichtet.

20.05.2005 um 14:59 Uhr

Un-Jury des Jahres

Einige Sprachwissenschaftler leben offenbar in ihrer eigenen Welt. Das hat auch die Auswahl des Wortes "Humankapital" als Unwort des Jahres 2004 wieder einmal bewiesen. Weil dieses Wort den Menschen mutmaßlich "nur noch zu einer ökonomisch interessanten Größe degradiert" wurde ihm diese Ehre zuteil. Was Wolfgang Franz, Präsident des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW von dieser kleingeistigen Entscheidung hält, schreibt er unter der Rubrik Standpunkte in den ZEWnews:
 
Ähnlich wie selbst intelligente Menschen sogar im Einstein-Jahr damit prahlen, nichts von Mathematik zu verstehen, und damit Beifall erheischen, gehört es heutzutage in bestimmten Kreisen zum guten Ton, den aus ihrer Sicht ökonomischen Imperialismus anzuprangern. Demnach finden diese Leute Wettbewerb völlig in Ordnung, allerdings nur, solange sie nicht selbst davon betroffen sind. Mit Hingabe holen sie beim Autokauf mittels Feilschens um weitere Rabatte das letzte Zugeständnis aus der Automobilfirma heraus oder pochen bei ihrer Bank auf hohe Zinsen bei geringstem Risiko. Wenn indes beide Unternehmen um der Erfüllung dieser Kundenwünsche halber Kostensenkungsprogramme durchführen und Arbeitsplätze wegrationalisieren oder ins Ausland verlagern, dann wird dies als unsozial beziehungsweise unpatriotisch gebrandmarkt.Da ist man doch lieber „Gutmensch“ und gibt sich der Illusion hin, dass solche Vorteile wie Manna vom Himmel fielen. „Fair trade“ macht sich alsWort allemal besser als „internationaler Standortwettbewerb“. Als Verstoß gegen die Menschenwürde wird beklagt, dass Empfänger von Arbeitslosengeld II ihr Vermögen offen legen und Arbeitsplätze mit geringen Qualifikationsanforderungen akzeptieren müssen. Wenn die betreffenden empörten Armutsfunktionäre jedoch um Finanzierungsvorschläge für die von ihnen eingeforderten komfortablen Sozialleistungen gebeten werden, fällt ihnen außer einer Vermögenssteuer nicht viel ein, um sich anschließend über die Kapitalflucht nach Luxemburg zu beschweren. Überhaupt widmet man sich lieber der Verteilung desSozialprodukts; dass dieses erst einmal erstellt werden muss, wird tunlichst ignoriert.
 
Nicht viel weniger schmalspuranalytisch muß die Wahl des 3. Platzes für das Wort "Verschmutzungsrechte" erfolgt sein. Dieser Begriff wäre "nicht nur ein ökologisches Unding, das Wort trägt vielmehr auch dazu bei, "Treibhausgasemissionen" für unbedenklich zu halten, weil ihr Handel rechtlich geregelt wird". Dabei wird aber beflissentlich übersehen, dass Umweltinstrumente die auf einem Handel mit "Verschmutzungsrechten" basieren zu den wirksamsten und kostengünstigsten Instrumenten gehören. Wie das funktioniert kann am Beispiel des amerikanischen SO2-Handels nachvollzogen werden. Eitle Wortklauberei, mehr fällt mir dazu nicht ein.

19.05.2005 um 09:48 Uhr

Hinter den Kulissen des politischen Populismus...

... hat Jeffrey Gedmin, Direktor des Aspen Institute in Berlin, nachgeschaut:
 
That is the least of it. For the second time in three years, Mr Schroder′s party has cultivated for short-term electoral gains a crude and dangerous debate about the country′s fundamental orientation. The first time Mr Schroder did this was in the run-up to the US-led invasion of Iraq, when he reached for the anti-American card. It helped him win national elections. But it was startling to see how quickly political tactics turned to passion and spiralled out of control. One of Mr Schroder′s cabinet ministers compared the US president to Adolf Hitler. A leading Social Democratic parliamentarian said the US ambassador in Berlin was no different from a Soviet ambassador. Still another official insisted that the US was trying to impose its own "Brezhnev doctrine" on Europe.
Worst of all, such demagoguery found resonance with the German public. A writer for Der Spiegel told me to ignore the anti-American covers the magazine was running at the time - editors were just trying to connect with their 1m readers, he explained. In truth, after that election, the German public would have needed a concerted education campaign about why the transatlantic relationship should matter at all. Alas, such a campaign never took place and the twin viruses of anti-Americanism and national-pacifism that Mr Schroder helped stir still fester in the German body politic.

Similarly, Germany today needs an honest national discussion after its recent capitalism debate. But, sadly, Mr Schroder′s SPD has again tapped into populist sentiment. One sees young people in Berlin wearing T-shirts reading, "abolish capitalism". The particular bogeyman this time is foreign, especially US
investors. A German trade union magazine with a readership of 2m recently portrayed an insect, holding a US stars-and-stripes hat, with the headline, "US Companies in Germany: Bloodsuckers". All this was set off by Franz Muntefering, the SPD′s chairman, who stoked anti-capitalist passions with his jibe that foreign hedge funds and other investors were like "locusts" feeding off vulnerable German workers. Like the rantings of US film-maker Michael Moore, this sort of thing sells well in mainstream German society, and 70 per cent of the country responded positively to the SPD′s message.
...
There is a still bigger concern. Once again the country′s political leadership has validated dangerous popular prejudices, this time about the modern global economy and the inherent challenges for Germany. Who will remind the Germans that their postwar system was always capitalist; that markets created their prosperity; that Ludwig Erhard, father of their "social market economy", once said: "The freer the economy, the more social it can be"? (weiterlesen)
 

19.05.2005 um 00:41 Uhr

Schattenwirtschaft in Deutschland – Fluch oder Segen?

Professor Friedrich Schneider von der Universität Linz, Experte für die Analyse des Ausmaßes und der Ursache von Schattenwirtschaft, in den ZEW News:
 
Schneider, ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Schattenwirtschaft, führte Schwarzarbeit im Wesentlichen auf drei Ursachen zurück. Zum einen habe die staatliche Regulierung und Abgabenbelastung in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zum anderen käme eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit hinzu, die mehr Zeit für Schwarzarbeit ließen.

Weiterhin habe ein Wertewandel in der Bevölkerung stattgefunden. Repräsentative Umfragen bei deutschen Haushalten hätten ergeben, dass Schwarzarbeit lediglich als Kavaliersdelikt betrachtet werde. Laut Schneider arbeiten zwischen 12 und 15 Millionen Menschen in Deutschland schwarz. Schwarzarbeit sei demnach ein „Massenphänomen“.

In Deutschland stellten das Bauhauptgewerbe und die Handwerksbetriebe mit etwa 38 Prozent oder einem Volumen von 131,6 Milliarden Euro den größten Anteil an der gesamten Schattenwirtschaft. Es folgten mit einem Anteil von je 17 Prozent (58,9 Milliarden Euro) andere Gewerbe- und Industriebetriebe etwa aus der Kfz-Branche sowie Dienstleistungsbetriebe wie Gaststätten. Der Anteil der Unterhaltungs- und Vergnügungsbranche liege bei 13 Prozent (45 Milliarden Euro), der der sonstigen Gewerbebetriebe und haushaltsnahen Dienstleistungen wie etwa Nachhilfe bei 15 Prozent (51,8 Milliarden Euro).

...

Schneider warnte davor, Schwarzarbeit zu kriminalisieren. Durch sie gelangten gewaltige Beträge in die Hände der Verbraucher, die diese für Konsumzwecke verwendeten. Besser als Strafen zu verschärfen sei es deshalb, anreizorientierte Maßnahmen zu schaffen, um Tätigkeiten aus der Schattenwirtschaft in die offizielle Wirtschaft zu überführen...

Größere Probleme bereitet die Schattenwirtschaft vor allem Politikern, die auf die Einnahmen aus der Besteuerung regulärer Arbeitsverhältnisse angewiesen sind. Aufgeblasene Sozialsysteme sind nicht nur eine weitere Ursache sondern werden letzlich durch das Ausweichen der Wirtschaftssubjekte auf den Schwarzmarkt und ihre dadurch bekundeten Verweigerung der Mitfinanzierung dieser Systeme begrenzt. Generell ist die Trennlinie zwischen legaler und illegaler Wirtschaft willkürlich, denn während selbst oder von Freunden gekochte Mahlzeiten statt eines Restaurantbesuchs rechtlich ohne Konsequenzen bleiben, macht man sich strafbar, wenn man sich seine Wohnung am Fiskus vorbei malern läßt. Die Kriminalisierung der Schattenwirtschaft und das damit verbundene Ablaufen der wirtschaftlichen Tätigkeiten in einer rechtlichen Grauzone führen erst zu einer wesentliche Ursachen für die Produktivitätsdefizite einer von Schattenwirtschaft geprägten Volkswirtschaft, da sie Transparenz der wirtschaftlichen Transaktionen und die Einklagbarkeit der Rechte der Vertragspartner beeinträchtigt.

Hierzu auch interessant: Doug Campbell: Searching for the Hidden Economy - Economists believe as much as 10 percent of the U.S. economy is "underground." Is that such a bad thing?

18.05.2005 um 22:51 Uhr

Pinker vs. Spelke: Disput über Geschlechterdifferenzen

Vor dem Hintergrund der Debatte um geschlechtsspezifische Differenzen der Berufswahl von Frauen und Männern, die Harvard-Präsident Larry Summers mit einer politisch unkorrekten Bemerkung losgetreten hatte, lieferten sich die Psychologen Steven Pinker und Elizabeth Spelke ein interessantes Streitgespräch. Ebenso interessant der Artikel zum Thema im Magazin Scientific American.

17.05.2005 um 10:23 Uhr

Künstliche Intelligenz

20 Questions ist ein Experiment künstlicher Intelligenz. Die auf einem künstlichen neuronalen Netzwerk basierende Software errät durch die Abfrage von 20 Fragen den Gegenstand, an den der Spieler im Augenblick des Dialogs denkt. Inzwischen gibt es neben der Internetversion (deutsch) auch eine amerikanische Spielzeug-Version. Die Tomate war nach 17 Fragen erraten und der Fingernagel wurde bei Frage 17 noch für ein Stipendium gehalten und dennoch mit Frage 20 erraten.
 

16.05.2005 um 22:09 Uhr

USA: Immigration keine Gefahr für Löhne geringqualifizierter Arbeitnehmer

Eine Studie des amerikanischen Ökonomen David Card zeigt, dass Wirtschaftsimmigranten entgegen landläufiger Meinung die beruflichen Chancen gering qualifizierter Arbeitnehmer nicht zwangsläufig reduzieren:
 
This paper reviews the recent evidence on U.S. immigration, focusing on two key questions: (1) Does immigration reduce the labor market opportunities of less-skilled natives? (2) Have immigrants who arrived after the 1965 Immigration Reform Act successfully assimilated? Looking across major cities, differential immigrant inflows are strongly correlated with the relative supply of high school dropouts. Nevertheless, data from the 2000 Census shows that relative wages of native dropouts are uncorrelated with the relative supply of less-educated workers, as they were in earlier years. At the aggregate level, the wage gap between dropouts and high school graduates has remained nearly constant since 1980, despite supply pressure from immigration and the rise of other education-related wage gaps. Overall, evidence that immigrants have harmed the opportunities of less educated natives is scant.

12.05.2005 um 16:33 Uhr

Gregory Mankiw über wirtschaftspolitische Sündenböcke

Gregory Mankiw, Ökonomieprofessor an der amerikanischen Harvard Universität und bis vor kurzen wirtschaftspolitischer Berater des amerikanischen Präsidenten, hierzulande bei VWL-Studenten bekannt durch sein (empfehlenswertes) Lehrbuch Grundzüge der Volkswirtschaftslehre in einem Interview mit Russel Roberts (Cafe Hayek) auf Econlib.org:

"Immer wenn die Wirtschaft schwere Zeiten durchmacht tendieren Leute aus der Politik zur Suche nach Sündenböcken und diejenigen Sündenböcke sind am besten, die aus dem Ausland kommen."

Während US-Politiker sich darauf beschränken das Outsourcing von Jobs an den Pranger zu stellen schütten die Deutschen das Kind gleich mit dem Bade aus und stülpen ihren Generalverdacht ganz allgemein über ausländische Investoren. Die von Professor Mankiw betonte Notwendigkeit einer "ökonomischen Grundausbildung" betrifft in Deutschland vor allem die Führungsetagen der Politik. Was Hänschen nicht lernt, kann Hans nicht zur Grundlage seiner (Finanz-)Wirtschaftspolitik machen. Franz, Gerhard & Co. bilden da keine Ausnahme... 

11.05.2005 um 18:10 Uhr

Gesundheitsversorgung: Sind die Armen der USA unterversorgt?

Ein häufiger Vorwurf gegenüber dem amerikanischen Gesundheitssystem ist die angeblich schlechte Versorgung vieler Bezieher niedriger Einkommen in den USA. Offenbar nicht ganz korrekt dieser Mythos. Arnold Kling zeigt auf Tech-Central-Station anhand von Daten des Medical Expenditure Panel Survey (MEPS), dass in den USA für Einwohner unterhalb der Armutsgrenze mit 2986 US$ durchschnittlich mehr Geld für Gesundheitsleistungen ausgegeben werden als für den Durchschnitt aller Deutschen (2817 US$).
 

09.05.2005 um 22:31 Uhr

Über den Sozialismus in Hitlers Volksstaat...

...schreibt Josef Schüßlburner im ef magazin und nimmt dabei bezug auf Götz Alys neues Buch "Hitlers Volksstaat".
 

08.05.2005 um 18:07 Uhr

Der Schoß ist fruchtbar noch...

... den Eindruck gewinnt man jedenfalls, wenn man sich die Rhetorik und Medienpräsenz von Politikern des Links-Grünen-Spektrums und der deutschen Gewerkschaften dieser Tage anschaut. Michael Stastny (Mahalanobis) hat ganz besonders eindrucksvolle Parallelen zwischen nationalsozialistischer Propaganda anno 1942 und zeitgenössischer "Kapitalismuskritik" ausfindig gemacht.

Mehr über die faschistoide Propaganda der deutschen Gewerkschaftsszene bei Davids Medienkritik: Germany's Largest Union: Portraying Americans as Blood Suckers "A Good Caricature".

07.05.2005 um 22:27 Uhr

Lecker essen statt grüner morden...

Beda Stadler, Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern, erläutert in einem Interview mit dem ef magazin warum die pseudowissenschaftliche Verweigerung der Gentechnik durch Öko-Aktivisten sogar Leben kosten kann. Fakten und Fiktion in der Debatte um Gentechnik und Naturschutz diskutiert Klaus Amann, Direktor des Botanischen Gartens der Universität Bern, in einem Interview im "Gen Dialog".
 

04.05.2005 um 16:21 Uhr

Urlaubszeit

Es wird ruhiger hier die nächsten eineinhalb Wochen...

03.05.2005 um 09:46 Uhr

"Nature" und "Science" mit grüner Brille?

Laut The Daily Telegraph wird den renomierten Wissenschaftsjournalen "Science" und "Nature" die selektive Auswahl von Aufsätzen, deren Inhalt die These von der Hauptverantwortung des Menschen für die globale Erwärmung protegiert, vorgeworfen. Ausgangspunkt der Kontroverse war ein in "Science" erschienener Review-Aufsatz von 1000 Klimastudien, dessen Ergebnis einen Konsens von 75 % der Ergebnisse über die Dominanz anthropogener Ursachen von Klimaveränderungen war. Eine nochmalige Analyse dieser Aufsätze durch einen britischen Wissenschaftler ergab eine wesentlich geringere Übereinstimmung der Forschungsergebnisse. Jedoch scheiterte der Versuch, diese Richtigstellung in "Science" zu veröffentlichen.
 
 
 
 
 

01.05.2005 um 17:41 Uhr

Ökonomen: Deutsche Firmen profitieren von EU-Erweiterung

Die Berliner Zeitung hat führende deutsche Ökonomen über Gewinner und Verlierer der EU-Osterweiterung befragt. Sie betonen die gesamtwirtschaftlich positiven Effekte, geben jedoch zu bedenken, dass die Verteilung der Gewinne recht ungleich ausfallen kann. Besonders gering qualifizierte Arbeitskräfte können betroffen sein und mehr und mehr unter den Konkurrenzdruck ihrer osteuropäischen Nachbarn geraten. Doch Vorsicht vor all zu großem Pessimismus. Die EU-Osterweiterung führt zu Kosteneinsparungen, steigender Produktivität und damit zu einem Zuwachs an gesamtwirtschaftlichen Wohlstand. Sinkende Güter- und Dienstleistungspreise kommen auch den betroffenen Arbeitskräften zu gute, da sie dadurch selbst relativ sinkende Lebenshaltungskosten haben. Zudem erzeugen die zusätzlichen Einkommen der "Gewinner" eine steigende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die zu zusätzlicher Beschäftigung u.a. auch nach nicht international gehandelten Dienstleistungen führt. Letztlich stellt eine Verzögerung der EU-Osterweiterung kein Schutz vor der Konkurrenz durch internationale Volkswirtschaften dar, da die inländische Nachfrage ohnehin die im Ausland produzierten preiswerteren Güter präferiert und Kapitalströme entsprechend in Länder mit geringeren Löhnen fließen. Die Alternative wäre eine wirtschaftliche Autarkie, was einem Verzicht auf internationale Arbeitsteilung gleichkommt. Man stelle sich vor, den eigenen Haushalt autark, ohne den Einkauf von Gütern und Dienstleistungen zu führen. Der Verlust an Lebensqualität ist nicht auszudenken...