Mit dem Kopf voran

30.06.2005 um 21:25 Uhr

Internationale Kriminalitätsraten im Vergleich

Eine Grafik in der neuen Studie Crime: Economic Incentives and Social Networks von Paul Omerod zeigt, dass die Kriminalitätsrate des Jahres 2001 in Deutschland erheblich höher war als in den USA. Ein weiterer Mythos der kippelt...

Confronted by this chart without the country names, and asked to identify countries from the list, many people, certainly in Europe, would probably place the USA at the top of the chart. But, in international terms, crime in the USA is low. The image of America as a crime-ridden society may arise from the very high rates that are associated with a small number of inner-city areas. Large parts of rural America are, as an approximation, effectively crime free.

30.06.2005 um 09:53 Uhr

Klimawandel - Keine globale Katastrophe

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Juri Israel, Direktor des Global Climate and Ecology Institute und Vizepräsident des IPCC, relativiert in einem Beitrag auf der Webseite der russischen Nachrichtenargentur Novosti die These von der globalen Bedrohung der Menschheit durch den Klimawandel. Dabei geht er auf eine Reihe wichtiger ungeklärter Probleme der Klimaforschung, die Relation zwischen den Kosten vorsorgender und anpassender Klimaschutzmaßnahmen und den dürftigen Zustand der Interaktion von Klimawissenschaft und -politik ein.

29.06.2005 um 00:30 Uhr

Ölschwemme?

Sind die derzeit beachtlichen Benzinpreise ein Zeichen schwindender Ölvorräte? Nach Angaben einer neuen CERA-Studie scheint wohl das Gegenteil der Fall zu sein. Jedenfalls geht die Studie davon aus, dass in den nächsten 5 Jahren bis 2010 eine bis zu 20%ige Steigerung der weltweiten Tagesförderleistung möglich ist, mit der Folge eines deutlichen Nachlassens des Preisauftriebs auf den Energiemärkten. Der Aufbau neuer Förderkapazitäten und die verstärkte Nutzung unkonventioneller Ölquellen wie Ölsand und Ölschiefer soll dazu beitragen die Nachfrage nach Öl auch zukünftig zu befriedigen. Es sei davon auszugehen, dass die Tagesförderung der OPEC-Staaten bis 2010 stärker steigt als die der Nicht-OPEC-Staaten, die jedoch dennoch einen höheren Marktanteil an der Ölförderung haben. Die von den Vertretern der "Hubbert Peak"-These heraufbeschworenen Horrorszenarien dramatischer Versorgungsprobleme und Preisschübe halten der von CEPRA prognostizierten Förderentwicklung nicht stand. Wie die sich entspannende Entwicklung an den Terminmärkten (Hamilton: Oil futures and the future of oil) zeigt, scheinen die Märkte diesen Prognosen bereits erstes Vertrauen zu schenken:
 
 
Man darf gespannt sein, wie sich die Ölnachfrage demgegenüber entwickelt.
 
Über die tatsächlichen Ursachen der derzeit hohen Ölpreise gibt es hier und hier Interessantes zu lesen. Ein Buchtip: The Bottomless Well: The Twilight of Fuel, the Virtue of Waste, and Why We Will Never Run Out of Oil von Peter W. Huber und Mark P. Mills. 

26.06.2005 um 02:05 Uhr

Schwachstellen der Klimaforschung

Eine umfassende Liste von Lücken und Ungereimtheiten des gegenwärtigen Stands der Klimaforschung ist auf dieser Webseite des Australiers Warwick Hughes zu finden.

20.06.2005 um 22:22 Uhr

Interview mit William Lewis über "The Power of Productivity"

Bereits vor einem halben Jahr wurde hier das aktuelle Buch von William Lewis "The Power of Productivity" vorgestellt. Jetzt ist auf der Webseite von Tech Central Station ein sehr interessantes Interview mit dem Autor über die Ergebnisse der Forschung des McKinsey Global Institute zu diesem Buch zu lesen.

18.06.2005 um 17:09 Uhr

Klimawandel und Wirbelstürme

Ein aktuelles Paper von Roger Pielke, Chris Landsea und weiteren Klimaforschern argumentiert, dass es entgegen weit verbreiteter Presseberichte und öffentlicher Verlautbarungen führender Wissenschaftler des IPCC (Hintergrund des Ausscheidens von Chris Landsea aus dem IPCC) keinen Zusammenhang zwischen der "globalen Erwärmung" und der Häufigkeit von tropischen Wirbelstürmen gibt:
 
To summarize, claims of linkages between global warming and hurricanes are misguided for three reasons. First, no connection has been established between greenhouse gas emissions and the observed behavior of hurricanes (IPCC 2001; Walsh 2004). Yet such a connection may be made in the future as metrics of tropical cyclone intensity and duration remain to be closely examined. Second, a scientific consensus exists that any future changes in hurricane intensities will likely be small in the context of observed variability (Knutson and Tuleya 2004, Henderson-Sellers et al 1998), while the scientific problem of tropical cyclogenesis is so far from being solved that little can be said about possible changes in frequency. And third, under the assumptions of the IPCC, expected future damages to society of its projected changes in the behavior of hurricanes are dwarfed by the influence of its own projections of growing wealth and population (Pielke at al. 2000).

08.06.2005 um 15:31 Uhr

Teure Billigflieger

Der Streit eskaliert. So eben zitiert die USA die Europäer wegen der geplanten Subventionen für Bau und Entwicklung des neuen Airbus 350 vor die WTO. Beide Streitparteien haben sich in der Vergangenheit in Sachen Industriesubventionen nicht mit Ruhm bekleckert. Und die Subventionierung der Luftfahrtindustrie ist ein besonders infames Beispiel für die politische Veruntreuung von Steuergeldern. Zwar macht dieser Subventionswettlauf auf den ersten Blick einen lebendigen Wettbewerb zwischen den beiden großen Playern der Luftfahrtindustrie möglich doch hinter die Kulissen geschaut offenbart sich der volkswirtschaftliche Unsinn dieses Rattenrennens, bei dem niemand gewinnen kann, schon gar nicht der Steuerzahler. Da werden Flugzeuge gebaut, die unter normalen Marktbedingungen nicht finanzierbar wären, Prestigeobjekte, deren Zweck weniger die Transportfunktion als die Befriedigung patriotischer Großmannssucht ist. Die Zahlung von Subventionen zeigt eigentlich nur, dass die für den Aufbau beider Luftfahrtunternehmen genutzten Ressourcen in anderen Verwendungen mehr Wert gehabt hätten, Wohlfahrtsverluste also, die leider niemand hinter der eindrucksvollen Kulisse einer A 380 zu entdecken vermag. Kein zusätzlicher Arbeitsplatz entsteht, wenn die Subventionsmittel zuerst dem Steuerzahler aus der Geldbörse gezogen werden und andere Verwendungen nicht mehr zur Verfügung stehen, um dann in den Taschen der Flugzeugindustrie verschwinden. Wenig sinnvoll ist auch der Rückgriff auf das Monopolargument, wenn es um die Begründung der Subventionen geht. Schließlich gibt es eine Vielzahl kleinerer Flugzeugbauer, die mittelfristig sehr wohl in der Lage sind Großflugzeuge zu fertigen. Vergegenwärtigt man sich letzlich die aktuelle Diskussion um die Kerosinsteuer zur Reduzierung der Umweltverschmutzung durch die Luftfahrtindustrie, dann wird klar das subventionswütige Politiker viele Probleme nicht lösen, sondern vielmehr kräftig zu ihrer Entstehung beitragen.

07.06.2005 um 15:28 Uhr

Sozial-Masochismus

Der in Frankreich lebende Ökonom Anthony de Jasay urteilt über das mit Nachdruck vor allem in Deutschland und Frankreich verfochtene Modell der "sozialen Marktwirtschaft" recht treffend:
 
Bitter political adversaries in the two Sick Men countries are equally eager to preserve the "European social model" from the largely imaginary liberal menace, seemingly quite oblivious to the total failure of the "model" to produce the blessings it is supposed to bring. The detached observer must rub his eyes to believe what he sees. Medieval friars and nuns who wore hairshirts knew what they were doing; they were making a down payment on a place in Heaven and the torture was worth it. But the hairshirt of the "European social model" tortures the societies that were naïve enough to fall for it, without the torture buying them anything beyond false pride. It is a case of socio-masochism where, however, the masochist is not even drawing much perverse enjoyment from the pain it inflicts on himself. (Artikel)
 
Besonders treffend ist seine Einschätzung, dass dieses "Sozialmodell" um so härter verfochten wird je weniger es funktioniert, gleich einem bockigen Kind, das seine Fehler nicht eingestehen will. Schließlich führt gerade das Überangebot an Arbeit in Form von fast 5 Mio. Arbeitslosen zu einer Situation in der die Nachfrageseite die Bedingungen diktieren kann. Noch mehr Rigidität am Arbeitsmarkt verbessert die Situation der Arbeitnehmer am wenigsten.

02.06.2005 um 16:01 Uhr

Die Konsequenzen der EU-Verfassung

Kaum einer wird sie hierzulande lesen, doch jeder betroffen sein. Warum auch? Die Deutschen dürfen nicht wie etwa die Franzosen über eine Zustimmung zum Vorschlag einer Europäischen Verfassung per Volksabstimmung entscheiden. Wer donnoch inhaltlich nicht im Regen stehen möchte dem sei die Lektüre von Roadney Leach's The European Constitution: What it realy says empfohlen:

What the EU needs is not more bureaucratic powers to add to the 97,000 pages of the acquis communautaire, but modernisation. Although much of the text reads more like a political manifesto than a constitution, it does not address unemployment (over 10% in France and Germany, sustained by unreformed markets and the rigidities of EMU); over-regulation (now affecting every aspect of national life); or corruption, which is out of control2. The Constitution would institutionalise, rather than cure, the underlying causes of these problems.