Der Streit
eskaliert. So eben zitiert die USA die Europäer wegen der geplanten Subventionen für Bau und Entwicklung des neuen Airbus 350 vor die WTO. Beide Streitparteien haben sich in der Vergangenheit in Sachen Industriesubventionen nicht mit Ruhm bekleckert. Und die Subventionierung der Luftfahrtindustrie ist ein besonders infames Beispiel für die politische Veruntreuung von Steuergeldern. Zwar macht dieser Subventionswettlauf auf den ersten Blick einen lebendigen Wettbewerb zwischen den beiden großen Playern der Luftfahrtindustrie möglich doch hinter die Kulissen geschaut offenbart sich der volkswirtschaftliche Unsinn dieses Rattenrennens, bei dem niemand gewinnen kann, schon gar nicht der Steuerzahler. Da werden Flugzeuge gebaut, die unter normalen Marktbedingungen nicht finanzierbar wären,
Prestigeobjekte, deren Zweck weniger die Transportfunktion als die Befriedigung patriotischer Großmannssucht ist. Die Zahlung von Subventionen zeigt eigentlich nur, dass die für den Aufbau beider Luftfahrtunternehmen genutzten Ressourcen in anderen Verwendungen mehr Wert gehabt hätten, Wohlfahrtsverluste also, die leider niemand hinter der eindrucksvollen Kulisse einer A 380 zu entdecken vermag. Kein zusätzlicher Arbeitsplatz entsteht, wenn die Subventionsmittel zuerst dem Steuerzahler aus der Geldbörse gezogen werden und andere Verwendungen nicht mehr zur Verfügung stehen, um dann in den Taschen der Flugzeugindustrie verschwinden.
Wenig sinnvoll ist auch der Rückgriff auf das Monopolargument, wenn es um die Begründung der Subventionen geht. Schließlich gibt es eine Vielzahl kleinerer Flugzeugbauer, die mittelfristig sehr wohl in der Lage sind Großflugzeuge zu fertigen. Vergegenwärtigt man sich letzlich die aktuelle Diskussion um die Kerosinsteuer zur Reduzierung der Umweltverschmutzung durch die Luftfahrtindustrie, dann wird klar das subventionswütige Politiker viele Probleme nicht lösen, sondern vielmehr kräftig zu ihrer Entstehung beitragen.