30.08.2005 um 16:34 Uhr
29.08.2005 um 14:09 Uhr
Gründet Mineralölkonzerne!

26.08.2005 um 00:29 Uhr
Fortsetzung der Konkurrenz mit anderen Mitteln - reloaded
24.08.2005 um 09:30 Uhr
Organspende: Mehr Anreize setzen

23.08.2005 um 00:24 Uhr
Über die Mythen des Steuerreformmodells von Kirchhof
21.08.2005 um 02:12 Uhr
Preistreiberei?
Ein politisches Possenspiel besonderer Art läuft derzeit wieder einmal auf der Bühne des Umweltministeriums ab. Auf die Erklärung von RWEs Vorstandschef Harry Roels, dass die Steigerung der Strompreise in den vergangenen Wochen auch auf die steigenden Zertifikatspreise zurückzuführen seien, reagierte Jürgen Trittin mit einem Brief in dem er meinte, es sei "in keiner Weise nachzuvollziehen die kostenlos erhaltenen Zertifikate als Begründung für höhere Strompreise" anzuführen. Wieder einmal ein schönes Beispiel für die Unfähigkeit der Politik die Wirkung ihrer eigenen Instrumente zu durchschauen. Ebenfalls ein Beispiel für das Versagen der Presse sachkundig über wirtschaftspolitische Zusammenhänge zu berichten (siehe Artikel in der Financial Times Deutschland).
Warum? Der Emissionshandel ist an sich ein bestechendes Umweltinstrument. Durch die Festlegung einer Emissionsobergrenze wird die bisherige Möglichkeit der Industrie zur Treibhausgasemission nach oben hin beschnitten, damit ein vorab beschlossenes Emissionsziel auch sicher eingehalten werden kann. Um nun dieses Ziel möglichst kostengünstig zu erreichen, wird die Handelbarkeit der Emissionsrechte zugelassen. Damit kann ein Unternehmen, dem vorab eine bestimmte Emissionsmenge in Form von Zertifikaten zugeteilt wurde, entscheiden, ob es die Emissionsrechte lieber selbst verwendet, um legal Kohlendioxid zu emittieren und dabei Strom zu produzieren oder aber die Emissionsrechte am Zertifikatemarkt zum aktuellen Marktpreis verkauft. Das Unternehmen wird solange Zertifikate am Markt erwerben, wie der Gewinn aus dem Verkauf einer zusätzlichen Strommenge über dem Zertifikatspreis liegt. Und es beginnt dann Zertifikate zu verkaufen, wenn der Erlös eines Zertifikats den Gewinn aus der mit einem Zertifikat produzierbaren Strommenge übersteigt. Langfristig versucht das Unternehmen möglichst kostengünstig den Ausstoß von Kohlendioxid mit technischen Maßnahmen zu reduzieren, damit es die freiwerdenden Emissionszertifikate gewinnbringend am Markt verkaufen kann. Auch hier gilt die Regel: Investiere solange in Maßnahmen zur Emissionsreduktion bis die Minderungskosten pro Tonne Kohlendioxid dem Zertifikatspreis entsprechen. Denn jeder Euro mehr in neue Technik wäre rausgeschmissenes Geld, dem kein entsprechender Mehrgewinn aus dem Zertifikateverkauf gegenüber steht. Folglich bestimmen diejenigen, die am billigsten Emissionen vermeiden können den Zertifikatspreis.
Dem aufmerksamen Beobachter fällt nun auf, dass ein Emissionszertifikat stets zwei Verwendungszwecke hat. Entweder es wird bei der Stromproduktion "verbrannt" oder am Zertifikatsmarkt zum Marktpreis verkauft. Das jedoch bedeutet, dass bei der jeweiligen Verwendung eines Zertifikats zu berücksichtigen ist, was die alternative Verwendung eingebracht hätte. Ein Emissionszertifikat mit dem eine Strommenge produzierbar ist, die am Markt sagen wir 40 Euro Gewinn (Erlös minus Produktionskosten) einbringt, ließe sich auch für rund 22 Euro direkt auf dem Zertifikatemarkt verkaufen. Da man das Zertifikat nicht für beides verwenden kann, schmälert es aber den Gewinn aus dem Stromverkauf, übrig bleiben also 18 Euro. Damit wird sichtbar, dass jedes Zertifikat, sobald es handelbar wird, ungeachtet dessen zum Kostenfaktor wird, ob es dem Unternehmen zunächst unentgeltlich zugeteilt wurde oder aber erst am Markt erworben werden mußte. Folglich hat RWE-Chef Roels ganz recht, wenn er die Stromverteuerung mit der Preissteigerung der Zertifikate begründet. Und unser Umweltminister hat einmal mehr bewiesen, dass er wichtige Prinzipien des Emissionshandels schlichtweg nicht verstanden hat.
Nun muß man sich fragen, warum sich die betroffenen Unternehmen nicht schon viel zeitiger die Mühe gemacht haben, den Umweltminister und seine Beamtenschar über die Funktionsmerkmale ihres klimapolitischen Lieblingskinds Emissionshandel aufzuklären. Ganz einfach, weil dann der ganze mit Wettbewerbsnachteilen begründete Hick-Hack um die Anfangsausstattung mit Emissionsrechten aufgeflogen wäre. Dann hätte den Beamten des BMU auffallen können, dass alle Unternehmen bei jeder Produktionseinheit mit dem Zertifikatspreis belastet werden, also weder der eine noch der andere Wettbewerbsvor- oder nachteilen durch eine mehr oder weniger großzügige Anfangsausstattung mit Emissionsrechten ausgesetzt gewesen wäre. Nur so konnten die Unternehmen über vermeintliche Wettbewerbsnachteile klagend auf die Jagd nach sog. "Windfall-Profits" gehen, die durch den Erlös der im Betriebsoptimum verkauften Emissionsrechte entstanden. Da jedes Emissionsrecht, egal wie es verwendet werden soll, immer auch anderweitig zu Geld gemacht werden kann, entstehen trotz dieser Gewinne sog. Opportunitätskosten, die als reale Produktionskosten die Produktionsentscheidung jedes Unternehmens bestimmen. Die zusätzlichen Zertifikatserlöse ändern daran nichts, da sie sich ja nicht mindernd auf die Produktionskosten, den bei der Stromproduktion einzigen wettbewerbsrelevanten Parameter, auswirken. Nur so konnte verschleiert werden, dass es bei der kostenlosen Anfangsverteilung um einen wettbewerbsirrelevanten Kampf um die Verteilungsmasse des Wertes aller Emissionszertifikate, also lediglich um die Aufteilung einer Pauschalsubvention für die Unternehmen ging.
Bleibt nur die Frage, warum die Zertifikatspreise steigen und ob die Versorger tatsächlich, wie Politiker und "Energieexperten" meinen, den Zertifikats- und damit indirekt auch dem Stromkurs hochzutreiben, um den Zusatzprofit zu maximieren? Der derzeitige Anstieg der Erdgaspreise verteuert die Stromproduktion aus Erdgaskraftwerken. Folglich wird es kostengünstiger die Erdgasstromproduktion soweit wie möglich und nötig durch den Einsatz von Kraftwerkskapazitäten auf Kohlebasis zu ersetzen. Da die Kohleverbrennung aber mit höheren Kohlendioxidemissionen verbunden ist, steigt die Nachfrage nach Emissionszertifikaten. Deren Angebot ist bekanntlich konstant, was zu entsprechend intensiven Preisausschlägen nach oben führen kann. Die o.g. Verschwörungstheorie erscheint dagegen eher auf tönernden Füßen zustehen, fragt sich doch, wie Unternehmen die durch spekulatives Horten ihre Produktionskosten erhöhen damit dann auch noch Zusatzprofit machen wollen.
19.08.2005 um 18:31 Uhr
Kollaps?
Another modern “collapse” occurred in Haiti, which Diamond says is “among the most overpopulated countries in the New World.” To make his case, Diamond compares it to the Dominican Republic, with which it shares the island of Hispaniola. Haiti has a population density of 670 people per square mile; in the Dominican Republic, the figure is 460. Haiti’s per capita GDP is $ 1,600 per year; the Dominican Republic’s is $ 6,000. Today 28 percent of the Dominican Republic is forested; only 1 percent of Haiti is. Diamond asserts that the combination of Haiti’s population density and lower rainfall “was the main factor behind the more rapid deforestation and loss of soil fertility on the Haitian side.”
This simplistic analysis doesn’t stand up to scrutiny. Diamond overlooks an even more “overpopulated” island right next door, Puerto Rico. Its population density is almost twice that of Haiti, at 1,120 people per square mile. By 1900 Puerto Rico’s primary forests had been reduced to 1 percent of their original extent, and in 1953 its secondary forests covered only 6 percent of the island. Today 32 percent of Puerto Rico is forested, and the island’s per capita GDP is $ 16,800 per year.
Why is Puerto Rico so much better off than its neighbors? In a word, institutions. Diamond vaguely recognizes the importance of social and political institutions, but his analysis doesn’t go much deeper than arguing that Haitian dictators have been more rapacious than Dominican dictators. In fact, the last two centuries have shown that the more a country adheres to the rule of law, protects private property, reduces bureaucratic corruption, nurtures a free press, permits free markets, engages in trade, and allows democratic politics, the less likely it is to suffer from the Malthusian horrors of plagues, famines, and civil wars. What Haiti and Rwanda have in common is not just dense populations but shattered social and political institutions. What the United Kingdom, the Netherlands, and Puerto Rico have in common are not only dense populations, but adequately effective social and political institutions.
18.08.2005 um 15:21 Uhr
Hinkender Vergleich
Grundsätzlich ist anzumerken, dass andere anthropogen bedingte Mortalitätsursachen weitaus erheblicher sind als die Kollisionsraten an Windenergieanlagen. ERICKSON et al. (Avian Collisions with Wind Turbines: A Summary of Existing Studies and Comparisons to Other Sources of Avian Collision Mortality in the United States, NWCC Resource Document Washington, D.C. Western EcoSystems Technology Inc. 2001) legen für die USA einen konkreten Vergleich der jährlichen Kollisionsopfer vor. An Fahrzeugen kollidieren demnach ca. 60 bis 80 Millionen Vögel, an Gebäuden/Fenstern ca. 98 bis 980 Millionen,an Freileitungen ca. Zehntausende bis 17 Millionen, an Sendemasten ca. 4 bis 50 Millionen und an Windenergieanlagen etwa 10 000 bis 40 000.
17.08.2005 um 00:31 Uhr
Zitat des Tages: Angela Marquardt
Die NPD soll nicht verboten werden. Es steht außer Frage, dass sie eine gefährliche Partei ist. Doch eine Demokratie, die Parteien verbietet, zeigt Schwäche, wo sie Stärke zeigen sollte. Der Artikel im Grundgesetz, der es ermöglicht, Parteien für verfassungswidrig zu erklären, sollte gestrichen werden. Die NPD wird aus Überzeugung gewählt. Und Verbote verhindern eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Partei.
16.08.2005 um 18:26 Uhr
Wahlmarkt
12.08.2005 um 12:58 Uhr
Trade & Aid
Dani Rodrik von der amerikanischen Harvard Universität erläutert in einem Artikel, die Förderung von Freihandel und finanzielle Entwicklungshilfe allein nicht ausreichen die wirtschaftliche Entwicklung in der Dritten Welt zu beschleunigen. Internationale Zusammenarbeit, die auf eine Verbesserung der Wirtschaftspolitik und eine Stärkung der institutionellen Kapazitäten in den betroffenen Ländern hinausläuft, sollte daher einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen. Anhand der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungserfolge von Mexico und Vietnam illustriert der Autor die enorme Bedeutung der nationalen Politik eines Landes für die wirtschaftliche Entwicklungsdynamik.
In diesem Zusammenhang ist sicherlich auch ein Artikel im Economist über die Wirksamkeit der WTO bei der Förderung des internationalen Handels interessant.
10.08.2005 um 19:47 Uhr
Kurze Pause
09.08.2005 um 01:03 Uhr
Grüner Merkantilismus
08.08.2005 um 10:40 Uhr
Korrektur

08.08.2005 um 00:03 Uhr
Lange Rede, kurzer Sinn
Die 48 Stunden Rede-Rallye als Auftakt des Grünen Wahlkampfs zur Bundestagswahl stand unter dem Motto "Grüne zeigen Ausdauer". Dass dies nicht unbedingt Gutes verheißt, zeigt sich am Grünen Wahlprogramm, in dem sie u.a. notorisch an ihrer populistischen, auf Stimmenfang abstellenden, ökonomisch jedoch wenig durchdachten Forderung nach einem gesetzlich fixierten Mindestlohn festhalten. Ebenso ausdauernd muß man diesem Programmpunkt die reale Funktionsweise und die potentiellen Fehlwirkungen entgegenhalten. Deshalb bleibt mir nichts weiter übrig, als wieder einmal den alten Beitrag "Mindestlöhne und Flächentarifverträge" aus dem Archiv dieses Weblogs herauszukramen und in die argumentative Wagschale zu werfen. Statt mit der immer wieder gut funktionierenden Neidstrategie ("Immer mehr Menschen verdienen im Monat das, was andere an einem Tag verdienen."-Wahlprogramm der Grünen, S. 30) die weiche Stelle an Herz und vor allem Kopf des Wählers anzuvisieren hatte ich hier versucht, Ursachen und Wirkungen einer Mindestlohnforderung aus ökonomischer Perspektive zu beschreiben.
06.08.2005 um 14:27 Uhr
Gibt es eine Krebsepedemie?
Executive Summary: The major avoidable causes of cancer are: (1) smoking, which accounts for 27% of cancer deaths in Canada and 80% to 90% of deaths from lung cancer; (2) dietary imbalances (e.g., lack of sufficient amounts of dietary fruits and vegetables), which account for about another third; (3) chronic infections, mostly in developing countries; and (4) hormonal factors, which are influenced primarily by life-style.
There is no cancer epidemic except for lung cancer due to smoking. (Cancer is actually many diseases, and the causes differ for cancers at different target sites.) Since 1971, overall cancer mortality rates in Canada (excluding lung cancer) have declined 17% in women and 5% in men. Regulatory policy that focuses on traces of synthetic chemicals is based on misconceptions about animal cancer tests. Current research indicates that it is not rare for substances to cause cancer in laboratory rodents in the standard high-dose experiments. Half of all chemicals tested, whether occurring naturally or produced synthetically, are “carcinogens”; there are high-dose effects in rodent cancer tests that are not relevant to low-dose human exposures and which may contribute to the high proportion of chemicals that test positive.
The focus of regulatory policy is on synthetic chemicals, but 99.9% of the chemicals humans ingest are natural. For example, more than 1000 naturally occurring chemicals have been described in coffee: 30 have been tested and 21 have been found to be carcinogenic in rodents in high-dose tests. Plants in the human diet contain thousands of natural “pesticides” produced by plants to protect themselves from insects and other predators: 72 have been tested and 38 have been found to give cancer to rodents. Thus, exposure to synthetic rodent carcinogens is small compared to the natural background of rodent carcinogens. High-dose rodent cancer tests need to be re-evaluated by viewing results from this perspective.
There is no convincing evidence that synthetic chemical pollutants are important as a cause of human cancer. Regulations targeted to eliminate low levels of synthetic chemicals are enormously expensive: the United States Environmental Protection Agency (EPA) has estimated that environmental regulations cost 140 billion US$ per year in the United States. Others have estimated that the median toxic control program costs 146 times more per hypothetical life-year saved than the median medical intervention. Attempting to reduce low hypothetical risks has other costs as well: if reducing synthetic pesticides makes fruits and vegetables more expensive, thereby decreasing consumption, then the cancer rate will likely increase. The prevention of cancer will come from knowledge obtained from biomedical research, education of the public, and life-style changes made by individuals. A re-examination of priorities in cancer prevention, both public and private, seems called for.
In this study, we highlight nine misconceptions about pollution, pesticides, and the causes of cancer. We briefly present the scientific evidence that undermines each misconception. The nine misconceptions are listed in Contents (p. v–vi) and an extensive bibliography is provided in References and further reading (p. 99). Phrases in the text typeset like this, carcinogenic potency, are defined in the Glossary (p. 91).
04.08.2005 um 14:45 Uhr
Voll daneben
03.08.2005 um 22:55 Uhr
Von der Absurdität des Wahlkampfs
02.08.2005 um 17:30 Uhr
Verrat zahlt sich nicht aus!
Der Bonner Professor für Wirtschaftswissenschaften Lorens Imhof hat zusammen mit seinen Kollegen Drew Fudenberg und Martin Nowak von der Universität Harvard mathematisch untersucht, welches Verhalten sich in einer Gruppe von Individuen durchsetzt, wenn man das Gefangenen-Dilemma viele Male hintereinander durchspielt. "Wir sind dabei von drei unterschiedlichen Verhaltensmustern ausgegangen", erklärt Professor Imhof. "Zum einen gab es Personen, die immer kooperierten, also ihren Komplizen nie verpfeifen würden, unabhängig davon, wie der mit ihnen umspringt. Dann gab es Personen, die immer Verrat übten. Und schließlich war da noch eine dritte Teilgruppe, die nach dem Motto 'wie du mir, so ich dir' verfuhr: Sie machten ihre Entscheidung 'Kooperation oder Verrat' davon abhängig, wie sie selbst in der Runde zuvor behandelt worden waren." "Tit for Tat" heißt diese Strategie im Englischen: Zunächst einmal verhalte ich mich kooperativ, wenn du mich aber verpfeifst, verpfeife ich dich beim nächsten Mal auch.
Nach zehn Runden wurde ausgewertet, wie viele Jahre Gefängnis jede Person auf ihrem virtuellen Buckel hatte. Danach bekamen manche der Mitspieler Nachkommen. Je weniger Gefängnisjahre, desto besser waren sie mit ihrem Verhalten gefahren und desto höher ihre evolutionäre Fitness - sprich: die Chance, Kinder in die Welt zu setzen. Für jeden Neugeborenen starb ein zufällig ausgewähltes Mitglied der Elterngeneration, so dass die Gesamtzahl der Mitspieler konstant blieb. "In der Regel erbten die Nachkommen die Spielstrategie ihrer Eltern", erläutert Imhof. "Manchmal konnte die Strategie aber auch zufällig mutieren. Nachkommen eines 'Verräters' spielten dann beispielsweise 'Tit for Tat' oder umgekehrt." Durch Mutation und Selektion konnte sich die Spielstrategie der Gruppe daher im Laufe der Evolution verändern.
In unendlichen Populationen wird Kooperation bestraft
Derartige "Evolutionsspiele", die auf dem Gefangenen-Dilemma basieren, sind nicht neu. In unendlich großen Populationen setzen sich dabei in der Regel die "Verräter" durch - Kooperation wird bestraft. "Wir gehören jedoch weltweit zu den ersten Arbeitsgruppen, die diese Analyse für beschränkte Bevölkerungsgrößen durchgeführt haben", betont Imhof. Eine realistische Annahme; Populationen sind schließlich nie unendlich groß.
Erstaunliches Ergebnis: In Gruppen von 30 bis 60 Personen setzen sich abwechselnd alle drei Strategien durch. Und zwar in strenger Reihenfolge: Zunächst kooperieren fast alle Mitspieler, einige Generationen später gibt es plötzlich nur noch Verräter, bevor sich schließlich die Anhänger von "Tit for Tat" durchsetzen. "Tit for Tat" ist dabei mit Abstand am stabilsten: Hat sich diese Strategie einmal etabliert, dauert es vergleichsweise lange, bis wieder die Kooperationswilligen die Gruppe dominieren. Professor Imhof: "In begrenzten Populationen haben Verräter keine Chance, sich dauerhaft zu halten."
