Mit dem Kopf voran

09.11.2005 um 23:51 Uhr

Die Reichen steuern?

Matthias W.

Gestern vermeldete u. a. DPA:

"Die große Mehrheit der Bundesbürger (73 Prozent) befürwortet laut einer Umfrage eine Reichensteuer."

So passend wie amüsant ist eine DPA-Grafik, die an anderer Stelle (Seite 1 der FR) ebenfalls gestern erschien:



Die "Reichensteuer" geht bekanntlich auf SPD-Überlegungen zurück, eine zusätzliche Einkommensteuerstufe von 45% für Bezieher von Jahreseinkünften ab 250.000 Euro (für Ledige) bzw. 500.000 Euro (für Verheiratete) einzuführen.
Nun, laut Grafik gibt es ca. 120.000 Steuerpflichtige mit Jahreseinkünften ab 250.000 Euro (Selbst unter der Extremannahme, dass all diese Steuerpflichtigen zusammen veranlagte Ehegatten sind, gibt es max. 240.000 "Reiche"). Gemessen an ca. 82 Mio. Bundesbürgern droht also zwischen 0,15% (120.000/82.000.000) und 0,3% der Bevölkerung die "Reichensteuer". Das heißt dann natürlich auch, dass gegenwärtig zwischen 99,85% und 99,70% der Bevölkerung keine Angst vor der "Reichensteuer" haben müssen. So gesehen überrascht es, dass "nur" 73% der Bundesbürger für eine "Reichensteuer" sind. Entweder irren die Demoskopen wie jüngst bei der Bundestagswahl oder geneigte Kreise müssen ihre Neidkampagnen weiter verstärken.
Vielleicht fühlt aber auch so mancher Bürger, dass man "Reiche" zwar nicht mögen muss, man aber auch nicht beliebig Spitzeneinkommen als zu hoch und damit entbehrlich, also wegbesteuerbar ansehen kann - zumindest solange diese Einkommen auf freiwillige Verträge zurückzuführen sind. In diesem Sinne würde wohl Ludwig von Mises schmunzelnd darauf verweisen, dass es den Konsumenten dementsprechend auch ganz überwiegend freisteht, per Kaufverweigerung Spitzenverdiener ganz schnell arm zu machen.


09.11.2005 um 08:47 Uhr

AIDS und Sexualverhalten

Andrew Francis von der University of Chicago scheint in seinem aktuellen Paper "The Economics of Sexuality: The Effect of HIV/AIDS on Sexual Behavior Desire, and Identity in the United States" die These der Ökonomen zu belegen, dass AIDS den "Preis" sexueller Kontakte erhöht und so zu einer Änderung des Sexualverhaltens von Frauen und Männern führt. Während Frauen auf die Erkenntnis eines AIDS-Falles in der Familie mit einer stärkeren Neigung zu homosexuellen Kontakten reagieren, nehmen Männer unter diesen Bedingungen von homosexuellen Kontakten eher Abstand:

In this paper, I develop and test a simple economic model of sexuality. The key idea is that—taking the biological determinants of sexual preferences as given—social, cultural, and economic variables play a crucial role in the development and expression of sexual behavior, desire, and identity. I apply the theory to make predictions about the effect of AIDS on sexuality, since AIDS dramatically altered the cost of sexual activities. Using a nationally representative dataset on sexual behavior in the United States, I estimate the impact of AIDS. I employ an instrumental variables strategy, as well as examine the change in sexual behavior before and after AIDS is discovered. I create an instrumental variable based on whether a person has a relative with AIDS. People who have a relative with AIDS, on average, have more knowledge, awareness, and fear of AIDS than those who do not. I argue that this variable is exogenous, as it is uncorrelated with a large number of individual background characteristics. The empirical results validate the economics of sexuality. I find that AIDS causes people to shift from less safe sexual activities to safer ones. I find that AIDS causes men to shift from homosexual to heterosexual behavior, desire, and identity, whereas AIDS causes women to shift from heterosexual to homosexual desire. Neither genetic nor hormonal theories of sexual orientation can explain these findings. Therefore, biology is not the sole determinant of sexual orientation.

Via Marginal Revolution.

08.11.2005 um 16:27 Uhr

Geldanlage Finanzamt

"People respond to Incentives" fast Steven Landsburg in seinem Buch "Armchair Economist" den Kern ökonomischen Handelns zusammen. Wie sehr er damit ins Schwarze trifft zeigt das Beispiel niederlänischer Firmen, die dem Finanzamt eine Steuererklärung mit überhöhten Gewinnerwartungen abgeben, aus ihrer Barschaft zunächst einmal überhöhte Steuern überweisen, um diese dann mit einer fünfprozentigen Verzinsung vom Finanzamt zurückerstattet zu bekommen. Die Geschichte spricht nicht nur Bände über die Kraft ökonomischer Anreize, sondern auch über die Qualifikation der holländischen Finanzpolitiker .

08.11.2005 um 00:48 Uhr

Reine Ansichtssache

Beim bereits erwähnten FR-Artikel "Verzerrte Pleitediagnose" muss man sich vor allem über die eigenwillige Definition des staatlichen Kapitalstocks wundern:

Man kann sich eine Vorstellung von der Dimension machen, wenn man die gesamten öffentlichen Schulden, die ja Schulden der Gesellschaft als Ganzes sind, dem gesamten in Deutschland wirtschaftlich genutzten Kapitalstock gegenüberstellt.

Hier rechnet der Autor die Gesamtheit des privaten und staatlichen Vermögens gegen die öffentlichen Schulden auf und vermag aus diesem Verhältnis kein Problem zu erkennen. Nun, das wäre dasselbe als würde ein völlig überschuldeter Unternehmer das Vermögen seines Konkurrenten als Hypothek mitkalkulieren und sich über die zunehmende Unwilligkeit einer Kreditvergabe seitens seiner Hausbank wundern. Wenn man in kollektivistischer Tradition auch private Vermögen rhetorisch staatlich vereinnahmt, dann kann man sehr schnell jedes Problem kleinreden.

08.11.2005 um 00:35 Uhr

Kopfschütteln mit der Frankfurter Rundschau: Kein Schuldenproblem

Matthias W.

Heiner Flassbeck, ehemaliger Lafontaine-Berater und jetziger Unctad-Chefvolkswirt lieferte den Lesern der Frankfurter Rundschau am Wochenende mal wieder Schützenhilfe. Flassbecks Kernaussage: Unsere Staatsschulden seien kein Problem, denn wir schulden sie uns selbst.
Nun, konsequenterweise könnte die öffentliche Hand den Schuldendienst jetzt einstellen. Und vielleicht diskutiert die Unctad (United Nations Conference on Trade and Development) demnächst, ob nicht auch die Schulden der Dritten Welt eigentlich irrelevant sind. Schließlich hat ja hier die
Weltgemeinschaft lediglich Schulden bei der Weltgemeinschaft...

Aber im Ernst. Flassbecks Kernsatz: "Unsere Kinder erben die Schulden wie die Guthaben." kann ja wohl gerade nicht ernst gemeint sein. Denn bekanntlich werden mit staatlichen Krediten ganz überwiegend Konsumausgaben finanziert, also gerade keine zukünftigen Guthaben (im Gegensatz zu Flassbecks Beispiel seiner privaten Hausinvestition) geschaffen. Und deshalb müssen staatliche Schulden ja auch durch steuerlichen Zugriff auf private Guthaben bedient werden.
Aber das ficht Flassbeck natürlich nicht an. Stattdessen bestärkt er die geneigten FR-Leser in ihrem Glauben, dass es zu Gerechtigkeit und Effizienz führt, wenn man Bürger zu Zahlungen für anonyme Zwecke zwingt (die im Falle von Staatsschulden auch noch in ferner Vergangenheit liegen).

Nun mag man auf das Ricardo-Barro-Äuivalenztheorem verweisen, wonach es rationalen Bürgern egal sein kann, ob sich der Staat durch Steuern oder durch Schulden finanziert. Rationale Bürger würden demnach die schuldenfinanzierte Steuersenkung zinsbringend anlegen, um in der Zukunft die fälligen Staatsschulden bezahlen zu können, eine These die allerdings auch unter Ökonomen noch heftig umstritten ist. Werden die Staatsausgaben vor allem konsumtiv ohne Vermögenswert für die Zukunft verwendet, ist eine ungefragte Lastenverschiebung auf zukünftige Generationen doch möglich.

Aber egal, ob Verschiebung oder nicht; entscheidend scheint mir zu sein, ob die Lasten akzeptabel waren oder sind für den, der sie tragen muss. Dieses Problem stellt sich bei staatlicher Umverteilung natürlich immer. Solange die Umverteilung innerhalb eines begrenzten Gebiets und zwischen miteinender lebenden Personen erfolgt, mag es diese Akzeptanz geben. Aber faktisch ist die Steuer- und Abgabenlast längst an Akzeptanzgrenzen gestoßen. Ein Ausweichen auf eine verstärkte Staatsverschuldung (um wohl doch Lasten vom Heute ins Morgen zu verschieben) ist deshalb keine überraschende Ausweichreaktion. Letzter Strohhalm könnte dann noch sein, dass mit öffentlichen Krediten öffentliche Investitionen erfolgen, die auch Erträge und damit Entlastung für zukünftige Generationen bringen. Aber bereits ein kurzer Blick auf die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der letzten Jahre beweist, wie illusorisch das ist: Die Staatsdefizite betragen inzwischen deutlich mehr als das Doppelte der Bruttoinvestitionen (von gut 30 Mrd. EUR p. a., vgl. Jahresgutachten 2004/05 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, S. 251) Und ob öffentliche Investitionen überhaupt angemessen rentierlich sind, ist dann die nächste Frage...


08.11.2005 um 00:15 Uhr

Verstärkung eingetroffen

Matthias W., ebenfalls in Berlin ansässiger Volkswirt, hat sich von der Idee des Gast-Bloggens begeistern lassen. Willkommene Verstärkung für die Anatomie des politischen Alltags.

06.11.2005 um 23:48 Uhr

Medikamentenwerbung senkt Medikamentenkosten

Um weitere Kostensteigerungen im Gesundheitswesen zu vermeiden, untersagt die EU Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente. Offenbar, so die Meinung von Gesundheitsökonomen, haben die Gesetzgeber hier wieder einmal zu kurz gedacht. Denn Werbung belebt die Konkurrenz und Konkurrenz senkt bekanntermaßen die Preise. Jedenfalls kommt eine Studie des Berliner Gesundheitsökonomen Klaus-Dirk Henke und des Instituts für Politische Analysen und Strategie zu dieser Schlußfolgerung und verbindet dies mit der Forderung nach einer stärkeren Deregulierung des Gesundheitswesens. Hier die Langfassung der Studie.

Der Klassiker zum Thema Markt und Gesundheitsversorgung ist nach wie vor David Friedman's Aufsatz Should Medicine be a Commodity?, die Analyse einer Frage, die er schließlich doch mit einem recht klaren "Ja" beantwortet:

One argument that I have not yet answered--and find very unpersuasive--is the claim that "health is too important to be left to the market." My response would be that the market is, generally speaking, the best set of institutions we know of for producing and distributing things. The more important a good is, the stronger the argument for having it produced by the market.

Both barbers and physicians are licensed; both professions have for decades used licensing to keep their numbers down and their salaries up. Government regulation of barbers makes haircuts more expensive; one result, presumably, is that we have fewer haircuts and longer hair. Government regulation of physicians makes medical care more expensive; one result, presumably, is that we have less medical care and shorter lives. Given the choice of deregulating one profession or the other, I would choose the physicians.

05.11.2005 um 13:42 Uhr

Die Sonne und der Klimawandel

Wissenschaftler der amerikanischen Duke University gehen davon aus, dass die gängigen Klimamodelle einer dringenden Korrektur bedürfen:

At least 10 to 30 percent of global warming measured during the past two decades may be due to increased solar output rather than factors such as increased heat-absorbing carbon dioxide gas released by various human activities, two Duke University physicists report.

The physicists said that their findings indicate that climate models of global warming need to be corrected for the effects of changes in solar activity. However, they emphasized that their findings do not argue against the basic theory that significant global warming is occurring because of carbon dioxide and other “greenhouse” gases (Duke University News).

04.11.2005 um 09:34 Uhr

Kanadas staatliches Gesundheitssystem oder Wie Sozialismus krank macht

Dead Meat heißt ein im Internet verfügbares Video über die Defizite des kanadischen Gesundheitssystems. Wer glaubt, dass mehr Staat, weniger Wettbewerb und die Hoffnung auf Solidarität die Probleme unseres Gesundheitssystems lösen, sollte sich diesen Streifen einmal genauer anschauen:

Dead Meat is a 25 minute short film which shows the reality of health care under Canada's socialized medical system: Canadians wait ... and wait ... and wait. ... And sometimes they die while waiting for free government health care.


03.11.2005 um 01:06 Uhr

Die Wurzeln des Glücks...

...lassen sich vielleicht auf dem neuen Weblog von Will Wilkinson Happiness and Public Policy entdecken. Sehr lesenswert sind auf jeden Fall die hier verlinkten Artikel von Randolph Nesse und David Buss über die evolutionären Ursachen des Glücks und über Antworten auf die Frage, warum unser Wohlstand nicht immer mit einer Zunahme des Frohsinns einhergeht.



Das Thema ist auch bei mir nicht ganz neu: Höhere Steuern für mehr Glück?

Via Marginal Revolution.

02.11.2005 um 14:03 Uhr

Bitte reguliert uns!

Der diesjährige Ökonomie-Nobelpreisträger Thomas Schelling dürfte eine ganze Menge zum Verständnis der verschlungenen Hintergründe wirtschaftspolitischer Regulation beigetragen haben. Auch die jüngsten Ideen der designierten SPD-CDU-Koalition deuten verdammt gut auf eine Erkenntnis Schellings hin, die der Ökonom Robert H. Frank kürzlich in einer New-York-Times-Kolummne aufgegriffen hat (zitiert vom Environmental-Economics-Weblog):

LEFT to their own devices, hockey players invariably skate without helmets. Yet when they vote in secret ballots, they almost always favor a rule requiring the gear. If this rule is such a good idea, why don't players just wear helmets on their own?

...

Mr. Schelling's example thus suggests a radical new perspective on the various ways societies restrict individual choice. Consider the similarity between helmet rules and workplace safety regulations. Because riskier jobs pay higher wages, workers can gain advantage by accepting them. Just as unrestricted hockey players may feel compelled to discard their helmets, workers who are free to sell their safety may realize that unless they seize the higher wages, they will consign their children to inferior schools. In each case, limiting our options can prevent a mutually disadvantageous race to the bottom.

Was hat das Hockey-Spieler-Beispiel mit unserem Lebensmitteleinzelhandel zu tun? Sehr viel, denn es erscheint plausibel, dass sich der zumindest ein Teil des Einzelhandels mangels eigener Disziplin, sich gegenseitig nicht zu stark der gegenseitigen Konkurrenz auszusetzen, möglicherweise ganz wohl in einem staatlich sanktioniertem Preiskartell fühlt. Denn nichts anderes wird durch eine Begrenzung der Einzelhandelspreise auf den sogenannten Einstandspreis erreicht. Anders als im obigen Beispiel ist der Wettbewerb im Einzelhandel jedoch kein "Race to the Bottom", denn er führt zu mehr Wettbewerb, niedrigeren Preisen und mehr Innovation im Einzelhandel. Trotz aller Lippenbekenntnisse des Staates gegen eine Monopolisierung der Wirtschaft wird mit diesen Maßnahmen genau das Gegenteil erreicht. Bedauerlicherweise ist der Konsument in diesem Politikgerangel von untergeordneter Priorität.

Update: Folgendes Statement auf der Webseite des deutschen Einzelhandels legt nahe, dass die o.g. Interpretation  nicht ganz unbegründet ist. Zwar spricht sich der Einzelhandel gegen eine weitere Verschärfung der Preisregulierung doch für gewisse Restriktionen nach dem alten Muster aus:

Die bisherige gesetzliche Regelung, die auf Dauer angelegte unter Einstandspreise verbietet (§ 20 Abs. 4 GWB), hat sich in der Praxis bewährt. Bereits heute werden nicht nur durchgehende Aktionen, sondern auch bestimmte Einzelaktionen durch das Bundeskartellamt sanktioniert. Das gilt etwa, wenn diese Einzelaktionen für verschiedene Produkte an bestimmten Tagen – etwa als Sonderaktionen jeweils zum Wochenende – in drei aufeinander folgenden Wochen stattfinden. Dies und die Rechtsprechung vermitteln den Handelsunternehmen eine Richtschnur für zulässige Angebote und erleichtern gleichzeitig die Verfolgung ungerechtfertigter Angebote unter Einstandspreis. Die bisherige Rechtsprechung hat sich bewährt. Es gibt keinen Grund, sie zu ändern.

02.11.2005 um 00:45 Uhr

Große Koalition gegen Konsumenten

Wie sehr dieses Land mehr und mehr zu einer Lobbyisten-Republik verkommt zeigen die aktuellen Bestrebungen der SPD und CDU den Wettbewerb im Einzelhandel einzuschränken. Es reicht offenbar nicht, dass bereits heute die freie Preisbildung im Einzelhandel durch das Kartellamt eingeschränkt ist. Nein, nun soll diese Regel durch das unsinnige Verbot auch des kurzfristigen Warenverkaufs unter Einstandspreisen verschärft werden. Generell macht es aus Unternehmenssicht keinen Sinn, die einmal auf Lager genommenen Waren zu Einstandspreisen zu bewerten. Entscheidend für die Preisbildung im Laden ist die Zahlungsbereitschaft der Kunden und die Kosten, die Auslage und Lagerung der Waren im Geschäft verursacht. Gleichgültig zu welchem Preis ein Unternehmen seine Ware eingekauft hat, liegen die Dinge erst einmal im Lager oder Regal müssen durch den Verkauf der Produkte nur noch die unmittelbaren Bevorratungskosten gedeckt werden. Schließlich läßt sich der Einkauf vom Großhandel nicht rückgängig machen und so ist die einzige Alternative die Ware aus dem Laden zu bekommen, ein Absatz an die Konsumenten entsprechend ihrer Zahlungsbereitschaft. Wird diese Art der Preisbildung durch das Kartellamt verhindert sinkt die angebotene Warenmenge und der Preiswettbewerb um den Kunden reduziert sich. Gerade  der Wettbewerb im Einzelhandel und die damit verbundenen Produktivitätssteigerungen dürften jedoch wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Lebensmittelpreise in Deutschland zwischen 1991 und 2004 um real 14 % gesunken sind (Statistisches Bundesamt). Kommt die frischgebackene SPD-CDU-Koalition mit ihrem ökonomischen Amoklauf gegen den Wettbewerb im Einzelhandel durch, dürften diese "goldenen Zeiten" der Konsumenten bald der Vergangenheit angehören. Ob dann noch viele Lebensmittel für die TAFELN übrig bleiben erscheint ebenfalls fraglich. Denn welcher Supermarkt riskiert noch Einkaufsmengen, die er wenn es sein muß nicht mehr unter Einstandspreis verkaufen darf?

01.11.2005 um 00:51 Uhr

Gute-Nacht-Satire

Nachdem ich diese alamierenden Zeilen gelesen habe, fühle ich mich gezwungen einen riesen Skandal aufzudecken:

Lebensmittelprojekt DIE TAFELN macht Einzelhandel kaputt!

Wer glaubt hinter den TAFELN steht purer Altruismus, der hat sich wohl geirrt, weil in diesem Projekt örtliche Bäckereien und Wochenmärkte, Supermarktketten, Kfz-Mechaniker, Grafiker, Automobilhersteller, Beratungsunternehmen ihre Produkte unter Einstandspreisen an ihre Kunden verschleudern. Herr Seehofer (CSU) und Frau Zypries (SPD) sollten hier schleunigst regulierend eingreifen, denn es ist ja wohl nicht einzusehen, dass Dumping-Lebensmittel für Bedürftige unsere armen kleinen Tante-Emma-Läden und Imbissbuden in den Ruin treiben.

Mehr zu diesem peinlichen Thema schwarz-roter Wirtschaftspolitik in den nächsten Tagen...