Derzeit wird viel über zu viel und zu ungesundes Essen der Bevölkerung geklagt und dabei anklagend auf die Nahrungsmittel- und vor allem die Fast-Food-Industrie geschaut. Essen wir tatsächlich mehr Fett und Kohlenhydrate als früher und werden wir durch die Marketingstrategen der Industrie langsam umgebracht? Nicht zwangläufig wie eine niederländische Ernährungsstudie zeigt. Die Wissenschaftler des Niederländischen Instituts für Gesundheits- und Umweltforschung (RIVM) haben zumindest für ihr Land gezeigt, dass die Energieaufnahme durch Lebensmittel in den letzten zehn Jahren sogar um 5 % zurückgegangen ist, schreibt
Joshua Livestro auf TCS Europe. Unser Problem ist vielmehr, dass wir uns noch weniger bewegen, so dass selbst dieser Rückgang der Energieaufnahme zu einer durchschnittlichen Gewichtszunahme in der Bevölkerung führt. Wie der Physiker Richard A. Mueller
formuliert, liegt der Schlüssel zu einem stabilen Gewicht ganz eindeutig in einer ausreichenden Bwegung:
Hier kommt dann ein weiteres physikalisches Prinzip ins Spiel: Das
Gesetz von der Erhaltung der Masse. Genauer gesagt geht es hier um die
Erhaltung von Kohlenstoffatomen. Wenn man Nahrung verdaut, gehen die
darin enthaltenen Kohlenstoffatome ins Blut über. Wenn sie nicht auf
irgendeine Art den Körper wieder verlassen, wird man dadurch
zwangsläufig schwerer. Hier liegt die entscheidende Beobachtung: Der
einzige effektive Weg für den Körper, verdauten Kohlenstoff wieder los
zu werden, liegt darin, ihn mit Sauerstoff zu Kohlendioxid zu
kombinieren; das CO2 kann dann durch die Lungen ausgeatmet werden.
Ergo: Wenn man den Kohlenstoff im Essen nicht ausatmet, nimmt man zu.
Hierzu einige Zahlen, die ich aus einem Buch über
Trainings-Physiologie entnommen habe: Fett, Protein und Zucker
enthalten ungefähr 0,1 Gramm Kohlenstoff pro verzehrter Kiloalorie. Bei
2000 Kilokalorien pro Tag (die typische Nahrungsmenge eines
Erwachsenen), nimmt man ungefähr 200 Gramm Kohlenstoff auf. Im
Ruhezustand werden pro Atemzug ungefähr 0,5 Liter Luft ausgeatmet, die
zu rund einem Prozent aus Kohlenstoff besteht - also fünf Milligramm
pro Atemzug. Bei 12 Atemzügen pro Minute wird man am Tag rund 120 Gramm
Kohlenstoff wieder los. Das ist weniger, als man in der Nahrung hatte -
man nimmt also zu.
Die wenigsten von uns liegen aber den ganzen Tag über auf der faulen
Haut. Gehen erhöht die Atemfrequenz um den Faktor zwei bis drei. Joggt
man mit acht Kilometern pro Stunde, erhöht sich die Frequenz um den
Faktor acht bis zehn. Wer das clever kombiniert, wird den gesamten
aufgenommenen Kohlenstoff wieder los - und das Gewicht bleibt stabil.
Gehen, Laufen und Aktivität im Allgemeinen beschleunigen den
Stoffwechsel - man verbrennt Kalorien schneller -, und zugleich erhöht
sich die Atemfrequenz.
Viele Leute machen allerdings den Fehler zu glauben, dass eine
Stunde mäßigen Sports ihre Körperchmie so stark verändert, dass die
Kalorien auch dann schnell verbrannt werden, wenn sie sich nicht
bewegen. Wer nicht schneller atmet, behält den Kohlenstoff aber im
Körper. Wer abnehmen will, muss also weniger essen - oder mehr atmen.
Und der einzige effektive Weg, mehr zu atmen, bleibt Bewegung. Es gibt
einfach keine Methode, den Stoffwechsel dazu zu bringen, im Ruhezustand
schneller zu arbeiten.