Mit dem Kopf voran

23.03.2006 um 17:37 Uhr

Der Staat, die Kuh die im Himmel frißt und auf Erden gemolken werden kann...

...eine Sichtweise die nach wie vor dominiert. Wie diese Illusion durch das Prinzip der fiskalischen Äquivalenz der Finanzierung von öffentlichen und privaten Gütern durch den Staat durchbrochen werden kann beschreibt der Ökonom Heinz Grossekettler in dem Diskussionspapier "Steuerstaat vs. Gebührenstaat - Vor- und Nachteile". Neben der systematischen Darstellung der Probleme einer Finanzierung öffentlicher Güter und der für eine fiskalische Äquivalenz zu lösenden Teilaspekte gibt es in dem Aufsatz eine sehr schöne Interpretation der Geschichte unseres heutigen Steuerstaates, in dem das steuerliche Leistungsfähigkeitsprinzip Vehikel der nachhaltigen Gewinnmaximierung demokratisch legitimierter "Fürsten auf Zeit" ist.



22.03.2006 um 16:00 Uhr

Macht mehr Staat zufriedener?

Häufig fordern unsere Mitbürger den Eingriff des Staates zur Lösung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Probleme. Entsprechend umfangreich sind die staatlichen Aktivitäten von denen die Lösung vieler gesellschaftlicher Probleme erwartet wird. Doch resultiert daraus ein Zuwachs an Zufriedenheit in der Bevölkerung? Eine Studie von drei Ökonomen aus der Schweiz verpasst dieser Hoffnung einen Dämpfer. Die Auswertung von Daten mehrerer Länder kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Staat der Zufriedenheit der Menschen eher abträglich ist:

This paper empirically analyzes the question whether government involvement in the economy is conducive or detrimental to life satisfaction in a cross-section of 74 countries. This provides a test of a longstanding dispute between standard neoclassical economic theory, which predicts that government plays an unambiguously positive role for individuals' quality of life, and public choice theory, that was developed to understand why governments often choose excessive involvement and regulation, thereby harming voters' quality of life. Our results show that life satisfaction decreases with higher government spending. This negative impact of the government is stronger in countries with a leftwing median voter. It is alleviated by government effectiveness - but only in countries where the state sector is already small.

Interessant ist unter anderem, dass in Ländern, in denen der Medianwähler eher links wählt und daher eher linksorientierte Politik dominieren dürfte, steigender Einfluß des Staates die Zufriedenheit der Bürger besonders beeinträchtigt.

20.03.2006 um 17:28 Uhr

Gesundheitsökonomie

Die Debatte um die Reform des deutschen Gesundheitssystems lässt eine eine problemorientierte Diskussion vermissen. Die Vielzahl der Lösungsvorschläge aller möglichen Parteien ist weniger von der Analyse der Ursache der Misere, als vielmehr vom Streit um die Verteilung der immer höher werdenden Kosten geprägt. Jüngstes Beispiel hierfür sind die Forderungen, die privaten Krankenversicherungen in die Finanzierung der Leistungen  der gesetzlichen Versicherungen mit einzubeziehen. Statt über mehr Effizienz und sinnvolle Anreize zur Kostenreduzierung zu diskutieren, erschöpfen sich die Lösungsvorschläge in Verteilungsdebatten.

Wer vor diesem Hintergrund solide Analysen der Ursachen von Kostenexplosion und Leistungsdefiziten erwartet, steht hierzulande eher im Regen. Nur wenige deutsche Autoren warten mit ursachenbezogenen Analysen auf, zu denen Horst Siebert und Ulrich van Suntum gehören. Ein Blick in die amerikanische Bücherkiste kann mehr Licht ins Dunkel der Misere bringen. In ihrem aktuellen Buch "Healthy Competition" zeigen etwa Michael Cannon und Michael Tanner Ursachen und Lösungen der Krise US-amerikanischen Gesundheitssystems auf, wobei die hier diskutierten Anreizdefizite so ziemlich eins zu eins auf Deutschland übertragbar sind. Mit Spannung warte ich auch auf das neue Buch "Crisis of abundance: Rethinking how we pay for health care" von Arnold Kling, der bereits mit "Learning Economics" nicht nur eines der besten Bücher zum Einstieg in die Welt der Ökonomie  verfasst hat, sondern in seinen TCS-Kolummnen profunde Kenntnis des Gesundheitsmarktes beweist.

15.03.2006 um 14:43 Uhr

Warum sind arme Länder arm?

Ein Auszug aus dem sehr lesenswerten Buch The Undercover Economist von Tim Harford zum Thema Armut und Wirtschaftswachstum in der aktuellen Ausgabe des Magazins Reason:

Development specialists often focus on helping poor countries become richer by improving primary education and infrastructure such as roads and telephones. That’s surely sensible. Unfortunately, it’s only a small part of the problem. Economists who have pulled apart the statistics, or studied unusual data such as the earnings of Cameroonians in Cameroon and the earnings of Cameroonians who immigrate to the United States, have found that education, infrastructure, and factories only begin to explain the gap between rich and poor. Because of its lousy education system, Cameroon is perhaps twice as poor as it could be. Because of its terrible infrastructure, it’s roughly twice as poor again. So we would expect Cameroon to be four times poorer than the United States. But it is 50 times poorer.

More important, why can’t the Cameroonian people seem to do anything about it? Couldn’t Cameroonian communities improve their schools? Wouldn’t the benefits easily outweigh the costs? Couldn’t Cameroonian businessmen build factories, license technology, seek foreign partners, and make a fortune?

Evidently not. Mancur Olson showed that kleptocracy at the top stunts the growth of poor countries. Having a thief for president doesn’t necessarily spell doom; the president might prefer to boost the economy and then take a slice of a bigger pie. But in general, looting will be widespread either because the dictator is not confident of his tenure or because he needs to allow others to steal in order to keep their support.

The rot starts with government, but it afflicts the entire society. There’s no point investing in a business because the government will not protect you against thieves. (So you might as well become a thief yourself.) There’s no point in paying your phone bill because no court can make you pay. (So there’s no point being a phone company.) There’s no point setting up an import business because the customs officers will be the ones to benefit. (So the customs office is underfunded and looks even harder for bribes.) There’s no point getting an education because jobs are not handed out on merit. (And in any case, you can’t borrow money for school fees because the bank can’t collect on the loan.)

12.03.2006 um 02:13 Uhr

Industriepropaganda

Mit einer bizarren Argumentation versucht sich die WirtschaftsVereinigung Metalle den Beistand des Bundeskartellamts zu ergaunern, um die Preiswirkungen des europäischen Emissionshandels zu umgehen.

Die deutsche NE-Metallindustrie unterstützt weiterhin das Bundeskartellamt bei seinen Untersuchungen zum wettbewerbswidrigen Verhalten deutscher Stromerzeuger. Versuche der Stromwirtschaft, die Einpreisung von CO2-Zertifikaten als allgemein üblich darzustellen, wies die WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) am Mittwoch zurück. Den Stromerzeugern sei es als einziger vom europäischen Emissionshandel erfassten Branche gelungen, die kostenlos erhaltenen Zertifikate in massive Preiserhöhungen umzusetzen. Der Preiserhöhungsspielraum betrage bis zu 15 Prozent und erstrecke sich sogar auf Strom, der ohne CO2-Emissionen erzeugt werde. Gegen diese windfall profits müsse schnell und unnachgiebig vorgegangen werden, forderte die WVM. Die Ankündigungen von Minister Glos hierzu wiesen in die richtige Richtung.

Behauptungen der deutschen Elektrizitätswirtschaft, auch Unternehmen der Aluminiumindustrie würden eine Einpreisung der CO2-Kosten vornehmen, bezeichnete die WVM als entstellend.

„Für die vom VDEW zitierte Aluminiumbranche gibt es eine internationale Metallbörse, an der sich ein weltweit gültiger Preis für das Metall bildet. An einem solchen Markt lassen sich regionale Mehrkosten –noch dazu fiktive Kosten wie beim Emissionshandel- nicht weitergeben“, sagte der Hauptgeschäftsführer der WirtschaftsVereinigung Metalle, Martin Kneer. Im Gegensatz dazu habe aber die Stromwirtschaft offensichtlich keine Probleme, den Wert ihrer kostenlos zugeteilten Emissionsrechte auf den Strompreis aufzuschlagen und damit ungerechtfertigte Milliardenprofite zu Lasten der Stromkunden zu erzielen.

Die teilweise Überwälzung des Marktpreises für Emissionsrechte ist eine notwendige Bedingung für die Funktionsfähigkeit des Emissionshandels, denn nur so spiegelt sich die neu eingeführte Knappheit des Produktionsfaktors Kohlendioxid in den Energiepreisen wieder und führt zu der gewünschten Anpassungsreaktion. Denn nur durch reduzierten Brennstoffeinsatz ist das Emissionsminderungsziel zu erreichen.

Warum aber können die Metallproduzenten die Preise der Emissionsrechte schlechter als ihre Kollegen aus der Strombranche überwälzen? Ganz einfach, sie sind klassische Preisnehmer, die wie sie selbst darstellen an den Weltmarktpreis anpassen müssen, der von Konkurrenten diktiert wird, die nicht vom Emissionshandel betroffen ist. Daher passt die deutsche und europäische Metallbranche ihre Produktionsmenge wegen der höheren produktionskosten gewinnmaximal an den herrschenden Weltmarktpreis an, was je nach hergestellter Menge zu mehr oder weniger starker Reaktion der Weltmarktpreise führt. Da sich der Weltmarktanteil der traditionellen Stahlerzeuger (darunter der europäischer Produzenten) erheblich verringert hat dürfte der Einfluß des europäischen Angebotsrückgangs bei Stahl auf den Weltmarktpreis vergleichsweise gering sein. Diesen Mechanismus nennt die WirtschaftsVereinigung Metall ganz richtig Nichtüberwälzbarkeit.

Die europäischen Stromanbieter sind dagegen alle gleichzeitg von den Kosten des Emissionshandels betroffen. Da jeder Stromanbieter bei der optimalen Auslastung seiner Kraftwerke jetzt auch berücksichtigen muss, dass ihm bei der Produktionen der ursprünglichen Strommenge der Markterlös der hierfür notwendigen Emissionsrechte entgeht, wird er seine Produktionsmenge soweit reduzieren, bis der Verkauferlös der Emissionsrechte genau dem Gewinnverlust des hierdurch verursachten Produktionsrückgangs entspricht. Bei gleicher Stromnachfrage steigen die Strompreise, je nachdem wie stark dies von den Verbrauchern toleriert wird, ehe sie auf verfügbare Substitute umschwenken. Da keine großen Mengen billigeren Stroms auf dem europäischen Markt und kurzfristig nur wenige Substitute vorhanden sind, sind sie bereit für den knapper werdenden Strom höhere Preise zu bieten. Eine Preisüberwälzung ist möglich und notwendig.

Ein Verbot dieser Preisüberwälzung durch das Bundeskartellamts würde einen Preis und Kostenanstieg für die Verbraucher nicht verhindern. Einerseits hätten die Stromanbieter kein Interesse bei den gestiegenen Produktionskosten unverändert hohe Mengen Strom zu produzieren, andererseits würde sich die Nachfrage bei konstanten Preisen nicht reduzieren. Die Folge wäre ein Nachfrageüberhang, der nur durch die Entstehung eines Schwarzmarktes, auf dem der Strom zu markträumenden Preis gehandelt wird, abnehmen würde. Nur diejenigen würden Strom in der gewünschten Menge bekommen, die inoffiziell wie auch immer geartete Preisaufschläge zahlen würden. Denkbar wäre auch, dass ein Teil der Nachfrager gar nicht mehr bedient würde, wir also wieder in eine Zeit der Stromrationierung zurückkehren würden, in der jederman willkürliche Stromausfälle befürchten müßte, die dem Verbraucher ebenfalls teuer zu stehen kommen.

Letztlich ist das Ansinnen und die Argumentation der WirtschaftsVereinigung Metall eine volkswirtschaftliche Nullnummer, die hoffentlich bei den Wettbewerbshütern doch noch auf taube Ohren stößt.

09.03.2006 um 23:57 Uhr

Umweltschädliche Subventionen

Das dänische Institut für Umweltbewertung hat im vergangenen Jahr eine interessante Studie über das Ausmaß weltweiter umweltschädlicher Subventionen veröffentlicht. Angesichts des hohen Anteil der Subventionen mit nachweislich umweltschädlichen Folgen an den geschätzen weltweiten Subventionen wird deutlich, dass nicht allein die Wirtschaft, sondern vor allem auch der Staat mit seinen verzerrenden Anreizen unsere Umweltprobleme verursacht.


09.03.2006 um 23:38 Uhr

Gesundheitsmanager lest Weblogs!

Trotz gestiegener Spenderzahlen beklagt der Bundesverband der Organtransplantierten auch weiterhin den Mangel an Spenderorganen. Ob die von ihm favorisierten Informationskampagnen ausreichen, dieses Dilemma zu lösen, mag bezweifelt werden. Wie wärs mit ökonomischen Anreizen? Wie das funktionieren könnte wurde hier jedenfalls schon einmal diskutiert.

09.03.2006 um 23:26 Uhr

Denn sie wissen nicht was sie tun

Wie man den Klimaschutz wieder besseren Wissens teurer machen kann als er ohnehin schon ist zeigen uns die aktuellen Verlautbarungen aus dem Umweltministerium, den Unternehmen den Bau neuer Kohlekraftwerke durch eine für 18 Jahre garantierte Menge an Emissionsrechten schmackhaft machen zu wollen. Sicher wird der Umweltminister damit sein Ziel, die Kohle am Leben zu erhalten erreichen, denn dieses Versprechen setzt den Energieversorgern den Anreiz ihre Anlagen nicht allein nach den Effizienzanreizen des Marktes, sondern auch nach dem Versprechen der Politiker zu konzipieren.


So ist damit zu rechnen, dass potentielle Betreiber von neuen Kohlekraftwerken Anlagen errichten, die zwar Kohle als Bedingung für möglichst hohe Zertifikatszuteilungen verbrennen, dies aber mit möglichst hohem Wirkungsgrad, damit später noch reichlich Emissionsrechte zum Verkauf übrigbleiben. Doch ein hoher Wirkungsgrad in Kohlekraftwerken ist kein Selbstzweck, geht es doch darum die Emissionen dort zu vermindern wo es am billigsten ist. Allein weil diese Allokationsregel den technologischen Anpassungsspielraum der Energieversorger künstlich einengt und die Unternehmen von billigeren Alternativen ablenkt, ist dies nicht gegeben. Im Endeffekt hat die SPD zwar ihre Kohle und damit die Gunst ihrer Stammwähler im Ruhrpott gerettet, die Zeche bezahlen aber die Konsumenten, da teure Vermeidungstechnologien zwangsläufig zu hohen Preisen der Emissionsrechte führen, die nach der betriebswirtschaftlichen Logik so weit wie möglich auf die Energiepreise überwälzt werden.


Ob die Bundesregierung sich mit diesem Schritt leichter aus dem Dilemma des umstrittenen Atomausstiegs befreien kann, ist im Übrigen auch höchst unklar. Atomenergie operiert mit sehr niedrigen Kohlendioxidvermeidungskosten. In einem Emissionshandel, der wegen einer Vielzahl von Sonderregeln zu besonders teuren Vermeidungsmaßnahmen anregt und damit die Zertifikatspreise in die Höhe treibt, hat die Atomenergie besondere Vorteile. Dies jedoch wird die Betreiber gewiss nicht veranlassen, bei ihrer Forderung nach einer Laufzeitverlängerung locker zu lassen.


Wie immer haben wir es mit dem klassischen Problem zu tun. Die Politik versteht die Funktionsweise ihrer eigenen Regulierung nicht und die Unternehmen wissen geschickt, diese Situation auszunutzen.


08.03.2006 um 01:09 Uhr

Ökonomie für Eltern

Pech gehabt. Nachdem mir die Macher von Blogigo wieder einmal einen schönen Text zunichte gemacht haben, beschränke ich mich einfach auf ein paar Links.

Wie können Eltern mit Ökonomie den Erziehungsstress mildern? Was kann man aus dem Verhandlungsverhalten von Halbwüchsigen lernen? Wie kann man ähnliche Erfahrungen mit den eigenen Kids machen? Und wieviel Ökonomie kann man schließlich selbst von seinen Kindern lernen (Beispiel-Kapitel)?

05.03.2006 um 22:41 Uhr

Wirtschaftswachtum und Eigentumsrechte

Dynamisches wirtschaftliches Wachtum setzt Kapitalakkumulation und Spezialisierung voraus. Nur mit ausrechendem Produktionskapital und hoher arbeitsteiliger Spezialisierung lassen sich hohe Produktivitätsgewinne realisieren. Beides setzt sichere Eigentums- und Verfügungsrechte an den produzierten Gütern voraus.

Gespart und investiert wird nur, wenn man sich sicher sein kann, dass der dazu notwendigen Konsumentsagung in der Gegenwart ausreichende Erträge und damit Mehrkonsum in der Zukunft entgegenstehen. Kann man sich darauf nicht verlassen wird möglichst viel heute konsumiert und nichts gespart. Kapitalakkumulation setzt demnach den Schutz von Eigentums- und Verfügungsrechten voraus.

Spezialisierung, also arbeitsteilige Konzentration auf die Produktion von Gütern für die man einen komparativen Kostenvorteil besitzt, ist nur möglich, wenn die sonstigen Güter des täglichen Bedarfs auf dem Markt erworben werden können. Ist das nicht möglich, ist man auf Subsistenzwirtschaft, die autarke Produktion aller Güter angewiesen. Handel, also der freiwillige Austausch zum gegenseitigen Vorteil, ist ebenfalls nur möglich, wenn Eigentums- und Verfügungsrechte wohldefiniert und geschützt werden.

Diese Zusammenhänge sind in dem Aufsatz "Property Rights as a Means of Economic Organisation" des isländischen Ökonomen Ragnar Arnason sehr kompakt dargestellt. Einen Namen hat sich dieser Ökonom durch seine Forschung auf dem Gebiet der Fischereiökonomie gemacht. Der Aufsatz "Property Rights Quality and Economic Efficiency of Fisheries Management Regimes: Some Basic Results" gibt einen guten Überblick.

Was bedeutet dies jedoch für unsere gegenwärtige wirtschaftliche Situation in Deutschland? Viele wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahme greifen tief in die Eigentums- und Verfügungsrechte der Wirtschaftsakteure ein. Manchmal sind sie durch Schutzinteressen motiviert. Die deutschen Wachstumsdefizite legen jedoch nahe, dass die Regulierung eher das Gegenteil bewirkt. Kapitalakkumulation und Spezialisierung leiden und damit die Produktivität unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund erscheint es wichtig, Regulierung konsequent aus dem Blickwinkel des Schutzes von Eigentums- und Verfügungsrechten aktueller und potentieller Produktionsfaktoren zu betrachten.

01.03.2006 um 01:30 Uhr

Man muss sich nur zu helfen wissen

Ein Freund hat am Wochenende eine sehr schöne Anekdote aus seinem reichen Erfahrungsschatz aus einer der umstrittensten Behörden Deutschlands zum Besten gegeben:

Was macht ein cleverer Alkoholabhängiger, der vom Sozialamt statt Bargeld sog. Kostenübernahmescheine bekommt, damit er seine Sozialhilfe nicht direkt in hochprozentige Getränke anlegt? Er denkt kurz nach. Dann geht er in den Supermarkt, kauft Mineralwasser in Pfandflaschen, kippt den Inhalt in den Rinnstein und holt sich den Flaschenpfand. Den wiederum legt er in, was wohl, alkoholische Getränke an.

Was lernen wir daraus? Der Staat kann die Menschen nur sehr bedingt dahin lenken, wohin er sie haben will. Auch die besten Intentionen nützen nichts, wenn sie den Präferenzen der Zielpersonen zuwiderlaufen. Und indirekte Steuerung führt zu Verschwendung. Hier war es nur Zeit und Mineralwasser. An anderen Stellen kommt da mehr zusammen.