Mit dem Kopf voran

22.03.2006 um 16:00 Uhr

Macht mehr Staat zufriedener?

Häufig fordern unsere Mitbürger den Eingriff des Staates zur Lösung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Probleme. Entsprechend umfangreich sind die staatlichen Aktivitäten von denen die Lösung vieler gesellschaftlicher Probleme erwartet wird. Doch resultiert daraus ein Zuwachs an Zufriedenheit in der Bevölkerung? Eine Studie von drei Ökonomen aus der Schweiz verpasst dieser Hoffnung einen Dämpfer. Die Auswertung von Daten mehrerer Länder kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Staat der Zufriedenheit der Menschen eher abträglich ist:

This paper empirically analyzes the question whether government involvement in the economy is conducive or detrimental to life satisfaction in a cross-section of 74 countries. This provides a test of a longstanding dispute between standard neoclassical economic theory, which predicts that government plays an unambiguously positive role for individuals' quality of life, and public choice theory, that was developed to understand why governments often choose excessive involvement and regulation, thereby harming voters' quality of life. Our results show that life satisfaction decreases with higher government spending. This negative impact of the government is stronger in countries with a leftwing median voter. It is alleviated by government effectiveness - but only in countries where the state sector is already small.

Interessant ist unter anderem, dass in Ländern, in denen der Medianwähler eher links wählt und daher eher linksorientierte Politik dominieren dürfte, steigender Einfluß des Staates die Zufriedenheit der Bürger besonders beeinträchtigt.