Mit dem Kopf voran

16.08.2006 um 16:32 Uhr

tazBlog fordert Gewinnmaximierung

Für die Autoren des Prinzenbad-Blog, eines der tazBlogs, geht die Tarifvielfalt in den Berliner Freibädern nicht weit genug:

Und überhaupt….diese Eintrittspreise. Die Tarife könnten eigentlich auch noch differenzierter und phantasievoller gestaltet sein.

Wenn die wüßten, dass die Erfüllung ihrer Forderung zu einer ganz und gar nicht im Sinne der üblichen Äußerungen der taz liegenden Maximierung der Monopolgewinne des Schwimmbadbetreibers führen würde, wären sie mit dieser Forderung bestimmt etwas vorsichtiger. Preisdifferenzierung dient in ihren vielseitigen Spielarten Unternehmen auf Märkten mit beschränkter Konkurrenz der weitmöglichen Abschöpfung der Zahlungsbereitschaft von Konsumenten. Gleichzeitig erfüllt sie die Funktion einer kostenoptimierenden Nachfragesteuerung. Alles im Sinne maximaler Unternehmensgewinne. Dass davon in der Regel auch die Konsumenten profitieren, haben die Autoren des tazBlogs schon bemerkt. Nun dürfte eigentlich auch die Erkenntnis nicht mehr so schwer sein, dass Gewinnmaximierung, als konstituierendes Element einer Marktwirtschaft, nicht zwangsläufig des Teufels ist. Auf diese Denkleistung werden wir bei der taz jedoch noch eine Weile warten müssen.

16.08.2006 um 10:15 Uhr

Tigerfarmen

In dem interessanten Beitrag "Sell the Tiger to Save It" in der New Yorck Times schlägt Barun Mitra, Direktor des indischen Liberty Institute, vor, die vergeblichen Artenschutzversuche der Vergangenheit durch eine pragmatische Marktlösung zu ersetzen. Der Bedarf nach Produkten des Tigers für die traditionelle chinesische Medizin, der heute zu diesem Zweck im großen Maßstab gewildert wird, ließe sich seiner Ansicht nach problemlos aus Tigerfarmen decken. Dort wird diese leicht zu züchtende Raubkatze, genau so wie andere Nutztiere des Menschen gehalten, zwangsläufig geschlachtet und verarbeitet. So werden freilebende Tiger geschützt und die bedrohten Arten erhalten. Zudem entsteht für die einheimische Bevölkerung eine neue Einkommensquelle. Bisherige Wilderer könnten zum Beispiel ins Tigerzuchtgewerbe einsteigen.

Natürlich kann man auch an die Vernunft der Menschen appellieren, allein aus Tierschutzgründen auf Heilmethoden unter Verwendung von Produkten aus wildlebenden Tieren zu verzichten. Entsprechende Aufklärung ist wünschenswert, reicht aber bei weitem nicht aus. Moralische Appelle haben ebensowenig gebracht, wie Millioneninvestitionen in das Verbot und die gewaltsame Unterbindung der Wilderei. Weder der Tiger noch das Nashorn oder der Elefant haben davon in den vergangenen Jahren wirklich profitiert.

Interessantes zur Rolle unterschiedlicher Interessengruppen im internationalen Artenschutz: The Ivory Bandwagon: International Transmission of Interest-Group-Politics , W.H.Kaempfer; A.D.Lowenberg, The Independent Review, Fall 1999.