Mit dem Kopf voran

17.08.2006 um 14:10 Uhr

Von nichts kommt nichts

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

 Der europäische Umweltinformationsservice ENDS Europe Daily berichtet heute in einem Newsletter von einer neuen Studie, die uns noch dramatischere Folgen des Klimawandels in Formen von Wald- und Buschbränden, Dürre und Flutkatastrophen prophezeit. Alles nichts neues, solche Studien gibt es wie Sand am Meer. Glaubt man aber den Machern von ENDS Daily, dann wollen die britischen Forscher auch herausgefunden haben, dass bei einem Temparaturanstieg von mehr als 3 Grad Celsius Bäume mehr Kohlendioxid freisetzen als sie vorher durch die Photosynthese aufgenommen haben:

Rising temperatures from global warming will increase the risk of forest fires, droughts and flooding in many parts of the world over the next two centuries, according to new research from scientists at Bristol University in the UK. The greater threat to ecosystems will persist even if temperatures rise by less than an international target of two degrees, says the study, published this week. The scientists also warn that a rise of more than three degrees would probably cause trees to start emitting more CO2 than they absorb.

Man muß kein Chemiker sein, um hier das Grübeln zu bekommen. Katastrophennachrichten können offenbar nicht dumm genug sein. Wo die Bäume für die Zellatmung den zusätzlichen Kohlenstoff zur Oxydation von mehr als dem vorher aufgenommenen Kohlendioxid her haben wollen, ist mir schleierhaft. Ein Blick auf die Webseite der Urheber der Studie lässt dann auch ahnen, dass die ENDS Daily-Macher bei der Interpretation der zugegeben rudimentären Informationen über die Studie schlichtweg intellektuell überfordert waren. Dort wird eine gänzlich andere Aussage gemacht:

The researchers also found that if the temperature increase is more than 3°C, land carbon sinks could release their stored carbon, starting a positive feedback loop that would increase atmospheric carbon dioxide.

Und die Moral von der Geschicht. Glaub so manchem Newsletter nicht.

17.08.2006 um 10:08 Uhr

Keine Anlageempfehlung

von: steffenh   Stichwörter: Journalismus

Unter der Rubrik Parkett Geflüster witzelt im heutigen Tagesspiegel ein Wirtschaftsredakteur über die Dummheit malaysischer Bankräuber, die sich offenbar nicht sehr clever anstellen und Pannen in Serie produzieren. Und er zieht ein Fazit:

Merke erstens: Überfalle keine Bank in Malaysia. Zweitens: Lege dein Geld dort an - die Diebe sind zu dumm.

Wenn deutsche Wirtschaftsjournalisten glauben, eine Geldanlage bestehe in der Deponierung von Bargeld in einem Banktresor, dann kann man dem deutschen Zeitungsleser nur empfehlen, sein Geld nicht in das Abo einer deutschen Tageszeitung anzulegen.