Mit dem Kopf voran

31.01.2007 um 18:21 Uhr

Wir gehen langsamer unter

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Ähnlich wie sich das abschmelzende Eis der Arktis offenbar nicht an den Anstieg der Kohlendioxidemissionen durch den Menschen gehalten hat, passt auch die zeitliche Verteilung des Meeresspiegelanstiegs im vergangenen Jahrhundert nicht ganz in das häufig verbreitete Bild von sich immer weiter verschärfenden Folgen der Erderwärmung. So zeigen Analysen von neun langfristigen Messreihen des Meeresspiegelniveaus, dass der Meeresspiegel in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts mit einer höheren Rate stieg (1904-1953: 2,03 +/- 0,35 mm/Jahr) als in der zweiten Hälfte (1954-2003: 1,45 +/- 0,34 mm/Jahr). Unter Berücksichtigung der Variabilität der Messwerte über das gesamte vergangene Jahrhundert war der Meeresspiegelanstieg der letzten zwanzig Jahre nicht ungewöhnlich.

 


 

30.01.2007 um 18:41 Uhr

Fünf Minuten Pause für den Planeten?

von: steffenh   Kategorie: Umweltschutz   Stichwörter: Klimapolitik

Die französische L'Allicance pour la Planete, ein Zusammenschluss von Umwelt-NGOs, nutzt die anstehende Kyoto-Konferenz in Paris für einen Appell an die Weltbevölkerung. Die Bürger sollten der Erde eine kurze "Atempause" verschaffen und am Donnerstag von 19.55 bis 20.00 Uhr alle elektrischen Geräte abschalten. "Fünf Minuten Pause für den Planeten - das kostet nicht viel Zeit, das kostet kein Geld, und es wird den Politikern und Politikerinnen zeigen: Der Klimawandel ist ein Thema, das die politische Debatte bestimmen muss." meinen die Initiatoren.

Na wenn sie sich da mal nicht verrechneten haben, denn schließlich muß dieser Einbruch der Stromnachfrage durch Netzbetreiber und Stromversorger aufwendig ausgeglichen werden, um nicht die Systemstabilität zu gefährden. Und das kostet nicht wenig, auch wenn zunächst für fünf Minuten etwas weniger Brennstoff verbraucht wird. Machen solche Aktionen Schule geht das Signal bei den Investoren genau in die andere Richtung, denn schließlich bedarf es bei erratischen Nachfrageschwankungen eines höheren technischen Aufwands für die Gewährleistung der Stromversorgungssicherheit.

Statt sich mit solchen Hauruck-Aktionen zu profilieren, sollte man den Stromverbraucher lieber empfehlen ihre Nachfrage langfristig zu reduzieren und den Stromverbrauch über den Tagesablauf zu glätten. Denn hierdurch wäre es wesentlich einfacher und mit weniger Reservekapazitäten möglich - also auch billiger - die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Wie so häufig gilt auch hier: Gutes wollen heißt nicht Gutes tun.

30.01.2007 um 00:26 Uhr

AUTOsuggestion

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

Ein neues Hobby von Teilen der Bundesregierung und der Umweltbewegung ist es, die Kosten der europäischen und deutschen Klimaschutzpolitik in bloßes Versagen der Industrie umzudeuten. Wenn etwa die deutsche Automobilindustrie, die weltweit recht erfolgreich Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse und Oberklasse mit nicht ganz sparsamen Motoren verkauft, angesichts der geplanten Emissionsgrenzwerte von 120 g Kohlendioxid pro Kilometer zu bedenken gibt, dass dies mit Nachfrageeinbußen und entsprechenden Arbeitsplatzverlusten verbunden sein dürfte, dann wird der Industrie einfach mangelndes Anpassungsvermögen an die Marktrealitäten vorgeworfen. Dass ein Großteil der Kosten gerade durch diese Anpassungszwänge hervorgerufen werden, interessiert dabei wenig.

Sicherlich wäre es auch für die deutschen Automobilhersteller möglich, verbrauchsärmere Fahrzeuge herzustellen, doch ist damit der Verlust eines sehr gewinnträchtigen Marktsegments und entsprechender Produktionskapazitäten verbunden. Schließlich dürften Kunden in Ländern außerhalb der EU, in denen Emissionsgrenzwerte kaum ein Verkaufsargument sind, wenig Interesse an einer S-Klasse haben, die wegen eines 3-Liter-Motors auf der Autobahn an Tempo 80 scheitert. Auch wenn die Grenzwertpläne sich auf die Gesamtflotte aller Neufahrzeuge beziehen und damit einige Flexibilität ermöglicht, so ist diese Art der ordnungspolitischen Emissionsreduktion doch viel zu schwerfällig, um den Unternehmen hinreichend Anpassungsspielraum zu lassen. Statt so ehrlich zu sein und der Bevölkerung mit einer Steuer auf Kohlendioxidemissionen von Benzin und Diesel reinen Wein einzuschänken, der ihnen von ganz allein die Lust an den dicken Spritfressern vermiest, wird der schwarze Peter der Industrie in Form von Produktionsauflagen zugeschoben. Schließlich hat man damit gleich die Verantwortung für die Kosten des europäischen klimapolitischen Alleingangs denjenigen angehängt, die in der Gunst des Volkes ohnehin schon einen schweren Stand haben, weil sie sich erdreisten, mit ihren Fahrzeugen auch noch Geld verdienen zu wollen.

Dabei hätte eine Emissionssteuer wesentliche Vorteile gegenüber einem Grenzwert. Zum einen bestraft sie nur die tatsächlichen Emissionen und nicht diejenigen die ein Auto potentiell erzeugt. Schließlich ist ein Fahrzeug, dass jährlich den niedrigen 120er Grenzwert einhält aber 25000 km pro Jahr gefahren wird ein größerer Klimakiller, als eine Prachtkarosse mit 170+ g Kohlendioxid pro km, die nur bei schönem Wetter aus der Garage gelassen wird (weitere Probleme). Insofern gibt der Grenzwert keine Garantie für niedrigere Gesamtemissionen, weil ja gleichzeitig auch die Kilometerkosten der verbrauchsärmeren Fahrzeuge sinken. Andererseits spart man sich den nicht unerheblichen Kostenaufwand für Anwendungsbereiche in denen es nicht zwingend nötig ist, leistungsstarke und gleichzeitig verbrauchsarme Motoren zu entwickeln und reduziert den Konflikt zwischen hoher Fahrzeugsicherheit, verbunden mit höherem Fahrzeuggewicht und dem für niedrige Verbräuche notwendigem Leichtbau der Fahrzeuge (Mehr zum Thema Emissionssteuer vs. Emissionsstandards kann man hier lesen).

Insofern hat diese Strategie tatsächlich etwas von einer selbstinduzierten Gehirnwäsche der Politiker, bei der sich sich selbst und ihren Wählern nur oft genug einreden müssen, das Klimapolitik nichts kostet. Floskeln wie Vorreiter oder Umweltpolitik als Innovationsmotor klingen einfach zu gut, als dass da irgendjemand einen ernsthaften Einwand geltend machen könnte. Und für den Katzenjammer hat man den bösen Onkel ohnehin schon gefunden.

29.01.2007 um 10:15 Uhr

Private Arbeitslosenversicherung

von: steffenh   Stichwörter: Wirtschaftspolitik

Professor Don Boudreaux von Cafe Hayek macht auf einen Regulation-Artikel aufmerksam, der sich unter anderem mit der Frage nach der Praktikabilität privater Arbeitslosenversicherungen beschäftigt. Dabei erfährt man unter anderem, dass es entgegen der üblichen Argumentation des privat nichtversicherbaren Arbeitsplatzverlustrisikos (Versicherte mit hohen und niedrigen Risiken ließen sich nicht poolen) zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in den USA zwei private Anbieter von Arbeitslosenversicherungen gab, die erst nach einem staatlichen Verbot ihren Vertrieb einstellten. Es ist immer wieder interessant, wie viele der vermeintlichen Staatsaufgaben erst zu dem wurden was sie heute sind, nachdem man das private Angebot einfach untersagte. Der Leuchtturm und die Eisenbahn (zumindest die Bereitstellung der Infrastruktur wird oft als Staatsaufgabe präsentiert) sind zwei weitere Kandidaten.

28.01.2007 um 13:27 Uhr

Bloggende Professoren

von: steffenh   Stichwörter: Blogosphäre

Für einige Leser vielleicht nicht so neu, aber inzwischen sind auch deutsche Professoren auf den inzwischen in die Jahre gekommenen Weblog-Trend aufgesprungen. Die Ökonomie-Professoren Nobert Berthold, Wim Köster, Peter Oberender, Wolf Schäfer und Roland Vaubel nehmen auf ihrem ordnungspolitischen Weblog Wirtschaftliche Freiheit Stellung zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen. Sehr gut, weiter so!

28.01.2007 um 03:31 Uhr

Viel Lärm um wenig?

von: steffenh   Stichwörter: Gesundheitspolitik

Die politische Diskussion um die Ausweitung der Rauchverbote auf Restaurants und Kneipen wird häufig mit dem Schutz von Nichtrauchern begründet. Befürworter von Rauchverboten zitieren dabei gern Studien, die eine Erhöhung des Lungenkrebsrisikos für Nichtraucher um 30 % durch Passivrauchen ermittelten. Das klingt zunächst gewaltig, sollte aber dennoch in Relation zum eigentlichen Risiko eines Nichtrauchers an Lungenkrebs zu sterben gesetzt werden. Nach Veröffentlichungen des Bundesamts für Strahlenschutz beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen Nichtraucher bis zum 75. Lebensjahr an Lungenkrebs zu sterben je nach (offenbar recht einflußreicher aber für diese Betrachtung irrelevanter) Radonkonzentration der Innenraumluft zwischen 0,41 % und 0,93 % (4 bis 9 Todesfälle je 1000 Nichtraucher). Ausgehend von diesem Hintergrundrisiko erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Nichtraucher durch Passivrauchen an Lungenkrebs zu sterben also um 30 % auf 0,53 % bzw. 1,2 %, also 5 bis 12 Todesfälle pro 1000 Nichtraucher (Bei einer durchschnittlichen Radonkonzentration in deutschen Wohnungen von 47 bq/m3 sollte die normale Lungenkrebsinzidenz eigentlich zwischen 4,1 bis 4,7 Todesfällen pro 1000 Nichtrauchern liegen). Bei durchschnittlicher Innenraumluftqualität steigt also das Lungenkrebsrisiko für Nichtraucher um 0,12 bis 0,14 Prozentpunkte, also großzügig gerechnet kommen auf 1000 Nichtraucher 1,5 zusätzliche Todesfälle durch passives Rauchen. Der Leser mag selbst entscheiden, ob angesichts dieser Zahlen Aufwand und Wirkungsweise von Rauchverboten in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Wen es interessiert, in Thomas Lamberts Aufsatz The Case Against Smoking Bans werden die üblichen Argumente für Rauchverbote in privaten Räumen einer intensiven Kritik unterzogen. Viel Substanzielles bleibt nicht übrig.

28.01.2007 um 01:03 Uhr

Zufrieden mit dem Euro?

von: steffenh   Stichwörter: Wirtschaftspolitik

Wissenschaftler des DIW haben versucht den Einfluß der Euro-Umstellung auf die finanzielle Zufriedenheit der Bürger zu quantifizieren und sind dabei auf einen recht negativen Effekt gestoßen. Nach den Berechnungen auf Basis von Panel-Daten aus Grossbritannien und Deutschland wäre zur Kompensation der ermittelten Unzufriedenheit mit den Wirkungen der damaligen Währungsumstellung eine Einkommenserhöhung von mehr als 30 % nötig gewesen.

Als Ursache für diese recht deutliche Missstimmung der Bürger wird die entgegen der tatsächlichen Teuerungsrate wahrgenommene Inflation und die damit verbundenen Fehlentscheidungen beim Konsum genannt. So zitieren die Autoren Schätzungen der Inflationswahrnehmung von 3,2 - 5,7 %. Die mit dieser Inflationswahrnehmung verbundene Unterschätzung des realen Haushaltsbudgets hat ebenfalls zu der Unzufriedenheit mit der Währungsumstellung beigetragen. Schließlich sorgte die Notwendigkeit der Umrechnung der Preise in die neue Währung bei vielen zumindest übergangsweise für Unmut. 

27.01.2007 um 23:40 Uhr

Demografischer Wandel und Einkommensverteilung

von: steffenh   Stichwörter: Ökonomie

Eine Debatte um die steigende Ungleichverteilung der Einkommen gibt es nicht nur in den USA. Doch wird sie dort mitunter etwas differenzierter als hierzulande geführt, wie Tyler Cowen in seiner New-York-Times Kolumne Incomes and Inequality: What the Numbers Don't Tell Us zeigt. Er weist darauf hin, dass der demografische Wandel hin zu einer alternden Bevölkerung einen großen Teil der Ungleichverteilung erklärt, allein weil die Varianz der Einkommen bei älteren Menschen aufgrund zunehmender Unterschiede der Lebenserwerbsverläufe zunimmt. Zudem steigt die Ungleichverteilung der Arbeitseinkommen in einer Gesellschaft mit zunehmenden Bildungsunterschieden und wachsenden Produktivitätsdifferenzialen in der Bevölkerung (Natürlich muß man ergänzen, dass mit wachsenden Bildungsunterschieden auch die politische Umverteilung von Einkommen zwischen der vertrauensseeligen, oft mit wenig Detailwissen ausgestatteten Masse und wohlorganisierten und -informierten Interessengruppen zunehmen dürfte. Von der Sozial- bis hin zur Umweltpolitik gibt es kein Politikfeld, in dem nicht ein enormer Wohlstandstransfer durch Interessgruppendruck unter dem Vorwand gemeinnütziger staatlicher Aufgabenwahrnehmung stattfindet).

Auch geht er auf die Frage nach der Eignung der Einkommens als Verteilungsindikator ein. Im Gegensatz zur Einkommensverteilung ist das Konsumniveau der amerikanischen Bevölkerung wesentlich weniger ungleich verteilt. Zudem wird bei der Messung von Lohnunterschieden der Umfang staatlicher Transfers zu Beziehern niedriger Arbeitseinkommen häufig unterschätzt. Schließlich zitiert er Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass die Ungleichverteilung der Zufriedenheit in der amerikanischen Bevölkerung entgegen der Einkommen nicht gestiegen ist. Mehr Geld zu verdienen bedeutet weder glücklicher zu sein, noch mehr Zeit zu haben, das Einkommen in Zufriedenheit stiftende Aktivitäten umsetzen zu können. So arbeiten Reiche in der Regel ziemlich schwer für ihr Geld und haben damit mitunter nicht mehr Spaß als Otto-Normalverdiener.

Das führt ihn zu dem Fazit:

So matters are not as bad as the critics have suggested. The dollars in our bank accounts are one measure of societal value, and it hardly seems fair that the very wealthy should receive more and more. But for the rest of us, life on the ground is not so terrible. Income and wealth inequality measures, taken alone, provide a misleadingly pessimistic picture.

The broader philosophical question is why we should worry about inequality — of any kind — much at all. Life is not a race against fellow human beings, and we should discourage people from treating it as such. Many of the rich have made the mistake of viewing their lives as a game of relative status. So why should economists promote this same zero-sum worldview? Yes, there are corporate scandals, but it remains the case that most American wealth today is produced rather than taken from other people.

What matters most is how well people are doing in absolute terms. We should continue to improve opportunities for lower-income people, but inequality as a major and chronic American problem has been overstated.

 

27.01.2007 um 22:05 Uhr

Ölsüchtig?

von: steffenh   Stichwörter: Beobachtungen

Am Donnerstag schrieb die Tageszeitung Welt kompakt über die Sucht der USA nach Öl und bezieht sich dabei auf das Verhältnis von Ölverbrauch und Bevölkerung. Richtig, in den USA wohnen knapp 5 % der Weltbevölkerung, die fast ein Viertel des weltweit produzierten Erdöls verbrauchen. Wesentlich sparsamer sind da die Deutschen, die sich bei einem Bevölkerungsanteil von knapp 1,3 % an der Weltbevölkerung mit 3,2 % des Welterdölverbrauchs begnügen und damit nur knapp halb soviel Öl pro Kopf verbrauchen. Was die Welt kompakt jedoch nicht erwähnt, ist die Tatsache, das sich die USA allein um 20 % aller weltweit produzierten Güter und Dienstleistungen kümmert. Damit dürfte sich die Maßlosigkeit der USA beim Erdölverbrauch etwas relativieren. Zwar liegt die USA mit fast 0,6 bbl/1000 US-$ Einkommen noch über dem weltweiten Durchschnitt von 0,5 bbl/1000 US-$ (Deutschland knapp 0,4 bbl/1000 US-$; Russland gut 0,5 bbl/1000 US-$) (Zahlen berechnet nach CIA-The World Factbook). Ohne Zweifel könnten die USA durchaus etwas sparsamer sein. Bislang ermöglichen die im internationalen Maßstab geringen Energiepreise eine vergleichsweise niedrige Energieproduktivität der US-Ökonomie. Aber eine Darstellung des Ölverbrauchs allein in Relation zur Bevölkerung verkennt die Tatsache, dass bei den gegenwärtigen technischen Möglichkeiten, ein hoher Wohlstand eben nur mit einem vergleichsweise hohen Erdölkonsum erreicht werden kann. Und welches Land kann schon bestreiten, dass es mit einem gewissen Neid auf das Wohlstandsniveau der USA schaut.

25.01.2007 um 21:47 Uhr

Ist Recycling ein Selbstläufer?

von: steffenh   Stichwörter: Umweltschutz

Eine neue Ausgabe des für seine kritischen Kommentare zu wirtschaftswissenschaftlichen Aufsätzen bekannten Magazins Econ Journal Watch ist verfügbar. Unter anderem wird der Frage nachgegangen, ob in der Zunft der Ökonomen Einigkeit bei der Bewertung staatlicher Regulierung des Recyclings von Produkten herrscht.

24.01.2007 um 11:44 Uhr

Verschwender oder Geizkragen?

von: steffenh   Stichwörter: Forschung

Wer wissen will, ob das individuelle Konsumverhalten eher dem eines Geizkragens oder eines Verschwenders gleicht und dabei gleichzeitig zum wissenschaftlichen Fortschritt im Bereich der Behavioral Economics beitragen möchte, kann an dieser Online-Umfrage von Wissenschaftlern der Carnegie Mellon University teilnehmen. Ganz nebenbei, ich werde von den Wissenschaftlern als Geizkragen eingestuft. Mehr Informationen zu diesem Forschungsprojekt gibt es in diesem Working Paper.

Via TierneyLab.

23.01.2007 um 16:39 Uhr

Kritik am Stern-Review II

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

Yale-Ökonom Robert O. Mendelsohn mit einer weiteren Kritik am Stern-Report:

The Stern Report shows, given certain assumptions, that adopting an aggressive near-term policy may be better than never doing anything at all. However, the question policymakers should be asking is how aggressive do policies need to be in the near term. Society needs to weigh a number of alternatives besides just stabilizing concentrations at 550 ppm. The risks of climate damages go up with ever-higher stabilization targets, but the mitigation costs fall rapidly. Society needs to settle on the best tradeoff.
The Stern Report helpfully identifies assumptions that could justify spending more on mitigation. If the assumptions about damages prove to be valid, society should be prepared to mitigate more. However, the analysis needs to be based on solid science and economics before hundreds of billions of dollars per year are invested in abatement.

23.01.2007 um 13:40 Uhr

IUF-Vortrag: Staatsbankrott für Berlin?

von: steffenh   Stichwörter: Veranstaltungen

Die Bundeshauptstadt ist pleite. Doch welche Wege gibt es - neben eisernem Sparen - aus der Finanzkrise? Wie müssen die föderalen Finanzbeziehungen geändert werden, damit Gemeinden und Bundesländer die richtigen Anreize und die Möglichkeiten bekommen, eine verantwortliche und zukunftsfähige Finanzpolitik zu betreiben? Ist ein Konkursverfahren in einem vernünftigen rechtlichen Rahmen ein möglicher Ausweg?

 

Diese Fragen sollen am 6. Februar 2006 ab 19.00 Uhr mit dem Volkswirt und Finanzwissenschaftler Charles B. Blankart von der Humboldt-Universität im Berliner Institut für Unternehmerische Freiheit diskutiert werden (nähere Informationen zum Ablauf des Abends hier). Im Rahmen der Veranstaltung wird auch das neueste Buch von Prof. Blankart "Förderalismus in Deutschland und in Europa" vorgestellt.

23.01.2007 um 11:32 Uhr

Bundeskartellamt - Shaky Economics

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

Für die Vorwürfe gegen deutsche Energieversorger bezüglich der Einpreisung des Marktwertes der Emissionsrechte in die Strompreise gibts nicht nur von mir, sondern auch von NERA Economic Consulting für das Bundeskartellamt eine schallende Ohrfeige.

23.01.2007 um 10:49 Uhr

Im schwarzen Loch der Subventionen

von: steffenh   Stichwörter: Energiepolitik

Der Sonntagsökonom schreibt in der FAZ über Steinkohlesubventionen und Opportunitätskosten. Man sollte vielleicht noch deutlicher machen, dass der volkswirtschaftliche Schaden der Subventionen vor allem durch den finanziellen Anreiz für tausende Bergleute entsteht, ihre Arbeitskraft für die Erzeugung eines Produktes einzusetzen, welches andernorts viel billiger hergestellt werden kann. Gleiches gilt für die Unmengen an Produktionskapital, die dank der Subventionen sehr unproduktiv verwendet werden. Mit viel Geld lässt sich noch jeder geniale Wissenschaftler dazu bewegen, den ganzen Tag in der Nase zu bohren, statt großen Entdeckungen nachzugehen. Genau das machen die Steinkohlesubventionen.

22.01.2007 um 18:46 Uhr

Ausgetrickst

von: steffenh   Stichwörter: Ökonomie

Wie man die Markteinfuhrbeschränkungen der EU in Form von Einfuhrzöllen für Radios clever umgehen kann, zeigt die Firma SanDisk eindrucksvoll mit einer ihrer MP3-Player-Serien. Die Firma schaltete einfach den eingebauten FM-Empfänger in der EU-Version per Software ab und bietet im Internet ein Firmware-Update (US-Version) an, mit dem jeder Nutzer dieses Manko selbst wieder beheben kann. Not macht eben erfinderisch.

22.01.2007 um 17:12 Uhr

... nichts wissen macht nichts?

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Hans Labohm erklärt im Novo-Magazin was die sogenannten Klimaskeptiker gegen den herrschenden Mainstream der Klimaforschung und die politische Instrumentalisierung der unsicheren Forschungsergebnisse einzuwenden haben: 

Klimaskeptiker weisen im weiteren Sinne auch auf den logischen Widerspruch hin, der sich zeigt, wenn der IPCC einerseits zugibt, es gebe noch viele Unsicherheiten, auf der anderen Seite jedoch mit viel Nachdruck Aussagen über zu erwartende Katastrophen macht. Wie aber will man wissen, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um das Klima zu „kontrollieren“, wenn man das Klimasystem nicht einmal richtig versteht? 

22.01.2007 um 14:23 Uhr

Gregory Mankiw bei EconTalk

von: steffenh   Stichwörter: Ökonomie

Der ehemalige volkswirtschaftliche Chefberater des US-Präsidenten, Harvard-Professor, Lehrbuchautor und fleißige Blogger N. Gegory Mankiw in einem Interview mit Russell Roberts von EconTalk über Benzinsteuern, das Erbe von Keynes und moderne Makroökonomik.

22.01.2007 um 00:38 Uhr

Der Klimawandel und das Eis der Arktis

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Wenn der Ausstoß von Treibhausgasen und die vermutlich damit verbundene Temperaturerwärmung zum Abschmelzen des Arktiseises führen soll, dann fragt sich wie es kommt, dass von den 1906 erstmals erfassten Eismassen der Arktis bereits 90 % abgeschmolzen sind, dies aber bereits zu 2/3 vor 1960, also vor dem stärksten Anstieg der anthropogenen Kohlendioxidemissionen im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts, geschah. Zu diesen und einigen anderen Ungereimtheiten der vorherrschenden Theorie vom menschenverursachten Klimawandel und seinen Folgen für die polaren Eismassen äußert sich der kanadische Geowissenschaftler Fred Michael in einem Interview.

Via Climate Audit.

21.01.2007 um 23:12 Uhr

Not macht erfinderisch

von: steffenh   Stichwörter: Ökonomie

Empört berichtet die deutsche Presse vom Anstieg des Nikotingehalts in amerikanischen Zigaretten. Angesicht steigender Tabaksteuern, Rauchverbote und zunehmender Stigmatisierung der Raucher ist eigentlich auch nichts anderes zu erwarten. Alle drei Faktoren verteuern den Konsum einer einzelnen Zigarette. Rauchen wird teurer und ist seltener möglich. Damit die Raucher trotzdem noch bereit sind einen hohen Preis für ihr Laster zu zahlen, müssen sie auch mehr Genuss aus einer einzelnen Zigarette erzielen. Und das erreicht man, indem man pro Zigarette mehr Züge ermöglicht und ihre stimulierende Wirkung durch eine Erhöhung des Gehalts an Nikotin steigert. Was die einen als finstere Machenschaften der Zigarettenindustrie bezeichnen, kann man auch als Erhöhung des Gebrauchswerts einer Zigarette für den Raucher interpretieren. Natürlich lässt sich der Konsument so leichter "bei der Stange halten". Man muß ihm ganz einfach etwas bieten für sein Geld. Regulierung bleibt eben nie ohne ungewollte Folgewirkungen.