Wir gehen langsamer unter
Ähnlich wie sich das abschmelzende Eis der Arktis offenbar nicht an den Anstieg der Kohlendioxidemissionen durch den Menschen gehalten hat, passt auch die zeitliche Verteilung des Meeresspiegelanstiegs im vergangenen Jahrhundert nicht ganz in das häufig verbreitete Bild von sich immer weiter verschärfenden Folgen der Erderwärmung. So zeigen Analysen von neun langfristigen Messreihen des Meeresspiegelniveaus, dass der Meeresspiegel in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts mit einer höheren Rate stieg (1904-1953: 2,03 +/- 0,35 mm/Jahr) als in der zweiten Hälfte (1954-2003: 1,45 +/- 0,34 mm/Jahr). Unter Berücksichtigung der Variabilität der Messwerte über das gesamte vergangene Jahrhundert war der Meeresspiegelanstieg der letzten zwanzig Jahre nicht ungewöhnlich.

