Steuern auf Treibhausgasemissionen sind für viele Ökonomen das Instrument der Wahl gegen den menschengemachten Teil des Klimawandels. Doch trotz aller Vorzüge bezüglich ihrer Lenkungswirkung gibt es beträchtliche Probleme, die weniger am Instrument an sich, als vielmehr an seiner Umsetzung liegen.
Wie hoch ist der optimale Steuersatz? Würde man die Steuer, wie einige Wissenschaftler und viele Politiker meinen, verwenden, um den anthropogenen Klimaeffekt zu verhindern, wären die notwendigen Steuersätze zu hoch, weil sie mit Sicherheit über den Grenzschäden zusätzlicher Emissionen lägen. Schließlich schadet eine Erwärmung der Atmosphäre nicht nur, nein für viele hat ein wärmeres Klima auch angenehme Seiten. Zudem ist Emissionsvermeidung nicht immer der Weisheit letzter Schluß, da Anpassungsmaßnahmen in vielen Fällen günstiger und wirksamer sein werden.
Werden die Steuereinnahmen wie die Theorie fordert tatsächlich zum Abbau verzerrender Steuern eingesetzt? Mit Sicherheit nicht, denn außerhalb des Ökonomenlagers gibt es nur wenige Stimmen die eine Gegenfinanzierung bspw. einer Einkommenssteuersenkung fordern. Vielmehr meldet inzwischen jeder selbsternannte Klimaschützer Subventionsbedarf aus dem Ökosteueraufkommen an. Ob es eine Solaranlage auf dem Dach der Datsche oder einer KWK-Anlage ist, alle wollen ihr gutes Klimagewissen mit einem vollen, vom Steuerzahler finanzierten Geldbeutel verbinden.
Schließlich ist klimapolitische Vernunft nicht der Stoff aus dem der Zeitgeist besteht. Wie oft hört man, dass die Lenkungswirkung einer Steuer nicht ausreiche um das Verhalten der Bürger zu verändern. Statt anzuerkennen, dass geringe Verbraucherreaktionen auf spürbare Preisveränderungen schlichtweg ein Ausdruck der hohen individuellen Anpassungskosten sind, weil manche Art der Konsumzurückhaltung mit hohen Nutzeneinbußen verbunden ist, wird die Forderung nach ergänzenden Verboten und Grenzwerten laut. Und viel zu viele Zeitgenossen benutzen den Klimawandel als Platzhalter für ihren persönlichen ideologischen Feldzug gegen große und schnelle Autos, Fernreisen mit dem Fugzeug und den Konsum exotischer Konsumgüter aus fernen Ländern, schlicht ihre Abneigung gegen Veränderungen und Wettbewerb durch Dinge, die ihnen bestenfalls fremd sind oder schlimmstenfalls gefährlich werden können.
Und deshalb ist eine Klimapolitik, die elegant mit einem einfachen Preisinstrument operiert, offenbar zu schön um wahr zu sein.
Inspiriert von David Friedman (Ideas).