Gibt es doch Marsmenschen?
Jedenfalls erwärmt sich auch der Mars und seine Polkappen aus gefrorenem Kohlendioxid schmelzen.
Jedenfalls erwärmt sich auch der Mars und seine Polkappen aus gefrorenem Kohlendioxid schmelzen.
"Global warming has the potential to be the rent-seeking orgy of all time."
Arnold Kling's Kommentar zu einem sehr guten Wall Street Journal Artikel zum Emissionshandel mit Treibhausgasen. Tatsächlich ist der Verteilungskampf um die Anzahl der zugeteilten Emissionsrechte das bestimmende Element im europäischen Treibhausgashandel. Doch während die dem Handel unterliegenden Unternehmen aufgrund der brancheninternen Zusatzkosten versuchen Schadensbegrenzung mit der Suche nach kleinen Extragewinnen zu verbinden und sich um den vorhandenen CO2-Kuchen balgen, sind die wahren Ganoven eher dort zu suchen, wo Klimaschutzaktionismus erst von allein nicht existenzfähige Märkte schafft. Anbieter Erneuerbarer Energieträger, Energie-Effizienz-Apostel & Co. backen sich zusammen mit Politikern mit Hilfe substanzschwacher Informationspolitik über die Ursachen des Klimawandels eine Torte aus Fördermitteln, regulativen Privilegien und den knappen Finanzen der sich kaum wehren könnenden Verbraucher.
Wenn Klimaschutzexperten fordern, dass Deutsche ihren Urlaub zukünftig in Deutschland verbringen, sollten sie auch über einige Konsequenzen dieses Ansinnens nachdenken. Damit meine ich nicht nur den nachlassenden kulturellen Austausch und die reduzierten Erlebnis- und Erfahrungsmöglichkeiten der Reisenden. Auch die ökonomischen Konsequenzen für viele Deutsche und der Reiseanbieter in den beliebten Reisezielen außerhalb Deutschlands.
Zwangsläufig dürfte die steigende Nachfrage nach Inlandsgästekapazitäten und das Ausschwärmen der um ihre ausländischen Reisemöglichkeiten beschnittenen Deutschen trotz bestehender Auslastungsreserven nicht nur zur Überfüllung beliebter inländischer Reiseziele (mit unvermeidbaren ökologischen Konsequenzen), sondern auch zu einer Preiserhöhung im Tourismus führen. Der Anteil ausländischer Gäste an den Übernachtungen liegt gerade einmal bei 14 %. Sehr viele Plätze werden also durch verdrängte ausländischen Gäste, die sich wegen der höheren Preise und des geringeren Angebots an Euros (weniger Auslandsreisen von Deutschen führen aufgrund des gesunkenen Dienstleistungsimport zu einer geringeren Nachfrage nach ausländischen Währungen und einem sinkenden Euroangebot) keine Deutschlandreise mehr leisten wollen, auch nicht frei. Für einkommensschwache Haushalte dürfte daher auch ein Inlandsurlaub immer weniger erschwinglich werden. Aber auch die vielen Anbieter von Tourismusdienstleistungen in Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern leiden unter diesem Nachfrageausfall. Fehlt ihnen diese Einnahmequelle, sind sie im Gegenzug auch weniger in der Lage deutsche Exportgüter zu kaufen. Insgesamt zieht diese Forderung also eine Menge ökonomischer Folgewirkungen nach sich, die zu erheblichen Wohlstandseinbußen führen dürften. Es ist daher fraglich, ob der Klimaschutzeffekt einer derartigen Reisenthaltung nutzbringend genug ist, um diese Nachteile auszubügeln. Diese Frage hat keiner der lautstarken Aktivisten auch nur am Rande angesprochen.
Mit pauschalen Appellen dürfte also der Bogen des Aktionismus wieder einmal überspannt worden sein. Die Forderung nach einer Kerosinsteuer, so sie denn international durchsetzbar ist, klingt da schon vernünftiger. Klimaschutzprojekte durch Entwicklungsprojekte gegenzufinanzieren ist nur dann eine sinnvolle Perspektive, wenn sichergestellt werden kann, dass diese Projekte nicht vor allem aus Ausgaben für Entwicklungshilfebürokratie bestehen und es sich umweltverträgliche sowie langfristig entwicklungsfördernde Maßnahmen handelt. Echte Emissionsminderungen würde es dagegen geben, wenn mit den freiwilligen Abgaben Emissionsrechte des europäischen Treibhausgashandels aufgekauft und stillgelegt würden. Doch damit der Emissionshandel und die Kerosinsteuer zu gesamtwirtschaftlich sinnvollen Ergebnissen führen kann, müsste er nicht nur auf alle Emissionen Europas, sondern der ganzen Welt ausgedehnt werden. Doch dies wird solange nicht gelingen, wie Klimaschutzpolitik per aktionistischer Keule ohne Rücksicht auf seine Kosten betrieben wird. Der Medienrummel an diesem Wochenende zeigt jedoch wieder einmal, dass hierzu bei den Verantwortlichen aus Politik und Interessenverbänden wenig Bereitschaft besteht. Und so fühlt man sich ein wenig in die Politik des vorindustriellen Zeitalters versetzt.
Ein Leser hat sich über die Vorschau-"Blasen" der Snap-Preview auf dieser Seite beschwert. Allerdings lässt sich das Pop-Up vom Nutzer selbst nach einen Klick auf die obere rechte Ecke in den Optionen abstellen. Persönlich finde ich diesen Service recht informativ. Sollten meine Leser aber anderer Meinung sein, kann ich den Service gern wieder entfernen. Daher habe ich auf der Seitenleiste eine Umfrage angelegt, die ich in einem Monat auswerte. Je nach Ergebnis bleibt oder verschwindet die Snap-Preview.
Alex Tabarrok meint auf Marginal Revolution, dass der Optimismus der Ökosteuerfraktion (Pigou-Club) bezüglich der globalen Klimaschutzwirkung einer Steuer auf Mineralöle eher gedämpft sein sollte. Sein interessantes Argument baut auf der Theorie der Steuerinzidenz auf, nach der die Hauptlast einer Steuer von der Marktseite getragen wird, die sich durch die geringste Mengenanpassungsfähigkeit an die Steuer auszeichnet. Da nach seiner Auffassung die Angebotselastizität beim Erdöl noch geringer ist als die Nachfrageelastizität, tragen zwar vor allem die Erdölproduzenten die Kosten der Steuer, was sie aber zumindest mittelfristig nicht zu einer erheblichen Reduzierung des Ölangebots bringen sollte. Klimaschutz mit Hilfe einer globalen Steuer dürfte daher nur mit einem sehr hohen Steuersatz erreichbar sein. Die Unterstützung der Ölscheichs hat der Pigou-Club sicher nicht.
Ein Vergleich der Lebensmittelpreise von traditionellen Supermärkten und sog. Big-Box-Stores wie Wal-Mart in den USA zeigt, dass der Trend zur Größe im Lebensmitteleinzelhandel dem Konsumenten einen Preisvorteil von gut 9 % (1998 - 2003) für einen durchschnittlichen Warenkorb mit Lebensmitteln brachte. So kann man Produktivitätsgewinne mit nach Hause nehmen.
Die Lärm-Studie Silence geht mit einem speziell für Stadtbewohner modifizierten Fragebogen in ihre nächste Phase. Freiwillige vor!
Julian Simon wurde für seinen gesellschaftlichen und ökologischen Optimismus ignoriert, Björn Lomborg
mit Torte beworfen. Was Indur Goklany mit seiner neusten Aufarbeitung der globalen Wohlstands- und Umweltentwicklung "The Improving State of the World" aus den Kreisen der Umweltpessimisten und Kapitalismuskritiker zu erwarten hat ist noch unklar. Doch seine Zahlen sprechen eine recht deutliche Sprache. Trotz aller Unkenrufe, es geht voran.