Mit dem Kopf voran

30.07.2007 um 20:57 Uhr

Achtung Fibelmonopol!

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Die zentralstaatlichen Allüren der Bundesregierung nehmen immer groteskere Züge an. Statt die Bemühungen der Schulen um eine qualitativ hochwertige Ausbildung durch mehr Wettbewerbsanreize zu stärken, glaubt das Bildungsministerium durch eine zentrale Lenkung der Lehrpläne bis hin zu den Schulbüchern die Qualitätsmisere des deutschen Bildungssystems in den Griff zu bekommen. Qualitätswettbewerb um das geeignete Lehrmaterial scheint Berlins Bürokraten ein Fremdwort zu sein. Müssen wir hierzulande mit immer neuen Ideen zu weiteren Einheitsprodukten rechnen? Vielleicht der Einheits-VW-Lupo mit klimaschonendem Einheitsmotor, die Wiedergeburt des KdF-Wagens?

27.07.2007 um 15:30 Uhr

Wer missbraucht wen?

von: steffenh   Kategorie: Wirtschaftspolitik

Was würden sie von einem Händler halten, der ihnen einen Rabatt gewährt? Oder was, wenn er ihnen ein Produkt so billig anbietet, dass er damit seine eigenen durchschnittlichen Kosten nicht decken kann? Oder wenn sie diesen Preis nur im Rahmen eines Exklusivvertrages bekommen? Die erste Reaktion wäre doch wohl: Wie kundenfreundlich. Wenn es sich für mich lohnt, warum nicht. Da gehe ich wieder hin!

Nicht so die EU-Kommission. Es ist gerade mal eine Woche her, dass Brüssel dem Computerchiphersteller  AMD eine viertel Milliarde Euro hinterhergeworfen hat, da folgen Vorwürfe gegen Intel wegen angeblichem Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung gegen AMD. Und nicht etwa, weil man dem Unternehmen irgendwelche kriminellen Machenschaften vorwerfen konnte. Nein, man definiert Wettbewerb neu und macht aus den Symptomen eines funktionierenden Wettbewerbs auf Märkten mit wenigen Anbietern kurzerhand einen Fall für die Kartellbehörden. Und das, obwohl die Behörde selbst feststellen konnte, dass der Jahre dauernde Wettbewerb mit den obengenannten Methoden nicht funktioniert hat, denn AMD ist nach wie vor im Geschäft. Ein weiteres Mal mal zeigt sich, dass die Brüsseler "Wettbewerbsbehörde" ihren Namen nicht verdient hat.

26.07.2007 um 13:56 Uhr

Bürgergeld vs. Mindestlohn

von: steffenh   Kategorie: Wirtschaftspolitik

Dank Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus gelangt das Bürgergeld als sinnvolle Alternative zum Mindestlohn wieder in die öffentliche Debatte.

25.07.2007 um 18:21 Uhr

In den Wind geschrieben

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Helmut Alt erklärt bei den Energie-Fakten, warum durch die dargebotsabhängige Einspeisung von Windkraftanlagen praktisch auf kein konventionelles Kraftwerk verzichtet, sondern lediglich Brennstoff in den ohnehin bestehenden Kraftwerken eingespart werden kann. Da diese in der Regel deutlich unter 2 Eurocent/kWh liegen, werden wir wohl noch eine geraume Weile auf die Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen warten müssen.

24.07.2007 um 14:22 Uhr

Ökonomenphantasie

von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre

David D. Friedman, Rechts- und Ökonomieprofessor, Anarcho-Kapitalist, Blogger und nebenbei auch der Sohn von Milton Friedman liest aus seinem Fantasy-Roman "Harald".

24.07.2007 um 00:56 Uhr

"Shangri La Diät Blog" im Netz

von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre

Die "Diäten-Debatte" läuft auch hier auf Hochtouren. Um diesem Thema ein eigenes Forum zu geben, habe ich den "Shangri La Diät Blog" eröffnet. Hier kann gern über die gleichnamige Diät von Seth Roberts berichtet, gefragt und diskutiert werden. Die Teilnahmebedingungen sind auf dem Weblog kurz beschrieben.

18.07.2007 um 18:05 Uhr

Gekaufte Jobs

von: steffenh   Kategorie: Wirtschaftspolitik

Was lässt sich das Land Sachsen und die Bundesregierung einen neuen Job in Dresden kosten? Schlappe 464 Tsd. Euro. Zumindest wird ein AMD-Projekt in Dresden, das 565 Jobs in dieser Stadt schaffen soll, mit dem Segen der EU mit 262 Mill. Euro beschenkt. Das Arbeitsplatzargument ist nach wie vor für jede wirtschaftspolitische Umverteilungs-Dummheit gut, zumal sich sicherlich noch ein pseudowissenschaftlicher Gauner gefunden hat, der die Arbeitsplatzbilanz mit einem keynesschen Multiplikator auf ein paar Tausend aufblasen konnte. Und dies vor dem Hintergrund, dass sich die Regierungen Deutschlands und der USA ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die staatliche Verlustkompensation eines Unternehmens liefern, das im Preiswettbewerb gegen seinen wichtigsten Konkurrenten nicht bestehen kann. Für Dresdner Lokalmatadoren mag das ja ein Grund zum Frohlocken sein. Ich für meinen Teil werde beim Erwerb meines nächsten Notebooks bestimmt auf das "Intel Inside"-Logo achten, wohl wissend, dass diese Art von Protest eine Illusion sein dürfte. Wer weiß wem Intel auf der Tasche liegt...

18.07.2007 um 15:14 Uhr

Abgeschrieben?

von: steffenh   Kategorie: Umweltschutz

Umwelt- und Wirtschaftsministerium haben sich wieder einmal wegen der Atompolitik in der Wolle. Tatsächlich muss man dem Wirtschaftsminister recht geben, dass die Sicherheit der Kraftwerke ein sinnvolleres Laufzeitkriterium als das Alter ist. Und dem Umweltminister sollte man einmal den Unterschied zwischen buchhalterischer und ökonomischer Abschreibung erklären. Für die Entscheidung ein einmal errichtetes Kraftwerk zu betreiben oder stillzulegen ist der buchhalterische Werteverzehr nämlich völlig gleichgültig. Fixe Kosten sind fixe Kosten, vorbei ist vorbei. In dem Moment in dem das Kraftwerk steht kommt es nur noch darauf an die laufenden Kosten zu decken. Selbst die Finanzierungskosten sind irrelevant, da der Betreiber sie ohnehin zu zahlen hat. Lediglich der Schrottwert der Anlage muß neben den laufenden Kosten noch in der Betriebsentscheidung berücksichtigt werden.

Ein interessanter Punkt in diesem Zusammenhang ist die Verteilung der Restlaufzeiten der Atomkraftwerke über die Zeit. Da es sich für die Betreiber hierbei gewissermaßen um eine erschöpfliche Ressource handelt, müssen sie stehts überlegen, ob sie ihr verbleibendes Laufzeitbudget bzw. die vereinbarte Reststrommenge heute in Anspruch nehmen und die Rendite aus der Stromproduktion einstecken oder die Laufzeiten in die Zukunft verschieben und auf steigende Zukunftsgewinne hoffen (Hotelling-Regel). Genau aus diesem Grund ist auch nicht damit zu rechnen, dass die verbleibenden Anlagen momentan voll ausgelastet werden. Folglich führt der Atomausstieg schon heute zu einer Angebotsverknappung und höheren Strompreisen. Wir zahlen bereits jetzt den Schattenpreis dieser politischen Dummheit.

18.07.2007 um 11:49 Uhr

Ein afrikanisches Lehrstück

von: steffenh   Kategorie: Globalisierung

Robert Mugabe richtet nicht nur sein eigenes Land zugrunde, sondern zeigt uns zugleich noch sehr anschaulich was geschieht, wenn man die simpelsten Grundregeln erfolgreicher Wirtschaftspolitik missachtet. Ein lebendigeres Beispiel für die Folgen administrativer Preissetzung gibt es kaum (via Econlog):

 

 

 

17.07.2007 um 16:44 Uhr

Gewollt und nicht gekonnt

von: steffenh   Kategorie: Globalisierung

Aus einem aktuellen Report über die Entwicklungsprobleme der Sahel-Zone:

 

Analyses are ineffective

Many analyses of the situation of vulnerable populations in the Sahel do not examine the root causes and tend to divide causes into immediate and structural issues, allowing the structural issues to be largely ignored. The situations of vulnerable people in the Sahel are complex and nuanced. Vulnerability can be influenced by gender, ethnic group and generation issues, and by contemporary and historical social processes that are often not analysed and not explained. The short-term nature of many contracts in international development makes it difficult for staff members to develop profound and detailed understanding of the situation, and the management systems in development agencies do not demand such understanding.

Too much aid is inefficient

Many aid initiatives are based on the shallow analyses mentioned above and are almost always driven by externally imposed ideas of development. Notwithstanding the lip service paid to “participation”, the majority of aid organizations develop their programmes on the basis of their own priorities and their own visions. In most cases there is an external analysis of what local people lack, and plans are designed to address this lack.

 

15.07.2007 um 09:38 Uhr

Kein Patentrezept

von: steffenh   Kategorie: Wirtschaftspolitik

Klare Worte von Jeffrey Tucker vom Mises-Institute zum Problem des staatlichen Schutzes geistiger Eigentumsrechte:

Merchants are free to attempt to create artificial scarcity, and that is what happens when a company keeps it codes private or photographers put watermarks on their images online. Proprietary and "open-source" products can live and prosper side-by-side, as we learn from any drug store that offers both branded and generic goods inches apart on the shelves.

But what you are not permitted to do in a free market is use violence in the attempt to create an artificial scarcity, which is all that IP legislation really does. Benjamin Tucker said in the 19th century that if you want your invention to yourself, the only way is to keep it off the market. That remains true today.

So consider a world without trademark, copyright, or patents. It would still be a world with innovation perhaps far more of it. And yes, there would still be profits due to those who are entrepreneurial. Perhaps there would be a bit less profit for litigators and IP lawyers but is this a bad thing?

 

13.07.2007 um 15:01 Uhr

Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Mit der Verabschiedung der Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) soll zukünftig für alle Wohnungsanbieter die Vorlage eines Energieausweises zur Pflicht werden. Schon wittern einschlägige Kreise einen riesigen Markt:

Chancen für Aussteller von Energieausweisen: Millionen von Gebäuden, Häuser und Wohnungen werden demnach einen Energieausweis benötigen. Gute Aussichten für diejenigen Fachleute, die sich qualifizieren und berechtigt sein werden die Nachweise auszustellen. Erfahrung können Sie bereits heute als Aussteller der freiwilligen Energieausweise sammeln. 

Derweil prügeln sich diverse Berufsgruppen um die Berechtigung den Kuchen zu zerteilen (wie hier die Architekten):

Die Definition zur Eignung der Ausweisersteller [in der EnEV 2007] ist fehlerhaft und für den Verbraucher (Eigentümer und Mieter/Käufer) kaum nachvollziehbar und überprüfbar. So entsprechen Bachelor-Abschlüsse nach einem dreijährigen Studienabschluss nicht der Qualifikation eines Architekten/Innenarchitekten und können somit auch nicht zur uneingeschränkten Ausstellung von Energieausweisen berechtigten. Zudem werden Mitglieder der Architektenkammern - Innenarchitekten und Sachverständige - ausgeschlossen, die über erhebliche Kenntnisse verfügen und gemäß ihrer Berufsaufgabe geeignet sind, Energieausweise für Gebäude aller Art auszustellen. Es ist präziser, auf die jeweils in den Landesbauordnungen festgeschriebenen Bauvorlage- und Nachweisberechtigungen zurückzugreifen. Dabei ist auf die Eintragung bei einer Kammer Bezug zu nehmen...

12.07.2007 um 11:09 Uhr

Klimanotopfer

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

La Deutsche Vita hat mir die Antwort zum Klima-Cent eigentlich schon in den Mund gelegt. Viel gibts zu dessen ökonomischer Vernunft eigentlich nicht zu sagen.

Keine Orientierung am Kohlendioxidgehalt der zu besteuernden Brennstoffe und ein geplanter Einsatz der Einnahmen für handverlesene Technologien, von denen wir heute zum Teil schon wissen, dass sie mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften bzw. zu den teuersten der möglichen Alternativen der Emissionsreduzierung gehören. Man kann diese Idee also nicht einmal als eine Art von Lenkungssteuer zur Internalisierung externer Umweltkosten des Brennstoffverbrauchs interpretieren, denn schließlich gibt man sich nicht im Ansatz die Mühe, derartige Kosten der einzelnen fossilen Brennstoffe dingfest zu machen. Und einmal erhoben werden die Einnahmen dann den Klimapolitikgewinnern zum Fraß vorgeworfen. Wer am lautesten schreit bekommt das größte Stück vom Kuchen, was mich befürchten lässt, dass allein der Aufwand, den die Lobby betreibt die Kohle einzusacken, einen großen Teil der Einnahmen auffrisst.

Dieses Instrument bleibt das, wofür es gedacht ist, eine Umverteilungsabgabe, die an das ökologische Gewissen der Deutschen appelliert. Alles schon einmal dagewesen, auch vor dem Kohlepfennig. Ach, eine Kostenkomponente hab ich noch vergessen: Die psychischen Kosten denkender Mitbürger, die wieder einmal mitansehen müssen, wie man versucht sie für dumm zu verkaufen.

11.07.2007 um 23:15 Uhr

Was nicht ist kann ja noch werden

von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre

In Deutschland sind bisher – anders als in den USA – durch den Einsatz von Blogs weder Themen in der öffentlichen Debatte gesetzt (Agenda Setting) noch Ereignisse skandalisiert worden... (Weblogs in der Politik - Wissenschaftliche Dienste des Bundestags)

Gut Ding will Weile haben. Jedenfalls wird daran gearbeitet.

Via la deutsche vita

11.07.2007 um 22:54 Uhr

Gut und sexy

von: steffenh   Kategorie: Soziobiologie

Geoffrey Miller kann sehr einleuchtend erklären, was menschliche Moral mit sexueller Attraktivität zu tun hat.

11.07.2007 um 22:34 Uhr

Coming out

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

You Are 76% Capitalist, 24% Socialist
In general, you support a free economy and business interests.
You tend to think people should fend for themselves, even when times get tough.
However, do think the government should help those who are truly in need.
 
 

11.07.2007 um 22:22 Uhr

Prioritäten setzen

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Björn Lomborg kann es eigentlich nicht oft genug wiederholen:

Sollten die Live-Earth-Konzerte Amerika und Australien irgendwie dazu inspirieren, das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen, würden die Temperaturen etwas weniger stark ansteigen. Die Anzahl der von Malaria gefährdeten Personen würde bis 2085 um ca. 0,2 % sinken. Dennoch betrügen die Kosten des Kyoto-Protokolls niederschmetternde $ 180 Milliarden pro Jahr. Anders ausgedrückt, die Kämpfer gegen den Klimawandel glauben, dass wir $ 180 Milliarden ausgeben sollten, um lediglich 1.000 Leben pro Jahr zu retten.

Für wesentlich weniger Geld könnten wir Jahr für Jahr 850.000 Leben retten. Wir wissen, dass die Verteilung von Moskitonetzen und die Ausweitung von Malariapräventionsprogrammen das Auftreten von Malaria für ca. $ 3 Milliarden pro Jahr bis 2015 halbieren könnten – das sind weniger als 2 % der Kosten von Kyoto. Eine trostlose Wahl.

...

Es ehrt die Organisatoren von Live Earth, dass sie sich so viele Gedanken über die weit entfernte Zukunft machen, doch muss man sich fragen, warum sie die viel schlimmere Gegenwart so wenig interessiert.

10.07.2007 um 08:19 Uhr

Live Sword

von: steffenh   Kategorie: Globalisierung

Der wie immer großartige Hans Rosling präsentiert ein visuelles Update seiner Daten zur globalen Entwicklung: New Insides on Poverty and Life around the World.

10.07.2007 um 01:12 Uhr

Kaffeesatzlesen in Genf?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

In early 2007 the Intergovernmental Panel on Climate Change released long-term forecasts of dramatic global warming, caused by human activity, that they predicted would cause serious harm to many people. In the first public policy forecasting audit to appear in this SIG, Scott Armstrong and Kesten Green present the findings of their audit of the IPCC forecasts of global average temperature. They found the IPCC forecasts have no validity and conclude that the there is no more reason to expect global warming over the next 90 years than there is to expect global cooling. It would therefore be foolish and extremely costly to base public policy on the IPCC forecasts.

Das ist die Aussage von J. Scott Armstrong und Kersten C. Green, die beide Autoren in ihrem Paper "Global Warming: Forecasts by Scientists vs. Scientific Forecasts" auf der Public Policy Forecasting Webseite der Fachöffentlichkeit präsentieren. Scott Armstrong fordert in diesem Zusammenhang Al Gore zu einer 20000$ Wette heraus, die er gewinnt, wenn er es schaffen sollte, den Klimawandel besser als die gegenwärtig benutzten Klimamodelle zu prognostizieren.

09.07.2007 um 15:03 Uhr

Seid bereit, Klimaschützer!

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Es ist jetzt fast 30 Jahre her, dass ich als frisch gebackener Thälmannpionier in der damaligen DDR ein Gelöbnis für Frieden und Sozialismus ablegen durfte. Gut zehn Jahre später glaubte ich derartigen Firlefanz entgültig hinter mir gelassen zu haben. Heute muß ich feststellen, dass diese Methode der Erziehungsdiktatur im grünen Gewand fröhlich Auferstehung feiert.