Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel erlangen trotz ihrer gegenüber Emissionsminderungsmaßnahmen wesentlich größeren Wirksamkeit in der Politik und der Öffentlichkeit keine große Aufmerksamkeit. Tatsächlich gibt es Ökonomen die meinen, anders als bei den Treibhausgasemissionen lägen auch keine externen Effekte vor, so dass auch ein optimales Niveau an Anpassungsmaßnahmen zu erwarten sei. So argumentiert etwa John Quiggin in einer Reaktion auf einen Artikel zur Anpassung an den Klimawandel in der Zeitschrift Nature:
Prins and Rayner also assume that because adaptation is as important as
mitigation, it should receive equal attention as a focus of public
policy. But emissions of greenhouse gases represent a market failure.
No individual or nation has a strong incentive to reduce their own
emissions. Hence, mitigation requires a global policy response so that
this externality is taken into account. By contrast, private parties,
in deciding how to adapt to climate change, will, in the absence of
policy intervention, bear the costs and receive the benefits of their
decisions in most cases. There is no reason to expect too little
adaptation.
Tatsächlich dürfte davon auszugehen sein, dass Anpassungsmaßnahmen aus diesem Grund wesentlich leichter umzusetzen sind. Schließlich profitieren die Akteure unmittelbar von den Maßnahmen für die sie die Kosten aufbringen müssen. Auch dürfte der Bedarf nach internationaler Koordination der Aktivitäten geringer sein.
Im Bezug auf Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern, die wie das Beispiel der jüngsten Sturmkatastrophe in Bangladesh zeigt deutlich stärker von Extremwetterereignissen betroffen sind, bestehen jedoch wesentlich fundamentalere Probleme. So betonte Barun S. Mitra vom Liberty Institute in Neu-Dehli in einem Vortrag im Berliner Instititut für unternehmerische Freiheit, dass neben der Armut und der schlechten Infrastruktur vor allem der Mangel an Eigentumsrechten ein Hemmnis für Anpassungsmaßnahmen darstellt. Nicht nur, dass fehlende Eigentumsrechte an Grund, Boden und Immobilien Anreize zu Investition in solide Behausungen und wirksame Schutzmaßnahmen reduzieren. Ein mindestens ebenso großes Problem ergibt sich daraus, dass sich die Bewohner trotz Lebensgefahr nicht wagen ihren Hof zu verlassen, aus Angst bei ihrer Rückkehr, weder Land noch Eigentum wieder in Besitz nehmen zu können. Wer Angst haben muß, bei seiner Rückkehr festzustellen, dass sein vormaliges Grundstück von fremden Leuten anektiert wurde und keine rechtliche Möglichkeit besteht dies zu verhindern oder rückgängig zu machen, weil keine Eigentumstitel existieren, der wird es kaum wagen bei Gefahr rechtzeitig eine Gefahrenzone zu verlassen. Immerhin kann der Mutigste zwar sein Leben verlieren, aber auch seine paar Quadratmeter Heimat beschützen oder sich das Eigentum anderer aneignen. Solange also die rechtlichen Grundlagen für den Schutz von Eigentumsrechten nicht bestehen, ist nicht zu erwarten, dass Menschen ein ausreichendes Maß an Anpassungsmaßnahmen vornehmen. Allerdings handelt es sich hier eindeutig nicht um Marktversagen, sondern um ein Scheitern des Staates. Schließlich unterbindet der Staat auch, dass sich alternative Institutionen zu dem von ihm vernachlässigten Rechtssystem herausbilden.