"Akkord"-Lohn
Kein Scherz. Die Violinisten des Bonner Beethoven-Orchesters haben auf eine höhere Bezahlung gegenüber ihren anderen Musikerkollegen geklagt, weil sie im Durchschnitt mehr Noten als diese spielen müßten. Offenbar sind sie der Meinung, dass der Wert ihres Spiels für die Konsumenten von der Anzahl der gespielten Noten abhängt. Ich denke ein guter Test wäre der Versuch, in einem der nächsten Konzerte eine hochfrequente Aneinanderreihung willkürlicher Noten zu spielen. Wenn sie dann in den folgenden Vorstellungen die Hallen vollbekommen, wäre das Ansinnen vielleicht nicht völlig von der Hand zu weisen.
Wieder einmal eine gute Illustration der inhaltlichen Widersprüchlichkeit der marxschen Arbeitswertlehre, die davon ausgeht, dass der Tauschwert einer Ware durch physikalisch meßbare Arbeitsinputs in die hergestellten Güter determiniert wird. Hier kann man nur fragen: Ist das Ausgraben und Zuschütten einer Grube mehr wert als das Backen eines Brötchens, weil Ersteres nicht zwanzig Minuten, sondern einen ganzen Arbeitstag braucht? Sollten wir Schriftsteller nach der Anzahl der beschriebenen Seiten oder nach dem Inhalt ihrer Bücher honorieren?
Wir danken Marginal Revolution für diesen Hinweis.

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