Mit dem Kopf voran

19.01.2006 um 11:46 Uhr

Der Kühlschrank als Ehebrecher

Ist technischer Fortschritt in unseren Haushalten mitverantwortlich für die hohe Scheidungsrate unserer Tage und die wachsende Zahl von Single-Haushalten? Ein Paper von Jeremy Greenwood (University of Rochester) und Nezih Guner (Pennsylvania State University) bejaht diese Frage. Die Autoren zeigen, dass der technische Fortschritt im Haushalt den Aufwand für Hausarbeit erheblich reduzierte, beiden Geschlechtern erlaubte am Erwerbsleben teilzunehmen und damit den wirtschaftlichen Vorteil einer Ehe, die Skalenerträge gemeinsamer Haushaltsführung, vermindert hat. Steigende Löhne durch eine höhere Arbeitsproduktivität beim Einsatz moderner Produktionstechnologien haben es einfacher gemacht die fixen Kosten der Haushaltführung zu decken. Dementsprechend geringer ist die Notwendigkeit einer gemeinsamen Haushaltsführung in einer Ehe. Gleichzeitig wirken sich die fallenden Preise für arbeitssparende Haushaltstechnik stärker auf Single-Haushalte aus, da diese einen größeren Teil ihrer Einkommen für Haushaltsgeräte aufwenden. Der Wert des Single-Daseins ist damit relativ gestiegen.


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