Die Quittung geht an den Verbraucher
Noch versuchen die Brüssler Wettberbsschützer ihr hartes Vorgehen gegen Microsoft mit dem Dienst am Konsumenten zu begründen. Da weder sie noch die Verbraucher den größten Mythos der Wettbewerbsökonomie je begreifen, werden Brüssels Strategen auch noch lange stehende Ovationen für ihre langfristig wohl eher fortschrittshemmende Politik erhalten. Denn wenn jedes Unternehmen im Netz- und Softwarebereich mit seinen enormen Netzwerkeffekten und Größenvorteilen Angst haben muss nicht zu groß zu werden, dürfte sich die zukünftige Investitionsbereitschaft eher in Grenzen halten. Wer heute wie etwa Google noch jedermanns Liebling ist, kann sehr schnell an Brüssels Pranger stehen. Und ist es nicht nur eine Frage der Zeit, bis irgendjemand die marktbeherrschende Stellung von Apples iPod beklagt, weil er seine eigenen Ladenhüter nicht los wird? Aber bis man in dieser Branche selbst einer der Großen ist, kann man die Zeit nutzen und die Kartellbehörden als langen Arm im Wettbewerb missbrauchen.
Update: Ein hierzu passender Kommentar von Dave Kopel.

Allerdings zeigt sich in diesem Urteil ein ganz anderes Problem staatlicher Maßnahmen: Mangelndes Timing. Die Wettbewerbsvorteile, die sich Microsoft dadurch verschafft hat, waren vor 10 Jahren entscheidend und mögen kräftig zum Reichtum der MS-Aktionäre beigetragen haben, sind heute aber am Verschwinden, weil auch die Bedeutung der Betriebssysteme schwindet. Das endgültige Urteil wird eindeutig zu spät kommen und keinen besonderen Nutzen mehr entfalten können.