Die wahren Kosten des Verkehrs
Eine von der Allianz pro Schiene veröffentlichte Studie hat versucht die externen Kosten des Verkehrs zu schätzen. Nicht die Schäden für die Umwelt, sondern die Unfallkosten bilden die Hauptkomponente des gesellschaftlichen Zusatzkosten des Straßenverkehrs.
Zu Recht fordert der Herausgeber die Kostenwahrheit im Verkehr. Nur sollte sich diese nicht nur auf den Straßen- und Flugverkehr, sondern auch auf den Schienenverkehr beziehen. Alle drei Verkehrsträger verursachen nur deshalb so hohe externe Kosten, weil die öffentliche Finanzierung der Infrastruktur zu einer systematischen Reduzierung der Verkehrskosten für die Infrastrukturnutzer führt. Eine direkte Nutzerfinanzierung der Kosten und ein Verzicht auf Infrastruktursubventionen würde nicht nur zu einer bedarfsgerechten Bereitstellung der Infrastruktur jenseits politischer Opportunitäten führen, sondern als Gratiseffekt auch das Niveau der externen Kosten des Verkehrs senken. Für eine weitere Reduzierung der externen Kosten sollte jedoch nicht reflexartig das Verursacherprinzip bemüht werden. Hier wäre vielmehr zu fragen, wer die potentiellen Schäden des Verkehrs mit den geringsten Kosten vermeiden kann.

In erster Linie qua Haftpflichtversicherungs-Beiträge. In zweiter Linie durch nicht versicherte Schäden, die der betroffene Autofahrer selbst tragen muss (incl. Personenschäden).
(Externalisierte Kosten wie z.B. die Polizei, die den Unfallort absperren muss dürften doch den kleinsten Teil der Unfallkosten ausmachen).
Entsprechend gehen die Unfallkosten in das Kosten-Nutzen-Kalkül der Autofahrer durchaus ein.
(Immer vorausgesetzt, Autofahrer handeln rational, wovon wir hier mal ausgehen wollen).
Wenn man bei obiger Rechnung nun diese Unfallkosten abzieht, dann stellt man - oh Wunder - fest, dass die externen Kosten von Auto und Zug fast genauso hoch sind.
Kaum das Ergebnis, dass sich "Pro Schiene" gewünscht haben dürfte...