Econ 101 für Ärzte!
In einem heutigen Tagesspiegelinterview fordert der Präsident der Berliner Ärztekammer höhere Arbeitgeberbeiträge für die Krankenkassen. Genauso gut hätte er geringere Nettolöhne für die Arbeitnehmer oder mehr Arbeitsstuden ohne Lohnausgleich fordern können. Denn schließlich können die Arbeitnehmer maximal einen Lohn erwarten der ihrer Wertschöpfung entspricht. Da diese aber durch eine höhere Belastung der Arbeitgeber durch Arbeitgeberbeiträge unverändert bleibt, müssen die Arbeitsnehmer damit rechnen mit weniger Lohn nach Hause zu gehen oder durch Mehrarbeit die Mehrkosten auszugleichen. Was der Ärztelobbyist da fordert ist also in Wirklichkeit eine Mehrbelastung der Arbeitnehmer. Wenn er möchte, dass Deutschlands Arbeitnehmer höhere Gesundheitsausgaben schultern, dann sollte er es ihnen das direkt ins Gesicht sagen. Nun gut, man kann vermuten, er hat die Konsequenzen seiner Forderungen nicht völlig durchdacht. Was er aber genau weiß ist, dass er mehr Geld für sich und seine Kollegen möchte. Bevor wir aber noch mehr Geld in den Gesundheitssektor stecken sollten wir erst einmal das Anbieterkartell der Ärzte ins Gerede bringen. Schließlich ist die beste Medizin gegen hohe Preise nach wie vor der Wettbewerb. Wer braucht zum Beispiel die in der GOÄ gesetzlich vorgeschriebene Mindestpreise für ärztliche Leistungen?
