Mit dem Kopf voran

29.08.2006 um 23:59 Uhr

Einen Tiefen See graben und wieder zuschütten...

Der Vorschlag des Bundesverkehrsministers, Arbeitslose als Busbegleiter einzusetzen, ist nicht neu, wurde bereits von anderen Politikern in etwas anderer Form formuliert und besitzt in Form von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen lange Tradition in der Bundesrepublik. Er zeigt, dass die Angst vieler Technikkritiker, uns könne die Arbeit irgendwann ausgehen, völlig unbegründet ist, allein weil es Unmengen an guten und eben leider auch schlechten Ideen gibt, Menschen mit Tätigkeiten zu versorgen. Wohlgemerkt gute und schlechte Ideen. In der Arbeitsmarktpolitik ist offenbar die irrige Auffassung verbreitet, dass nur solche Aufgaben für Arbeitslose sinnvoll sind, die der Phantasie von Politikern entspringen. Während Forderungen von Unternehmern nach Lohnkostensenkungen und mehr Lohnflexibilität und wirksamen Modellen der Lohnsubventionierung in der Regel auf Ablehnung aus dem linken politischen Lager stoßen, sind Niedriglohnjobs in handverlesenen zumeist öffentlichen Bereichen eine Förderung wert. Warum das so ist, kann sicher keiner der Ideengeber schlüssig begründen. Warum sollte ein Busbegleiter, für dessen Beschäftigung das Nahverkehrsunternehmen selbst gerade einmal ein Euro ausgeben will, eine höhere Produktivität haben und damit gesellschaftlich sinnvoller sein, als ein mit dem selben Lohnsatz bezahlter Gebäudereiniger in einem privaten Unternehmen? In beiden Fällen erwirtschaften die Langzeitarbeitslosen vergleichsweise geringe Werte, die nur einen niedrigen Lohn rechtfertigen, der für ein würdiges Leben nicht ausreicht. Wenn aber die Beschäftigungsidee nicht von Unternehmen am Arbeitsmarkt artikuliert wird und potentielle Arbeitgeber nicht einmal bereit sind einen Euro für die Anstellung der Langzeitarbeitslosen zu zahlen, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es sich um reine Beschäftigungstherapie handelt, also das sprichwörtliche Ausheben und wieder Zuschütten einer Grube als bloßen Zeitvertreib. Die einzige Möglichkeit, sinnlose Beschäftigung zu vermeiden, besteht darin, alle Nachfrager nach Arbeit in den Wettbewerb um die Arbeitslosen treten zu lassen und ihnen freien Raum bei der Lohnsetzung zu gewähren. Reicht die Bezahlung nicht für einen akzeptablen Lebensstandard aus, dann sollte die Gesellschaft die Lücke füllen. Ein international bewährter Ansatz ist das jüngst von der FDP und seit langen von einigen Ökonomen geforderte Bürgergeld. Fürchtet man aber, dieses Arbeitsmarktinstrument würde die finanzielle Kraft des Staates überfordern, so könnte man ja zumindest jährliche Tranchen von Langzeitarbeitslosen an alle Unternehmen meistbietend "versteigern" und wenigstens deren Verdienstlücke stopfen. Es wäre garantiert, dass sich die richtigen Leute den Kopf über potentielle Jobs zerbrächen und die Arbeitslosen nun nützliche, da mit einem positiven Preis bewertete Aufgaben bekämen. Die Gesellschaft gewänne Produktivität und Wohlstand. Nur eins wäre nicht mehr möglich: Kein Politiker könnte sich mehr mit einer schlauen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme profilieren. Aber auch nicht mehr lächerlich machen.

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenmomocat schreibt am 30.08.2006 um 08:04 Uhr:Mich würde ja mal interessieren, wieviel Arbeit ausserhalb von D geleistet wird und deren Produkte anschliessend nach D geschafft werden. Leider haben wir nun mal nicht die passenden Rohstoffe in D, aber es wird ja nur sehr zögerlich nach Alternativen gesucht.

    Ich hab jetzt mal gelesen: Kapitalismus ist die beständige Zerstörung etablierter (kleiner) Strukturen. Ständig wird umdisponiert, mehr gespart. Wie soll da etwas wachsen, wo wirklich jeder etwas von hat? Vielleicht treff ich irgendwann mal jemanden der mir erklärt, warum die Menschen bei Kauf ihrer Produkte nicht darauf achten, von wem sie hergestellt werden.
  2. zitierensteffenh schreibt am 30.08.2006 um 10:05 Uhr:Die Importstatistik wäre da ein gute Quelle, den die weistalle Waren- und Dienstleistungseinfuhren aus der Welt nach Deutschland aus. Wir haben eigentlich genug Rohstoffe, um ein guter Handelspartner zu sein und zwar die große Zahl der Erwerbsfähigen und ihr Potential aus eingekauften Rohstoffen und Kapitalgütern etwas nützliches zu produzieren.Wir müssen die Rohstoffe nicht selbst besitzen, sondern nur überzeugende Argumente (Qualität, Preis) haben, dass jemand sie von uns verarbeiten lassen will. Der Besitz vieler Rohstoffe, vor allem in den falschen Händen kann manchmal eher hinderlich sein (Stichwort: Resource Disease).
    Kapitalismus istein Prozess schöpferischer Zerstörung wie Schumpeter schrieb. Aber das bedeutet nicht, dass er alles um sich herum zerstört, sondern nur die Dinge, die schlechter als ihre Alternativen funktionieren. Neu Ideen werden geboren ausprobiert und müssen sich bewähren. Können sie sich nicht gegen ihre Konkurrenz durchsetzen bleiben sie auf der Strecke und übrig bleiben die besten Ideen. Die Suche der Menschen nach dem besten "Preis-Leistungs-Verhältnis" ihrer Konsumgüter treibt den Markt in diesen sinnvollen Prozess, der natürlich nicht von strukturellen Anpassungsproblemen verschont bleibt. Das Sparen und umdisponieren ist demnach alles andere als ein faktisches Zerstören als vielmehr ein Lenken der Ressourcen in ihre leistungsfähigste Verwendung. Ein guter Tip zurm Verständnis dieses Prozesses ist der Wechsel von der Vogelperspektive in die Beobachtung des eigenen Handelns. Ständig ist man dabei bisherige Verhaltensmuster zu überdenken und neu dazugelerntes zu verarbeiten und anzuwenden. Was sich nicht bewährt wird über Bord geworfen. Sei es eine alte Route zur Arbeit oder die nachlassende Qualität des Brotes vom Bäcker um die Ecke. Es ist schöpferische Zerstörung, denn wir sparen wertvolle Minuten auf dem Weg zur Arbeit und bessere Lebensmittel verdrängen Althergebrachtes mangelnder Qualität.
    Menschen achten beim Kauf der Produkte oft nicht auf ihren Hersteller, weil die Informationen diesbezüglich oft sehr aufwendig zu generieren sind. Oft ist es auch völlig irrelevant, wer die Produkte herstellt. Solange die Qualität stimmt und man davon ausgehen kann, dass die Produktion ein ergebnis freiwilliger Tauschvorgänge auf dem Markt war, haben alle Beteiligten profitiert. Schwieriger ist es, wenn die Produktion externe Effekte verursacht, deren Kosten von den Tauschpartnern entlang der Wertschöpfungskette nicht getragen werden. Hier kann mehr Transparenz über den Produktionsprozess sehr sinnvoll sein. Oft sind Eingriffe in den Markt von außen sinnvoll. Ein vollständigen objektiven Überblick über die Produktion und Herkunft der Güter zu bekommen ist jedoch nicht möglich, allein, weil alle Handelspartner nur die Informationen preisgeben bzw. Informationen zur Verfügung stellen, die ihren Absatzinteressen dienen. Hier ist auch die Sparte der Bio- und Ökoprodukte keine Ausnahme, denn ein großer Teil von deren Verkaufsargumenten basiert auf Ideologie oder einem mangelhaften Verständnis wirtschaftlicher oder naturwissenschaftlicher Zusammenhänge(regionale Produkte zum Schutz regionaler Jobs, natürliche vs. industrielle Düngemittel).
  3. zitierenmomocat schreibt am 30.08.2006 um 15:08 Uhr:Freiwillig sind die Tauschvorgänge schon. Vor allem dann, wenn anderswo die Sozialstandards viel geringere Kosten ermöglichen. Ich sehe viele neue Ideen, um zum Beispiel so billig wie möglich herzustellen. Das diese Ideen jedoch zu immer mehr Intransparenzen und Verlagerungen führen und damit eigentlich für den Verbraucher übersichtliche Prozesse unübersichtlich machen, stört eher keinen.

    Ich glaube kaum, dass die Herstellungsinformationen kompliziert zu beziehen sind, sie müssten nur die ganze Zeit am Produkt haften bleiben und nicht an der Firmengrenze "abfallen". So steht am Krabbensalat eben nicht dran, dass die Krabben in Maroko gepult wurden und somit mindestens schon eine Woche alt sind. Als frisch würde ich das nicht mehr bezeichnen.
    Externe Kosten sind eben schwer zu beziffern, da die Entnahme von Resourcen ja nichts kostet. Sie sind einfach da.
  4. zitierenKFM schreibt am 30.08.2006 um 16:09 Uhr:Die Renaissace der "Busspurbetreuer"!
  5. zitierenmomocat schreibt am 31.08.2006 um 08:47 Uhr:Den Reisebericht eines TShirts habe ich schon im Blick. Der ist demnächst mal fällig. ;-) Nur kann man doch nicht in erster Linie für den Export wirtschaften. In bestimmten Branchen mag das für eine bestimmte Zeit lang funktionieren, aber irgendwann hört das dort auch auf.

    Beispiel Maschinenbau: Solange der Rest der Welt nicht in der Lage ist, solch gute Maschinen zu bauen, wird die Branche guten Absatz haben. Lernen die anderen aber, mit den vorher bezogenen Maschinen selber neue Werkzeuggenerationen zu fertigen, dann werden auch die Maschinenbauer irgendwann kleinere Umsätze erleben. Je nach Land dauert das aber noch, da die Fähigkeit Werkzeuge zu bauen irgendwie eng mit dem Technologieniveau zusammenhängt. Und dieses wiederum mit den Bildungsmöglichkeiten.

    Ich finde es seltsam, dass man Produkte kaufen kann, die unter Bedingungen hergestellt wurden, die bei uns als unmoralisch und unsozial gelten. Der freie Markt kennt solche Begriffe nicht, dort spielt ja nur die ökonomische Seite eine Rolle. Ansonsten wäre es eben undenkbar, dass ein DVD-Player nur 50 € kosten würde. Mittlerweile kann der Verbraucher doch keinen Einfluss mehr darauf nehmen, wem er mit dem Kauf eines Produktes schädigt/fördert. Weil er eben nicht mehr weiss, wer sein Produkt wie herstellt.

    Es bleibt also der Händler, der global am billigsten einkauft und hier billig weiterverkauft. Wenn dieser die Herstellungsbedingungen an die von ihm verkauften Produkte anbringen würde, dann könnte man als Verbraucher auch mal sehen, ob man mit dem Kauf des Produkts "Gutes" tut.
    Wenn wir auf dem selben Standard wie bisher leben wollen, dann müssen wir auch was dafür tun. Man könnte entweder seine Ausgaben senken, und damit andere Einkommen senken, oder aber weiterhin auf hohem Niveau Geld ausgeben, damit andere von dieses Ausgaben profitieren. Ersteres wäre der DVD-Player aus China, zweiteres der DVD-Player aus Deutschland.
    Am Ende bleibt noch das Problem, wie man auf gesättigten Märkten weiter produzieren kann. Wenn jeder (in D) ein TFT hat, braucht man kaum noch neue. Was würde man als deutscher TFT-Hersteller dann herstellen?

    Warum sollen Schwellenländer mit Industriestaaten konkurrieren? Wenn jeder seinen eigenen Markt bedient, haben beide was davon. Im Industriestaat bleiben die Arbeitsplätze erhalten, das Schwellenland entwickelt seine Binnenwirtschaft. Dann bräuchte man sich auch keine Gedanken mehr über Sozialstandards mehr machen, da man weiss: Von dem und dem Produkt profitieren die Menschen die genauso leben, wie man selber lebt.
  6. zitierensteffenh schreibt am 31.08.2006 um 10:04 Uhr:Unmoralisch und unsozial sind relative Begriffe. Derartige Standards messen sich stets am Durchschnitt des Erreichbaren. 10h Arbeit pro Tag grenzen bei uns an unsoziale Zustände, in Ländern mit niedriger Produktivität in denen 12 Stunden zur Erwirtschaftung des Subsistenzniveaus notwendig sind, erlebt jemand 10h Arbeit als soziale Wohltat. Wir können uns unsere Sozialstandards schlichtweg leisten und empfinden sie deshalb als moralisch wünschenswert und für alle maßgeblich.

    Sicherlich kann der Verbraucher soziale Standards als Kaufkriterium heranziehen. Aber dabei ist zu berücksichtigen, dass damit auch ein höherer Preis der Güter einhergeht. Bei einem gegebenen Haushaltsbudget sinkt damit die Anzahl der konsumierbaren Güter. Beschließe ich daher mit "sozialem" Konsum meine eigene Umverteilungspolitik zu machen, muß ich berücksichtigen, dass ich damit mein anderweitiges Konsumniveau zwangsläufig einschränke, bei anderen Konsumgüter meine NAchfrage reduziere, was dort zu sinkenden Einkommen führt. Eine Verbesserung des Einkommens- bzw. Lebensstandardsniveau für alle ist daher nur durch Produktivitätssteigerungen möglich,d.h. technischen Fortschritt der ressourcen- und arbeitssparend ist.
    Einkommen werden nicht durch die Reduzierung von Ausgaben gesenkt, sondern können nur durch die Reduzierung der Produktion gesenkt werden. Wenn ich weniger meines Einkommens konsumiere, dann muss ich den Rest rein definitorisch sparen. Die Ersparnis aber ist nichts anderes als Investition, da die Banken ja mein Geld nicht einfach in irgendeinem Safe herumliegenlassen, sondern in Form von Krediten vergeben. Es kann stets nur soviel ausgegeben werden wie produziert wird und diese Ausgaben sind entweder konsumtiver oder investiver Natur. Je mehr eine Nation und deren Bevölkerung produziert, um so mehr kann sie gegen andere Güter austauschen (das ist der Handel) und letztlich konsumieren. Wenn wir nur noch billige DVD-Player aus China kaufen, dann haben wir uns für Geräte entschieden, die mit einem geringeren Kostenaufwand produziert werden. Ein Teil der geringeren Kosten resultiert aus den niedrigen Lohnkosten, die Ursache der niedrigen durchschnittlichen Produktivität dieser Länder sind. Steigt mit einer Erhöhung des Einkommens der Einsatz von Investitions- und Humankapital in diesen Ländern die Produktivität erhöht sich in diesen Ländern der Lebensstandard. Gleichzeitig reduziert sich die Menge schlecht ausgebildeter Arbeitskräfte, was zu einer Erhöhung der Löhne führen muß. Wir werden zwar weiterhin billige DVD-Player aus China kaufen können, nur das diese Geräte nicht mehr aufgrund niedriger Arbeitskosten, sondern aufgrund effizienter Technologien billiger geworden sind. Das ist beispielsweise die Geschichte des dramitischen Preisverfalls in der Computertechnik bei andauernder Qualitätserhöhung. Wenn du dich fragst was produziert werden soll, wenn alle Menschen einen TFT-Bildschirm haben, dann streng deine Phantasie an und überlege dir, was für Produkte dir zu deinem Glück noch fehlen würden. Als ich vor zwanzig Jahren meinen ersten Kassettenrecorder kaufte, hätte ich mir nichtvorstellen können in zehn Jahrespäter freudig gegen eine CD-Player einzutauschen, den ich heute fast für meinen MP3-Player verschrottet habe. Ich bin mir sicher, dass unsere Phantasie im Bezug auf Konsumgüter und vor allem Dienstleistungen nahezu grenzenlos ist. Wie man dazu steht ist eine geschmäcklerische Frage.

    Warum Schwellenländer mit Industrieländern konkurrieren sollen hat ganz einfach etwas mit Arbeitsteilung und der Ausnutzung von Skaleneffekten zu tun. Wenn jedes Land autark wirtschaftet verzichtet es auf die Ausnutzung der komparativen Kostenvorteile in der Güter- und Dienstleistungsproduktion gegenüber anderen Staaten. Weniger Arbeitsteilung bedeutet weniger Spezialisierung der einzelnen Produzenten auf das, was sie am besten produzieren können. Das reduziert die Produktivitätspotentiale. Geringere Marktgrößen durch nationale Autarkie reduzieren die Kostenvorteile der Massenproduktion, also vermindern auch die Produktivitäts- und damit Einkommenspotentiale. Denk an das bekannte Beispiel der Stecknadelproduktion, von der ein Arbeiter pro Tag mit allen Arbeitsgängen vielleicht fünf Stcück produzieren kann. Spezialisieren sich aber 5 Arbeiter auf die einzelnen Arbeitsgänge schaffen sie vielleicht tausend Stück davon. Überträgt man dieses Bild auf globale Märkte wird rasch klar, warum eine binnenorientierte Wirtschaft keine gute Idee ist. So sind auch die historischen Beispiele, geprägt von Protektionismus, in der Regel stets unterlegene Modell gewesen. In der Tat sind die ärmsten Länder der Welt heute Länder nahezu ohne Außenhandel.
  7. zitierenmomocat schreibt am 31.08.2006 um 20:13 Uhr:Wo ist der höher Preis ein Problem? Ich konsumiere weniger, aber dafür zu höherem Preis. Der Umfang bleibt gleich (vorausgesetzt gleiches Gehalt und kein Sparen). Ist es ein Problem weniger zu konsumieren? Ich glaube kaum, da wir recht viel haben. Was ich nicht habe, kann ich ja mir ja ausleihen. Ich geb dir meine DVD, du mir deine. Überall stehen Bücher, doch gelesen hab ich noch längst nicht alle.

    Klar ist es gut, wenn sich andere Länder weiterentwickeln, dann öffnen sich wiederum neue Märkte. Nur kann ich auf Dauer nicht mehr konsumieren als nachwächst. Und genau das habe ich die ganze Zeit im Hinterkopf. Ich kann ne ganze Weile von angesparten Resourcen leben, nur was mache ich wenn diese alle sind? Und genau dahin wollte ich mit dem Binnenmarkt zielen. Wegen mir auch einen noch kleineren Markt, den der unmittelbaren Region für die Grundbedürfnisse.

    Gesetzt dem Fall, dass ich jedem Menschen den gleichen Lebensstandard zuspreche, dann würden wir bei der globalen Angleichung dieser Lebensstandards so ziemlich alle einfach zugänglichen endlichen Resourcen aufbrauchen. Dann bleiben nur noch die erneuerbaren Resourcen, die wir irgendwie verkonsumieren können. Dann leben die besser, die mehr Fläche haben. Denn da produziert die Natur mehr pro Einwohner und man kann mehr verkonsumieren. Russland wäre in dieser Hinsicht steinreich, die USA und Kanada auch.

    Und genau daran denke ich, an das Niveau auf dem man dauerhaft leben könnte, ja auf dem alle leben könnten. Und an dieses Niveau müsste man sich herantasten. Falls ich myfootprint.org glauben kann, lebe ich schon zu gut. Ohne Auto, mit wenig Flügen, mit wenig Fleisch. Wie sehe unser Leben aus, wenn Energie nicht aus Kohle, Öl, Uran und Erdgas gewonnen würde? Wenn weite Transporte wirklich teuer wären, wenn das Nahe wesentlich billiger wäre? Dann gäbe es eine Balance zwischen Spezialisten und Allgemeinen, nämlich genau diese, dass der lokale Vorteile auch so ausgespielt werden würden. Das Regionen untereinander Spezialprodukte tauschen und sich so ergänzen.

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