Mit dem Kopf voran

03.05.2007 um 18:29 Uhr

Fair-Trade-Kaffee mit bitterem Beigeschmack

von: steffenh   Stichwörter: Globalisierung

Jeremy Weber schreibt in "Fair Trade Coffee enthusiast should confront reality" über die Probleme der Fair-Trade-Branche. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Ähnlich wie vielen Protagonisten der hiesigen Öko-Landbau-Bewegung der Einstieg der Supermärkte in der Vertrieb von Bio-Lebensmittel ein Dorn im Auge ist, neigt die Fair-Trade-Branche dazu, die Teilnahme großer Lebensmittelunternehmen am Fair Trade Markt zu verhindern. Für einige Branchenvertreter scheint Fair Trade offenbar als Vehikel zur Reduzierung des Wettbewerbs dienen. Viele Verbraucher wissen nicht, dass die höheren Abnahmepreise für die Produzentenorganisationen gelten und nicht zwangsläufig mit höheren Einnahmen der einzelnen Kaffeebauern gleichzusetzen sind. Der erzwungene Verzicht auf Zwischenhändler führt unter Umständen sogar zu höheren Kosten seitens der Bauern. In einigen Fällen verdienen bei Fair Trade Unternehmen unter Vertrag stehende Bauern weniger als den landesüblichen Mindestlohn.

Die Garantiepreise verursachen ein Überangebot an zertifiziertem Kaffee und damit einen harten Wettbewerb um die Fair Trade Kontrakte. Marginale Bauern haben häufig keine Chance zum Zuge zu kommen, da inzwischen sehr hohe Qualitätsstandards einzuhalten sind, hohe Kosten für die Qualitätszertifizierung anfallen und beachtliche Vertragsgebühren gezahlt werden müssen. Die hohen Markteintrittsbarrieren nutzen daher vor allem den Produzentenorganisationen, die bereits mit Verträgen ausgestattet sind. Newcomer haben es zunehmend schwerer eine Zertifizierung zur erhalten und können ihren Kaffee trotz gleicher Qualität oft nur unzertifiziert zu niedrigeren Preisen absetzen. Kaffee "von der Stange" muß daher nicht schlechter als der teurere TransFair-Kaffee vom Regal nebenan sein.

Ohne Zweifel hat die Fair Trade Branche die Einkommensbedingungen einer Reihe von Bauern verbessert. Der Versuch, den Markt klein zu halten, ist jedoch gerade das Gegenteil dessen, was für eine Verbesserung der Marktsituation der Mehrzahl der Kaffeeproduzenten notwendig wäre. Nur wenn große Kaffeehändler Zugriff auf dieses Marktsegment haben kommt der "fair" gehandelte Kaffee aus seiner Marktnische heraus. Nur durch eine kostengünstigere Vermarktung des Kaffees durch weltweit operierende Vertriebsunternehmen lassen sich Kostenreduktionen im Vertrieb und damit höhere Absatzmargen für mehr Kaffeeproduzenten realisieren.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGast1 schreibt am 03.12.2008 um 14:45 Uhr:super!!:P einfach spitze
  2. zitierenMithanme schreibt am 01.02.2009 um 16:39 Uhr:Dieser Artikel ist einfach umwerfend, er reißt uns vom Hocker *ambodenlieg* leider kann er uns nich wirklich weiterbringen bei unserm Bioreferat!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  3. zitierenkaffee schreibt am 19.03.2009 um 12:37 Uhr:ich verstehe kein wort
  4. zitierenhujhuutrlöksgnj schreibt am 17.11.2009 um 15:20 Uhr:geil!!!!!
  5. zitierensmaul schreibt am 21.05.2010 um 02:04 Uhr:gottchen du verstehst von WELTMARKTPOLITIK offenbar nichts. klaaarooo wir brauuuchen UUUNBEDINGT wenige weltweit agierende firmen damit der arme kaffeebauer nicht von der bööösen gepa, und co. komisch nur dass mehrere studien von so kleinen organisationen wie des schweizerische staatsekreteriat für wirtschaft EINDEUTIG zu dem schluss kommen, dass fair trade den kleinbauern hilft. ebenso die colarado state univerity. komisch nich? wie blöd muss man eigentlich sein? schau dir unsere wirtschaft an "global player und co" ohne STAATLICHE HILFSPROGRAMME geht bei denen NIX MEHR. und die kaffeekrise? hmm komisch wo war da die hilfe der grossindustriellen tschibo und co? denenn gehts um eins GEWINNE. und nur um das. der MENSCH zählt nicht. wenn du das NICHT KAPIERT hast schiess dir in kopf macht nix. wenn du aber einer der bwl typen bist dann streng mal deine grauen zellen an ob das was der liebe herr prof do vorne palabert so ungeprüft übernommen werdenn kann oder ob sich nicht jeder mensch der sich sapiens schimpfen will nicht einfach mal seine gedanken machen sollte BEVOR er die schnauze aufmacht *g*
  6. zitierenJens schreibt am 10.12.2010 um 08:00 Uhr:Mit dem Fair-Trade-Kaffee von http://www.kaffee-fair.de/ habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Ist euch ElPuente ein Begriff?
  7. zitierenbla schreibt am 18.01.2011 um 14:02 Uhr:ich muss sich sogar als leser schon für die kommentare unter dem artikel fremdschämen...
  8. zitierenborr ernst schreibt am 06.03.2011 um 13:26 Uhr:was meinst du mit fremdschämen ?
    nur gewinne für kapitalisten , allen voran tschibo, grosskapitalist 1 ?
  9. zitierenRobert schreibt am 02.04.2011 um 13:28 Uhr:Nun, ich finde git, dass die Bauern direkt einen fairen Preis erhalten. Es wäre jedoch noch besser, wenn "fair trade" Kaffee = "gute qualität" bedeuten würde.

    All zu oft schmeckt auch "fair trade" Kaffee genauso grottenschlecht wie Billigkaffee in den Supermarktketten: Total bitterer Geschmack. Das liegt ganz einfach daran, dass für eine gute Qualität nur eine Handlese garantieren kann.

    Bei einer Handlese werden nur wirklich reife Kaffeekirschen geerntet. Wenn aber durch Maschinelle Ernte ganz zwangsläufig auch alle grünen und überreife Kaffeekirschen mit in die Ernte kommen, dann ist die Schlechte Qualität u8nd der buttere Kaffeegeschmack bereits von Anfang an vorprogrammiert.

    So sollte also generell nur handverlesener Kaffee in den "fair trade" Handel kommen. Natürlich hat dieser dann nicht nur wegen "fair trade" einen höheren Preis, sondern auch wegen höherer Qualität. Die derzeitigen "fair trade" Endverbraucher-Preise lassen jedoch auf nach wie vor auf minderqualitative Maschinenernte schließen, leider.

    Groß Robert
  10. zitierenRobert schreibt am 02.04.2011 um 13:33 Uhr:Sorry... Nun mit korrigierter Rechtschreibung:
    ====================================================

    Nun, ich finde gut, dass die Bauern direkt einen fairen Preis erhalten. Es wäre jedoch noch besser, wenn "fair trade" Kaffee auch gleich "gute Qualität" bedeuten würde.

    All zu oft schmeckt auch "fair trade" Kaffee genauso grottenschlecht wie Billigkaffee in den Supermarktketten: Total bitterer Geschmack. Das liegt ganz einfach daran, dass für eine gute Qualität nur eine Handlese garantieren kann.

    Bei einer Handlese werden nur wirklich reife Kaffeekirschen geerntet. Wenn aber durch maschinelle Ernte ganz zwangsläufig auch alle grünen und überreife Kaffeekirschen mit in die Ernte kommen, dann ist die schlechte Qualität und der bittere Kaffeegeschmack bereits von Anfang an einkalkuliert.

    So sollte also generell nur handverlesener Kaffee in den "fair trade" Handel kommen. Natürlich hat dieser dann nicht nur wegen "fair trade" einen höheren Preis, sondern auch wegen höherer Qualität. Die derzeitigen "fair trade" Endverbraucher-Preise lassen jedoch nach wie vor aufnur minderqualitative Maschinenernte schließen, leider.

    Groß Robert
  11. zitierenRobert schreibt am 02.04.2011 um 13:35 Uhr:Sorry... Nun mit korrigierter Rechtschreibung:
    ====================================================

    Nun, ich finde gut, dass die Bauern direkt einen fairen Preis erhalten. Es wäre jedoch noch besser, wenn "fair trade" Kaffee auch gleich "gute Qualität" bedeuten würde.

    All zu oft schmeckt auch "fair trade" Kaffee genauso grottenschlecht wie Billigkaffee in den Supermarktketten: Total bitterer Geschmack. Das liegt ganz einfach daran, dass für eine gute Qualität nur eine Handlese garantieren kann.

    Bei einer Handlese werden nur wirklich reife Kaffeekirschen geerntet. Wenn aber durch maschinelle Ernte ganz zwangsläufig auch alle grünen und überreife Kaffeekirschen mit in die Ernte kommen, dann ist die schlechte Qualität und der bittere Kaffeegeschmack bereits von Anfang an einkalkuliert.

    So sollte also generell nur handverlesener Kaffee in den "fair trade" Handel kommen. Natürlich hat dieser dann nicht nur wegen "fair trade" einen höheren Preis, sondern auch wegen höherer Qualität. Die derzeitigen "fair trade" Endverbraucher-Preise lassen jedoch nach wie vor aufnur minderqualitative Maschinenernte schließen, leider.

    Groß Robert
  12. zitierengertrud von eisenstein schreibt am 03.05.2011 um 16:54 Uhr:also, wie ist das denn nun?
  13. zitierensascha aus koblenzz schreibt am 12.05.2011 um 08:53 Uhr:koblenz rulzz^^
  14. zitierenborr ernst schreibt am 05.11.2011 um 19:21 Uhr:Ich verstehe die Aufregung nicht. Es ist doch bekannt, nur Tschibo gewinnt.

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