Kein Stern am Himmel der Klimaschutzpolitik
Auch wenn beispielsweise die Grünen ohne große Überlegungen der Meinung sind, die klimapolitischen Kosten der Empfehlungen des Stern-Klima-Review von einem Prozent des globalen Bruttoinlandprodukt wären leicht zu schultern, kommen andere Kommentatoren zu ganz anderen Ergebnissen. So beschäftigen sich einige Ökonomen mit den Ursachen der eher drastischen Empfehlungen des Klimaberichts. Stein des Anstosses ist u.a. die Wahl einer extrem niedrigen sozialen Diskontrate von 0,1, die nahezu keine Abdiskontierung der Nutzen zukünftiger Generationen zulässt. Man mag meinen, dass dies eine reine Bewertungsfrage ist. Diese Debatte wird allerdings von den deutschen Kommentatoren in Presse und Politik ganz einfach übersehen und das Ergebnis des Stern-Reviews als Faktum verkündet. Ökonom Hal Varian ist da etwas genauer:
So, should the social discount rate be 0.1 percent, as Sir Nicholas Stern, who led the study, would have it, or 3 percent as Mr. Nordhaus prefers? There is no definitive answer to this question because it is inherently an ethical judgment that requires comparing the well-being of different people: those alive today and those alive in 50 or 100 years.Still, we may at least ask for consistency in our decisions. Forget about global warming and consider the much simpler problem of economic growth. How much should we save today to bequeath to future generations if we really believed in a 0.1 percent social discount rate and the other assumptions built into the Stern model? The answer, according to Sir Partha’s calculation, is that we should invest 97.5 percent of what we produce today to increase the standard of living of future generations.
Update: Die Ökonomen William Nordhaus, Partha Dasgupta, Gary Johe und Indur Goklany kommentieren den Stern-Review. Sehr lesenswert auch Tim Worstall.
