Mit dem Kopf voran

18.05.2006 um 20:19 Uhr

Lieber keine Konkurrenz als zu wenig Wettbewerb...

... ist offenbar die Position bayrischer Politiker zum Thema Liberalisierung der Wasserversorgung. Ohne Zweifel, mehr Wettbewerb in der Wasserversorgung ist ein kompliziertes und kontrovers diskutiertes Thema (Stellvertretend für diese Debatte: SRU 2000 vs. 2002). Aber das Argument des bayrischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen, nach dem durch die Liberalisierung der Wasserversorgung u.a. "Fehlentwicklungen im Wettbewerb z.B. Oligopolbildung" also Märkte mit wenigen Wettbewerbern zu befürchten wären, ist angesichts der Tatsache, dass heutige Wasserversorger Gebietsmonopole besitzen, also allenfalls Konkurrenz von ein paar privaten Brunnenbetreibern und der Mineralwasserindustrie zu befürchten haben, an Absurdität kaum zu überbieten.

Update: Nicht ohne Grund hat Deutschland bei den Wasserpreisen eine Spitzenposition:




Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenParker8 schreibt am 21.05.2006 um 13:48 Uhr:Die Wasserpreiserhebung der NUS Consulting Group ist umstritten, wie Sie sicher wissen. Ende letzten Jahres machte <a rel="nofollow" href=\"http://www.cesifo-group.de/link/_echodt/echo-FR-b-22-12-05.htm\">die Meldung Furore</a>, dass selbst am marktradikalen Ifo-Institut Wasserprivatisierung kritisch gesehen wird. Tatsächlich ist sie ja in Deutschland nichts Neues. Die Erfahrungen sind nicht positiv. Dessenungeachtet wird die Versorgerlandschaft sicher nicht so fragmentiert bleiben wie jetzt.
  2. zitierensteffenh schreibt am 22.05.2006 um 07:17 Uhr:Ersetzt man ein staatliches Monopol durch ein privates wird man nichts anderes erwarten können. Monopole praktizieren Monopolpreisbildung, Preisdifferenzierung im Rahmen des gesetzlich möglichen. Diese Preise liegen sicher über den jeweiligen Grenzkosten. Der Preis ist im Übrigen nicht der einzige wichtige Parameter. Der Wassermarkt dürfte in Liberalisierungsfragen sicherlich ein besonders schwieriges Thema sein. Kein Grund die Privatisierung mit absurden Argumenten zu bekämpfen...

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