Nachtigall, ick hör dir trapsen!
Die jüngste Initiative europäischer Industrieverbände Time to move forward: A joint industry statement on the future of the Energy Performance of Buildings Directive, in der diese eine beschleunigte und strenge Umsetzung der europäischen Energieverbrauchs-Richtlinie für Gebäude fordern, zeigt auf beeindruckende Weise wie industrielle Partialinteressen unter dem Deckmäntelchen ökologischer Verantwortung in Brüssel den politischen Alltag bestimmen. Nicht zufällig gehören die Unterzeichnerverbände zu den Branchen, die an Energiestandards im Gebäudebereich kräftig mitverdienen, weil sie die entsprechende Bauausführung machen oder die notwendige Energie- und Gebäudetechnik liefern. Was amerikanische Ökonomen wie George Stigler, Sam Peltzman oder Bruce Yandle in den siebziger und achtziger Jahren als "Capture Theory" oder "Bootleggers-and- Baptists-Theory" zu Papier brachten, hat seit diesen Tagen nicht an Bedeutung verloren. Warum auch mühsam im Ringen um die Gunst der Konsumenten Gewinne machen, wenn sich die Profite viel einfacher mit mehr oder weniger freiwilliger Hilfe von Umweltorganisationen und leicht beeinflussbaren Politikern erzwingen lassen?
