Mit dem Kopf voran

07.09.2006 um 17:54 Uhr

Nutzerfinanzierung

von: steffenh   Stichwörter: Umweltpolitik

Ein schönes Beispiel für eine direkte Finanzierung von Natur- und Denkmalschutz durch die unmittelbaren Nutzer ist der Schloßpark Sanssouci in Potsdam. Hier wurden allein in zweieinhalb Monaten trotz vergleichsweise schlechten Wetters freiwillige Eintrittsgelder in Höhe von 50000 Euro aufgebracht. Wer hier sein Eintrittsgeld nicht zahlt, hat zwar kurzfristig gespart, verzichtet aber langfristig auf den Erhalt natürlicher und historischer Denkmäler und muß dabei zusehen, wie ihm der durch Bürokratiekosten zusätzlich aufgeblähte Betrag durch den Fiskus zwangsweise doch noch aus der Tasche gezogen wird.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenFlorian schreibt am 07.09.2006 um 18:40 Uhr:Wundert mich, dass Du das so siehst.
    Eigentlich ist das doch ein klassischer Fall für Freeriding:
    Klar hätte ich gerne einen schönen Park. Aber ob ich 5€ für den Park spende oder nicht wird nicht darüber entscheiden, ob der Park erhalten bleibt.
    Dass dieses Freeriding nicht stattfindet steht eigentlich im Widerspruch zur klassischen ökonomischen Theorie.
  2. zitierensteffenh schreibt am 07.09.2006 um 19:37 Uhr:Trittbrettfahrerverhalten ist nur dann rational, wenn man den Nutzen aus dem marginalen Beitrag zu Park als Ganzes zieht. So denken aber die Nutzer von Parks nicht. Sie ziehen ihren Nutzen aus einem guten Gewissen, der Demonstration eines guten Gewissens gegenüber anderen etc. Die klassische ökonomische Theorie sagt nur, das der Grenznutzen gleich den Grenzkosten einer Handlung sein soll, sie macht keine Aussage über die Art der Nutzen.
  3. zitierenmomocat schreibt am 14.09.2006 um 11:15 Uhr:Das ist ein interessantes Konzept. Gefällt mir.

Diesen Eintrag kommentieren