Preisverdächtig!
Gäbe es einen Preis für den ökonomischen Analphabeten des Tages wäre der Urheber dieses Zitats der heutige Preisträger:
"Wenn ein Konzern günstigen Strom aus einem alten, abgeschriebenen Kraftwerk zurückhält und stattdessen den teureren Strom aus einem neueren Kraftwerk handelt, ist das Manipulation"
Investitionskosten sind versunkene Kosten, nicht mehr rückgängig zu machen, also für die Einsatzplanung von Kraftwerken nicht mehr entscheidungsrelevant. Der Einsatz von Kraftwerken wird demnach in keiner Weise von den Investitionskosten, sondern lediglich von den laufenden Kosten bestimmt. Hier werden die Kapazitäten solange am Markt angeboten, wie der Ertrag am Strommarkt die Kosten einer erzeugten Kilowattstunde deckt. Es mag ja sein, dass so manches Landeswirtschaftsministerium Geld zum Fenster rauswirft, so verschwenderisch wie oben beschrieben sind Stromversorger allerdings nicht.
Update: Auch in Fachkreisen macht man sich preisverdächtig. Platte Wehklagen über abgeschriebene Kraftwerke, hohe Marktanteile und "überhöhte" Netzentgelte, schon hat die "Energie-Expertin" mit der richtigen Weltanschauung den gewünschten Platz in der Presse. Dass die Realität etwas komplizierter ist, kümmert dabei kaum.

Nominiert die Union für diesen Job eigentlich nur noch Idioten (siehe Bund und Hessen)?